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aus officieUer Quelle geflossen zu sein. Gleichwohl glaubte man hin und wieder, daß dieser Protest mehr gegen die Form der Einberufung, zunächst gegen die von Oesterreich auch jetzt noch in Anspruch genommene Eigenschaft eines Piäsivialhoscs gerichtet sei, und daß nach Beseitigung dieses Anstoßes und nach Festsetzung eines der preußischen Regierung zusagenden Stimmenverhältnisses letztere sich der Beschickung der Plenarversammlung für den weitern Bund nicht entziehen werde. Als kaiserlichen Kommissär bei dieser Versammlung hört man hier den Staatsminister Grafen Ficquelmont bezeichnen. Der König der Belgier wird nächster Tage auf der Reise nach Gotha hier erwartet. Die Hiobsposten aus Paris — Wahlsieg der Socialisten und Rückgang der Rente — haben unsere Börse dießmal nicht aus ihrer ruhigen Fassung zu brin- geii vermocht. Die Effcktenkurse blieben fest, einige gingen sogar in die Höhe. (A. A. Z.)
Frankfurt, 7. Mai. Hr. Beda Weber veröffentlicht in der O. P. A. Z. ein an ihn gerichtetes Schreiben des Erzherzogs Johann. Der Erzherzog freut sich zuvörderst, daß in Steiermark „der gute Sinn, die Liebe zum Kaiser und Vaterlande bei der großen Mehrzahl unverletzt geblieben" ; er wundert sich alsdann über die „Unverschämtheit", mit welcher die Köln. Ztg. sich vor Kurzem habe berichten lassen, daß Detmold, „welcher ihm stets ein treuer Freund war", ihm zuwider sei und daß er mit General v. Ravowitz auf so freundlichem Fuße stände, „was ihm wirklich ganz neu vorkommt" ; er erklärt weiter, daß er oft an Deutschland denke und daß er in Frankfurt viele ehrenwerthe Männer kennen gelernt und schließt endlich wie folgt: „Was Deutschland betrifft, so ergreift mich tiefe Wehmuth, wenn ich denke, was hätte werden können und was Leidenichasten und Vergrößerungssucht verdorben haben. Die Ration wäre eines bessern Schicksals werth; sie wird aber leider noch manche Leiden durchzumachcn haben; möchte sie doch einmal das Ziel eines glücklichen Zustandes erreichen." Der Brief mag für den „wirklichen geistlichen Rath", Herrn Beda Weber, von Bedeutung sein: das Publikum wird die Bewunderung, zu welcher derselbe ihn hingerissen, schwerlich zu theilen im Stande sein.
Frankfurt, 7. Mai. Hr. Eigenbrodt, Ministerialrath von Darmstadt, hat sich nach Erfurt begeben, um einer Sitzung des Bundesschiedsgerichts beizuwohnen.
München, 6. Mai. Wie ich höre, hat der hiesige österreichische Gesandte, Graf Thun, die Weisung erhalten, die Präsidialstimme Oesterreichs in dem nach Frankfurt be- schiedenen Bundesplenum zu vertreten, und wird sich morgen von hier aus dahin begeben. An seine Stelle als Gesandter am hiesigen Hofe soll Graf Esterhazy kommen, welcher schvn früher in der Eigenschaft als Legationssckretär hier war und, wenn ich nicht irre, zur Zeit als österreichischer Gesandter in Stockholm sich befindet. Der königl. baierische Bevollmächtigte, Generalmajor v. Tylanver, welcher, wie es heißt, Baiern auch in der wiederberufenen Plenarversammlung des deutschen Bundes zu vertreten haben wird, ist hier angelangt, wird sich aber, wie ich vernehme, in wenigen Tagen nach Frankfurt zurückbegeben. (A. A. Z.)
München, 6. Mai. Die Regierung macht Ernst mit ihrem Vereinsgesetz. Es ist sogar, und das will in Baiern etwas bedeuten, den Piusvereinen aufgegeben worden, sich von den Hauptvereinen und von der Verbindung mit den katholischen Vereinen Deutschlands loszusagen, widrigenfalls sie mit Schließung bedroht worden sind. Zur besseren und nachhaltigeren Aufrechthaltung der „Ordnung" scheint außerdem eine ganz neue Sorte von Maßregeln beliebt werden zu wollen, wenigstens hat der Regierungspräsident von Schwaben und Neuburg dem praktischen Arzte Dr. Groß in Oberstorf, Landgerichts Sonthofen, die Erlaubniß zur Praxis und den Wohnsitz in diesem Orte entzogen und ihn nach Obermedlingen, Landgerichts Lauingen, versetzt, weil sich derselbe, wie es in dem betreffenden Erlasse heißt, „in den zwei verflossenen Jahren an den demokratischen Wühlereien im Laukgnichts- bezirke Sonthofen und Jmmenstadt, insbesondere an dem
Märzverein, in einer Weise betheiligt hat, daß derselbe ohne Gefährdung der nunmehr wiedergckchrten Ruhe und gesetzmäßigen Ordnung in jener Gegend nicht mehr belassen werden kann." Zum Abzüge ist ihm ein Termin von 6 Wochen bewilligt. Es heißt übrigens, daß demnächst ein Bevollmächtigter der Regierung nach Rom abgehen wird, um über die Revision des Konkordats und zwar im Sinne der neuesten österreichischen Maßregeln zu verhandeln.
