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derzogthums Holstein erfolge ; 2) die Anerkennung des Wagen- tillstandvertrags und der Friedenspräliminarien »om 10. Juli 1849; und endlich 3) daß demgemäß Die Ermächtigung an Preußen ertheilt werde, den endgiltigen Frieden im Namen Deutschlands anstatt nach Maßgabe der bekannten Bunves- )e sch lasse, vielmehr auf Grund jener Präliminarien mit Dä­nemark abzuschließen. Das Verlangen war sowohl der Form als dem Inhalte nach ein die gegenwärtige oberste Vertretung Deutschlands beleidigendes, indem was die Form anlangt, ein noch nicht beglaubigter Bevollmächtigter begreiflicher Weise nicht in den Eigenschaften eines solchen auftreten kann. Was aber den Inhalt der bezeichneten Forderungen anlangt, so macht deren Mittheilung jede Erklärung überflüssig. Es muß bervorgehoben werden, daß in der Ausfassung dieses Gegen- üanveö auf beiden Seiten der Bundeskommission vollkommenes Linverständniß herrschte, indem auch die österreichischen Herren Kommissäre, trotz der unausgesetzten diplomatischen Beziehun- ;en ihres Hofes'zu Dänemark, der Kränkung der deutschen Ehre ihre schwierige Stellung zu Rußland hintausetzen. Dem Fürsten Gortschakoff ward daher eröffnet, daß die einmal ge­troffenen Anordnungen nicht abgeandert werden könnten, sein Einbringen aber den Höfen von Berlin und Wien mitgetheilt werden soll. (D. Z.)

Frankfirrt, 18. März. Der von dem Könige von Dänemark als Herzog!. holsteinischer Bevollmächtigter Hieber gesandte Hr. v. Bülow ist gestern plötzlich von hier unver­richteter Sache nach Kopenhagen abgereift, nachdem er erst vor acht Tagen den Gasthof verlassen und eine Privatwohnung bezogen hatte. (D. Z.)

Frankfurt, 19. März. Sicherm Vernehmen nach hat der kaiserl. Öftere. bevollmächtigte Minister bei der freien Stadt Frankfurt, Frbr. v. Mcnshengeu, heute ossiciell dem älteren Hrn. Bürgermeister v. Heyden eine Abschrift der von dem kaiserl. königl. Ministerpräsidenten, Hrn. Fürsten von Schwarzenberg unterm 13. März an die Gesandten von Baiern, Sachsen und Württemberg zu Wien gerichteten und den Vorschlägen in der Münchener Uebercinkunft dieser drei Regierungen vom 27. Februar vollkommen zustimmenden Neue witgethkitt, auch zugleich bei dem Senat die Annahme dieser Vorschläge bevorwortet. Aus dem Schlußsatz jenes Akten­stückes ist zu ersehen, daß das österreichische Kabinet bei Preu­ßen und bei allen übrigen Bundesgenossen mittelst Cirtular- vcpesche vom 14. März denselben Antrag gestellt hat. (O.P.Z.) Karlsruhe, 18. März. Das Resultat der Wahlen für Erfurt liegt vor uns. Jin 1. und 3. Bezirke ist Staats­rath Bekk ernannt, im 2. Bezirke der Fürst von Fürstenberg. Ihnen folgen: Professor Häusser, Justizpräsident Stabcl, Geh. Referendar Weizel, Staatsrath Brunner, Regierungörath Burger, Staatsrath v. Marschall, Fabrikant Dennig, Bür­germeister Speyerer, Geh. Rath Schaaff, Staatsrath Rege- naucr und v. Soiron. Von diesen Wahlen sind 6 nach Vorschrift der Regierung durch die Beamten zu Stande ge­bracht, 7 für die deutsch - konstitutionelle Richtung gewonnen, eine der hohen Aristokratie zugefallen. Die Beamtenwahlen sind theils unbedingt preußisch, theils haben sie einen öster­reichischen oder ultramontanen Anflug, der sich nach den Um­ständen entweder verbergen oder geltend machen wird. Der Vorstand des früheren Ministeriums, Bekk, ist zweimal, Der Vorstand des gegenwärtigen, Klüber, gar nicht, gewählt.

Karlsruhe, 18. März. Die zweite Kammer bat heute zwei Sitzungen gehalten. In der Morgensitzung hat Staats­rath v. Marschall einen Gesetzentwurf über die Errichtung ei­ner Bürgerwehr im Großherzogthum, Staatsrath Stabe! ei­nen Gesetzentwurf zur Abänderung der bürgerlichen Proceß- ordnung und Staatsrath Regenauer eine Vorlage über die Eröffnung eines Kredits von 2 Millionen bei der Amortisa­tionskasse ringebracht; in derselben Sitzung hat die Kammer, den Anträgen der betreffenden Kommissionen entsprechend, den Gesetzentwurf über die Verdoppelung der Erbschafts- und Schenkungsaccise, sowie das provisorische Gesetz vom 14. Juli vorigen Jahres, über das freiwillige Anlehen von 1 Million Fl., einstimmig angenommen resp, nachträglich genehmigt. In

der Nachmittagssitzung wurden mit 55, 52 und 47 Stimmen Die Abg. v. Dusch, Trefurl und Zittel zu Abgeordneten für das Staalenhaus gewählt.

