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vier Königreiche, im Linverständniß mit Oesterreich, soll noch vor der Eröffnung des Erfurter Reichstags in Aussicht ste­hen. — Fürst Gortschakoff, außerordentlicher russischer Ge­sandter am hiesigen Hose, ist nach Franksurt abgegangen, um sich als kaiserlicher Gesandter bei dem deutschen Bunde zu beglaubigen. Seine hiesige GesandtschaftssteUe wird er beibe- halten."

München, 27. Februar. Die Abgeordneten haben heute das Gesetz über die Entschädigung für Ludwigshafen ange­nommen, wonach die für Ludwigshafen bestimmte Summe von 282,200 fl. den Beschädigten in Partialobligationen, zum Nominalwerthe, auf das der Bexbacher Eisenbahngesellschaft vom Staate gemachte Darlehen von 800,000 fl. ausbezahlt werben soll.

München, 28. Februar. Es ist von einem neuen An­lehen im Betrage von 14 Mill. fl. die Rede, wie es heißt, zum Bau der Eisenbahn von Bamberg nach Aschaffenburg, und man erwartet, baß die Regierung demnächst den Kam­mern deßhalb Vorlage machen werde.

München, 28. Febr. Das Regierungsblatt verkündet das von den Kammern beschlossene Gesetz über die Versamm­lungen und Vereine.

Eisenach, 28. Febr. Heute ward der frühere Reichs­tagsabgeordnete Professor Weißenborn hier mit einer an Stimmeneinhelligkeit grenzenden Majorität nach Erfurt ge­wählt. Derselbe ist ein aufrichtiger Anhänger des konstitu­tionellen Systems und hatte in Frankfurt seinen Sitz aus dem linken Centrum.

Frankfurt, 28. Febr. Außer dem Fürsten Gortschakoff, welchen der Kaiser von Rußland zu seinem Gesandten bei I der Bundescentralkommission ernannt hat, und der von Stutt­gart gestern hier eingetroffen, ist aus Petersburg auch der russische Geheimerath Fürst Tangoweky hier angelangt. Der­selbe ist dem Vernehmen nach mit einer wichtigen Special­kommission an die Bunvescentralkommission betraut. Seine Sendung bezieht sich, wie man versichert, vornämlich auf die entscheidende Wendung, welche sich in der deutschen Verfas- fungssrage vorbereitet. — Statt des österreichischen Staats­ministers v. Schmerling, welchen man in diesen Tagen hier erwartet hatte, ist Graf Antigny nach Frankfurt gesandt wor­den. Er halte nach seiner gestern erfolgten Ankunft sofort eine Konferenz mit den österreichischen Mitgliedern der Bun- descentralkommission.

Oesterreich.

Wien, 26. Febr. Der „Presse" wird geschrieben aus: Agram, 21. Febr. Sie können sich schwer einen Begriff von dem Eindruck machen, den die letzten Vererbungen des Ban bei uns hervorgerufen haben l Das ohne gerichtliches Urtheil erfolgte Verbot des „Slovensky Jug", — die zeitweise Aufhebung der Schwurgerichte und der neuerdings an den ersten Vice­gespan, Herrn Kralj gelangte Befehl, alle diejenigen Personen namentlich anzugeben, welche, als über die von Sr. Excel­lenz verfügte Auflösung des leitenden Komitats- Ausschusses debatlirt wurde, sich gegen die Verfügung erklärten, — bas sind drei Schläge, die, rasch auf einander folgend, die Gemü­ther von Tausend und Tausenden mit ängstlicher Besorgniß erfüllt haben. Was würbe man in vormärzlicher Zeit gesagt haben, wenn ein Statthalter oder Regierungspräsident es ge­wagt hätte, ohne höhere Autorisation,'aus eigener Machtvoll­kommenheit, Staatsinstitutionen abzuändern oder gar aufzu-

Wien, 27. Febr. Ich erhalte eine Nachricht, der ich hinreichende Bedeutung beilege, um sie Ihnen mitzutheilen. Ein Ankömmling aus Siebenbürgen berichtet, baß ein starkes russisches Armeekorps an der Gränze dieses Landes beim Paß von Gvito sich ansammelt und daß die Nachricht verbreitet war, sie würden von Neuem in Siebenbürgen einrücken, wäh­rend die österreichischen Truppen zur Verstärkung der Truppen­körper in Italien und an der deutschen Gränze verwandt verden sollen. —- Aus Belgrad wird mir geschrieben, baß selbst bei einem Festdiner, dem ein Theil des dortigen Kon­ulenkorps beiwohnte, der russische Konsul in serbischer Sprache

