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übergeben. Was aber andere Buudesangelogenheiken betrifft, so wird die am 10. d. M. eintrcteiite Versammlung von Bevollmächtigten aller Bundesregierungen in Frankfurt a. M. der Bundoskommission zugleich die Möglichkeit bieten, diejenigen Geschäfte, welche nicht wohl einen Aufschub erleiden können, in einer den Bundesgesetzen und dem Erlöschen des Interims entsprechenden Weise der Mitwirkung der Buudosglie- der zu unterstellen. In tiefem Sinne wird die bairrische Regierung mit Vergnügen bereit fein, die Mitglieder der Bundeslommission im Vollzüge derjenigen Weisungen zu unterstützen, welche das kaiserl. Kabinet in dankenSwertber Sorgfalt für das Gemeinwohl des Bundes an die kaiserl. Bun- deskommiffare erlassen hat."
München. Man erzählt sieh, daß der Abgeordnete Fürst von Wallerstein als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister BaiernS nach Petersburg gesendet werden soll. So unglaublich dieses Gerücht erscheint, so hat es doch viel Wahrscheinlichkeit für sich, einestheils, da Wallersteins einziger Wunsch ist, wieder in den Staatsdienst gezogen zu werden, und anderntheils das Ministerium dadurch sich einen lästigen Opponenten und unermüdlichen Interpellanten vom Halse schafft. CD. R.)
Frankreich.
Paris , 10. Mai. Die Bureaux der Nationalversammlung haben vor der heutigen Sitzung zunächst die Kommission zur Prüfung des Entwurfs in Betreff der Wahlreform ernannt. Die Bergpartei und ein Theil der Linken enthielten sich der Theilnahme an der Diskussion und der Abstimmung, so daß von den fünfzehn Mitgliedern der Kommission vierzehn der Majorität angehören und für das Gesetz gestimmt sind. In der öffentlichen Sitzung berieth die Versammlung ihr besonderes Budget. — Der „Constitutionnel" dringt in seinem heutigen Blatte auf zehnjährige Verlängerung der Präsidentschaft Louis Napolcon's. — Der Erzbischof von Turin ist verhaftet und auf die Citadelle abgeführt worden. — Marschall d'Aspre ist am 3. Mai zu Padua gestorben.
— Die Fonds stiegen an der heutigen Börse nicht unbedeutend, doch sank die 5proc. Rente nach der Börse wiederum 45 Cent, (auf 88 Fr. 65 Ct.) in Folge von Gerüchten und einer Depesche, welche die Regierung über die griechische Angelegenheit erhielt. Paris ist äußerlich ruhig. — Schluß- kourse: 5pCl. Rente 89, 10. 3pCt. 55, 40.
Polen.
Posen, 9. Mai. Es unterliegt nun keinem Zweifel mehr, daß auch in Warschau ein großer Fürstenkongreß demnächst abgehalten werden wird. Aus zuverlässiger Quelle wissen wir, daß mit ungeheurer Eile und mit Auswendung außerordentlicher Kräfte alle kaiserl. Schlösser daselbst zur Aufnahme hoher Herrschaften in Stand gesetzt werden, während eine Menge Privatquartiere zur Beherbergung der nicht gekrönten Diplomaten von der Regierung gemiethet worden sind. Es sind Kontrakte auf großartige Lieferungen auch mit hiesigen Fabrikbesitzern, deren Fabriken jedoch im Königreiche belegen sind, abgeschlossen worden ; alle Lieferungen müssen bis zu dem 20. Mai beschafft sein, welcher Termin zum Schlußtage aller dießfälligen Vorbereitungen angesetzt worden ist. Der Kaiser Nikolaus wird zwischen dem 20. und 24. Mai in der polnischen Hauptstadt eintreffen, und unmittelbar darauf soll der Kongreß seinen Anfang nehmen. Welche Landesherren oder sonstige fürstliche Personen aber dahin kommen werden, darüber erfährt man bis jetzt nichts Verläßliches und es werden nur Vermuthungen ausgesprochen; so nennt man den Kaiser von Oesterreich, die Könige von Baiern, Sachsen und Dänemark und mehrere italienische Regenten. Auch darüber verlautet noch nichts, ob dieser Kongreß von preußischer Seite beschickt werden wird, wenngleich die hiesigen politischen Blätter schon die Kunde haben wollen, daß unser Minister des Inneren, Herr v. Manteuffel, am 24. Mai hier eintreffen und nach kurzem Aufenthalte seine Reise nach Warschau sortsetzen werde. Dort
sollen die europäischen Angelegenheiten, wie in Berlin die deutschen, geordnet werden, mit welchem Erfolge, steht freilich dahin. (D. A. Z.)