Stuttgart, 18. März. Die Landesversammlung hat heute die Zulassung Siegmund Schotts und also den Weg­fall des §. 148 der Verf.-Urkunde von 1819, nach welchem Vater und Sohn nicht zugleich Mitglieder der Ständcvcr- sammlung sein können, entschieden. Der Minister v. Schlauer trat sodann mit dem Vorschläge auf, die Versammlung wolle zur leichteren Herbeiführung einer Verständigung in Revision der Verfassung, eine Kommission aus ihrer Mitte zu dem Zwecke aufstellen, um in vertraulichen Konferenzen mit Kom­missären der Regierung die bei den Verfassungsänderungen zu Grund zu legenden Principien einer Vorberathung zu unter­werfen. Der Vorschlag ist der Verfassungskommission zur Be­gutachtung überwiesen. Nachdem darauf der Finanzminister einen Gesetzentwurf zur Bewilligung der Steuern für den Rest des Etatsjahrs, sowie einen andern Gesetzentwurf eingc- bracht hatte, welcher den Modus der Ausgabe der von der aufgelösten Versammlung bewilligten 3 Mill. Papiergeld dahin moDiftcirt, daß diese Ausgabe in verzinslichen, auf Den In­haber lautenden und in 3 Abtheilungen letztlich in 7 Jahren cinzulösenden Kassenscheinen beschafft werden soll, begann die sämmtlichen Minister verließen Dabei den Saal die Berathung über Die Erlassung einer Adresse. Der Antrag des Abg. Propst, über Die angeregte Frage Der Berathung und JUberrcichung einer solchen Adresse zur Tagesordnung übcrzugehcn, ward mit allen gegen eine Stimme angenommen. Am Schluß der Sitzung wurden noch Die Verfassungs - und Die Finanzkommission gewählt. Zum Vorstand Der ersteren ist Rödinger ernannt, * (D. Z.)

Oesterreich.

^Wicn , 15. März. Der 13. März ist 'ohne irgendeine Störung der Ruhe vorübcrgegangcn, und obgleich man auf Alles gefaßt war, und durch den Umstand, daß am 11. eine Versammlung junger Exaltuten, theils Studenten und Tech­niker, theils Gewerbsgenossen, in der Vorstadt Margarethen aufgehoben wurde, deren Theilnehmer eine Demonstration durch Bekränzung der Gräber Der sogenannten Märzhelden und Ab­haltung von Reden beabsichtigten, zu vermehrter Wach­samkeit veranlaßt wurde, so ist doch nirgend ein Exceß oder auch nur Die Absicht zu einem solchen weiter vorgckommcn, und weder von militärischer noch von polizeilicher Seite eine in Die Augen fallende Thätigkeit entwickelt worden. Sämmt­lichen Pfarrern war anbefohlcn worden, am 13. keine Leichen­feiern in den Kirchen begehen zu lassen und überhaupt diesen Tag so wenig als nur irgend möglich in Funktion zu treten. Dcr Schmelzer-Kirchhof wurde nur für Leichenbegängnisse offen gehalten und, obgleich nicht völlig gesperrt, doch durch Ver­trauensmänner Dahin getrachtet, Die in der Erwartung einer dennoch Statt findenden Feier sich Versammelnden gütlich zum Heimkehren zu bewegen, was auch ohne Anwendung polizei­licher Beihülfe leicht gelungen ist. Gestern wurde indeß eine Der exaltirtestcn Frauen Wiens, Madame Struntz, die in jeder Hinsicht sich stets überspannt zeigte, bald exklusiv schwarzgelb, Dann wieder ultra radikal war, auch als Präsidentin eines demokratischen Frauenklubbs sich höchst lächerlich machte, in ihrem Wagen bei Dem gedachten Kirchhofe ungehalten, Der ungefüllt mit Blumen und Kränzen war, um auf eigene Hand Den Gebliebenen eine Ovation darzubringen. Wahrscheinlich ist sie jedoch nicht förmlich arretirt worden, da lie keineswegs gefährlich ist.

Graf Lerchenfeld geht ^eute nach Berlin, nachdem er, wie cs heißt, die Unterschrift wegen Der Zustimmung zu dem omi­nösen Königsbündnisse erreicht und selbst das Protokoll voll­zogen hat. In den Zollvereiniguugs - Unterhandlungen ist noch kein Annahern zu bemerken und werden unsere Ansichten so schroff und unabänderlich festgchalten, daß an eine Ver­ständigung mit Preußen wohl nicht zu denken ist. Der Geh. Rath Delbrück weilt zwar noch hier, aber so wenig auch über seine Besprechungen mit Den Ministern verlautet, so geht doch aus Allem hervor, daß man in Der Verlegenheit, eine sichere