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Uche Lösung denken, sich dem Mohl'schen Entwurf nicht zu- weudcu können.

München, 14. März. Die Gerichtsverhandlung gegen die Mörder deö Prof. Schwarz wurde heute Nachts 10 Uhr so eben zu Ende gebracht, unter nicht vermindertem Zudrang des Publikums. Nachdem das Plaidoyer den ganzen Tag in Anspruch genommen, erfolgte vor einer Stunde der Wahr­spruch der Geschwornen durch ihren Obmann gegen Joseph Stopfer: „Ja, der Angeklagte ist schuldig den qualificirten Mord an dem Kanonikus Schwarz, zwar ohne Vorbedacht, aber mit Ueberlegung ausgeführt zu haben;" gegen Ludwig Dantinger: „Ja, der Angeklagte ist schuldig verabredeter Ma­ßen solche Hülfe dabei geleistet zu haben, ohne deren Anwen­dung die Ermordung nicht möglich gewesen wäre." Beide Angeschuldigte wurden hiernach durch den Spruch des Ge­richtshofs auf Antrag des Staatsanwalts zum Tode vcrur- theilt. Stopfer, stets berechnend , behielt sich auf die Frage des Präsidenten seine weitere Erklärung hierüber vor; aber Dantinger — und es war ein erschütternder Moment in dem feierlich-stillen hellerleuchtcten hohen Saale — ging von der Estrade berab gegen die Geschwornen und, indem die Kniee ihm brachen, sprach er zu Boden gesunken, mit kleinlauter Stimme gegen sie hin: „Ja, mir ist recht geschehen, ich bin der Mörder, und bitte nur um rasche Vollziehung, um keine Gnade." Ludwig Dantinger hatte im Laufe der Verhand­lung wie der Untersuchung nur ein auf Späheftehen beschränk­tes Geständniß der Mitwirkung bei der grausamen That, das mehr darauf zielte, die Wahrheit darüber zu verhüllen, ab­gelegt. (A. 3 )

Oesterreich.

Wien, 12. März. Außer Dou Carlos hat nun auch Cabrera seinen Wohnsitz in Triest aufgeschlagen. — Die drei Kinder Kossuths sind von Preßburg entfernt und ihrer Groß­mutter übergeben worden. Was die Haft dieser unschuldigen Kinder (der' Aelteste ist 3 Jahr) der Schwarzenbergischen Po­litik nützen sollte, ist nicht ganz klar. — Wegen der vorgr- fallenen Verletzungen des Briefgeheimnisses sucht man jetzt den Verdacht auf die sächsische Postverwaltung zu lenken, weil diex Klagen gerate Briefe nach Sachsen betrafen. Wir haben jedoch innerhalb der österreichischen Grenzen Erfahrun­gen gemacht, die den Verdacht auch innerhalb derselben be­gründen lassen, wenn auch die Postbcamteu selbst mit Recht ihre Unschuld behaupten können.

Wien, 12. März. D r Wanderer findet bas österrei­chische Verfassungsprojekt für Oesterreich ungenießbar. Die Presse meint, „der abgesagteste Feind aller Diplomatie wird einen Zweifel darüber, daß dieses abnorme Machwerk wirklich and der Feder dreier deutschen Diplomaten geflossen sein könne, begreiflich finden müssen, denn auch der ärgste Haß hat seine Gränzen", und vermuthet, daß die schlesische Zei­tung sich eine Mystifikation erlaubt habe. Der Inhalt des Vertrages macht dieß allerdings begreiflich; unser Kabinel scheint auch keineswegs auf das Kind seiner Protektion stolz zu sein. Vielleicht hatte cs keine andere Absicht dabei, als die Diplomaten der deutschen Königreiche sich blamiren zu lassen. Haben sich diese Herren erst in der öffentlichen Meinung zu Grunde gerichtet, so ist dieß immer eine Schwierigkeit weni­ger. Oesterreich hat jetzt nur die Konsequenzen aus Hrn. v. b. Pforvtens Theorieen zu ziehen, um mit den Königreichen ver­fahren zu können, wie sie mit den Fürstenthümern. Wenn Baiern, Hessen, Sachsen ic. die badische und andere Regie­rungen von der Spitze des deutschen Reiches auszuschließen sich berechtigt glauben, so ist es ganz analog, daß Oesterreich ihnen gegenüber ein ähnliches Recht gelegentlich geltend macht.