Dänemark.
Kopenhagen, 4. Mai. Die Berlingsche Zeitung zeigt an, daß Kammerherr von Reedtz nächste Woche wieder nach Berlin zurückkehrt und also die dortigen Unterhandlungen nicht abgebrochen sind.
Großbritannien.
Man schreibt aus London, daß den 24. April ein britischer Kurier dort eingetroffen sei mit Depeschen, welche neue Instruktionen für den britischen Gesandten in Athen, Herrn Wyse, enthalten. Auf den jonischen Inseln sieht man der Wiederholung keö erst gekämpften Aufruhrs entgegen. Die Debatten in ken kortigen Kammern haben den Ton großer Leidenschaftlichkeit angenommen. (H. Z.)
Frankreich.
Paris, 7. Mai, Abenks 8 Uhr. Telegraphische Nachricht der Berlin. Zeitg. Baroche ist unpäßlich. Das Wahlgesetz wird erst morgen der Legislativen vorgelegt werden. Eugen Sue's Wahl ist nicht beanstandet worden. Im Arbeitsbudget wurden viele Reduktionen vorgenommen.
Dekanntmachungen.
[378] Mit Bezug auf den §. 27 der Gemeindeordnung vom 23. Oktober 1834 fordere ich diejenigen nicht bereits im Besitze des hiesigen Bürgerrechts befindlichen Staatsbeamten und Diener, welche definitiv, mit dem Wohnsitze h i erse l bst, angesteUt sind, und ein jährliches Einkommen von wenigstens 200 Thlrn. zu beziehen haben, hierdurch auf, innerhalb 14 Tagen bei dem hiesigen Stadtrathe, unter genauer Angabe der Zeit und des Orts ihrer Geburt, sowie der ihrem Amte gebührenden Bezeichnung, um Ertbcilung des Bürgcerechts nachzusuchcn und solchergestalt der ihnen durch die ungezogene Gesetzstelle auferlegten Verpflichtung zu genügen.
Kassel, am 6. Mai 1850.
Der Oberbürgermeister der Residenz:
_____________________Ha rtwig.________■
(376) Bürgerverein.
Freitag den 10. v. Mts., Abends 8 Uhr, wird Herr J. Schneider seinen Vortrag über die Schule als Bil- bungsaustalt für das praktische Leben fortsetzen.
[362] Ein oder zwei Knaben, welche die Schule besuchen, können in einer Familie gegen billiges Kostgeld freundliche Aufnahme, gesunde Kost und Beaufsichtigung, wie auch Klavierunterricht finden. Nähere Nachricht in der Exp. d. Bl.
[359] Von heute an werden in der Frankfurter Straße Nr. 53, in dem Prèvot'schcn Hause, 1 Treppe hoch, b i dem Unterzeichneten Möbel und Hausgerälh jeder Art aus freier Hand, und der noch übrig bleibende Rest am 15. d. M. auf das Meistgebot verkauft.
Kassel, am 5. Mai 1850.
Wachsman ii.
[369] Im Monat Mai und Juni des Sonntags Morgens, sowie Himmelfahrt Morgen um 5 Uhr wird große Musik auf dem Ostheimischen Felsenkeller (sogenannte Kaffeemühle) sein, wozu ergebens! einigtet _________W. Stracke.
Oöffentliche Danksagung.
Mehrere Freunde des am 5. d. M. durch den Tod abgmifnun Dieners des Herrn Geh. Naths SchwedeS fühlen sich gedrungen, dickem hohen edlen Menschenfreund für die liebevolle und sorgsame Pflege, welche er seinem Diener bei dessen längeren und öfteren Veiten, nangenl- lich während seiner letzten schweren Krankheit, angedcihcn ließ, so wie auch für die große Ehrenbezeugung, die irdischen Ueberreste desselben zn ihrer Ruhestätte zu geleiten, ihren innigsten Dank hiermit auszudrücken. Möchte so menschlich-cdleS Thun recht viele Nachahmung finden.