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von seiner Regierung eröffnet worden: Oesterreich könne eine „Aenderung" der „im Bundesrechte" begründeten Stellung Frankfurts nicht gutheißen. . Sollte daher, aUcr^ österreichischen Abmahnung ungeachtet, der Anschluß an den Bundesstaat er­folgen, so würde das kaiserliche Kabinet sich genöthigt sehen, eine solche „Veränderung" wieder aufzuheben. Dem Anschein nach wird dieses äußerste Mittel den gerade entgesetzten Er­folg haben. Die Drohung, welche jedweder rechtlichen Grund­lage entbehrt, verletzt das Selbstgefühl der Regierung wie der Einwohnerschaft dieser „freien Stadt". (K. Z.)

Deffau, 20. Febr. Der hiesige Sonderlandtag trat heute zusammen, um die von dem Ministerium gemachten Vor­lagen in Berathung zu nehmen. Auf der Tagesordnung stand ein Antrag des Staatsministeriums, „die Wahl eines Abge­ordneten zum Staatenhause des deutschen Reichstags" betref­fend. Es wurden von Seiten der Staatsregierung vorge­schlagen : Ministcrialrath Vierthaler, Geh. Justizrath und Abg. Sintenis und AppellalionsgerichtSrath Mann. Von 22 Ab­geordneten verließen 7 den Saal, von 15 Anwesenden ent­hielten sich 3 der Abstimmung, von den 12 Stimmenden er­hielt 6 Stimmen der Ministerialrath Vierthaler und 6 der Geh. Justizrath Sintenis. Die zweite Wahl ergab dasselbe Resultat, so daß das Loos entscheiden mußte. Der Schrift­führer Abg. Franke zog das Loos und der Abg. Sintenis ging aus der Urne hervor. Derselbe nahm sofort die Wahl an.

(D. A. Z.)

Köthen, 20. Febr. In der gestrigen Sitzung unsers Sonderlandtags wurde beschlossen: Dem Beschlusse des anhalt- dessauischcn Landtags, soweit nach demselben eine Vereinigung der beiden Ministerien von Anhalt-Köthen und Anhalt-Dessau und die Aufhebung der beiden Sondcrlaudtage veranlaßt wer­den soll, nicht beizutrcten; dagegen die Verschmelzung der Justizverwaltung der beiden Herzogtümer zu genehmigen und das Staatsministerium zu ersuchen, nach Kräften dahin zu wirken, daß, im Falle für beide Länder eirf einziges Oberge­richt konstituirt werden sollte, dessen Sitz nach Köthen gelegt werde. (D. A. Z.)

Gotha, 22. Febr. Der Landtag soll, wie man hört, auf den 4. März einberufen werden, nachdem unsere Wahlen am 16. Februar endlich beendigt worden sind. (D. A. Z.)

Mainz, 23. Febr. So eben ist der eines Mordatten­tats auf den Prinzen von Preußen angeklagte Adam Schneider von Oberingelheim von den Geschworenen freigesprochen wor­den. Eine zum ersten Male in den Annalen der Mainzer Justiz im Justizpalaste aufgestellte starke Militärgewalt hat Ausbrüche von Rohheit, wie sie wohl zu befürchten waren, verhindert und unmöglich gemacht. (D. Z.)

Karlsruhe, 23. Febr. Das eben ausgegebene Regie­rungsblatt enthält die allerhöchste Entschließung deö Großher­zogs, durch welche die Stände des Landes auf den 4. März einberufen werden. (O.P.Z.)

München, 21. Februar. Die D. Allg. Ztg. in Leip­zig, früher bekanntlich großdeutsch, ist in der letzten Zeit mehr und mehr anderen Sinnes geworden. Sie theilt unter vorstehendem Datum Folgendes mit: Man wird sich erin­nern, vor einigen Tagen in einer Wiener Korrespondenz der Allgemeinen Zeitung gelesen zu haben, daß der Entwurf einer Verfassung für Deutschland von Wien nach Mün­chen abgegangen sei. Dieß erschien um so wunderbarer, als es bis dahin geheißen hatte, die vier Königreiche seien im Begriffe, sich über eine Verfassung zu einigen, für welche Oesterreichs Genehmigung eingeholt werden solle. Indessen erfuhr man auch bereits, daß Oesterreich bei den vorläufigen Mittheilungen über den solchermaßen zu bildenden Bundes­staat sich dahin ausgesprochen hatte, man möge die bundes­staatliche Idee aufgeben und die Neugestaltung Deutschlands den früheren Verhältnissen möglichst konform organisiren. Da­rin liegt die Erklärung für die anfangs unglaublich erschei­nende Nachricht von der Absendung eines Wiener Entwurfs. Ein Entwurf ist cs aber freilich nicht, sondern eine Mitthei­lung, welche die Grundzüge einer Verfassung enthält, wonach