Amerika.
Die dem Kongresse vom Präsidenten übergebene Botschaft in Betreff der ungarischen Angelegenheiten enthält einen ausführlichen Bericht über das Verhalten des Kabinets von Washington in dieser Frage nebst zahlreichen Belegen. Man ersieht daraus, daß der Präsident Herrn A. D. Mann als diplomatischen Agenten nach Ungarn abgeschickt hat, um die Ereignisse in der Nähe zu beobachten und den Umständen nach zu handeln. Der Präsident erklärt in seiner Botschaft, daß zwar sein Kabinet in keine Beziehungen zu dem ungarischen Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten getreten, daß er aber fest entschlossen gewesen sei, die Unabhängigkeit Ungarns anzuerkennen, sobald sich in Ungarn eine Regierung de facto gebildet haben würde, welche hinreichende Garantie für ihre Dauer gegeben hätte. Aus den der Botschaft beiliegenden Instruktionen, welche Herr Clapton dem Herrn Mann mitgegeben hatte, geht hervor, daß das Kabinet zu Washington an der russischen Intervention in Ungarn ernsten Anstoß genommen hat und über die dem amerikanischen Gesandten in Wien, Herrn Stiles, auf sein Vermittelungsanerbieten von Seiten des österreichischen Kabinets ertheilte ablehnende Antwort nicht wenig ungehalten gewesen ist. Zugleich ersieht man aus diesen Instruktionen, daß Herrn Mann eine versiegelte Adresse mitgegeben worden ist, welche sein Kreditiv als amerikanischer Gesandter bei der ungarischen Regierung enthält, und daß ihm die Ermächtigung ertheilt worden ist, von diesem Kreditive Gebrauch zu machen, also die Anerkennung der ungarischen Regierung auszusprechen, sobald dieß seiner Ansicht nach geschehen dürfe und könne.
Jekanntmuchungen
[391] Da ich aus freier Hand bereits Alles versauft habe, so widerrufe ich hiermit den in diesem Blatte auf den 15. d. M. angekündigten öffentlichen Ausverkauf.
Kassel, den 11. Mai 1850.
WacdSmann, Bauunternehmer.
[390] B e k a n n t m a cb u n g.
Von dem Müller George Holzmindcr zu Karlsdorf mit dem Verkaufe seines Wohnhauses, bezhw. seiner Mahl- und Schlagmühle daselbst, sowie seiner in den Gemarkungen von Hofgeismar und Karlsdorf gelegenen Ländereien, Wiesen und Gärten, beauftragt, lade ich Kausliebhaber auf den 31. d. M. Vormittags 11 Uhr, in meine Wohnung ein.
Hofgeismar, am 10. Mai 1850.
Kersting, Untergerichtsanwalt.
[392] Ein Postgebülfe, welcher mit guten Zeugnissen versehen ist, findet eine Stelle. Wo, sagt die Exped. d. Bl.
[393] Gegen sichere Hypothek sind 2000 Thlr. zu verleihen ; wo? sagt die Expedition.
Repertoire des Kurfürstlichen Hoftkcaters.
Dinstag, 14. Mai. Der artesische Brunnen. Zmibcrpossc in 1 Akten, mit Gesang und Tanz von G. Raeder. Schalk: Fräul. Seebach.
Donnerstag, den 16. Mai. Das Duell-Mandat oderr: Ein Tag vor der Schlacht bei Rosibach. Militärisches Drama in 5 Akten von W. Bogel.
Sonnabend, den 18. Mai. Martha oder: Der Markt zu Rich- moud. Oper in 4 Akten nach St. Georges von W. Diedrich. Musik von Friedrich von Flotow.
Sonntag, den 19. Mai. Rathan der Weise. Dramatisches Gedicht in 5 Aufz. von W. E. Lessing.
Montag, den 20. Mai. Der fliegende Holländer. Romantische Oper in 3 Aufz. von R. Wagner.
Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfau. — Druck von oriedr. scheel in Kassel.