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denn, „daß die revolutionäre Partei Frankreichs in der aller­nächsten Zukunft in Strasburg losbrechen wird." Nicht bes­ser/ wobs noch gefahrdrohender erschienen ihm Cie Dinge, die in der Schweiz sich vorbereiten. Dazu erklärte er außer je­dem Zweifel, daß die Leiter der neuen Erhebung in Frank­reich und in der Schweiz mit den daheimgebliebenen Wüh­lern in Baren und in unserer Pfalz in ununterbrochener Ver- bindung standen. Die Regierung wisse dieß Alles ganz ge­nau, sie kenne die drohende Gefahr sehr gut, und gleichwohl wolle man sie nöthigen, die unerläßlichste und dringlichste aller gebotenen Maßregeln aufzugeben, nämlich die Herrschaft des Martialgesetzes in der Pfalz? (D. A. Z.)

München, 25. April. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer beantwortete der Kultusminister, Dr. Rin­gelmann, eine Interpellation des Abg. Dr. Rubner, die Ver­hältnisse der deutsch-katholischen Gemeinden betreffend. Aus dieser Antwort geht hervor, daß die Regierung keinen Anstand genommen habe, verschiedenen deutsch-katholischen oder freien kirchlichen Gemeinden, nachdem sie den gesetzlichen Anforderun­gen nachgekommen waren, die Anerkennung zu ertheilen, daß aber dann, als sehr häufige Klagen über das maßlose Andrän­gen dieser Gemeinden, um Proselyten zu machen, an das Mi­nisterium gelangten, dieses das öffentliche Austreten der Prediger der freien oder deutsch-katholischen Gemeinden in solchen Or­ten, wo sich noch keine solche Gemeinden förmlich konstituirt haben, untersagte, und zugleich die Unterbchörben beauftragte, das Streben solcher Gemeinden genau zu überwachen, da verschiedene Anzeigen vorhanden waren, daß von einzelnen Gemeinden oder deren Predigern die Religion nur als Deck­mantel politischer, demokratisch-socialer Bestrebungen benutzt worden sei. Was die Durchführung der Bestimmungen der deutschen Grundrechte bezüglich der religiösen und kirchlichen Verhältnisse betreffe, welche das Ministerium zugesagt habe, so werde derselben bei der Revision des Reli­gionsedikts volle Rechnung getragen werden. Diese Revision, als Schlußstein der vorgcnommenen Revision der Verfassung, beschäftige seit 4 Wochen das Ministerium und werde baldigst an die Kammer gelangen, so daß man sich noch kurze Zeit hierüber gedulden möge.

Oesterreich.

Wien, 24. April. Fortwährend sind Journale und Unterhaltungen mit dem Dekret über die Kirchenangelegenheit erfüllt, man hört von zahlreichen Abfällen zur protestantischen Kirche und in Gratz, wo die Jesuiten installirt wurden, von Auswanderung in größerem Maßstabe. Die Czcchcn sind des Jubels voll, die Fahne der Hussiten, welche von ihren Führern als die rollende betrachtet wird, hat durch ihre Feinde eine nie geahnte Kraft erhalten. Die Fabrikanten und Arbeiter in Böhmen und Wien fürchten die Einsetzung neuer Feiertage. — Unangenehmen Eindruck macht hier der in den weitverbreiteten Cirkulären eines der ersten englischen Häuser (Suse u. Sibeth) ausgesprochene Entschluß, bei den gegenwärtigen Zuständen Oesterreichs gar keine Wechsel auf Oesterreich aussteUen zu wollen, weil ein Theil des Kapitals gefährdet würde. — Ueber die Gerüchte von neuen Anleihen sagt der Wanderer: „Nach einem vielverbreiteten Gerüchte soll es bei dieser Anleihe für die Lombardei und Venedig nicht sein Bewenden haben, sondern es soll auf den Vorschlag der Bankkommission die Ausschreibung einer allgemeinen Zwangsanleihe für die ganze Monarchie beschlossen worden sein."

Wien, 24. April. Russische Ordensverleihungen an österreichische Ofsicicre bilden jetzt einen stehenden Artikel in den Wiener Blättern. So groß ist die Zahl der mit solchen Auszeichnungen Bedachten, daß sie fast der Zahl der früher von Haynau zum Strange verurtheilten und zu Pulver und Blei begnadigten Ungarn gleich kommt. Ein Provinzialblatt erinnert bei Gelegenheit der Verleihung eines brillantenge- schmückten Ehrenkreuzes an Haynau an das bekannte Wort Diderots: „Früher hing man die M.. ans Kreuz, jetzt hängt man bas Kreuz an bie M.." Die unabhängigen Wiener Blätter „Wanderer" und „Ostdeutsche Post" sprechen sich sehr ausführlich und entschieden gegen die neueste kirchliche Verord­

nung aus. Auch wir fürchten, das Ministerium hat dadurch einen Schritt gethan, der Oesterreich schwere Kämpfe kosten wird. Noch hat der Staat die nationalen Wirren nicht über­wunden, unb schon ist der Keim zu kirchlichen Wirren gelegt. Welcher Zukunft geht Oesterreich entgegen, wenn sich beide vermählen sollen?

