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halb dieses Gesetz noch einmal durch die Erörterung der andern Kammer wandern.
Ansbach, 25. April. Das Jntelligenzbicitt für Mittelfranken enthält folgende Bekanntmachung: Nach Inhalt des in Schweinfurt erscheinenden Blattes „Der fränkische Turner" besteht zwischen den Turnvereinen der drei fränkischen Kreise, namentlich unter den Vereinen zu Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach, Bamberg, Würzburg, Schweinfurt, Lichtenfels, Kitzingen, Lohr und Arnstein eine nähere Verbindung, indem sich dieselben unter dem Namen „fränkischer Turnerbunv" und unter Vorortschaft der Schweinfurter Turngemeinde zu einem gegliederten Ganzen vereinigt haben. Da der Turnverein in Schwabach gemäß §. 1 seiner Statuten auch politische Zwecke verfolgt, und da auch die übrigen Gemeinden des fränkischen Turnerbundes nach Inhalt ihres in Schweinfurt hcrauökom- menden Organes öffentliche Angelegenheiten in den Bereich ihrer Verhandlungen ziehen, so hat der Stadtmagrstrat in Schwabach unterm 13. d. M. den dortigen Turnverein auf den Grund der Art. 13, 17 und 19 Nr. 4 des Gesetzes vom 26. Februar d. J. — die Versammlungen und Vereine betr. — geschloffen und den Mitgliedern desselben unter Androhung der im Art. 22 festgesetzten Strafen jede fernere Versammlung, so wie das Tragen besonderer Erkennungs-, resp. Turnzeichen untersagt. Sämmtliche Distriktspolizeibehörden werden hiervon mit dem Auftrage in Kenntniß gesetzt, den Beschluß des Magistrates Schwabach gegen alle dem fränkischen Turnerbunde angehörigen Turnvereine gleichmäßig in Anwendung zu bringen. Ansbach, den 22. April 1850. Königl. Regierung in Mittelfranken, Kammer des Innern.
Niederlande.
Haag, 26. April. Die zweite Kammer der Generalstaaten hat heute die ihr abverlangte Zustimmung zu der Vermählung der Prinzessin Louise mit dem Kronprinzen von Schweden einmüthig ertheilt.
Frankreich.
Paris, 26. April. Herr Failly brachte in der heutigen Sitzung der gesetzgebenden Versammlung einen Gesetzvorschlag über die Abgeordnetenwahlen ein, dahin gehend: daß im Falle von Erledigungen diejenigen Wahlkollegien, welche Ernennungen vorzunehmen haben, sich je am zweiten Sonntag des April versammeln; ausgenommen sind die Ersatzwahlen für Doppelernennungen. Die Versammlung setzt die Berathung des Budgets fort.
Paris, 27. April. Der Abg. Moulin legt der gesetzgebenden Versammlung den Kommissionsbericht über den Antrag auf die Organisation des Rekrutirungswesenö vor, welcher auf Annahme des Antrags schließt. Der Abg. Laboulie reicht den Bericht der Kommission über den Gesetzentwurf, die Ernennung und Abberufung der Maires und ihrer Beigeordneten betreffend, ein; er geht auf Ablehnung sowohl des Entwurfes als der Abänderungsanträge. Die Versammlung beginnt die Berathung des Budgets des Kriegsministeriums. Hr. Matthieu (Drome) hält ein Heer von 400,000 Mann für überflüssig. General Grammont glaubt, das sicherste Mittel, die öffentliche Ruhe zu erhalten und zugleich eine Verminderung des Heeres erzielen zu können, sei, den Sitz der Regierung von Paris nach einem andern Ort zu verlegen, unter Leute, die noch wissen, was Achtung vor der Regierung sei. Der Kriegsminister d'Hautpoul beeilt sich, gegen eine fernere Aeußerung des Generals Grammont: „daß die Versammlung vielleicht unseliger Weise gezwungen sein werde, über die Frage zu berathen" , in folgenden Worten zu Protestiren : „Die Regierung kann die Verlegung der Versammlung an irgend einen andern Ort nicht annehmen. Sie hat Vertrauen auf die Gesinnung der Pariser. Wir werden das Ergebniß der Wahlen mit Vertrauen abwarten und jedenfalls den frei ausgedrückten Nationalwillen in Ehren halten." Eine vom Obersten Charras vorgeschlagene Reduktion eines Postens des Kriegsbudgets, die indirekt den General Chargarnier be
traf, wird mit 432 Stimmen gegen 152 verworfen. Ein Amendement von Charras, die für die Stäbe der General- officiere bestimmten Summen um 14,290 Frs. zu reduciren, wird verworfen. Charras führte bei dieser Gelegenheit einige Seitenhiebe gegen den zahlreichen Generalstab des Präsidenten der Republik, der in einem demokratischen Staate trotz seiner wesentlich civilen Funktionen mit militärischem Prunke sich umgeben, der ohne Chef der Nationalgarbe zu sein, doch die Uniform eines solchen trage. Der Antrag, die mobile Gendarmerie um ein neues Bataillon von 1200 Mann zu vermehren, ward angenommen.
