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mit dem heutigen Tage Die Fn>l abgetanen i|t, welche Die baierische StaatSregierung sich selbst zu ferneren Aufschlüssen über Die deutsche Frage gesetzt hat, so richte ich an das Ge­summt - Staatsministerium folgende Fragen: 1) In welcher Lage befinden sich gegenwärtig dlc deutschen Angelegenheiten? Existirt in den Augen der Regierungen noch ein Gesammt- deutschland und zwar mit welchem thatsächlichen Verbände und mit welchen wirklich bestehenden Organen? 2) Hat die haierische Regierung in allen ihren Bestrebungen unerschütter­lich an der von ihr selbst feierlich ausgesprochenen Ueberzeu­gung festgehalten:es sei unbestreitbare Thatsache, daß die Bundesverfassung Deutschlands nicht wieder hergestellt werden kann, daß diese wirklich von der Nation verworfen und gegen eine so entschiedene Ueberzeugung nicht zu kämpfen ist; die deutsche Nation wolle eine starke Gesammtverfassung mit Staaten- und Volköhaus, durch welche sie als eine einige Nation sich fühlen, nach Außen anerkannt werden, im Innern frei sich entwickeln kann." Was hat die baierische Regierung zur Durchführung dieser ihrer Ueberzeugung gethan? 3) Wie läßt sich mit dieser officiell proklamirten Ueberzeugung der baierischen Regierung die jüngste Münchener Knnvention ver­einbaren? 4) Ist cs wahr, daß zufolge neuerlicher Schritte verschiedener deutscher Kabinette, namentlich auch des öster­reichischen, sogar die erwähnte Konvention bereits gewisserma­ßen als antiquirt erscheint? 5) Was Hat^ Deutschland, nach­dem seine Regierungen die freigewählte Nationalversammlung gewaltsam aufgelöst und dieselbe bis zur Stunde nicht wieder berufen haben, von diesen Regierungen in Absicht auf natio­nale Einheit und Freiheit zu erwarten und wann? 6) Sind die deutschen Regierungen mindestens darüber einig, jeder Art von Einwirkung auswärtiger Mächte auf die Entwickelung der deutschen Zustände entschieden entgegenzutreten und geht unter allen Voraussetzungen die baierische Regierung hierin mit dem unbedingten Beispiele voran?" (D. Z.)

München, 2. Mai. Die Kammer der Abgeordneten nahm in ihrer heutigen Sitzung den Gesetzentwurf, die Her­stellung eines telegraphischen Netzes für Baiern betreffend, nach kurzer Berathung in der unveränderten Fassung der Re­gierungsvorlage mit 120 gegen 1 St. an. (N. M. 3)

Wien, 28. April. Die entfesselten Gewalten der Kirche fangen an ihre Kraft zu versuchen: mögen sie zusehen, daß sie nicht ihr Ziel verfehlen, wenn sie sich überstürzen, wie die Bewegungen des Jahres 1848. An der Kirche der Karme­liter war zur Belehrung der Gläubigen die Kirchenregel an­geschlagen, daß alle diejenigen katholischen Christen, welche nicht sechsmal des Jahres zur Beichte gehen, in den Bann der Kirche verfallen; die Antwort auf diese Drehung ist die/ daß sich in den letzten Tagen zahlreiche Bewohner der Vor- städte Leimgruhe und Wieden bei dem protestantischen Pfarrer zum Uebertritt zur protestantischen Kirche meldeten. Kaum ist in Prag Dr. Smetana exkoinmunicirt und schon melden uns Privatbriefe von dort, daß in den letzten Tagen mehrere tau­send Personen zum Deutsch-Katholicismus übertraten. Es hat allen Anschein, daß das Volk in ganz anderem Sinne, als man es vielleicht hoffte, den Kampf aufnimmt, welchen Die Kirche bietet, und wenn das die Absicht des Ministeriums war, so kann es allerdings seinen Zweck erreichen; doch bleibt es immer gefährlich,den Leu zu wecken" und hier hat man es ganz ohne Noth gethan. Pour varier nos plaisirs will man wieder allerlei wissen, wovon das Ministerium, we­nigstens ostensibel, nichts wissen will, wie z. B., daß alle deutschen Regimenter aus Ungarn, Siebenbürgen und Gali­zien zurückberufen seien und durch russische Truppen, welche in der Zahl von 200,000 Mann dort einrückten, ersetzt wer­den sollen, ferner, daß Wien selbst eine russische Garnison erhalte: und Alles, auch das Absurdeste, sendet jetzt sein gläu­biges Publikum, weil man, nachdem das Unglaublichste ge­schehen, nichts mehr für unmöglich hält. (D. Z.)

Wien, 29. April. Zur Feier der Rückkehr des Pap­stes nach Rom war gestern großes Diner bei dem päpstlichen Nuntius, welchem alle auswärtigen Gesandten beiwohnten.

