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Baden, obwohl augenblicklich ohne Armee, fühle sich in seiner völkerrechtlichen Stellung eben so selbstständig und unabhängig, wie irgend ein anderes deutsches Land. Baden werde sich daher weder seine Allianzen noch seine freiere Bewegung innerhalb des ihm zustehenden Rechtes im deutschen Bunde, von wem es auch sei, weder vorschre ben, noch irgendwie behindern lassen! Die Organisation der Landestruppen sei die selbstständige souveräne Aufgabe des Großherzogs von Baden; darin sei er eben so unbeschränkt wie der Kaiser von Oesterreich. Die Pläne Württembergs und Baierns, von denen man in Baden mit Recht voraussepe, daß sie eben nicht Badens Rechte und Selbstständigkeit in gleichem Maße zu vertheidigen gedächten, wie ihre eigenen Prätensionen auf eine ganz unstatthafte höhere Rolle in Südveutschlanv, müßten Baden nur noch mehr dazu bestimmen, im Verein mit der Mehrzahl der deutschen Regenten sich Preußen anzuschlicßcn, der einzigen Macht in Deutschland, welche sich auch in der Stunde der Noth bewährt habe." Von dieser Entgegnung hat Herr Philippsberg aus sehr begreiflichen Gründen nicht officiellen Gebrauch machen wollen, wie er in der Audienz sagte, aus Höflichkeit!! Worauf aber der Minister die ausdrückliche Forderunng an ihn richtete, diese Erklärung als ofsicielle Antwort auf die officiellen Eröffnungen des wiener Kabinets in der vorliegenden Frage seinem Kabinct zu übermitteln. (H.N.)
Oesterreich
Wien, 25. April. Heute wurde das Gesetz zur Regu- lirung der kirchlichen Einflußnahme auf den Unterricht publi- cirt. Volksschulen wurden Vorbehalten.
— Der „Wanderer" schreibt: Das ungarische Memorandum hat, wie man der D. Z. a. B. niittheilt, bei einigen Gliedern der Regierung heftige Mißbilligung, bei einigen hingegen Fürsprache gefunden. Es scheint, daß einige der Unterzeichner jenes Aktenstückes mehre hochgestellte Staatsmänner von ihrem Vorhaben in Kenntniß gesetzt haben. Ob ein Ministerrath über diese Angelegenheit Statt gefunden hat, können wir nicht bestimmen, jedenfalls aber dürfen wir versichern, daß Personen, welche bisher an der Politik des Tages nicht Theil genommen haben, und beim Hofe nicht ohne Einfluß sind, bei dieser Gelegenheit zu brechen und als Vertreter der in diesem Aktenstücke ausgesprochenen Meinungen aufzutreten gedenken. Wie es scheint, handelt es sich nicht bloß um Geltendmachung der in jener Erklärung des magyarischen Adels enthaltenen Bemerkungen, sondern auch um einen letzten Sturm auf jene ccntralistischen Reformen, durch welche jedes Ue- berbleibstl feudaler Institutionen für immer vernichtet wurde.
Dänemark.
Kopenhagen, 20. April. Das Urtheil des Kriegsgerichts wegen der Eckernförder Sache wird jetzt mit den Milderungen des Königs veröffentlicht. Kapitän Joh. A. Meyer ist sreigksprochen; der Kommandeur des Geschwaders H. G. Garde ist wegen Ertheilung seines Befehles in zu unbestimmten Ausdrücken zu 2 Monaten Festungsarrest zweiten Grades (gemildert vom Könige in 6 Wochen ersten Grades), Kommandeur-Kapitän F. Ä. Paludan, wegen Versäumung eines Protokolles und einiger anerkannter Kriegsregeln, wobei das Gericht seinem Muthe und seiner Energie volle Gerechtigkeit widerfahren läßt, zu 4 Monaten Festungsarrest zweiten Grades (gemildert vom Könige in 3 Monate ersten Grades) ver- urtheilt.
Kopenhagen, 25. April. Dr. C. M. Poulsen, ein Abgeordneter aus Jüllanv, stellte gestern im Volksthing folgende Interpellation: „Sind die angekommenen holsteinischen Abgesandten hier im Auftrage der Mitglieder der Statthalterschaft oder als Privatleute, und will die dänische Regierung sich mit ihnen in irgend eine Verhandlung einlassen?" Der Präsident des Staatöraths antwortete: „Die hier von Hol-" stein cingetroffenen Männer haben schriftlich erklärt, keine Abgesandte von der Statthalterschaft zu sein, und sind überhaupt mit keinem Mandat von irgend einer Autorität oder Korporation in Holstein aufgetreten. Es liegt in der Natur der
Sache, daß die Negierung sich mit diesen Privatmännern in keine ofsicielle Verhandlung einlassen kann. Aber eben so wie im klebrigen die Regierung sich berechtigt glaubt, die Anwesenheit vieler Männer als einen Beweis zu betrachten, daß ein nicht geringer Theil derjenigen Unterthanen Sr. Majestät in den Herzogthümern, die in ein unglückliches Verhältniß zu ihm zu stehen gekommen sind, den aufrichtigen Wunsch nähren, das Werk des Friedens und der Versöhnung zu fördern, so kann auch die Rrgierung nicht die Verantwortlichkeit auf sich nehmen, die Versuche abzuwciscn, welche zu einer Annäherung gemacht werden." Grunvlvig knüpft hieran die Frage, ob das Ministerium überhaupt auf irgend einer andern Basis als der vollständigen Trennung Schleswigs von Holstein unterhandeln wolle? Der Präsident des Staatsraths antwortete: „Es sei eine Sclbftfolge, daß die Regierung nur auf der Basis der Konvention vom 10. Juli 1849 unterhandeln könne." (H. Z.)
