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Deutschland.

Hersfeld. Es drfulirt hier eine Adresse an die Stände- Versammlung, worin die Zustimmung hiesiger Bürger ^u den Beschlüssen der Stände, das Mißtrauensvotum gegen Hassen­pflug betreffend, ausgedrückt wird. (Hesscnb.)

Berlin, 6. März. Nach gestern hier eingetroffenen Nachrichten von Prinzen von Preußen verbleibt derselbe einige Tage in Koblenz, geht dann über Trier, Saarlouis, Luxem­burg , durch die baierische Pfalz nach Karlsruhe und Mann­heim, wo er am 12. das erste badensche Dragoner-Regiment noch inspiciren wird, bevor dasselbe nach seinen neuen preu­ßischen Standquartieren den Marsch antritt. — Der bishe­rige Vorsteher des Bureau's der hiesigen zweiten Kammer, Kanzleirath Bleich, ist vorgestern Abend von hier nach Erfurt abgegangen, um auch dort wieder die oberste Leitung der ganzen Bureaugeschäfte zu übernehmen. — Der Zweck der Hierherkunft des Geheimraths Welcker besteht sicherem Ver­nehmen nach lediglich darin, unseren berühmten Mediciner Schönlein zu konsultiren. Dieser soll jedoch dessen körper­lichen wie geistigen Zustand so zerrüttet gefunden haben, daß er wenig Aussicht für die Wiederherstellung zu machen ver­mochte. — Die Fußverletzung Sr. Majestät des Königs scheint sich sehr in die Länge zu ziehen. Es ist in Folge seines Falles über eine Bank vorn das Schienbein ausgerissen , ein bekanntlich immer sehr empfindlicher Körpertheil. Die Aerzte haben fortwährend warme Umschläge und ruhende Stellung angeordnet. (N.-Z.)

Berlin, 9. März. Der heutige Staatsanzeiger enthält das Gesetz, betreffend die Ergänzung und Abänderung der Gemeinheitstheilungö-Orvnung vom 7. Juni 1821 und eini­ger anderen über Gemeinheitstheilungen ergangenen Gesetze, so wie die allerhöchste Bestätigungsurkundc, betreffend die Statutänderungen, welche durch die mit der Aachen - Düssel­dorfer und der Ruhrort-Krefeld-Kreis Gladbacher Eisenbahn- gesellschaft beziehungsweise unterm 29. und 26. September 1849 abgeschlossenen Verträge herbeigeführt worden.

Berlin. Nach der „Berlinischen Ztg." bat Herr v. Na- Vowitz in den letzten Tagen eine längere Unterredung mit seiner Majestät gehabt, welche sich auf die neueste Politik Hannovers bezogen haben soll. — Aus sonst gut unterrichteter Quelle erfahren wir, daß die diplomatischen Verbindungen zwischen Preußen und Hannover eingestellt, und der preußische Gesandte aus Haunover abberufen worden. (Nat.-Ztg.)

Düren, 5. März. Bei der heute hier vorgenommenen Nachwahl für das deutsche Volkshaus in Erfurt ist Professor Braun in Bonn als A geordneter gewählt worden.

Dresden, 6. März. Die erste Kammer berieth heute über das königliche Dekret auf den von beiden Kammern be­schlossenen Antrag wegen der einer gewissen Kategorie der Maiangeklagten zu ertheilenden Amnestie. Auf den Antrag der Majorität des Ausschusses wurde beschlossen, das Bedau­ern, daß der mit großer Stimmenmehrheit von der Volksver­tretung angenommene, durch politische und sittliche Gründe gerechtfertigte, auf Ertheilung einer Amnestie für die in den dresdner Maiaufstand verflochtenen Personen gerichtete An­trag die Berücksichtigung der Staatsregierung nicht gefunden habe, zu Protokoll zu erklären.

Stuttgart, 5. März. Der „Staats-Anzeiger" erklärt das vielfach und mit großer Bestimmtheit verbreitete Gerücht, daß der König mit der königlichen Familie nach Friedrichs­hafen überzusiedeln gedenke, für eine leere Erfindung.

Oesterreich.