einen Toast auf das Slaventhum ausbrachte und hervorhob, daß die Südslaven trotz ihrer gegenwärtigen Zerstückelung doch Brüver sinv und ihrer Vereinigung zu Einer Nation hoffend entgegen sehen können. Der französische Konsul, der serbisch versteht, nahm nach dieser Rede sogleich seinen Hut und ent­fernte sich aller Vorstellungen des russischen Konsuls ungeachtet. — Die deutsche Wechselordnung, nun als Gesetz bei uns publizirt, erfährt einzelne Veränderungen. — In verschiedenen Kronlänvern werden verschiedene alte Bestimmungen beibe­halten. Durch den Mangel vollständiger Gleichheit wird der Geschäftsmann bei dem neuen Gesetz nicht besser daran sein, als bei dem alten, er muß noch immer verschiedene Gesetz­gebungen stubiren. (D. Ref.)

Wien, 28. Febr. Dem Vernehmen nach ist der Mini- sterpräsivent des Königreichs Hannover heute hier angekom­men. Ebenso erfahren wir, daß Palacki und General Schlick hier eingetroffen sind.

Niederlande.

Aus dem Haag, 25. Febr. In der heutigen Sitzung der 2. Kammer de? Generalstaaten wurde ein Schreiben des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten eingebracht, in welchem der Abschluß des Jnterimsvertrages vom 30. Sept, v. I. zwischen Preußen und Oesterreich angezeigt und der Beitritt des Königs zu demselben für das Herzogtum Lim­burg angezeigt wird. Die Kammer beschloß, das Schreiben einer Kommission zur Berichterstattung zu überweisen.

Italien.

Neapel, 14. Febr. Kardinal Dupont ist am 7. Febr. nach einer glücklichen Ueberfahrt von weniger als 3 Tagen von Toulon eingetroffen. Zn seiner Begleitung befindet sich sein Vikar und Herr Micarv, der ihm von der französischen Regierung als Sekretär beigegeben wurde. Noch an demsel­ben Abend begab sich der Kardinal nach Portici zum Papste, mit welchem er eine beinahe vierstündige Konferenz hatte. Er überbrachte ein Schreiben des Präsidenten Ludwig Bonaparte, eines vom französischen Minister des Auswärtigen an den Kardinal Pro-Staatssekretär, sowie den von Herrn v. Roth­schild und dem päpstlichen Nuntius unterzeichneten Vertrag wegen der Anleihe, welcher nun der Ratifikation des Papstes unterbreitet wurde. Die Anleihe lautet zwar auf 50 Mill., wird aber effektiv nur 36 Mill, baar in Kasse liefern. Die beiden Briefe des Präsidenten und des Ministers des Aus­wärtigen, so wie die vom Kardinal Dupont mündlich gegebe­nen Erklärungen lauten befriedigend. Frankreich vertraut dem Papste vollkommen und überläßt ihm ganz sein Verhalten ge­genüber der Okkupationsarmee im Kirchenstaate und besonders in der Stadt Rom. Nur auf den förmlichen Wunsch des Papstes sollen die Truppen dableiben, deren baldige Rückkehr nach Hause Frankreich wünscht. (N. M. Z.)

Anfragen, Rügen und Wünsche.

Dem in Nr. 96 dieser Zeitung gethanen Vorschlag: es möge für solche Stücke, die den Abonnenten nicht füglich mehr zugemuthet werden dürfen, bisweilen ein abonnement suspendu angeordnet werden, scheint die wohllöbliche Thaterintendantur durch demnächstige Aufführung „Robert der Teufel" bei aufge­hobenem Abonnement, ungewöhnlich schnell willfahren zu wollen. Auch wir stimmen der vorgeschlagenen Einrichtung aus vollem Herzen bei, jedoch mit Hinzufügung des nothwen­digen Amendements, daß solche Vorstellungen nur zum Besten der Theaterkasse, nicht aber für wohlthätige Zwecke, oder gar zum Besten und zu Ehren einzelner Personen veranstaltet würden, wie bereits in der vorigen Ostcrmesse sich der Fall mit Robert der Teufel ereignete, der bei leerem Hause zum Besten des Theaterpensionsfonds aufgeführt wurde, dann als immer wiederkehrender Prüfstein der Abonnentengedulv noch verschiedene Male im Abonnement erschien, dessenungeachtet aber, dem Vernehmen nach, zur bevorstehenden 25jährigen Jubiläumsfeier unseres geschätzten Bassisten Föppel abermals dem Publikum vorgeführt werden soll! Wäre diese bis jetzt noch unglaublich scheinende Sage wirklich gegründet, so müß­ten wir diese, für das Publikum, wie für den Jubilar gleich