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telegraphischen Mittheilung aus Triest theilen wir noch mit: Der Ausbruch von Unruhen ward in Griechenland bereits gefürchtet, namentlich aus Anlaß einiger bevorstehenden Wahlen. Der Termin, welchen England zum Behuf der Austragung der Differenz stellen will, soll billig bemessen (reasonably limited) werden. Hr. Gros, der Ueberbringer der Friedens- nachricht, wird uns von mehreren Seiten als französischer Diplomat bezeichnet, der lercitS einmal ein derlei schwieriges Vermittlungsgeschäft mit bestem Erfolge geleitet habe. (H.Z.)
Frankreich.
Paris, 12. März. Die Wahlen sind glücklich für die Demokraten ausgefallen. Die auf die demokratisch-socialistische Liste gefallenen Stimmen vertheilen sich so: Carnot 136,422; Vidal 132,050; de Flotte 130,615. Die konservative Liste zählt für Foy 122,994; für Bonjcan 122,361 und für La- hitte 122,066 Vota. Der letzte Kandidat auf der rothen Liste hat also mehr als 7000 Stimmen mehr erhalten, als der erste Kandidat auf der Liste der Konservativen. Das Militär im Seine-Departement hat in runden Zahlen 6000 Stimmen den Rothen und 5000 den Gemäßigten gegeben. Die Nachrichten über die Dcpartementswahlen sind der Kam- mermajorität ebenfalls nicht günstig. Nur zwei sind bis jetzt glücklich für sie ausgefallen. — Die Nationalversammlung vo- tirte rasch hintereinander die Artikel 18 bis 33 dcö Unter- richtsgesetzes nach Verwerfung aller dazu cingebrachten Amendements. Der Constitutionel gibt die Rückkehr des Papstes nach Rom positiv für den grünen Donnerstag an. (H.Z.)
Landtag.
Sitzung vom 1 5. M ä r z. Menistertisch leer, Landtagskommissar nicht anwesend; am Tische der Reaierungs- kommissare: Geheime Oberfinanzrath Duysing und Hauptmann v. Meperfeld. Nach Verlesung des Protokolls und der Eingänge zeigt der Präsident an, daß der Abgeordn. Knobel sich wegen Unwohlseins entschuldigt habe; er verliefet einen Antrag des Abg. Pfeiffer (von Ermschwerd) mit Rücksicht darauf, daß er am 1. April die Domäne Ermschwerd übernehme und dadurch ganz in Anspruch genommen werde, die Staatsregierung zu ersuchen, an seine Stelle durch die Höchstbestcuertcn des oberen Verwaltungsbezirkes Eschwege eine anderweile Wahl vornehmen zu lassen. Die Versammlung erhebt diesen Antrag zum Beschluß. Der Präsident zeigt ferner an, daß der Verein für hessische Geschichte und Landeskunde 2 Hefte seiner Zeitschrift übersendet habe. Dieselben sollen der landständischcn Bibliothek einvcrlcibt werden. Er verliefet sodann Schreiben des Obersteuerdirektors Pfeiffer und des Obergerichtsrathes v. Roques, worin diese ihren Dank für die auf sie gefallene Wahl zum Staatenhause des Reichstages aussprechen und die Annahme desselben erklären. Ferner die in der gestrigen Abendausgabe mitgetheilte Adresse, worin hundert Einwohner von Schmalkalden ihre Uebereinstimmung mit den von der Stänvcversammlung beschlossenen Mißtrauensvoten für das dermalige Ministerium erklären, und ähnliche Adressen des Bürgermeisters und Bürgcraus- schusses in Rauschenberg, sowie von Einwohnern Kassels. Letztere Adresse trägt über 600 Unterschriften, denen noch viele folgen sollen. Dcr Präsident verkündet hierauf folgende Interpellation des Abg. Hahndorf: „Nach wiederholt in öffentlichen Blättern erwähnten Nachrichten ist der gegenwärtige kurfürstl. Hess. Staatsminister des Innern und der Justiz, Hr. Hassenpflug, wegen unrechtmäßiger Verwendung öffentlicher Gelder, so wie wegen Fälschung von dem Kriminalgerichte erster und zweiter Instanz zu Grcifswalde in Anklagestand versetzt und auf den 20. d. M. zur gerichtlichen Verhandlung mittelst Anschlags an seine Wohnung zu Greifswalde, öffentlich vorgeladen worden. Die Wahrheit dieser Thatsachen würde zur Folge haben, daß Hr. re. Hassenpflug nach §. 3 des Wahlgesetzes vom 5. April 1849 zum Landtagsabgeordneten , nach §. 1 des Bürgergardengesetzes zum Dienst in der Bürgergarde, nach §. 26 der Gemeindeordnung zur Erwerbung des OrtSbürgerrechtes und nach §. 233 des Gesetzes über die Gerichtseinrichtung zum Amte eines