Wien, 4. März. Vermuthlich zu Ehren der heutigen Feier der Konstitution ist wieder ein Blatt in Wien verboten worden — die „Geißel", und von Agram trifft die Meldung ein, daß auch in Serbien durch Herrn von Mayerhofer der „Napredak" bereits verboten ist, der erst angekündigt und noch gar nicht erschienen ist! Gleichzeitig meldet uns heute die „Gazeta di Milano": Das Recht der freien Presse oder die Abschaffung der Censur bezieht sich derzeit nur auf diejenigen periodischen Blätter, welche die besondere Bewilligung zu er­

scheinen bereits erhielten oder noch erhalten. Was die Werke betrifft, welche in der Lombardei gedruckt oder dahin im Ver­kehre eingeführt werden, so bestehen noch die vorigen Censur­vorschriften in voller Kraft, gemildert jedoch durch einige er­leichternde Koncessionen, denen gegenüber die Censur, im Ver­gleiche mit der Strenge der Gesetze in Piemont, als gar­nicht bestehend angesehen werden kann. Und auch von Prag wird heute gemeldet: Mehrere Leipziger Bücherballen wurden eröffnet und die Vorgefundenen Exemplare von Eugen Sue's neuestem Werke mit Beschlag belegt. Ein Gleiches erfolgte hinsichtlich der Brochüre: „Die Jesuiten seit 1620." (D.R.)

Wien, 4. März. So eben ist das in St. Stephan zur Feier des Jahrestages der von dem Kaiser Franz Joseph gegebenen Verfassung abgehaltene Hochamt, welchem die Mi­nister, die Generalität und eine Menge anderer höherer StaatS- diener, so wie die gesummte hiesige Geistlichkeit in pontifica— libus und der Hof, Se. Majestät dem Kaiser an der Spitze, beiwohnten, — beendigt, und die schaulustigen Massen des Volkes zerstreuen sich, in deren Augen die Feierlichkeit nur als ein Schauspiel, keineswegs aber als ein freudiges Gedenk­fest vorüberging. Die politische Bildung, die anscheinend im I. 1848, wenn auch auf eine sehr verfehlte und unglückliche Weise sich zu entwickeln schien, und dem Besonnenen die Hoff­nung einflößte, daß, wäre nur der erste Wahnsinnstaumel vorüber, die Anarchie, eine sachgemäße Folge desselben, be­zwungen und Gesetz und Ordnung zurückgekehrt, sie nach und nach Wurzel im Volke fassen und einen geregelten Zustand mit der Zeit herbeiführen und so das monarchisch-konstitutio­nelle System ermöglichen werde, — ist vollkommen verschwun­den und der alte wiener Materialismus so schroff wie je zu­rückgekehrt. (D. R.)

Wien, 5. März. Unsere Regierung dringt auf eine Uebereinkunft mit Florenz, nach welcher sie dort während der nächsten 10 Jahre Besatzung halten will, und zwar unab­hängig von irgendwelchen Beschlüssen der dortigen Kammer. Diese soll dem Vertrage durchaus ungünstig, der Großherzog aber nicht abgeneigt sein, darauf einzugehen. — In Pesth ist es den jüdischen Handwerkern verboten worden, ihr Geschäft wie die Christen öffentlich, d. h. in offenen Magazinen zu betreiben. — Die Aufrührer in Bosnien sind wieder ausein­ander gegangen. (D. R.)

Zeitungsschau.

Wir haben es in der letzten Zeit unterlassen, unseren Le­sern weitere Proben aus der „Hornisse" vorzuführen, um die sittliche Beschaffenheit derjenigen Presse zu charakterisiren, welche auf die Unkenntniß der Massen spekulirt. Der Kampf, welcher in diesem Augenblicke die Patrioten zum unmittelbarsten Schutze des bedrohten Verfassungslebens in Anspruch nimmt, läßt alle anderen Aufgaben zurücktreten. Ohnehin können wir der „Hornisse" die Bedeutung eines Parteiblattes nicht länger beilegen, da das ehrenhafte Benehmen der Demokratie unserer Kammer während der letzten Wochen in einem zu auffallen­den Kontraste zur Haltung jenes „Organs" steht, und der Förstersche Ausdruck „Organ der Volkspartei" durch mehr­fache Thatsachen widerlegt worden ist.

Es würde uns denn auch nicht einfallen, die s. g. Land­tagsberichte der Hornisse zu erwähnen, welche von jeher mit unglaublicher Keckheit eine oft bis zur völligen Umkehr der Wahrheit gehende Verfälschung der Landtagsverhandlungen enthielten, und nicht sowohl die Erzählung der Verhandlun­gen, als vielmehr die Vcrläumdung der konstitutionellen Ab­geordneten bei den Lesern der Hornisse bezwecken. So meldet z. B. der letzte Bericht (S. 246, Sp. 2) unter einer groben Schmähung: die „Rechte" habe sich vor Hrn. Hassenpflug er­hoben (und die Linke nicht) während gerade das umgekehrte Verhältniß Statt gefunden. Von der Rechten erhoben sich zwei, von der linken blieben Einer oder Zwei sitzen.

Dieses Eine Faktum führen wir aber an, um die ehren­haften Gegner, denen es um den gegenwärtigen gemeinsamen