(D. 3 )

Wien, 2. Mai. Die Wiener Zeitung bringt heute die osficicUe Kundmachung, daß unser vieljähriger Vertreter in Konstantinopel, Baron Stürmer, auf sein wiederholtes Ansu­chen in den wohlverdienten Ruhestand versetzt worden sei. Da weder ein Orden, noch Die Belassung des Titels diese Anzeige begleitet, so will man daraus entnehmen, daß das Ministerium mit den Resultaten der letzten Thätigkeit dieses Staatsmannes nicht vollständig befriedigt sei.

Das Ercigniß des Tages ist der Bankbericht. Der Baarfond ist von 31,113.995 Ende März auf 31,212,265 Ende April gestiegen. Der Notenumlauf von 243,864,354 Ende März auf 241,621,579 Ende April gefallen. In er­sterer Hinsicht würde die Banklage um 98,269 Gulden, in letzterer um 2,242,775 Gulden, zusammen um 2,341,044 Gulden gebessert erscheinen. Dagegen hat sie sich verschlim­mert durch Zunahme von 3proc. Kassen - Anweisungen um 1,899,040 Gulden, Vermehrung der Vorschüsse aus Staats- Papiere 3,731,000 Gulden. Die Zunahme der Kassenanwei­sungen erklärt sich dadurch, daß, nach der geringen Vermeh- rnng des Silbers zu schließen, die Beträge für die sardinische Entschädigung und das 4'/2proc. Anleihen in Papier bezahlt wurde, die Vermehrung der Vorschüsse auf Staatspapiere aber aus Den Anstrengungen, welche gemacht wurden, Die Kourse an Der Börse zu halten. Der Rechenschaftsbericht des Jahres 1849 Der wiener Sparkasse weist nach, daß in Diesem Jahre von 73,654 Parteien 6,190,800 Fl. eingelegt und von 59,648 248,663 Fl. zurückgezogen worden sind. Der Gesammtbetrag Der Einlagen zählte Ende Dezember 1849 in 1 15,587 Per­sonen mit 26,281,754 Fl. In Preßburg wurden 42 Perso­nen verhaftet, welche an einer Verschwörung von Handwerks­lehrjungen zur Erneuerung Der Juden-Verfolgungcn Theil ge­nommen haben. (D. R.)

Dänemark.

Kopenhagen, 2. Mai. Kammerhcrr Rccdtz ist gestern von Berliit und Syndikus Prehn aus Kiel hier angekommen. Flyveposten meint, daß die Unterhandlungen ^um Mindesten für Den Augenblick abgebrochen schienen, nachdem Preußen sein Ultimatum über einen Separatfrieden mit Dänemark für sich und das übrige Deutschland übergeben habe. (Wcs.-Z.)

. Frankreich.

Paris, 2. Mai. Die Regierung hat so eben eine te­legraphische Depesche erhalten, welche Den Sieg der Socia­listen im Saone- und Loire-Departement mit einer Mehrheit von 18,000 Stimmen anzeigt. Heute um 1 Uhr hat sich Die Kommission zur Reform des Wahlgesetzes im Ministerium des Innern versammelt. Die volle Bedeutung Der von dem Minister des Innern ernannten Kommission zur Reform des Wahlgesetzes tritt dadurch hervor, daß die ernannten 17 Mit­glieder Präsidenten der Partei des Staatsrathsgebäudes, der Rivoli- und Rlchelieustraße sind. Es finden sich darunter 6 Legitimisten: Benoist d'Azy, Berryer, Beugnot, ce Seze, General St. Priest und Vatismenil; 1 Mitglied der katho­lischen Partei: Montalembert; 5 Altkonservative: Broglie, Daru, Molë, Montebello, Thiers, Piscatory; 4 dynastische Oppositionsglieder: Buffet, Chasseloup - Laubat, Leon Faucher und Jules De Lasteyrie. In Der heutigen Sitzung, welcher der Minister Baroche präsidirte, kamen folgende neue Einfüh­rungen zur Sprache: Zwei Jahre Aufenthalt oder für Ar­beiter, Bediente, Soldaten zwei Jahre Dienstzeit bei demsel­ben Meister, derselben Herrschaft und in Der nämlichen Gar­nison ;. Verbot der Veröffentlichung der Armee-Abstimmung. Definitiv ist noch nichts beschlossen, doch dürfte binnen kürze­ster Frist ein Entwurf an Die Nationalversammlung gelangen.

_ Hr. Thiers, der aus Gesundheitsrücksichten eine Reise nach Italien unternehmen wollte, hat dieselbe in Berücksichti­gung der ernsten Lage der Dinge verschoben.

Auf Der heutigen Tagesordnung der Legislativen stand eine außerordentliche Kreditforderung von 2,629,900 Fr. zur Deckung Der Kosten für das französische Expeditionskorps in Italien während Der ersten sechs Monate des Jahres 1850. Die römische Frage, welche schon so oft den Zunder der Zwie­tracht in die Versammlung geworfen, verfehlte auch diesmal