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später eröffnet tverten, ta erst um tiefe Zeit ter kurhessische Bevollmächtigte, Hr. v. Hassenpflug, eintraf. Hr. v. Hassen­pflug erklärte alsbald, wie er sich darüber wundere, daß in der Konferenz Herren anwesend seien, die eben nur Zuhörer sein könnten, da die Einladung Sr. Majestät des Königs an die Fürsten und deren verantwortliche Minister gerichtet sei. Es wurde ihm von mehreren Seiten erwiedert, daß, wenn gleich Se. Majestät ter König die Herren Fürsten mit der Begleitung eines verantwortlichen Ministers eingcladcn habe, daraus noch nicht folge, daß diese Herren nicht berechtigt sein sollten, ihre Meinung durch einen jeden Bevollmächtigten ver­treten zu lassen; um berechtigtes Mitglied dieser Konferenz zu sein, bedürfe es nichts als einer Vollniacht. Darauf replicirte Hr. V. Hassenpflug, daß cs sein Wunsch gewesen wäre, hier allein verantwortliche Minister zu sehen, erbicit indeß von dem Grafen von Brandenburg die Erwiederung, daß der Wunsch des türhessischen Bevollmächtigten cntgegcnständc dem ausge­sprochenen Wunsche der übrigen Bevollmächtigten, man also füglich über diese Wünsche hinweggehen könne. — Zn ter zwischen den Ministern ter Unionsfürsten, dem Vorsitzenden des Verwaltungsrathes und dem preußischen Ministerium statt- gcfunvcnen Konferenz hat Preußen die Erklärung abgegeben, daß cs die vom Erfurter Parlament revidirteRcichsverfassung ohne Modifikationen annehme, weil cs überzeugt sei, daß diese Revision Verbesserungen im konservativen Sinn enthalte. Die übrigen Unionsstaaten sind mit derselben unumwundenen Er­klärung gefolgt. Baden und Schaumburg-Lippe sollen einst­weilen aus formellen Gründen ihre definitive Erklärung sich Vorbehalten haben, ohne sich jedoch damit vom Beitritt der Uebrigen auszuschlicßen. Nur Kurhcsscn hat gar keine Erklä­rung abgegeben. Wie wir vernehmen, wird es sich in dcn nächsten Sitzungen um die Konstituiruug der definitiven Unions- gewalt handeln.

Berlin, 1 i. Mai. (Konstit. Ztg.) Die Nachrichten, welche uns so eben über die gestrige Sitzung des Verwal- lungsralhcs zugehcn, sind im Wesentlichen die folgenden: Es ist wahrscheinlich, daß die beiden Mecklenburg abfallen wer­den; daß Kurhcsscn als abgefallen zu betrachten ist, haben wir bereits im gestrigen Blatte berichtet; ebenso, daß wir auf Hessen-Darmstadt nicht mehr zählen können. Wenn morgen Abend Hr. v. Lepel, der großhcrzoglich hessische Ge­sandte beim Verwaltungsrathe, nicht zurückgekchrt sein wird, so wird man den Abfall Hessen-Darmstadts als eine vollen­dete Thatsache anschen. Die übrigen Häupter ter Union ha­ben , wie wir bereits mitgetheilt, die bestimmteste Erklärung gegeben, daß sie unter allen Umstanden bereit feien , auf der betretenen Bahn zu beharre», doch wünschen sie, daß die End­entscheidung noch nicht jetzt getroffen, sondern einer ferneren Zusammenkunft Vorbehalten werde. Die Weise des Kurfürsten hat in den Kongreßsitzungen eben so wenig dazu gedient, ihm die Herzen zu gewinnen, wie das Betragen seines treusten Dieners Hassenpflug in der Sitzung des Berwaltungsrathes. Der Kurfürst fand an dem Großherzog von Oldenburg seinen 5)?ann. — Heute nach 6 Uhr begann eine Sitzung des Ver- waltungsrathes. — Die Konst. Korrcsp. findet es besonders interessant und charakteristisch, daß der kurhessisebe Minister die Bcvollmächtigtenversammlung lange habe warten lassen, weil er erst spät vom österreichischen Gesandten sich trennte. Wie wir vernehmen, wird es sich in dcn nächsten Sitzungen um die Konstituirung der definitiven Unionsgewalt handeln und demgemäß dürften wir im Laufe der kommendcn Woche der Entscheidung des UnionSkongresses, dem Abschlusse des Bunvesstaatswcrkes, entgegengchen.

— Ferner enthält die Konstitutionelle Korrespondenz den bereits oben mitgctheilten Protest Preußens gegen Oester­reich, und fügt an denselben folgende Mittheilung, die eine von uns schon gegebene Nachricht bestätigt: Zwischen Preußen und Oesterreich ist sonach ein klares Verhältniß festgestellr. Wir erfahren zugleich, daß diese preußisch-deutsche Politik auch von Seiten des Kaisers von Rußland anerkannt wird, welcher namentlich damit einverstanden ist, daß Oesterreich seit der Verfassung vom 4. März 1849 nicht mehr als Mitglied des

deutschen Bundes, am wenigsten mit seinem Gesammtgcbiete, eintreten könne. Der Frankfurter Kongreß dürfte daher alles Resultates entbehren, wie wir in Nr. 457 schon ausführten.

