Einzelbild herunterladen
 

592-

Biedermann'sche Interpellation wegen der Münchener Propo- sitionen twin 27. Febrnar 1850 war, wie nicht anders zu er­warten , in der Hauvtsache abermals ausweichend. Es habe allerdings, sagte der Staatsministcr, am 27. Februar d. J. zwischen den Regierungen von Baiern, Sachsen und Würt­temberg eine Uebereinkunft Statt gefunden, um eine auf das deutsche Verfassungswerk bezügliche Vorlage zu machen. Der Text der Uebereinkunft wäre in den öffentlichen Blättern und auch in der Leipziger Zeitung wortgetreu mitgetheilt worden, nur müsse cs in Betreff des Zeitraums, in welchem die Na­tionalvertretung von dem Tag ihrer Auflösung an spätestens wieder einzuberufen sei,sechs Monate" anstattsechs Wo­chen" heißen. Die gemeinsame Vorlage sei Oesterreich und Preußen mitgetheilt worden ; Ersteres habe seinen Beitritt zur Konvention vom 27. Februar formell erklärt, von Preußen sei dagegen noch keine Rückantwort eingegangen. Bei der Eigenschaft noch obschwcbenver Verhandlungen befinde sich die Regierung zwar noch nicht in der Lage, unter Bezugnahme auf §. 2 der Verfassungsurkunde den Kammern die darauf bezüglichen Vorlagen schon jetzt zu machen, sie würden jedoch später erfolgen. Inzwischen werde aber die Regierung die Gelegenheit ergreifen, welche ihr durch mehrere von Seiten des zur Begutachtung der deutschen Verfassungsangelgenheit niedergesetzten außerordentlichen Ausschusses der 1. Kammer erhobene Anfragen geboten sei, um an die Kammer in den nächsten Tagen schon eine vorläufige Mittheilung zu machen. Die officielle Zustimmung zu der Konvention vom 27. Febr. wäre übrigens bereits am 2. März nach München abgcgan- gen. Der Abg. Biedermann erwidert darauf, daß er für jetzt noch abwarten müsse, in wiefern durch die von dem Staatsministerium in Aussicht gestellte Auskunft sich Das er­ledigen werde, was er mit seiner Interpellation beabsichtigt habe. Anlangend indeß den Punkt 2 der Interpellation, ob in einem besonderen Vorbehalte dafür Sorge getragen worden sei, daß die verfassungsmäßige Zustimmung der Kammer ein- geholt werden könne, vermisse er in der Mittheilung des Slaatsnnnisters eine direkte Antwort und wäre es sehr wün- schcnswerth, wenn diese noch gegeben würde. Diese Provo- latioi^ blieb jedoch ohne Erfolg. (D. Allg. 3)

Stuttgart, 22. März. Fürst Gortschakoff ist vorgestern von Frankfurt hierher zurückgekehrt.

München, 23. März. Einen Tag nach dem Eintref­fen der Antwort des wiener KabinctS auf die Collektivnote der drei königlichen Regierungen soll auch die Rückäußerung des berliner Kabinets hier angelangt sein. Daß Hr. V. d. Pfordten bisher nicht auch von ihr den Kammern Mittheilung machte, wird aus der lakonischen Natur derselben erklärt, da sic nichts mchr als eine Empfangsbestätigung und die An­zeige enthalten soll, daß die gedachte Kollektivnote dem Ver- wallungsrathe zugestellt worden sei. (Lith. Nachr.)

Griechenland.

Nach den neuesten Briefen auS Athen vom 12. März hatten daselbst die am 9. vorher dem russischen Geschäftsträger zugekommenen Depeschen des kaiscrl. Hofes großen Eindruck gemacht und das Vertrauen auf die Zukunft wieder erweckt. Hr. Gros war von König Otto empfangen worden, und stu- dirte den Grund oder vielmehr Ungrunv der von dem britti- schen Lord erhobenen Reklamationen. (A. A. Z.)