Oesterreich mit seinem ganzen Länderkomplex Aufnahme in den neu zu gestaltenden Bund fordert. Bekanntlich eine alte und bisher auch von den königlichen Kabinetten abgewiesene Idee. Jetzt vernehmen wir dagegen, daß man bei den Ver­handlungen der vier Königreiche mit Oesterreich dieser Forde­rung keineswegs ungünstig gestimmt sei. Die Quelle, welcher diese Nachricht entstammt, verbietet uns, das unglaublich Scheinende zu bezweifeln. Ob man über die Folgen klar ist, welche daraus für Deutschland hervorgehen müßten, wissen wir nicht. Deutschland würde dann in politischer Hinsicht Oester­reichs dienstbares Hinterland bei der Lösung seiner Aufgabe an der Donau oder auch bei Verfolgung seiner rein dvnasti- schen Interessen in Italien zu bilden haben, dagegen aber an der Ost- und Nordsee gleichzeitig das Vorland für die An­griffe der Feinde, nicht des deutschen Verbandes, sondern der Politik des Staates Oesterreich sein. Abgesehen von diesen Verhältnissen der äußern Politik bleibt aber das Räthsel ganz unlösbar, wie irgend ein Verband des Gesammtstaats Oester­reich mit Deutschland gedacht werden könnte, welcher selbst nur ein Band schlingen könnte, wie ungefähr das des Bun­destags war. Von der materiellen Einigung Oesterreichs mit Deutschland ist übrigens bei dieser Frage wohl ganz abzu­sehen; sie gehört auf ein ganz anderes Feld und ist von Oe­sterreich selbst als eine solche anerkannt worden, welche auch bei den bestehenden politischen Verhältnissen zu lösen. — Unterdessen wird von der ultramontanen Partei die Triasibee hartnäckig festgehalten; natürlich bildet Baiern einen der drei Köpfe. Wie man abep dabei mit der Souveränetät der an­deren Regenten umspringt, besonders wenn sie Protestanten sind, bezeichnet wohl am besten die Stellung, welche man Württemberg einräumen will. Der König von Württemberg soll nämlich Pair des Reichs werden und an die Spitze der protestantischen Pairs des südlichen Deutschland treten: über- dicß sei der gegenwärtige ein guter Soldat und könnte viel­leicht General werden. So unglaublich dieß klingt, kann man es doch im ultramontanen Moniteur, der Augsburger Postzeitung, nur wenige Tage zurück, mit klaren Worten in einem aus Ulm datirten Artikel entwickelt finden.

Das neue Ministerium.

»So schwach ist Euer Gedächtniß, so stumpf ist Eure Einsicht geworden, daß Ihr mit jenem Häuflein glaubt regieren zu können? Können, und wie lange?» *)

Nur immer vorwärts, immer vorwärts! Das war mein, ost und vernehmlich genug wiederholtes, Losungs- und Mah­nungswort von den Märztagen des Jahres 1848 an bis auf die allerneueste Zeit. Und in diesem Sinne hatte ich noch vor Kurzem einen Aufsatz mit dem Motto: „Fugit interea, fugit irreparable tempus!" bereits zum Druck abgegeben, der nun einstweilen unter meinen Papieren ruhen mag, da er jeden­falls „zu spät" kommen würde, nachdem der von mir, nach allen Zeichen der Zeit, schon seit lange besorglich geähnelt, doch nicht so nahe geglaubte, Rückschritt in der Ent­wickelung unseres konstitutionellen Systems nun wirklich ein- getreten ist. Jetzt muß freilich meine bisherige literarische Thä­tigkeit auf diesem Felde eine wesentlich andere Richtung neh­men , indem selbstverständlich von diesem Ministerium Ab­hülfe gerade derjenigen Dcsivericn, welche ich dem bisherigen gegenüber vorzugsweise in Anregung gebracht habe, nicht zu erwarten stehet. Doch werde ich nach wie vor die Gebrechen unserer öffentlichen Zustände ohne allen Rückhalt meiner Ueberzeugung nach zu besprechen nicht unterlassen. Ob ich aber dieses jemals wieder innerhalb der mir noch beschiede- nen kurzen Lebensfrist mit dem hingehenden Vertrauen und mit der unermüdlichen Hoffnung, wie bisher, werde thun kön­nen, wer kann das wissen?

Als im August 1837 der bekannte Personenwechsel int

*) Deutsche Zeitung Nr. 52.