Geschwornen untauglich erscheinen würde. Es ist nicht zu bezweifeln, daß in gleicher Weise mit einer derartigen Anklage der Eintritt in die höchsten StaatSämter unverträglich ist, daß insbesondere das Ansehen und die Ehre der Rechtspflege in Kurhessen gefährdet erscheint, so lange ein solcher Verdacht auf dem obersten Chef der Justizverwaltung haftet. Zur Beruhigung der öffentlichen Meinung über die vielfach verbreiteten Gerüchte obigen Inhalts, welche weder durch Niederschlagung der Untersuchung, noch eine sonstige Beilegung der Sache im Verwaltungswege herbeizuführen steht, ist es daher erforderlich, daß durch glaubhafte amtliche Nachrichten der Ungrund jener Gerüchte vargelhan werde. Da bisher eine glaubwürdige Aufklärung dieser Verhältnisse, welche auf das Landeswobl wesentlichen Einfluß haben, nicht erfolgt ist, so halte ich die Ständeverfammlung für verpflichtet, die Angelegenheit in Betracht zu nehmen. Ich stelle deßhalb mit Bezugnahme auf §. 92 der Verfassungsurkunde an surf. Landtagskommission das Ersuchen, Aufklärung über die gegen den dermaligen Staatsminister Hassenpflug wegen rechtswidriger Verwendung öffentlicher Gelder und Fälschung angeblich eingeleitete Untersuchung zu ertheilen ; eventuell an hohe Ständcversammlung den Antrag, die hohe Staatsregierung zur Einziehung aktcnmäßig vollständiger Nachrichten zu veranlassen." Der Präsident verkündet ferner folgende Anfrage des Abg. Lederer: „Die Schwester des verstorbenen Kurfürsten Wilhelm II., Karoline Amalie, geboren den 11. Juli 1771, verehelicht mit dem verstorbenen Herzog Emil Leopold August von Sachfcn-Gotha, ist bekanntlich ohne Hinterlassung von Leibeserben verstorben. Ich stelle deßhalb die Frage an die Staatsregierung, wie hoch das Heirathsgut war, welches die kurhessische Prinzessin aus dem Staats- vermögcn bei ihrer Verheirathung empfing, und ob dasselbe dem Staatsvermögen wieder einverleibt werden soll?" — Abg. Henkel: Da auf seine in voriger Sitzung gestellte Anfrage heute keine Antwort erfolgt fei , so betrachte er dieselbe, wie er im Voraus angekündigt habe, als verneint; er sehe also als feststehend an, daß die Minister das erhaltene Mißtrauensvotum den: Landesherr» nicht vorgelegt und nicht um ihre Entlassung gebeten hatten. Er halte es nunmehr für angemessen und beantrage, das Mißtrauensvotum dem Regenten selbst mittels einer Adresse einzuhändigen, ihn so an sein Wort zu erinnern und aufzufordern, diese Minister zu entlassen. Die Versammlung zieht den Antrag in Erwägung und verweiset ihn nach dem Vorschläge des Antragstellers an den Verfassungsausschuß. — Es wird zur Tagesordnung übergegangen. Für den Verfassungs- und den Budgetausschuß berichtet der Abg. Hildebrand über die Proposition' der Staatsregierung, daß zur Deckung der außerordentlichen Ausgaben der Kriegskasse und zur Ausgleichung der Einnahmen und Ausgaben der Staatskasse während des ersten Semesters d. I. vorerst der Betrag von 644,000 Thalern aus den zunächst eingehenden Laudemial-, Kauf-, insbesondere Ablösungskapitalien entnommen werde. Der Ausschuß habe die Proposition zunächst und hauptsächlich vom politischen und sodann auch vom finanziellen Standpunkte aus geprüft. Die Ständeversammlung stehe einem Ministerium gegenüber, welches das wiederholte einstimmige Mißtrauensvotum derselben statt zurückzutreten dadurch erwidere, daß es Personen von anerkannt antikonstitutioneller Gesinnung befördere, eine vollkommene Gleichgültigkeit gegen die landständischen Verhandlungen an den Tag lege, indem bereits seit drei Sitzungen kein Landtagskommissar anwesend sei und die gestellten Anfragen nicht beantwortet, auch die von der Versammlung selbst unverändert und einstimmig genehmigten Gesetze nicht publicirt würden, einem Ministerium, welches durch seine Existenz das Vertrauen des Volkes gegen den Fürsten untergrabe. Unter solchen Umständen fei kein Grund vorhanden,' einen Beschluß zu fassen, der Vertrauen zu ihm voraussetzen würde, vielmehr ihm jede Unterstützung zu versagen und jedes gesetzliche Mittel anzuwenven, um eS zum Rücktritt zu zwingen. Außerdem müsse man.auch, wenn die Einnahmen im Voranschläge zu hoch berechnet seien, die Ausgaben entsprechend be-