Frankreich.

Paris, 15. März. Heute fand auf dem Platze vor dem Stabthause die Proklamation der drei in Paris erwählten Repräsentanten Statt. Zahlreiche Detachements der Natio­nalgarde und der Armee waren auf dem Platze und in des­sen Umgebungen aufgestellt. Nach dem officiellen Berichte haben von 353,509 Wählern 260,198 an der Abstimmung Theil genommen und die Stimmen verteilten sich folgender­

maßen: Carnot 132,797; Vidal 128,439; de Flotte 126,982 (Liste der Demokraten); Foy 125,643; Lahitte 125,478; Bdnjcan 124,347 (Liste der Konservativen). — Im Depar­tement des Oberrheins sind zwei Konservative gewählt und kln Socialist. Ueberhaupt sind der Regierung bis jetzt neun konservative Wahlen aus den Departements bekannt, was jedenfalls ein Gewinn für die Kammermajorität ist, da die zu ersetzenden 36 Repräsentanten sämmtlich der äußersten Lin­ken angehörten. — Die Gerüchte über Ministerwrchsel dürf­ten sich nach der halbamtlichen Patrie dahin reduciren, daß Hr. Rouher das Ministerium des Innern, an F. Barrot's Stelle, der definitiv aus dem Kabinet ausscheidet, überneh­men, und Herr Baroche, bisher General-Prokurator des Ap- pcllationshofes des Seinedepartements, in die Stelle RouherS als Justizminister rücken wird.

Die Nationalversammlung beendigte heute die dritte Be­rathung des UnterrichlSgesetzes. Nachdem die letzten Artikel durchgegangen, wurde das Gesetz im Ganzen mit 399 gegen 237 Stimmen angenommen. Ein Amendement von Cre- mieux, das Gesetz erst mit dem 1. Juli 1852 ins Leben tre­ten zu lassen, ward verworfen.

Ernennungen rc.

Dem Bergrath Fulda zu Richelsdorf wurde das Ritter­kreuz des kurfürstl. Hausordens vom goldenen Löwen verliehen.

Dekanntmachungen.

^~^| Friedrich-Wilhelms-

Nordbahn.

Vorläufige Bekanntmachung.

[225] Vom 20. d. M. ab werden auf der Friedrich- WilhrlmS-Nordbabn nachstehende Dampfwagcuzüge

A. von Kassel abgchcn:

a) nach Eisenâch: 1) früh 71/, Uhr, 2) Nachmittags 3 Uhr, 3) Abends 6'/2 Ubr,

b) nach Karlshafen: 4) früh 9 '/2 Uhr, 5) Nach­mittags 2 Uhr, 6) Abends 8*/2 Uhr.

Der Zug 1 findet direkten Anschluß an die nach Magde­burg und Leipzig, der Zug 2. an die nach Leipzig und Berlin gehenden Züge, und an die Züge 1. 2. und 3. schließen sich in Gunlcrshausen die von Marburg kom­menden Züge der Main-Weser-Babn an.

B. in Kassel eintresfcn:

a) von Eisenach: 1) früh 9 Uhr, 2) Mittags 1'/, Uhr, Abends 10 Uhr 35 Minuten,

b) von Karls Hafen: 4) früh 63/4 Uhr, 5) Abends 6 Uhr, 6) Abends 874 Uhr.

Die Züge 2. und 3. sind direkte Anschlüsse an die von Magdeburg, Leipzig und Berlin kommenden Züge, und die Züge 1. und 2. an die von Guntersbausen nach

Marburg gehenden Züge der Main-Weser-Babn.

Ausführliche Bekanntmachung erfolgt durch die in diesen Tagen erscheinenden Fahrpläne.

Kassel, am 15. März 1850.

Die Direktion

der Friedrich-WUHelms-Nordbahn.

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