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wir Nachstehendes: Zur Berichtigung der in den öffentlichen Blättern enthaltenen verschiedenen Nachrichten über die Unterbrechung, welche die Reise des Herzogs Wilhelm von Württemberg in Magdeburg erlitten hat, kann aus zuverlässiger Quelle bemerkt werden, daß der Herzog als unbekannter Reisender durch Skizzirung einiger hervorstehender Bauwerke in Magdeburg zu einem Verdachte Anlaß gegeben, der nach den bestehenden Gesetzen eine Verhaftung zur Folge hatte. Sobald aber die Rekognoscirung seiner Person erfolgt und die Unversänglichkeit seiner Handlungen dargcthan war, ist ihm ungesäumt die. Fortsetzung seiner Reise gestattet worden. — Durch Allerhöchste Ordre vom 4. d. M. ist das Gouvernement von Berlin als Behörde aufgehoben und sind die Be- fugnisse des Gouverneurs zum Theil dem Oberbefehlshaber in den Marken, General v. Wrangel, und im Ucbrigeu dem Kommandanten von Berlin übertragen worden. — Mit Bezug auf die Meldung über den Ausbruch der Cholera in Halberstadt bemerken wir^ daß auch von anderen Orten her dann und wann über Cholerafälle berichtet wird. So unter Andern über zwei Fälle in Breslau aus dem Februar und über einen aus Bulchau, ohlauer Kreises, aus demselben Monate. Es wird jedoch ausdrücklich hinzugefügt, daß diese Fälle ganz vereinzelt dastehen.
In einer am 18. April in Berlin zwischen dem preußischen Bevollmächtigten Hrn. v. Usedom und dem dänischen Bevollmächtigten über die Friedensfrage gehaltenen Konferenz preußischer Seits ist folgender Endvvrschlag gemacht worden: „Preußen, gestützt aus die Vollmacht der Bundcskommission, schlägt einen einfachen Frieden zwischen Dänemark und Deutschland vor, und ladet alle deutsche Bundesstaaten zum Beitritt desselben in kürzester Frist ein. In Bezug auf die zwischen Dänemark und den Herzogthümern obwaltende Streitfrage behalten sich Vie Parteien ihr betreffendes Recht vor, ebenso Deutschland mit Bezug auf den Bundcsbeschluß vom 17. September 1846." Die Veranlassung zu diesem Vorgehen Preußens liegt darin, daß die Statthalterschaft die Sache jetzt in ihre eigene Hand genommen hat. Da Preußen hiermit aus jeder unmittelbaren Verbindung in Betreff der Lösung der dänisch - schleswigschen Frage getreten ist, so hat sich Hr. v. Usedom bereits nach Erfurt begeben, um dort seinen Sitz im Parlamente einzunehmen. (Spen. Z.)
Dessau, 18. April. (Z. f.N.D.) Gestern ist das vom Vereinigten Landtage beschlossene Gesetz über die Rechtsverhältnisse der Staatsdiener publicirt. Dasselbe geht von dem Grundsätze der Unkündbarkeit aus, behält indeß die Kündi- gungsbefugniß für einzelne Fälle vor. Das Gesetz regelt zugleich das Pensionswesen der Staatsdiener.
Oesterreich.
Der Schwäb. Merkur theilt nach Privatnachrichten aus Wien die vom österreichischen Kabinet für den Frieden mit Dänemark und die Pacifikation der Herzogthümer vorgeschlagenen Grundlagen mit: Die ganze dänische Monarchie soll in den deutschen Bund treten und eine Stimme im Bundesdirektorium' erhalten. Die Herzogthümer verbleiben bei der dänischen Monarchie, auf welche Seitenlinie auch, in Ermangelung direkter Leibeserben, die dänische Krone übergehen mag. Jedoch sollen die Herzogthümer in Betreff ihrer innern Angelegenheiten möglichst selbstständig bleiben. Die dänische Flotte "soll zwar der Heeresmacht des deutschen Bundes beige- zählt werden, aber in gleicher Weise, wie die Kriegsmarine Oesterreichs unter Oesterreich, unter der speciellen Leitung der Krone Dänemark bleiben.
Schweiz.
