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gegtti dir Militär'konvrntivnen nur als eine andere Form der Verwahrungen gegen den Bundesstaat bezeichnen. Es ist also die Verschiedenheit Der Principien über Die künftige Kon« stituirung Deutschlands, welche in dem alten Proteste einen neuen Ausdruck gefunden hat. Nur die auf den Verträgen von 1815 gegen die einzelnen Bundesstaaten, nicht aber gegen den Bund, Der als solcher nicht mehr existirt, folgenden Rechte und Pflichten haben für Preußen noch eine Bedeutung und diese hat es durch treue Bunveshülfe redlich erfüllt. Sobald daher von Preußen Die Gründung eines deutschen Bundes­staats beschlossen und begonnen wurde, verstand sich die Ober­leitung der Militärmacht in diesem von selbst. §. 9—14 des Bündnisses vom 26. Mai geben hierüber die genaueren Be­stimmungen an, welche von Sachsen und Hannover ohne jeden Einwand nach Dem Vorschläge Preußens angenommen wurden. Ein Beweis, wie wenig Hannover damals Gewicht auf den mit Braunschweig am 14. Juli 1843 geschlossenen Vertrag über die Rcgulirung Der ersten Division des 10. Armeekorps legte. Diese Bestimmungen wurden im §. 5 des BundeS- statuts noch näher fcstgestcllt und wurden dabei ausdrücklich Preußen alle diejenigen Befugnisse eingeräumt, welche nach Der Kriegsverfassung des deutschen Bundes in Den §§. 50, 53, 54, 57 — 64 dem Oberfeldherrn zustehen. Der Abschluß der Militärkonveutionen ist also als Die selbstverständliche Folge des durch Preußen gegründeten Bundesstaates anzusehen. (C. C.)

Berlin, 5. Mai. Die nunmehr beendete Wirksamkeit Der Bundescentralkommission für eigentlich politische Angele­genheiten hat, um von manchem Andern abzuscheu, auch Den Vortheil, daß verschiedene mit diesem Provisorium in Verbin­dung stehende oder durch dasselbe herbeigeführte Differenzpunkte und Verwickelungen sich von selbst lösen. Diesen Vortheil hosst man an gut unterrichteter Stelle namentlich für Den mecklenburgischen VcrsassungSstreit. Man glaubt, derselbe werde nunmehr eine gütliche Ausgleichung erfahren, und zwar ledig­lich durch das Zusammenwirken Der intercssirenden Körper­schaften und Gewalten ohne äußere Einmischung. Man ver­sichert uns, es sei von einflußreichster Seite her auf dieses eine ehrenvolle und Die Selbstständigkeit Der mecklenburgischen Fürsten und Ständekörper wahrende Schlichtung Der Diffe­renzen begünstigende Moment aufmerksam gemacht und zu dessen bester Wahrnehmung freundlich aber dringend nach ver­schiedenen Seiten hin gemahnt werden.

Posen, 2. Mai. (K. Z.) Reisende, welche gestern von Warschau hier eingetroffen sind, sagen, daß bereits meh­rere zur nächsten Umgebung des Kaisers von Rußland ge­hörige General - Officiere als Vorläufer desselben dort einge- troffen seien und daß er selbst am 7. D. bestimmt erwartet werde. Zugleich versichern sie, daß Der Kaiser dort am 14. D. M. eine Zusammenkunft mit den nordischen Fürsten (also ein Fürstenkongreß zu Warschau) haben werde, und daß zu diesem Zweck Der General-Polizeimeister Abramowicz Die Be­sitzer der größeren Hotels aufgefordert habe, für diese Zeit die nöthigen Einrichtungen zur Aufnahme Der höchsten und hohen Herrschaften und ihres Gefolges zu treffen. Auch in den kaiserlichen Schlössern werden großartige Vorbereitungen zum Empfang Der Gäste getroffen. An Den nach Warschau führenden Straßen und in und um Warschau selbst sind be­deutende Militärmasscn aller Gattungen foncentrirt, offenbar, um Den Gästen durch dieselben zu imponiren.

Kiel, 3. Mai. Der Admiral Der deutschen Flotte, Hr. Bromme, ist heute hier angekommen; wahrscheinlich geht seine Bestimmung nach Eckernförde, um die Gefion in Augenschein zu nehmen, deren Zukunft jetzt, da Deutschland sich zu zer­spalten scheint, sehr ungewiß fetts möchte, ebenso ungewiß wie die Stellung Schleswig-Holsteins zu derjenigen Gewalt, in Deren Hände Die Gefion etwa kommen wird. (B.-H.)

Dresden, 6.Mai. Die Freimüthige Sachsenztg. meldet mit Befriedigung: Gestern, am ersten Der Jahrestage Der Mai- rebellion, zogen nach Den beiden Kirchhöfen, wo die gefallenen Rebellen begraben liegen, eine große Anzahl Männer und Frauen, beladen mit Kränzen, Guirlanden, Gedichten :c., um jene Grabhügel damit auszustatten. Leider mußten sie an

den Thoren Der Kirchhöfe Kehrtum machen, da sie Dort eine entsprechende Anzahl Soldaten versanden, welche ihnen be­deuteten , sie möchten zu ihren Todtenopfern eine gelegenere Zeit wählen.

