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jugendlichen Kaisers von Oesterreich mit den Königen von Baiern, Hannover und Sachsen Statt finden würde
Berlin, 9. März. Die Abberufung des preußischen Gesandten aus Hannover ist eine Maßregel, welche nothwendig erfolgen mußte, nachdem die hannoversche Regierung sich von dem zu Recht bestehendem Vertrage vom 26. Mai, ohne den ihr zuständigen Rechtsweg einzuschlagen, losgesagt hat. Der Beobachtung dieser Form werden sich die verbündeten Regierungen anschließen. Preußen wird bis zum Austrag der Sache einen Gesandtschaftssekretär mit der Führung der lausenden Geschäfte in Hannover beauftragen. Preußen wird seiner Seits nicht anstehen, den von Hannover übergangenen Rechtsweg zu beschreiten.
— Die Spenersche Zeitung theilt mit, Hr. v. Pechlin habe wiederum die Versicherung gegeben, „daß die dänische Regierung von dem innigsten Wunsch beseelt sei, mit Preußen in einem freundschaftlichen Verkehr zu bleiben , und daß die gegenwärtige Regierung Dänemarks an wiederzubeginnende Feindseligkeiten gegen Preußen gar nicht denke, wenn auch eine mächtige und rücksichtslose Partei in Dänemark sie fortwährend dazu anstachele." — Nicht im Einklang mit dieser Versicherung steht eine Privatmittheilung derselben Zeitung: „Von der Eiver 6. März", welche das baldige Ende des Waffenstillstandes voraussehen läßt. Danach hat der Major Hartmann dem General Bonin den Befehl gebracht, sich zum Einmarsch in Schleswig bereit zu halten. Ueber die Stellung der Truppen macht der sonst wohlunterrichtete Korrespondent noch folgende Mittheilungen : „Die schleswig-holsteinischen Truppen sind in der Stärke von circa 18,000 Maun aufgestellt, um in 3 — 4 Tagen über Rendsburg nach Schleswig einrücken zu können. In Schleswig ist für den Generalstab bereits Quartier gemacht. In Rendsburg bleiben circa 4 Bataillone schleSwig - holsteinischer Reserve. Der General Hahn zieht sich mit seinen Truppen auf Kiel zurück. Die schleswig-holsteinische Armee rückt bis Flensburg vor, wenigstens mit der Avantgarde, die Schweden und Norweger ziehen sich zurück; über ihren Abmarsch herrscht kein Zweifel; man kennt nur noch die Direktion ihres Rückzuges nicht. Die dänischen Truppen stehen in einer Stärke von etwa 18,000 Mann auf Alfen, und etwa 10,000 Mann bei Kolving; es wird angenommen, daß beide Armeekorps vorrücken werden. Die ganze Stärke des dänischen Heeres beträgt 36 Bataillone und 12 Regimenter Kavallerie; die Schleswig-Holsteiner haben 34 Bataillone und 6 Regimenter Kavallerie; letztere ist aber bekanntlich von sehr geringem Nutzen in unserm Terrain.
Indessen gewähren Erklärungen Lord Palmerston's die Beruhigung, daß die Versicherungen des Hrn. v. Pechlin wirklich in ErfüUnng gehen, und daß die Truppenbewegungen in Schleswig-Holstein nur für eventuelle Fälle vorgenommen werden.
Berlin, 9. März. Die Deutsche Reform bemerkt über die Münchener Uebereinkunft: Es genügt ein Blick auf die „Uebereinkunft", um zu erkennen, daß dieselbe nichts ist als eine Rehabilitirung der alten Zustände der früheren Bundesverfassung mit einer angedeuteten Mediatisirung der kleineren Staaten und Beförderung einer Gruppirung in sieben Kreise, wie sie Oesterreich in der Note vom 9. März 1849 vorschlug. Der Bundestag wird von 7 Bevollmächtigten gebildet, welche wie früher nach Instruktionen ihrer Staatsregierung handeln. Diese im Falle eines Mangels einzuholen stellt ihnen die Geschäftsordnung eine „billige" Frist. Die sogenannte National- vertretung besteht (ganz nach dem österreichischen Vorschläge vom 9. März) aus Delegationen der Ständeversammlungen, wobei mit Umgehung von Verhältnissen, die durch rechtsgültige Bundcsbcschlüsse bereits geregelt sind, es offen gelassen wird, ob Preußen und Oesterreich mit ihren Gesainmtstaaten dem Bunde beitreten oder nicht. Während den beiden Hessen ein Bevollmächtigter unter den 7 Bevollmächtigten des neuen Bundestages zugesagt ist, ist die Vertretung Badens, eines Staates, de/allein die Bevölkerung und den Umfang dieser beiden Staaten erreicht, nicht einmal erwähnt, was um so mehr auffallen muß, als gerade die Berührung dieser im
Vordergründe liegenden Frage nur absichtlich vermieden werden konnte; die Deutungen liegen nahe, welchen ein solches Verfahren unterliegen muß. Wir gehen nächstens genauer auf die „Uebereinkunft" und ihre Absichten ein.
