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achtung der deutschen Frage niedergesetzte außerordentliche Ausschuß der ersten Kammer hat sich, wie wir vernehmen, nicht für die in der zweiten Kammer genehmigten Anträge entscheiden können, vielmehr den Beschluß gefaßt, diese Ange­legenheit nicht an die Kammer zu bringen.

Das Dresdener Journal sagt, cs dürften die in der Kölnischen Zeitung erwähnten Gerüchte von einem in nächster Zeit in Dresden stattfinken sollenden Fürstenlongresse allen und jeden Grundes entbehren.

Meiningen, 11. April. Unsere Kammerverhandlun- gen sind in vollem Gang, und nehmen oft, mit großer Hef­tigkeit geführt, überraschende und befremdende Wendungen. Der Abg. Oberrechnungsrath Lomlcr stellte gestern den An- trag: daß künftig jeder neu eintretende verantwortliche Mini­ster eine Kaution von 100,000 Fl. zu erlegen gehalten sein sollte." Er ist bereits mehrfach um Begründung seines Antrags angegangen worden.

Frankfurt, 12. April. In der gestrigen Sitzung der gesetzgebenven Versammlung wird die Rückäußerung des Senats auf den Antrag des Abg. Donner, den Anschluß an das Bündniß vom 26. Mai 1849 betr., verlesen, welche im We­sentlichen besagt, der Senat habe es nicht an der Zeit erach­tet, weder bem Bündniß, noch dem vom 27. Februar 1850 zwischen Baiern, Württemberg und Sachsen geschlossenen Bunde beizutrctcn. Das Präsidium trägt darauf an: diese Rückäußerung der früher in derselben Sache bestellten Kom­mission zur Begutachtung und Berichterstattung zu überweisen, was ohne Bemerkung genehmigt wird. Es folgt sodann die Antwort des Senats auf den Antrag von Dr. Souchay, um Vorlegung der auf die Zustimmung zum Interim vom 30. September 1849 bezüglichen Akten, welche erklärt: der Senat habe hierin in seiner Kompetenz gehandelt und kenne seine verfassungsmäßigen Pflichten, ohne daß cr von irgend einer Seite Belehrung darüber erhalte. Das Präsidium schlägt die Uebrrwcisnng an die obige Kommission vor. Dr. Mappes will der Wichtigkeit dieser Antwort wegen eine eigene Kom- wission ernannt wissen. „Wollte Gott, sagt er, der Senat hätte in andern Fällen so entschieden gehandelt, wie hicr in ungeeigneter Weise." Nach langer Diskussion wird der An­trag von Dr. Mappes abgelebt und der Gegenstand an die bereits ernannte Kommission gewiesen. (O.P.A.Z.)

Mainz, 12. April. In einem heute hier eingelaufenen Schreiben zeigt Herr v. Ketteler dem hiesigen Domkapitel an, daß er dem Papste seine Schwäche für das wichtige Amt eines Bischofs dargelegt unb dessen Ermessen anheimgcstcllt habe, ob er ihn geeignet halte, den Stuhl des heiligen Bo- nisacius einzunehmen. Da der apostolische Stuhl ihn unter den drei Vorgcschlagcnen (Propst v. Ketteler, Domkapitular D. Förster und Domkapitular Oehler) anserwählt, so ist diese Erklärung als eine Annahme der Wahl anzuschen.

Karlsruhe, 12. April Nach der neuesten Volkszäh­lung hat das Großherzogthum Baden 1,362,774 Einwohner, über 4700 weniger als bei der letzten Zählung vor 3 Jahren.

Stuttgart, 11. April. Der Staatsanzeiger halt cs für angeme||en, einem Gerüchte, daß der König wegen seines Verhältnisses zu Preußen ein Memorandum an alle Regie- gierungen Europas gerichtet habe, ausdrücklich zu widerspre­chen. Die Vorberatungen der Verfa ssungS-Revisionskcmmis- sion über die Zusammensetzung der künftigen LandcSvertretung sind beendet und sieht man jetzt deßfaUsigen bestimmten An­trägen der Negierung entgegen. (D. Z.)

München, 9. April. Gestern Vormittag hat eine De­putation der Stadt Köln Audienz beim König Ludwig gehabt, und demselben, als Ausdruck des Dankes für seine Betheili­gung am Dombau, ein prachtvolles Album und eine Adresse überreicht.

