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gehen wollte, die Tribüne, um bei den Ministern und Repräsentanten anzufragen, wie sie sich morgen bei der Jahresfeier der Proklamation der Republik zu verhalten gedächten. Die anwesenden Repräsentanten von der Majorität widersetzen sich mit Ungestüm der Debatte, und Cremieux muß sich darauf beschränken, die Enthaltung der Nationalversammlung von der Theilnahme an allen Festlichkeiten zu Ehren der Republik zu konstatiren. Segur b'Agueffeau will sprechen, allein die Majorität setzt mit Ungestüm die Aufhebung der Sitzung durch. Die Nationalversammlung wird also nicht in corpore der morgenden Feier beiwohnen.
Schweiz.
Basel, 2. Mai. Ueber Die durch schaffhauser Milizen Statt gefundene Gebietsverletzung meldet die Basler Zeitung Folgendes: Am 29. April Morgens früh passirten circa 40 schaffhauser Soldaten, aus der Gegend von Ramsen und Buch, vollständig bewaffnet und ausgerüstet, wahrscheinlich nach Schaffhausen zu einer Musterung einberufen, um keinen Umweg machen zu müssen, eine ziemliche Strecke lang durch die Gemarkung Gailingen auf badischem Gebiete. Dieß wurde ganz von ungefähr beim Mittagoessen in Ravolfszell dem dort stationirten Offtcier der preußischen Uhlanen erzählt, welcher sogleich 25 Mann satteln und aufsitzen ließ, denselben mit seiner Ordonnanz aber voranritt und den weiten Weg nach Gailingen doch so schnell zurücklegte, daß er, dort angekommen, noch 9 schaffhauser Soldaten auf badischem Gebiet antraf, welche, von Schaffhausen kommend, auf dem nämlichen Wege, den sie Morgens zurückgelegt, wieder heimkehren wollten (ihre Kameraden waren weiter voraus und hatten dasSchweizergc- biet schon erreicht). Der Uhlanenosficier, der nur von seiner Ordonnanz begleitet war, befahl diesen neun Soldaten, zu halten, die Gewehre in Pyramide zu stellen, wogegen sie sich zwar sträubten, als sie aber die nachfolgenden 25 Uhlanen Herantraben sahen, es doch thaten. Sie wurden nun als Arrestanten erklärt, ihre Waffen auf einen Wagen gepackt, nach Randegg eskortirt, wo sie bis heute gefangen saßen, und heute früh nach Radolfzell gebracht, wo sie nun bis auf Weiteres in Verhaft sitzen bleiben werden. Dieß der einfache und wahre Verlauf dieser Statt gehabten Gebietsverletzung. Aus Allem scheint hervorzugehen, daß diese schaffhauser Soldaten, die freilich mit einem Umwege über Stein a. RH. nach Schaffhausen hätten marschiren können, cs probiren wollten, durch badisches Gebiet zu passiren, da in dieser Gegend bis nach Radolfzell keine preußischen Truppen liegen, und nun diese Gebietsverletzung theuer werden bezahlen müssen. Der Regierung nach Karlsruhe, so wie dem preußischen Truppenober- kommando ist dieser Vorfall heute schon angezeigt worden.
Stullen.
Nom, 20. April. Auf Verwenden des französischen Generals ist dem jetzt verbannten, abgesetzten Gendarmerie- Oberst Ludwig Tomba die Rückkehr gestattet worden. Es ist das erste Beispiel einer Begnadigung, welche der Papst erläßt. — Die dritte Rate des Rothschild'schen Anlehens ist eingetroffen.
Turin, 28. April. Vorgestern hat Herr Ferd. Barrot seine Beglaubigungsschreiben als Gesandter ter französischen Republik dem Könige überreicht. Nach dem genueser „Catto- lico" sind sämmtliche sardinische Bischöfe dem Rundschreiben des Erzbischofs Fransoni, also dem Proteste gegen die Sic- cardischen Gesetze beigetreten. Das genannte Blatt fordert die Regierung geradezu heraus, wenn es den Klerus für rebellisch Halle, ihn mittelst Proceß zu belangen. — Außer dem General Chrzanowski sollen auch Die andern Polen, welche in der Armee dienen, ihren Abschied erhallen, wodurch man den internationalen Verkehr mit Rußland wieder herzustellen versucht.