— Der Minister des Innern, Hr. v. Manteuffel, ist gestern von seiner kurzen Erholungsreise zurückgekehrt.
Berlin, 10. März. Heute Vormittag hielt der Ver- waltungSrath des engeren Bundes, unterm Vorsitze des Herrn v. Radowitz, wiederum eine Sitzung. Nachdem Herr v. Bo- : delschwingh sein Präsidium niedergelegt hatte, waren die Siz- zungen auf eine kurze Zeit ausgesetzt worden. (C. C.)
Berlin. Das „ Korrespondenz- Büreau " bringt Nachrichten über den Stand der schleswig-Holsteinischen Angelegenheiten, denen wir Folgendes entnehmen: Der Adjutant Sr. Maj. des Königs, General v. Rauch, ist nach Schleswig abgegangen , um die Herzogtümer van jedem eigenmächtigen militärischen Handeln gegen Dänemark abzuhalten. In diesem Falle ist Herr v. Rauch sogar, dem Vernehmen nach, beauftragt, mit dem Zurückziehen der preußischen Truppen zu drohen. Exekutionen auf Befehl der Landesverwaltung durch preußische Truppen werten für die nächste Zeit nicht mehr erfolgen. Uebrigens soll Herr v. Rauch mit sehr ausgedehnten Vollmachten versehen sein. Auch soll Besseres in Aussicht stehen, als ein dritter Waffenstillstand. General Hahn hat bereits Befehl erhalten, sich auf Kiel zurückzuziehen. Das „Korrespondenz-Büreau" theilt ferner als ein allgemein verbreitetes Gerücht mit, die schleswigsche Armee sei bereits in Schleswig eingefallen und habe die Dänen, welche inzwischen eingerückt wären, vertrieben, nachdem die schwedischen Truppen sich vorher nach dem Norden zurückgezogen. — Wir lassen die Wahrscheinlichkeit dieses Gerüchtes dahingestellt. Die Mission des Generals v. Rauch an die Statthalterschaft wird von der „Constitutionellen Korrespondenz" bestätigt.
Erfurt, 7. März. Auch die nicht beigetretenen Staaten nehmen ein lebhaftes Interesse an dem bevorstehenden Reichstage, ja die vier königl. Regierungen haben förmliche berichterstattcnde Beobachter bestellt, und sind für dieselben bereits solche geräumige Quartiere hier gemiethet, daß man daraus auf ein großes Personal, welches dieselben mitbringen, schließen darf. Oesterreich scheint es in dieser Beziehung Allen zuvorzuthun; denn, nicht nur, daß dasselbe damit umgeht, hier ein sein Interesse in der deutschen Frage vertretendes Organ zu gewinnen, so wird von ihm auch ein förmliches Bureau zur schnellsten Berichterstattung während des Reichstages angelegt. Einige von den österreichischen Agenten waren bereits hier und sind nur einstweilen nach Berlin gegangen. Mit Eröffnung des Reichstages kommen sie sämmtlich wieder hierher. Auch russische Agenten sollen bereits hier sein. Obgleich der Verwaltungsrath den Eröffnungstermin auf den 20. d. M. anberaumt, so glaubt man doch, daß der Termin bis zum 2. April verlängert werde, da viele Abgeordnete das Osterfest noch im Kreise ihrer Familien zu verleben wünschen. Wenigstens ist es Thatsache, daß mehrere Abgeordnete erst vom 1. April an gemiethet haben. Die Polizei wird immer rühriger und patrouillirt nun auch seit einigen Tagen in den Abendstunden in der Stadt. — Das Bundesschiedsgericht besteht nur noch aus sieben Mitgliedern, drei von Preußen, je zwei von Sachsen und den beiden Hes- . sen. Die Gesetzvorlagen, welche dessen Umwandlung zu einem Reichsgerichte betreffen, sind bereits fertig und werden nach dem Verfassungsentwurfe der erste Gegenstand der rcichstag- lichen Berathung sein. Dann kommen noch einige Specialgesetze. Man scheint demnach den früheren Vorsatz, die Berathungen auf den Verfassungsentwurf zu beschränken, aufgegeben zu haben. Für die Sitzungen des Verwaltungsrathes sind Räume im hiesigen Regierungsgebäude bestimmt und werden bereits in den Stand gesetzt.
Frankfurt, 5. März. (D. Z.) Wer vor den Schwierigkeiten, die dem deutschen Bundesstaate entgegengeworfen werden, erschrocken ist, der wird durch einen Blick auf das Lager der Gegner seinen Muth aufrichten können. Dort weiß man zwar, was man nicht will, nämlich den deutschen Sun- .