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Kaiser begeben, um mit demselben alle Maßregeln zu verab­reden, ro eiche etwa bei von französischer Seile her drohenden Eventualitäten nothwendig werden dürften, und dann über­einstimmend von den deutschen Mächten, Rußland und Eng­land ergriffen werden sollen. Die oben erwähnte von Hrn. v. Meyendorff veranstaltete Festlichkeit darf als eine Manifestation der Gesinnung seines Gouvernements angesehen werden. (C. Z.)

Berlin, 11. Mai. Der Ministerpräsident Graf Bran­denburg hat in der gestrigen Abendsitzung den Ministern der verbündeten Staaten erklärt, daß Preußen die in Erfurt be­schlossenen Abänderungsvorschläge als Verbesserungen anerkenne und daher annehme. Zn ähnlichem Sinne wurden auch die Erklärungen von Seiten der meisten anderen Staaten abgege­ben. — Am Montag dürfte eine schließliche Berathung und Beschlußnahme der Fürsten Statt finden. Heute und morgen Fortsetzung der Ministerberalhungeu. (Erf. Zeg.)

Berlin, 11. Mai. Der Nichtwictereintrilt des Hrn. v. Lcpel in den Verwaltungsrath hängt zusammen mit dem nunmehr als bestimmt zu betrachtenden Abfälle des Großher- zogthums Hessen von dem Maibündnissr. Hr. v. Lcpel ist bekanntlich ein eifriger Anhänger der Unionssache. — Nicht minder muß der Rücktritt KurhessenS als ausgemacht ange­sehen werden. Der Kurfürst war der Einzige, welcher in dem Fürstenkongreß Opposition machte gegen die übrigen Fürsten, welche mit seltener Einmüthigkeit den Entschluß aussprachen, unter allen Umständen festzuhalten an der Union und an der nationalen Angelegenheit. Hr. Hassenpflug hat die Stelle KurhessenS im Verwaltungsrath sich bekanntlich selbst Vorbe­halten und sich auch beeilt, bei den gestern hier wieder aufge- nommenen Sitzungen von dem Vorbehalte Gebrauch zu machen. (C. Z.)

Berlin, 12. Mai. Der Preußische Staatsanzeiger zeigt heute die Ankunft Sc. Exc. des kurfürstl. heg. Minister-Prä­sidenten Hassenpflug aus Kassel an.

Dresden, 10. Mai. Der wirkliche Geheimerath und frühere Bunvestagsgesandte v. Nostiz und Jänkeudorf ist heute früh als Bevollmächtigter der sächsischen Regierung nach Frank­furt abgereist. (Fr. S.-Z.)

Frankfurt, 10. Mai. Heute Nachmittag 1 Uhr ward der von Oesterreich ausgeschriebene Kongreß im Vorzimmer des Sitzungslokales des Bundeepalaiö eröffnet. Emgefundcu Hatten sich für Oesterreich Graf Thun, für Baiern General Nylander, für Württemberg Hr. v. Reinhard, für Hannover Hr. Detmold, für Sachsen der bisherige Stellvertreter des Bevollmächtigten Lcgationsrath Grünler, für Luxemburg und Limburg Hr. v. Scherff, für Hessen-Homburg Hr. v. Holz­hausen, für Kurhessen Hr. Minister v. Baumbach und endlich für Holstein - Laücnburg Hr. Bernhard von Bülow, den auf Preußens dringende Erklärungen die Bundescentralkommffnon 4 Monate lang abgewiesen hatte, indem bis jetzt nur jiod) Waffenstillstand zwischen Dänemark und Deutschland Statt findet. Im Ganzen also neun Gesandten. Ihre Betheili­gung zugesagt haben, wie es heißt, Mecklenburg, Hessen- Darmstadt /Nassau und Frankfurt unter der Voraussetzung der Zustimmung der anderen drei freien Städte, die bekannt­lich beim alten Bunde gemeinschaftlich repräsentier waren. Man hat sich heute nur mit Vorlesung der Vollmachten und Erledigung einiger Vorfragen beschäftigt und auf eine vor­läufige Besprechung beschränkt.

Frankfurt, 10. Mai. Unser ältester Bürgermeister Schöff v. Heyden, stattete heute Vormittag bei dem österrei­chischen Kommissarius, Grafen v. Thun, einen Beinch ab. — Hr. v. Blittcrèdorf ist von Baden-Baden hier wieder ein­getroffen. Auch Heinr. v. Gagern weilte dieser Tage in un­serer Stadt.

Frankfurt, 11. Mai. Archivrath Dr. Strauß ist als Bevollmächtigter von Lippe-Schaumburg zur Plenarbundes- versammlung eiugctroffen.