Mit Befremden muß man sehen, wie ein altcrfahrencr Jurist in Nr. 144 S. 579 der Neuen Hessischen Zeitung nicht Anstand nimmt, aus einer vagen Voraussetzung muthmaßlicher Korrespondenz einen entschiedenen Schluß zu machen. Es wird nur der einfachen Versicherung bedürfen, daß ich zu der Neuen Preußischen Zeitung in keiner andern Beziehung gestanden, als daß ich von Zeit zu Zeit darin gelesen, mir aber die Kasseler Artikel auch als Lektüre fremd sind. Wie nun die er­wähnte Voraussetzung in ihren Folgerungen in ein Nichts zerfällt, so würden es auL die anderweit vorgekommenen gehässigen Bemerkungen über meine wohlbegründete und gesetzliche Neaktivirung, wollte man sich nicht daraus eine Handhabe schaffen, seinem Grolle Luft zu machen, der hier gewiß sehr deplacirt ist. Kassel, 27. März 1850.

. Wachs.

Kekanntmachungen.

Main-Weser-Bahn.

[256] Bekanntmachung.

Die Bahnstrecke der Main-Weser-Bahn von hier bis Mar­burg wird vom 3. k. M. an nach dem unten angefügten Fahrplane befahren werden, welches mit dem Bemerken be­kannt gemacht wird, daß die Fahrpreise von hier bis Marburg: für die 1. Wagenklasse 2 Thlr. 25 Sgr.

- - 2. - 1 , 267, -

- - 3. - 1 - 5'/2 *

- - 4. - - , 28 y2 -

betragen. Kassel, am 26. März 1850.

Kurfürstliche General-Direktion der Staats-Eisenbahn.

Ruhl.

vt. Kleinschmidt, k. A.

Fahrplan

für die Bahnstrecke von Kassel bis Marburg. Im Anschlusse an die Fahrten der Friedrich-Wilhelms- Nordbahn, der Thüringer Bahn und weiter nach Magdeburg, Leipzig und Berlin vom 3. April 1850 bis auf weitere Bestimmung.

Von Kassel nach Marburg.

Namen der Stationen.

II. IV.

Vormittags. NachmittgS.

VI.

NachmittgS.

Kassel . . Abgang

8U. 10 M. 12U.25M.

5U. M.

Guniershausen . . .

8 45 1 ,,

5 30

Gensungen ...»

9 12 1 27

5 56

Wabern.....

9 33 1 48

6 17

Borken.....

9 53 2 8

6 37

Zimmersroce . . ,

10 8 2 23

6 52

Treysa.....

10 37 2 52

7 22

Neustadt.....

10 59 3 14

7 44

Kirchhain ....

11 36 3 54

8 21

Marburg Ankunft 12 4 18 Von Marburg nach Kassel.

8 45

Namcn Der Stationen.

1. 111.

Vormittags. NachmittgS.

V.

NachmittgS.

Marburg . Abgang

411. 30 M. 12U.M.

3 U. 30 M.

Kirchhain . . . .

5 2 12 31

4 2

Neustadt.....

5 36 1 6

4 36

Treysa.....

6 3 1 33

5 3

ZimmerSrode . . .

6 27 1 57

5 27

Borken.....

6 42 2 12

42

Wabern.....

7 7 2 37

6 7

Gensungen . . . .

7 23 2 53

6 23

Guntershausen . . .

7 55 3 25

6 55

Kassel . . . Ankunft 8 20 3 50

7 20

Der Zug I. schließt sich 1) an die Eisenbahnfahrten nach Magdeburg-Leipzig-Wittenberg (woselbst er um 97a Uhr Abends eintrifft), und 2) an den Vormittags von hier nach Karls Hafen abgehenden Zug.

Der Zug II. schließt sich an die Morgcnzügc von Eisenach und Karls Hafen.

Der Zug III. schließt sich an die Eisenbahnfahrten bis nach Berlin, woselbst man am andern Morgen gegen 6 Uhr eintreffen wird.

Der Zug IV. schließt sich an den Abends vorher 10 Uhr von Berlin abgehenden Eisenbahnzug.

Der Zug V. schließt sich an die Eisenbahnfahrten nach Eisenach und den Abendzug nach Karls Hafen.

Der Zug VI. ist ohne Anschluß.

Die Anschlüsse an die Nordbahnzüge in der Richtung nach und von Eisenach finden in G u n t e r s h a u s e n statt.

Verantwortlicher Hcransgcber; Fr. Oetker. Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. Druck von Friedr. Scheel in Kätzel.