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fortschreite. Sobald es das nicht thut, wird ihm Alles verweigert, mag es dann auf den Weg der Gewalt und des Oktroyirens übergehen. Dann wird später eine andere Gewalt antworten. 'Auch der Abg. Theobald hat das Alles längst varauögesehen. Seine Partei habe ihr Princip verfolgt und sei „in diesem Sinne oft Männern entgegengetreten, „gegen deren Personen wir nie etwas hatten." „Im Augenblicke aber setze ich voraus, daß wir uns durch die Veränderung nicht beirren lassen. Wir tagen fort und berathen die Gegenstände der Geschäftsordnung nach wie vor rc., wir berathen fort, bis der Augenblick kommt, wo man uns sagt, ihr tretet ab, dann ist Gewalt da und gesetzliche Mittel gelten nichts mehr. Ich weiß überhaupt nicht, wie man sich durch äußere Umstände so sehr beirren lassen kann. Jeder, der hierher geschickt ist, steht an seinem Platze im Namen des Volkes und behauptet diesen, so lange es möglich ist und legt dem Volk Rechenschaft ab. Man muß sich aber nicht durch Umstände beirren lassen, die noch nicht drohend geworden sind." Der Abg. Wolf ist mit dem Vorredner vollkommen einverstanden. Abg. Hildebrand: Ob das Eingetretene vorausgesehcn sei oder nicht, sei gleichgültig; ebenso verstehe es sich von selbst, daß ein Jeder hier im Namen des Volkes stehe und dessen Freiheiten zu schützen verpflichtet sei. Jetzt aber sei die Versammlung noch im Stande, zu handeln; denn ein Ministerium sei noch nicht gebildet oder ihr wenigstens noch nicht angezeigt; sie habe daher noch die Pflicht, zu verhindern. Sei das Ministerium ihr erst angezeigt und sie nach Hause geschickt, so sei die Zeit zu Handeln vorüber. Er habe deßhalb für seine Pflicht gehalten, den Antrag zu stellen. Der Präsident: Es frage sich, ob es nicht zweckmäßig sei, zur Besprechung der zu ergreifenden Maßregeln eine kurze vertrauliche Sitzung zu halten. Der Abg. Pfeiffer (von Rotenburg) hält eine vertrauliche Besprechung zur Verständigung für nöthig und wiederholt deßhalb seinen Antrag. Der Abg. Hahndorf ist mit der Aussetzung der Sitzung einverstanden, aber gegen die Verwandlung derselben in eine geheime in einem Augenblicke, wo das ganze Land auf die Versammlung sehe; ebenso der Abgeordnete Gräfe, während der Abgeordnete Knobel für Fortsetzung der Sitzung und Berathung der Tagesordnung sich erklärt. Die Versammlung beschließt jedoch mit 23 gegen 20 Stimmen, die Sitzung auf eine halbe Stunde auszusetzen. — Nach deren Wiedereröffnung zieht der Abg. Hildebrand seinen Antrag zurück, weil er in dem vorhin gefaßten Beschluß eine Ablehnung desselben findet. Auf Anregung des Präsidenten wird sodann beschlossen, noch heute den permanenten Ausschuß zu wählen und der Rechtspflegcausschuß mit der alsbaldigen Berichterstattung über die demselben zu ertheilende Instruktion beauftragt. Namens des letzter« erstattet der Abg. v. Schenck sofort den Bericht mit dem Anträge, die bisherige Instruktion mit den nöthigen unbedeutenden Aenderungen beizubebalten. Die Versammlung erhebt diesen Antrag zum Beschluß. Der Landtagskommissar: Die ebengefaßten Beschlüsse könnten vielleicht die Vermuthung begründen, daß eine Mittheilung eingegangen sei, wonach eine Vertagung oder Auflösung der Ständcvcrsammlnng eintreten solle. Er erkläre, daß er eine solche Mittheilung nicht zu machen habe. — Abg. Wolff: Die Ständeversammlung habe jederzeit das Recht, ihren permanenten Ausschuß zu wählen und mache von diesem Rechte so eben Gebrauch. Der Landtagskommissar: Darauf habe er zu bemerken, daß er darüber nichts gesagt habe. — Aus den Vorschlag des Präsidenten beschließt die Versammlung weiter, den Ausschuß wie bisher aus 5 Mitgliedern bestehen zu lassen, und diese in einer nach dem Schluffe der öffentlichen Sitzung zu haltenden vertraulichen Sitzung zu wählen. — Es wird darauf zur Tagesordnung, zunächst der weitern Berathung des Anwaltsgesetzes übergegangen. Nachdem zu §. 4 der auf Gleich- xUung der Ober- und Üutcrgcrichtsanwälte gerichtete Antrag des Abg. Coster nach dem Vorschläge des Ausschusses in der Be