(Const. 3 )

— (C. B.) Die Fürsten werden Dinstag und Mittwoch uns wahrscheinlich wieder verlassen, jedoch soll eine weitere Zusammenkunft in Gotha wirklich bcvorstehen. Dort soll namentlich die Organisation der einzuscßcnden Rcichsregierung zur Sprache kommen. Zunächst dürfte dem Vernehmen nach die Rcichsregierung nur aus wenigen Personen bestehen.

— (N. Pr. Z.) Wir erfahren von dem seitherigen Er­gebniß der Berathungen über die Stellung, welche die ein­zelnen Unionsmitglieder zu der Frankfurter Versammlung ein- zunehmen gedenken, daß Kurbessen, Nassau und Hessen-Darm­stadt erklärt haben: die Plenarversammlung in Frankfurt be­schicken und dort ganz selbstständig stimmen zu wollen. Ebenso hat Mecklenburg-Schwerin sich für die Beschickung ter Frank­furter Versammlung ausgesprochen. Dem Anschein nach wob len Mecklenburg - Strclitz und Schaumburg-Lippe von dem Bündniß zurücktrctcn.

— Die N. Pr. Z. schreibt: Wie wir hören, ist von bc- achtenewerther Seite Einspruch erhoben worden gegen das Eintreten Oesterreichs mit seinen Gesammtstaaten in den deut­schen Bund.

— Wir erfahren heute über die neue preußische Anleihe folgendes Nähere. Der ganze Betrag der 18 Millionen ist negociirt, und über 6 Millionen bereits Haar zur Verfügung der Regierung. Die Bank, die Seehandlung und eine Ver- cinigung von hiesigen Geschäftsmännern haben sich jede zu einem Drittel an diesem Unternehmen betbeilißt. Der be­willigte Cours beträgt 97 pCt. (C. Z.)

— Gestern fand großes Diner bei Sr. königlichen Ho­heit dem Prinzen Albrecht zu Ehren ter hier anwesenden hohen Herrschaften statt.

Berlin, 10. Mai. So ^ft cs Fürstenkongresse gegeben hat, sind Rangstreitigkeiten zwischen den Betheitigten eine re- gtlmäßigc Mitgift derselben gewesen, ja cs sind die Fälle nicht vereinzelt, wo cs über diesen kleinlichen Eilelkeitsbesttebungen zu den eigentlichen Verhandlungen überhaupt nicht gekommen ist. Auf dem so eben hier versammelten Kongresse sind diese Streitigkeiten um so erklärlicher und natürlicher, als ja die ^anze große Frage über die Gestaltung der deutschen Angelc- -genheit durch die Politik der Regierungen wieder in das Ge­biet kleinlichen Bestrebens für die Erhaltung dieser oder jener souveränen Hoheitsrechte hineingedrängt worden ist. Wirklich soll cs denn auch an diesem Streite über die Reihefolge von Sitz und Stimme im reichlichen Maße nicht gefehlt habc», und die Ausgleichung desselben hat neben den Festen, die denn ja natürlich einen Haupttheil bei allen solchen Zusammenküns- ten ausmachen, dem Vernehmen nach die Thätigkeit ^während der letzten beiden Tage vornehmlich in Anspruch genommen. Zn tiefem Augenblicke soll man sich geeinigt und hierbei rein Kurfürsten von Hessen die erste Stelle eingeräumt haben, dann den Großherzigen von Baden, Schwerin, Oldenburg, Wei­mar, Strelitz und so hinab bis zu tem Fürsten von Rcuß (ältere Linie) und zu den drei Bürgermeistern der Hansestädte.

(Nat. Ztg.)

Berlin, 12. Mai. Das „Korrespondenz - Bürcau" be­richtet : Preußen wird den Frankfurter Kongreß beschicken. Hin. v. Radowitz, dessen EntlassungSgesuch auch dieß Mal zurück- gewiescn ist, wird dem Vernehmen nach die ehrenvolle Mission zu Theil werden. — Man will in Frankfurt preußischer ScitS versuchen, sich über den weiteren Bund zu verständigen.

Erfurt, 10. Mai. (N. Z.) Aus dem Ministerium des Innern soll hier die Nachricht eingegaugen sein, daß das Par­lament am 24., spätestens am 26. d. M. wieder eröffnet wer­den soll. — Beamte, welche schon abreifen wollten, haben daher Ordre erhalten. noch hier zu bleiben.

Frankfurt, 10. Mai. Dem Vernehmen nach kehrt Herr v. Kübeck in nächster Zeit nach Wien zurück; auch Gcneral-F.-M.-L. v. Schönhals soll Frankfurt bald verlassen, um sich wieder zur italienischen Armee zu begeben.