Frankfurt, 3. Mai. (K. Z.) Die zur Berichter- stattung über die deutsche Frage ernannte Kommission hat ihren Bericht nunmehr vollendet und wird denselben dem­nächst der gesetzgebenden Versammlung vorlegen. Sie trägt mit allen außer zwei Stimmen auf Anschluß an das Erfurter Bündniß an. Dem Vernehmen nach soll sehr eindringlich auseinander gelegt sein, wie in unserer Zeit, wo das Ge- sammt - Deutschland leider mehr als je auseinander zu fahren droht, kleine Staaten ohne allen Schutz sind, wenn sie sich nicht einem mächtigen Lande entschließen, und wie nur der Anschluß an Preußen Die Aussicht auf ein kräftiges Deutsch­land gewährt. Auch Der finanzielle und handelspolitische Theil der Frage ist berührt und führt zu derselben Konklusion. Ob Die zwei kissentirenden Mitglieder Der Kommission rin Min- kerheitserachten beschließen werden, steht noch dabin; doch würde auch dieses nicht auf Ablehnung, sondern nur auf Zu­warten lauten, bis Der Knäuel unserer Verhältnisse entwirrt wäre. Freilich möchte dieß im Grunde einem Verschieben auf Den griechischen Kalender gleich kommen; doch erkennen auch diele Herren an, daß, wenn einmal Deutschland sich in zwei Bündnisse, ein österreichisches und ein preußisches, theilen sollte, Frankfurt nothwendig zu dem letzteren treten müsse. Hier in Der alten Kaiser-, Bundes - und Parlaments-Stadt empfindet Jeder das Drückende der gegenwärtigen Lage, wo, den Ereignissen gegenüber, Die sich in Frankreich vorzubereilen Ichcinen, gar keine deutsche Oberbehörde existirt, doppelt schmerzlich, und daß aus Dem Kongresse, Der auf Den 10. Mai ausgeschrieben ist, kein bedeutendes und vor Allem kein befriedigendes Resultat zu erwarten ist, sieht Jeder ein. Was die gesetzgebende Versammlung selbst beschließen wird, in welcher sich mehr Gegner des DreikönigSbündnisseS als in Der Kommission befinden, läßt sich mit Bestimmtheit nicht Voraussagen.

Vom Main, 2. Mai. Daß gerade die ersten Maitagc eine so empfindliche Kälte besaßen, war Manchem nicht recht begreiflich, bis endlich das Mysterium gelöst worden ist. Den Frühlingshoffnungen hat lediglich eine österreichische Note vom 26. April so großen Nachtbeil geleistet. In Wien scheint man sogar gesonnen, immer nur Treibhäuser zu wollen und Die Verpflanzung in die freie Natur für nachtheilig zu halten. Man hat uns von dort her an so viele Spekulationen ge­wöhnt, daß wir auch die legte Note für einen Fühler halten möchten, nicht für Den Ernst eines KabinetS, das nicht mehr an Deutschlands Spitze zählt, seitdem die Seelenzahl feiner deutschen Einwohner, der Betrag seiner Matrikularbeischüsse dasselbe in Den zweiten Rang versetzt haben. Oder kann es Ernst sein, daß man Alles vergessen haben will und auf den 10. Mai einen Kongreß von Bevollmächtigten aller deutschen Regierungen einberuft, wobei man Die Bundesversammlung in inkonsequenter Konsequenz wieder erneuern möchte? Wenn die Note behauptet, alle Versuche einer Verlängerung des jetzigen Interim durch Unterhandlungen mit Preußen seien vergeblich gewesen; es bedürfe demnach eines Kongresses, um theils eine neue Central-Kommission anzuordnen, theils die nothwendige Revision der Bundesverfassung kurchzuführen, so dürfte dieß Alles in Der leichtesten Weise zu widerlegen sein. Die bestehende Bun- dcsccntral-Kommission ist in Folge eines auf Instruktion Der voll- machtgebendkn Höfe beruhenden Beschlusses auch nachdem I.Mai befugt, das Bundeseigenthum zu verwalten, die dafür noth­wendigen Beiträge einzufordern und die dringendsten Angele­genheiten zu besorgen, bis eine weitere Feststellung zwischen Oesterreich und Preußen vorliegt, und daß es dazu eines nicht gesetzlichen Pleni Der aufgehobenen Bundesversammlung bedürfe, hat nicht Den mindesten Grund für sich. Was wir hier ausgesprochen haben, beruht auf rechtlichen und faktischen Verhältnissen, die zu bestreiten selbst das wiener Kabinct nicht versuchen würde. — Die Bundesversammlung existirt nicht mehr. Die Auflösung derselben, Die Uebertragung ihrer Voll-