Bern, 17. April. Das Centralkomits zur Unterstützung sämmtlicher deutschen Flüchtlinge in der Schweiz hat seinen dritten Rechenschaftsbericht für die Zeit vom 4. Januar bis 8. April d. J. veröffentlicht. Es hat eingenommen 18,203 Schw. Fr. und ausgegeben 17,157 Fr. Das Geld stoß aus Deutschland und Amerika. Mit den größten Summen erscheinen das Unterstützungskomitë in Cincinnati, das Komit'^
des Socialreformvercins in Newyork, ferner Frankfurt a. M., Potsdam, Breslau, Berlin. Im März befanden sich noch 1500 Flüchtlinge in der Schweiz und das ^omité fordert dringend zur Einsendung regelmäßiger Beiträge auf. (O.P.Z.)
Italien.
Turin, 13. April. Gestern stimmte die Abgeordnetenkammer über zwei Artikel der neuen Schiffahrtsgesetze ab. Nach einem Amendement des Abg. Revel, welches angenommen wurde, heißt der Hauptartikel des Gesetzes: „Alle Differentialzölle, mögen sie sich auf den Ursprung oder die Fracht zur See beziehen, unter welchem Titel sie immer vom Staat oder den Gemeinden, oder Einzelnen oder moralischen Personen bisher erhoben wurden, sind aufgehoben zu Gunsten aller seefahrenden Völker, welche sich zu gleichem oder zur Entschädigung durch andere Vortheile erbieten."
Ernennungen rc.
Der Titular-Kriegsrath Ludwig Spangenberg, Sck- tionschef im Kriegsministerium, ist zum wirklichen Kriegsrath ernannt worden.
Kekanntmachungen.
[328] Bekanntmachung.
Der Gutsbesitzer Georg von dem Busche-Streit- Horst auf Brummershop hat gegen den Kolon Steding, Nr. 2 zu Pötzen, auf Gewährung der Entschädigung für die ihm an des letzteren Kolonie zugestandenen, durch das Gesetz vom 26. August 1848 aufgehobenen, gutSherrlichen Leistungen, bestehend in
3 Malter Roggen, 3 Malter Gerste, und
3 Malter Hafer, angetragen, und für diese jährliche Lieferung, auf den Grund einer vorgelegten Berechnung, abzüglich von 3 Procent Erhebungskosten und 2 Procent Remission, so wie der Gegenleistung, ein Ablösungskapital von 612 Thlr. 5 Sgr. 10 Hlr. gefordert.
Zur Verhandlung dieser Sache ist Termin auf Dinstag den 4. Juni d. I., Morgens 9 Uhr, vor unterzeichnete Ge- richtsstcUe anberaumt worden , und werden daher in Gemäßheit des §. 88 des Ablösungsgesetzes alle bei ter Auseinandersetzung und beziehungsweise bei der Verfügung über das Ablösungskapital betheiligte dritte Personen aufgefordert, ihre Ansprüche in diesem Verfahren und zwar, wenn sie sich auf die Mitwirkung bei der Auseinandersetzung selbst beziehen, bei Meldung als in deren Resultat einwilligend angesehen zu werden, in dem gedachten Termine, insofern sie aber bei der Verfügung über das Ablösnugskapital in Betracht kommen würden, binnen sechs Monaten vom Tage der ersten Einrückung dieser Aufforderung in die öffentlichen Blätter an, so gewiß anzu- melden und zu begründen, als sonst darauf keine Rücksicht genommen werden wird.
Oldendorf, am 26. März 1850.
Kurfürstlich Hessisches Justizamt das. Colson.
Begl. Schwank.
Repertoire deS Kurfürstlichen HoftheaterS.
Dinstag den 23. April. Othello. Trauerspiel in 5 Aufz. von Shak- spearc. Eingerichtet von 2L-efh
Mittwoch den 24. April. Letztes Abonncments-Konccrt der Mitglieder des Hosorchestcrs. .
Donnerstag den 25. April. Der verwunschene Prinz. schwank in 3 Auf;. von I. von Plötz. — Wilhelm: Hr. de Marchion. — Evchcn; Fräul. Fabricius. Hierauf: DaS Fest der Handwerker. Vaudeville in 1 Aufz. von L. Angely. — Hähnchen: Hr. de Marchion. — Lenchen: Frl. Fabricius.
Sonnabend den 27. April. Die Krondiamanten. Komische Oper in 3 Aufz. von Scribe nach St. Georges. Musik von Auber.
Sonntag den 28. April. Der Weltumsegler wider Willen. Abenteuerliche Posse mit Tänzen und Gesängen in 4 Bildern nach Thèaulon und Dccourcp von Räder. — Ludwig: Fräulein Fabricius.
Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. - Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. - Druck von Friedr. Schcel in Kassel.