München, 8. Mai. Durch königl. Reskript vom 7. Mai, publicirt im Regicrungsblatte, wird die Dauer des Landtages vom 10. Mai an abermals verlängert, dieß Mal aber nicht um zwei, sondern nur um einen Monat, bis zum

10. Juni, was auf die Absicht einer dann cintretenden Ver­tagung hinzudeuten scheint. — Die acht Münchener Land- wehrofficiere, welche jüngst den Vereinseid verweigerten, haben ihre Chargen nicdcrgclegt; ihrem Beispiele folgten noch zwei andere Officiere, welche bei dem BeeidigungSakte gar nicht er­schienen waren. (A. Abdz.)

München, 8. Mai. Wie wir vernehmen, bat der Staatsminister des königl. Hauses und des Aeußcrn Dr. von der Ererbten mit einem Handschreiben des Königs von Wür- temberg das Großkreuz des Friedrichsordens erhalten.

(N. Münchn. 30 Frankreich.

Paris, 6. Mai. Auch der Tiers-parti war heute ver­sammelt ; das Ergebniß seiner Berathungen ist dem Entwürfe der Wahlkomnnssion günstig gewesen, obwohl man, oder weil man sich von ihm nicht diejenigen durchgreifenden Folgen verspricht, welche die Konservativen im Auge haben. Auch die Partei des „National", welche insgeheim über Suc's Wahlsieg heftig erschreckt ist, wird nicht lebhaft opponircu. Ein Mitglied dieser Nuance, durch ungestümen Charakter und Heftigkeit des Wortes bekannt, hat sich in einer intimen Ver­sammlung folgendermaßen vernehmen lassen: „Feh weiß, es gibt zwei Gattungen von Republikanern, deren Ungeduld sich in vielem Augenblicke sehr schwer beschwichtigen laßt: dieß sind die Barrttadenmänuer und die Verurtheilten; beide setzen ihre ganze Hoffnung auf einen Umsturz, beide hoffen von ei­nem Ausruhr, sei eS eine Versorgung, sei es die Freiheit, die Rückkehr ins Vaterland , den Eintritt in die Nationalver­sammlung. Unterstützt diese unsinnigen Träume nicht! Un­ermeßliche Vorsichtsmaßregeln sind getroffen worden, daß weiß ich aus sicherer Oucllc. Ein neuer 13. Juni wäre die Ver­nichtung der republikanischen Partei. Ich für meinen Theil bin so durchdrungen von der Thorheit eines Kampiversuchs, daß ich beim ersten Flintenschüsse — obwohl ich, wie man weiß, den Pulverrauch nicht scheue — Paris verlassen würde. Ich bin bereit in einer ernsthaften Schlacht mein Leben ein- zusetzen, aber ich habe keine Lust meine Hand in die Menotten der Gendarmen zu stecken." Diese Rede hat die „Blauen" in ihrem Entschlusse bestärkt, nicht handelnd aufzutreten. Sie sind sicher, daß es die Absicht der Rechten nicht ist, -Je vieler, mais seulemenl de veiler la constilulion“, wie das neueste Bonmot es ausdrückt.

Paris, 8. Mai. Für die Vorfrage (die sofortige Be­seitigung der vorgcschlagencn Walügesetzreform) haben zwei Vettern des Präsidenten der Republik (Napoleon Bonaparte, Sohn Jerome's, und Pierre Bonaparte, Sohn Lucians) und Viktor Hugo u. A. votirt. Bei dem zweiten Votum über die Inbetrachtnahme der Dringlichkeit bemerkte man, daß die Generale Cavaignac und de Lamoricicre, Ferdinand de La- stevue und andere Mitglieder der konstitutionellen otcrMitiel- partei sich mit der Linken dagegen erhoben. Die Patrie mel­det fälschlich, daß auch Odilon Barrot gegen die Dringlichkeit gestimmt habe. — Der Minister des Inneren, Baroche, hat der Siebzehuerkommission in einer ihrer letzten Sitzungen an- gekündigt, daß dem Wahlgesetze mehrere andere Gesetze folgen würden; das erste, welches nach ihm vorgelegt werden würde, sei ein Gesetz über die Nationalgarde.

PnriS, 9. Mai. Die Börse war heute, als am Hi1u- melfahrtstagc, geschlossen. — Der von der Regierung vorgc- legte Wahlreformgesctztntwurf beschäftigt heute vorzugsweise alle Blätter. Die radikalen Journale greifen denselben auf das Heftigste an, während die Organe der parlamentarischen Majorität ihn entschieden in Schutz nehmen. — Die Truppen­schau, welche für heute angekündigt war, ist verschoben wor­den. — Gestern hatte bei dem Minister des Innern ein gro­ßes Diner Statt, welchem auch der Präsident der Republik beiwohnte. — Genie- und Artillcrieofficiere besichtigen seit einiger Zeit die detachirten Forts und die übrigen Fortisikatio- uen von Paris. Sie sind dem Vernehmen nach von dem Kriegsminister beauftragt, ihm einen ausführlichen Bericht über die Frag? von der Bewaffnung der Befrstigungswerkc von Pans vorzulegen.