Wien, 25. April. Die heutige Wiener Zeitung bringt den Vortrag des Unterrichtsministers bezüglich "des Einflusses der Kirche auf den Unterricht; es ist ein solcher nur für Die theologische Ausbilbung anerkannt. Im Gasthofe „Zum blauen Stern", der in Der Wiener Bewegung eine historische Rolle spielt, weil dort Die Märztage von 1848 vorbereitet wurden, hat man, wie die kriegsrechtliche Bekanntmachung sagt, eine Gesellschaft Uebelgesinnter aufgehoben und sie zu verschiedenen Strafen verurtheilt. — Man hatte bisher den Ausdruck „Han- delsjuden" wohl ziemlich häufig gebraucht; die Behörden in Ungarn haben eine neue Bezeichnung gefunden: wir lesen heute „Dicbsjuben" steckbrieflich verfolgt. — Nikolaus Wesse- lënyi, einer rer bedeutendsten Männer Ungarns, Der jedoch an der letzten Revolution keinen Antheil nahm, sondern außer Land ging, ist gestorben. — Dem Dr. Smetana ist von dem Konsistorium Der Befehl zugegangen, wieder zu Der katholischen Kirche zurückzukehren, widrigenfalls über ihn die Kirchenstrafen verhängt werben sollen. — In Den Buchhandlungen werben alle „rationalistischen Bücher" konfiscirt, bas sinv also alle, Die Vernuft prebigen, — meint Die „Presse."

Merkwürvig ist bas Schreiben mehrer Bürger von Eger, an Die Rebaktion Der „Presse" gerichtet, um „bas Treiben Der ultramontanen Finsterlinge" zur Oeffentlichkeit zu bringen und Die allgemeine Entrüstung darüber auszusprechen. Beicht­stuhl und Kanzel, heißt es, werden auch dort mißbraucht, an­statt Liebe Haß zu säen, allen nichtkatholischen Christen wird in Der Kirche Die Seligkeit abgebrochen, Die Konstitution als Die Quelle künftiger Revolutionen bezeichnet, Der Reichstag eine Versammlung von Affen genannt, unb Die Liberalen mit den Juden verglichen, Die Christum gekreuzigt hätten, denn diese Juden seien auch radikal gewesen ; Gott thue keine Wun­der mehr, weil Die Menschheit zu schlecht sei. „Christus habe nur darum nicht alle Juden bekehrt, damit nicht die Ungläu­bigen behaupten können, es hätte niemals Juden gegeben!" Ja, eine Erzählung wagt man in unserem Jahrhundert von Der Kanzel, in welcher — im Namen des Gottes der ewigen Gnade — verkündet wirb, wie ein Ungläubiger nicht einmal in Die Hölle ausgenommen worben sei, Denn auch Der Teufel glaube an Gott und Die Ungläubigen seien zu schlecht für ihn! — Die Presse berichtet auch über Den traurigen Zustand Der Gerichtspflege und stellt Der feierlichen Einführung Der neuen Gerichtsorganisation durch Den Herrn Justizminister Die seitdem vorgefallene Thatsache entgegen, daß ein Bauer, dem seine Kuh gestohlen wurde, keine Behörde fand, welche sich Der Sache annahm. Der Bauer entdeckte seine Kuh bereits geschlachtet bei einem Abdecker in der Nachbarschaft und wen­dete sich schließlich an Den Gemeindevorstand. Dieser nahm sich auch der Sache an, und nun hat Die Gemeinde, in voller Sitzung den neuen Principien der Oeffentlichkeit und Münd­lichkeit Rechnung tragend, das richterliche Urtheil gefällt, kund gemacht und vollzogen: „Abdecker N. sei schuldig, dem Be­schädigten seine eigene Kuh übzuliefern, und an Die Gemeinde für bei Der Verhandlung konsumirtes Getränk Den Betrag von 2 Fl. C. M. baar zu bezahlen."

Schweiz.

Bern, 25. April. Der Nationalrath hat in seiner heu­tigen Sitzung in namentlicher Abstimmung mit 64 gegen 36 Stimmen Den Art. 1 des Münzgesetzes angenommen, und damit gegen den auf den süddeutschen Münzfuß basirten Schwei­zerfranken und für die Einführung des französischen Münzfu­

ßes entschieden.

Rußland.

Petersburg, 20. April. Der Kaiser hat unterm 7. d. folgendes Handschreiben an Den österreichischen Präsidenten des Ministerraths, Fürsten Felix von Schwarzenberg, gerichtet: „Die beständige Sorgfalt, mit welcher Sie über die Aufrecht-