Kekanntmachungen.
[327] Bekanntmachung.
Der Gutsbesitzer Clamor von dem Busche-Hün-
nefeld zu Hünnefeld hat als Besitzer des Guts Stau gegen den Kolonen Karl Ludwig Löh le, Nr. 4 in Fuhlen, auf Gewährung der Entschädigung für die ihm an des letzteren Kolonie zugrstandknen, durch das Gesetz vom 26. August 1848 aufgehobenen, gutsherrlichen Leistungen angetragen und seine Forderung nachstehend berechnet:
1) für den Weinkauf, 8 Thlr. für jeden Fall, in 100 Jahren 6 Fälle, macht jährlich 14 Sgr. 4^ Hlr., an
Kapital ........9 Thlr. 18 Sgr.
2) für das Heimfallsrecht 2 % des nach §. 4 des Gesekes vom 26.
August 1848 auf 7000 Thlr. zu berechnenden reinen Werths der
Kolonie........ 140 Thlr. — Sgr.
Summa 149 Thlr. 18 Sgr.
Zur Verhandlung dieser Sache ist Termin auf Dinstag den 11. Juni D. I., Morgens 9 Uhr, vor unterzeichnete Ge- richtSstcllc anberaumt worden, und werden daher in Gemäßheit des §. 88 des Ablösungsgesetzes alle bei der Auseinandersetzung und beziehungsweise bei der Verfügung über das Ablösungskapital betheiligte Dritte Personen aufgefordert, ihre Ansprüche in diesem Verfahren und zwar, wenn sie sich auf die Mitwirkung bei der Auseinandersetzung selbst beziehen, bei Meidung als in deren Resultat einwilligend angesehen zu werden, in dem gedachten Termine, insofern sic aber bei Der Verfügung über das Ablösungskapital in Betracht kommen würden, binnen sechs Monaten vom Tage Der ersten Einrückung dieser Aufforderung in die öffentlichen Blätter an, so gewiß anzumelden und zu begründen, als sonst darauf keine Rücksicht genommen werden wird.
Oldendorf, am 26. März 1850.
Kurfürstlich Hessisches Justizamt das. Colson.
Begl. Schwank.
[369] Im Monat Mai und Juni des Sonntags Morgens, sowie Himmelfahrt Morgen um 5 Uhr wirb große Musik auf Dem Ostheimischen Felsenkeller (sogenannte Kaffeemühle) sein, wozu ergebens] einladet W. Stracke.
[368] Durch Parthiekäufe sind wir in den Stand gesetzt von nun an
Pfeiffers prakt. Ausführungen kompreß, Ladenpreis 33 ’/2 Tblr. für 13 Thlr. zu' erlassen.
Meßnersche Buch- und Autiquariatshaudlung.
[367] Wilhelmshöhe
Donnerstag den 9. Mai, Mittags 12'/2 Uhr, table d’höte, wozu ergebens! einladet
G. P. Schombardt.
Gesundbrunnen zu Hofgeismar.
[349] Die dießjährige Saison am Gesundbrunnen zu Hofgeismar, dessen Quellen außer kohlensaurem Eisen salinisch- erdige Bestandtheile, Flußspathsäurr u. s. w. enthalten, wird wie gewöhnlich am 1. Juni eröffnet. Gegen eingewurzelte gichtische und rheumatische Uebel, gegen Nervenleiden, Bleichsucht, gegen Die Folgekrankheiten von Säfteverlusten und besonders bei zögernder Rekonvalescenz nach erschöpfenden Krankheiten , Nervenfiebern re., wie auch gegen Atrophie und mangelhafte Ernährung Der Kinder rc., haben die Bäder des Gesundbrunnens ihre Heilkraft bewährt. Durch die Friedrich- Wilhelms-Nordbahn, welche neben Dem Kurort eine Station angelegt, ist Derselbe auch entfernten Besuchern leicht zugänglich geworden. Anfragen in ärztlicher Beziebung richtet man an den Badearzt, Herrn PhysikuS Dr. Schnackenberg Logisbestellungen an den Herrn Kastellan E x n e r.
Bad Hofgeismar, im April 1850.
Kurfürstliche Brunnenverwaltung.
Exner.
Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Octkcr. — Redaktion: Fr. Oetker und Dr. 91. Pfaff. — Truck von Friedr. Scheel in Kassel.