— Die Speierische Zeitung machte eine Bemerkung über die zahlreichen und entsetzlichen Verbrechen, die jetzt in Ober- baiern begangen würden. Darauf erwidern die,, wie man behaupten will, officiösen Neuesten Nachrichten, wie folgt: „Es ist der ungebänbigte tollkühne Muth , der Kämpfe und Gefahren sucht, es ist der alte Baicrnmuth, seit fast dritte-

halb tausend Jahren von allen Völkern, wie den größten Feld­herren anerkannt, der, im langen Frieden sich selbst verzeh­rend, im Kriege zeigen wird, was es heißt, Baierns Selbst­ständigkeit anzugreifen, fein angestammtes Regentenbaus unterdrücken zu wollen." Die „Neuesten Nachrichten" schlie­ßen sich dabei an die „sehr alten Nachrichten" römischer Schrift- steller an, nach denen, wie Feinde ihnen verwerfen, die ersten römischen Helden Räuber und Spitzbuben gewesen sind.

Oesterreich.

Wien, 9. April. Von officiellen Ereignissen ist außer dem Vortrage des Hrn. v. Schmerling nichts zu berichten, als wieder eine Reihe Verurteilungen aus Pesth, Preßburg und Arad. An diese Verurteilungen, von welchen bei keiner bie Todesstrafe bestätigt wurde, knüpft sich die Befürchtung, daß diese nächstens am Tage der Unabhängigkeitserklärung Ungarns koch an einzelnen Unglücklichen — man bezeichnet unter denselben namentlich Niary, vollzogen werden soll, eine Befürchtung, die hoffentlich nicht bestätigt wird. Einige Ki­sten Schriften der Revolutionsregierung sind dieser Tage in Preßburg gefunden worden, und man erzählt sich, daß viele bisher noch unangefochtene Namen durch diesen Fund kompro- mittirt worden seien, unk bringt mit demselben die zahlreichen Verhaftungen in Zusammenhang, welche eben in Ungarn vor­genommen wurden, so wie die Verweigerung von Pässen an alle biejenigen, bei welchen eine Auswanderung zu vermu­then ist. . (D. R.)

— Mit der Türkei sind die Verbindungen noch nicht wie­der angeknüpft, und wird aus Konstantinopel geschrieben, daß die österreichische Diplomatie im Einverständnisse mit Rußland die Frage in der Schwebe halte. Von dort wird auch ge­meldet, daß die englische Gesandtschaft sehr ketaillirte Berichte über griechisch-slavisch. russische Klubs, welche über die Türkei verbreitet sind, gegeben habe. Die russischen Truppen haben nun wirklich Bcfrbl zum Rückzüge aus ber Wallachei erhalten und mehrere Kmps haben denselben bereits angetreten, bei den außerordentlichen Rüstungen im südlichen Rußland wird jener Rückzug aber nur als eine List betrachtet.

Wien, 11. April. Zu ben Befestigungsarbeiten an der Minciolinie, namentlich Mantua, sink 7 Millionen Guldcn bestimmt worden, und für die Urbarialentschädigu.ngen in Kroatien 8 bis 10 Millionen. — Mit der Steuererhebung geht cs in Ungarn nicht, wie der Finanzminister es wünscht. — Aus Neusatz wird berichtet, daß die Grundstücke wegen Mangel an Arbeitern so billig zur Pacht ausgeboten sind, daß 10 Joch für 10 Fl. W. W. (2 Thir. 20 Sgr.) jähr­licher Pacht gegeben werden. — Das Konst. Blatt aus Böh­men theilt eine Korrcsondenz aus New - Jork mit, nach wel­cher ein dortiges magyarisches Komitè alle Verfügungen ber kaif. Regierung in Ungarn für null und nichtig erklärt.

Frankreich.

Paris, 11. April. Es steht jetzt fest, daß ber 4. Mai, der zweite Jahrestag ter Proklamation ber Republik durch die konstituirende Versammlung, öffentlich gefeiert werden soll. Die Finanzkömmission des Stadtrathes hat bereits für den auf bie Stadt fallenden Theil der Kosten die nöthigen Fonks bewilligt, und die Zuschlagung ber nöthigen Festvorkehrungen soll nächster Tage Statt finden. — Gestern Abend ließ der Präsident der Republik plötzlich eine große Revue her hiesigen Besatzung für heute anbefehlen, wo sie auch wirklich trotz des schlechten Wetters auf dem Marsfelde vor sich ging. Die Zahl der versammelten Truppen wird auf 44,000 Mann ge­schätzt. Man erfährt nicht, daß etwas Besonderes dabei vor- gefallen ist. ES heißt bloß, daß L. Napoleon sehr kalt em­pfangen ward und daß zahlreiche VivatS für die Republik laut wurden. — L. Napoleon und Lamartine sollen jetzt völlig ausgesöhnt fein, und ersterer soll dem letzteren sogar einen hohen diplomatischen Posten angeboten haben. Wie cs heißt, wäre Lamartine nicht abgeneigt, reuseiben anzunehmen. — Daß das gegenwärtige Ministerium sich höchstens bis nach der Aprilwahl halten wird, scheint gewiß zu sein. Als Cl^f des neuen KabiuctS bezeichnet man ben General Ehangarnier. Den Herren Molè, Leon Fancher, Vatismenil, Montalembert