, Frankreich.
Parts, 25. April. Der „Moniteur" bringt zahlreiche Beförderungen in der Ehrenlegion. Unter den Motiven mehrerer findet lieh auch: „für Wunden, die man am 24. Febr. erhalten." — In der heutigen Legislativen wurde der Kredit von 150,000 Fr. für die Opfer von Angers einstimmig bewilligt. Herr v. Larochejaquelin protestirte bei dieser Gelegenheit geg n die Beschuldigungen, die man wider die Re- präsentanlen erhoben habe, welche vorgeschlagen hatten, die zur Feier dcü Jahrestages der Proklamation der Republik bestimmten 200,000 Fr. zum Besten jener Familien zu verwenden. Er habe diesem Vorschläge keine feindselige Kundgebung gegen die gegenwärtige RegierungSform zu Grunde gelegen, wie fälschlich behauptet worden sei. Die Kommission für das Mairegesetz hat sich wider das Projekt und alle dazu gestellten Amendements erklärt. — Der Kassationshof hat eben ein Urtheil gefällt, kraft dessen der Journalverkauf in Boutiquen ebenfalls von Buchhändlerbrevets abhängig gemacht wird. — Schlnßkurse: 3 pCt. 55, 45. 5 pCt. 89, 20.
Italien.
Florenz, 20. April. Die toskanisch-englische Differenz ist der Vermittelung Frankreichs übertragen worden.
Turin, 22. April. Auf Befehl des Ministeriums ist gestern das Circular, welches der Erzbischof an die Diöcesen- Pfarrer erließ, und worin gegen die Ausübung des Siccarvi- schen Gesetzes feierlich remonstrirt wird, sequestrirt worden. General Chrzanowski hat seine Demission erhalten.
Die Mailänder Zeitung vom 19. April enthält das Ausschreiben der lombardisch-venezianischen Anleihe von 120 Millionen österreichischer Lire. Das Aktenstück ist dd. Verona 16. April und vom Grafen Radetzky unterzeichnet.
* Kassel, 29. April. Heute Abend gibt der Cäcilienverein, von mehreren anderen Gesangvereinen unterstützt, im Oestreichschen Saale eine musikalische Abendunterhaltung. Außer einem Nonett von Spobr werden die Psalmen 2, 22, 43 von Mendelssohn und Psalm 130 von Spohr, für Doppelchor und Solostimmen komponirt, zur Aufführung kommen. Am Eingänge werden freiwillige Gaben nun Besten des Frauenvereins für Armen - und Krankenpflege erbeten werden. Anfang 6 7, Uhr.
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8 rauf flirt, 27. April. 5pGt. Metall.: Papier 78 74, Meld 78. 472pGt.; Pap. 69'4, G. 69. Bankaktien: Papier 1090, G. 1085. 500 fl. Soofc : Pap. 143'/-, G. 143. 250 fl. Keese; Pap. 92 72, G. 92.
Bad. 35 fl. Veofe: Pap. 31'/2, 6). 31 ’/4. Hess. 40 Xplr. Keese: Pap. 325/8. y. 327g. Groß Herz. Hess. 50 ff. Keese: Pap. 72'/r, G. 72. Pol». 500 fl. Keese: Pap. 81, G. 80y4. Frdr.-Wilh.-Nordb.: Pap. 42, G. 4P/4. Bexbach: Pap. 80'/,, G. 80. Köln-Minden: Pap. 94y4, G. 94'/4. 3pßt. inländ. Span.: Pap. 29 72, G. 29'/«. 4'/,pCt. Wart.: Pap. 96'/«, (». 9574. 5pCt. Bad.: Pap. l00'/«, <6.997«. 5pCt. Nass.: Pap. k0274, 10iy4. 47apSt. Belg.: Pap. 9172, G. 91.______________________ Druckfehler. In Nr. 195 dieser Zeitung, S. 788, Sp. l, Z. 22 v. e. sind nach „Zusage» die Worte ausgelassen: „durch den Borbebalt eines zuvor zu erlassenden Gesetzes gegen Preßvergehen».
Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. — Truck von Friedr. Scheel in Kassel.