— So eben wird folgende Erklärung des Hrn. Ferdinand Foy an allen Straßenecken angeschlagen: „Ich kann nicht begreifen, wie hie und da noch ein Zweifel an meinem Verzichte bestehen mag, nach den Erklärungen, ich zu zweien Malen der „Wahlunion" abgegeben. Ich wiederhole hier diese Erklärungen in der förmlichsten Weise, und ich werde, wie alle Männer der Ordnung, am 28. April für Hrn. Leclerc stimmen. Paris, 27. April. Gez. F. Foy." — Sämmtliche socialistische Wahlklubs in der Bannmeile von Paris sind auf Befehl des Ministers des Innern geschlossen worden. — Die gestrige Nummer des socialistischen „Voix du Peuple" ist wegen eines aufreizenden Artikels „die Organisation des Hungers" mit Beschlag belegt und eine gerichtliche Verfolgung gegen den Geranten eingeleitet worden.
Spanien.
Madrid, 22. April. Der König erklärte gestern der Königin sehr entschieden, wenn sie nicht sofort ihre Minister entließe, würde er sich von Madrid entfernen und auch nicht zu ihrer Entbindung sich einsinden, da er es nicht länger ertragen könne, die Krone als Spielzeug des Ministeriums zu sehen. Die Königin lehnte dieses Begehren ab und theilte ihren Entschluß dem General Narvacz mit. Dieser hielt um Mitternacht einen Ministerrath und besetzte des Königs Schloß am Morgen mit Hellebardieren. Der König ist gefangen in seiner eigenen Wohnung. Man sagt, er solle nach Segovia gebracht werden. Nachschrift vom 23. April. Der König hat nachgegeben. Das Ministerium bleibt.
* Kassel, 1. Mai. Gestern hat man aus dem s. g. Lac zu Wilhelmshöhe ein ertrunkenes Frauenzimmer gezogen. Ihre Oberkleider lagen eine Strecke entfernt am Ufer. Man vermuthet Selbstmord.
Ernennungen re.
Der Revisor Sohl bei der General-Direktion für den Bau der Staats-Eisenbahnen wurde zum Steuerrevisor bei dem Ober-Steuerkollegium provisorisch ernannt;
der Arzt und Geburtshelfer Dr. Friedrich Menz zu Fulda provisorisch zum Physikus für das Justizamt I. zu Fulda, — und der seitherige Landgerichts-Wundarzt Vr. Damian Gustav Adelmann zu Fulda zugleich zum Physikus für die Justiz- ämter II. und III. bestellt; auch
dem Kandidaten der Thierheilkunde, David Docter aus Ebsdorf die Praxis als Thierarzt lr Klasse, mit dem Wohnsitze in Lichtenan gestattet.
Vorsennachrichten
Frankfurt, 29. April. 5pCt. Metall.: Papier 78'/,, Geld 77'/,.
4%p@t.: Pap. 69'/,, G. 68'/,. Bankaktien: Papier 1085, G. 1080. 500 fl. Voofe: Pap. 143, 65.14272. 250 fl. Voofe: Pap. 92, G. 91'/,. Bad. 35 fl. Voofe: Pap. 3t'/„G. 31'/8. Hess. 40 Thlr. poese: Pap. 32'/,. G. 32%. Großherz. Hess. 50 fl. Voofe: Pap. 72'/,, G. 72. Poln. 500 fl. Voofe: Pap. 81%, 65. 81. Frdr.-Wilh.-Nordb.: Pap. 42%, G. 42. Berbach: Pap. 80'/2, G. 80. Köln - Minden : Pap. 943/4, G. 94'/.. 3pCt. inländ. Span.: Pap. 29%, ®. 29%. 4%p6t. Wärt.: Pap. 96'/,, G. 95%. 5pCt. Bad.: Pap. 100%, G. 99%. 5p$t. Nass.: Pap. 102%, 65.101%. 47^01. Belg.: Pap. 91%, G. 917v
Kurfürstliches Hoftheater.
Mittwoch, 1. Mai. Abonnement suspendu. Zum Vortheile der Pen- sionsanstalt des Hostheaters: Faust. Große Oper in 2 Aus;, von Bernard. Musik von V. Äpohr.
Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. — Truck von Friedr. Scheel in Kassel.