schränkung angenommen ist, daß die Anwälte für alle Geschäfte außerhalb ihres Wohnortes Tagegelder und Reisekosten, vom Gegner ihrer Partei jedoch nur bis zum einfachen Tagesbetrage sollen beziehen können, und zu §. 10 und 29 unbedeutende Aenderungen genehmigt sind, beschließt die Versammlung die alsbaldige Revision und geheime Abstimmung, in welcher das Gesetz, dessen Anfangstermin auf den 1. Mai dieses Jahres bestimmt wird, mit 30 gegen 10 Stimmen angenommen wird. — Der Präsident setzt die Versammlung schließlich davon in Kenntniß, daß die Reverse der neu ernannten Minister im Laufe der Sitzung eingegan- gen seiender theilt deren Inhalt mit. Den Revers des Mi- nisters Hassenpflug, in welchem nur allgemein auf eine Beschwörung der Verfagungsurkunve vom 5*. Januar 1831 Bezug genommen wird, findet er nicht ganz genügend, da der Aussteller bekanntlich in auswärtigem Staatsdienste gestanden, inzwischen aber die Verfaffungsurkunde wesentliche Aenderungen erlitten habe, während doch aus dem Reverse nicht ersichtlich sei, ob er auf seine vor Jahren geschehene oder eine heute vorgenommene Beschwörung der Verfassung Bezug nehme. Er beantragt deßhalb, diesen Revers dem Verfassungsausschusse zur Prüfung zu überweisen, was die Versammlung genehmigt, während sie die anderen 3 Reverse zu den Akten ?u, nehmen beschließt. Die öffentliche Sitzung wird hierauf geschlossen und zu einer vertraulichen übergegangen, in welcher zu Mitgliedern des bleibenden landständischen Ausschusses gewählt worden sind: die Abgeordneten Eberhard mit 29, Schwarzenberg und Schneider (von Kassel) mit 27, Nebelthau und Henkel mit 21 Stimmen.
Anfragen, Nngcn und Wünsche.
Wo ist wohl' bündige Nachricht über den Ausgang der Untersuchung zu erhalten, in welche der Oberhofgerichts-Prä- stdent Hassenpflug zu Greifswald wegen angeblich unrecht verwendeter Staatsbaugelder schon vor etwa neun Monaten gerathen ist?
Die vom ganzen Lande hochverehrten Märzminister sind abgetreten. Eberhard ist nach Erfurt gewählt worden, Wippermann und v. Wintzingerode noch nicht. Möchten die Wahlkreise, welche mit ihren Wahlen noch zurück sind, dieß nicht übersehen! Möchten wir in den nächsten Tagen durch die Nachricht erfreut werden, daß Wippermann am 25. d. in Marburg gewählt sei!
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_ Kurfürstliches Hoftheatcr.
Sonntag den 24. Febr. Romeo und Julie. Große romantische Üper in 4 Auf;., nach dem Italienischen von Friederike Elmcn- rcich. Musik von Vincenz Bellini.
Bei der Redaktion ist eingegangen für die Familie Prüsing zu Nic- dcrgrenzebach von L. S. 2 Thlr., vonZR. 20 Sgr.; — für die Familie Niemeyer zu Gottsbüren von R. 20 «Lgr.____________________________
Berichtigung.
In dcr gestrigen Abendausgabe ist auf pag-, 366 Sp. 2 in einigen Exemplaren nach Finanzkammerdtrektor das Wort „Legationsrath" zu streichen und vor Alexander von Baumbach einzuschalten.
Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Octkcr. — Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.