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tâS mit der Regierung sich in Vernehmen zu sehen. Diese habe die Erklärung abgegeben, daß sie aus den im Laufe der Debatte noch zu entwickelnden Glünden von einem Eingehen in den materiellen Inhalt der mit Baiern, Württemberg und Hannover eingeleilelen Unterhandlungen abschen müsse. Den Mittelpunkt der ganzen Debatte bildete der erschöpfende Vortrag deS Staats Ministers v. Beust über das Verfahren des Ministeriums in der deutschen Verfassungsangelcgenheit, welcher vom Anfang bis zu Ende mit großer Aufmerksamkeit an# gehört -murre. Wir heben einige der prägnantesten Stellen aus dieser etwas schwer verständlichen Rede hervor. Er könne, sagte der Minister, nicht umhin, rücksichtlich des Ausschußbe- richts den wohlthucnkcn Gefühlen, welche er bei dem Lesen desselben empfunden, Ausdruck zu geben, indem in demselben nicht, wie seit vier Monaten ein Theil der Presse, und leider nicht ohne Erfolg, gethan, das Streben bemerkbar werde, das gute Recht Sachsens in den Hintergrund zu drängen. Auch Das habe ihn gefreut, daß in der letzten Sitzung ähnliche Gesinnungen in der Kammer sich kundgegeben hätten. Er habe wohl erwarten können, fuhr er dann fort, daß der Abg. v. Carlowitz seine Anträge mit Wärme vertheidigen werde, er habe auch wirklich nichts gespart, der Regierung Nachthei- ligcs vorzuhalten, doch wahrhaft habe cs ihn, den Staats- minister, überrascht, den Schlußantrag des Abg. v. Carlowitz wegen angeblicher Mißachtung der konstitutionellen Befugnisse der Kammern vernehmen zu müssen. Zu dieser Form - und Principfrage sei in dem Dekrete gar keine Veranlassung vorhanden, indem die Regierung nicht im entferntesten daran gedacht habe, Rechte der Krone zu veräußern, in welchem Fall erst nach §. 2 der Verfassungsurkunve die Erklärung und Zustimmung der Sammern erforderlich wäre. Der Minister geht hierauf zur Proklamation vom 30. Mai v. I. über, in welcher bekanntlich ausdrücklich erklärt wird, daß die Zustimmung der Kammern zu dem Beitritt Sachsens zum berliner Bünd- niß Vorbehalten bleibe. Man dürfe hierbei, meint der Redner, nicht vergessen, daß die Proklamation erlassen worden sei zu einer Zeit, wo daö Land noch zitterte unter den schmerzlichen Erinnerungen an die vorhcrgegangcncn Ereignisse. Da seien Worte der Beruhigung nöthig gewesen und man sehe es der Proklamation an, daß darin die Worte nicht abgewogen worden. Es sei aber auch nur darin gesagt: daß die drei Regierungen sich vereinigt hätten, dem deutschen Volke, nicht ihren Völkern, eine Verfassung zu geben. Erst wenn jener Zweck erreicht sei, liege Veranlassung vor, die Zustimmung der Kammern einzuholen. Was das Ausscheiden des sächsischen Bevollmächtigten aus dem Verwaltungsrath anlangt, so bemerkte der Redner, daß die Stellung desselben immer schiefer, unhaltbar, ja sogar gefährlich geworden und das Verhalten des Vertvaltungsraths von der Art gewesen sei, daß Sachsen nur von seinem guten Rechte Gebrauch gemacht hätte, wenn es damals von dem Bündnisse zurückgetrelen wäre. Aus Rücksichten der Klugheit und mit dem Wunsche, zwischen den übrigen kleinern Staaten, welche dem Bündnisse noch nicht beigetreten, und dem Maibündnisse selbst ein Ver- bindungsmittel abzugeben, sei Sachsen dennoch geblieben. In dieser Beziehung hätte Sachsens Stellung, wenn man sie in Berlin richtig erkannt hätte, sehr wichtig werden können; indem man aber unverrückt auf den engern Bunk zugesteuert sei, habe man die Kluft immer mehr erweitert. Der Anschluß an den österreichischen Protest soll sich nur auf das einseitige Ausschreiben des erfurter Reichstags bezogen haben, nicht jedoch gegen das Bündniß überhaupt gerichtet gewesen sein, wogegen allerdings der Referent Schenk bemerkte, daß cs unbegreiflich sei, weßhalb Sachsen nicht selbstständig einen Protest erlassen habe, wenn es nur teilweise protestiren wollte.
(Schluß folgt.)
Frankreich.
Paris, 17. Febr. Die Aufmerksamkeit des Publikums und die Thätigkeit der Parteien wenden sich immer mehr den bevorstehenden Wahlen zu, und die extremen Ansichten, So
cialismus und monarchische Reaktion, beherrschen fast ausschließlich den Wahlkampfplatz. Für die Mittelpartei, die konstitutionellen Republikaner, die Verfassungsfreunde, die Partei des „Rational", oder wie sie sonst heißen mag, ist kein Platz. Ihre Mitglieder wollen sich nicht zu den Gegnern der Republik schlage» und werden andererseits von den Socialisten, welche ihnen die Junitage von 1848 nicht vergessen können, verschmäht und zurückgestoßen. Die bis jetzt gewählten Abgeordneten der verschiedenen Stadtbezirke von Paris zu dem socialistischen Wahlausschüsse sind ohne Ausnahme Vertreter der extremsten Ansichten. — Das „Bulletin de Paris" sagt nach einer Schilderung der socialistischen Wahlvorbereitungen: „Paris ist ruhig; nirgendwo gibt sich ein Anzeichen von Aufregung kund; aber die Ruhe herrscht nur auf der OberflächeI Die Lehren der Vergangenheit haben nur unzureichende Erinnerungen hinterlassen; ein Funke und der revolutionäre Heerd wird heißer, unversöhnlicher wieder entbrennen. Zum Glücke sind die Regierung und die Partei der Ordnung auf jedes Ereigniß gefaßt." — Nach dem „Napoleon" will der Berg, welcher die von London aus zur möglichsten Feier des 24. Febr. in alle großen Städte abgeschickten Befehle nicht billigt, einige Tage vor dem 24. das Volk in einem Manifest ausserdem , nichts zu thun , was zu einer Unterdrückung oder einem Zusammenstoß führen kann. Zu Paris werden, dem „Napoleon" zufolge, ein Bankett der Transportieren und ein Bankett der Associationen vorbereitet, öffentliche Umzüge aber wahrscheinlich unterbleiben.
Paris, 17. Febr. Der 24. Februar wird hier in Paris allem Anscheine nach ganz ruhig vorübergeben, da die äußerste Linke Alles aufbietet, um die von ihren eigenen Angehörigen bestens bearbeiteten unteren Volksklassen von jedem Schritte abzuhallen, der einen Zusammenstoß mit der bewaffneten Macht herbeisübren könnte. Sie soll auch die Anweisungen Höchlich mißbilligen, welche L. Blanc von London aus an die Führer der ehemaligen Naiionalwcrkstättcn hat ergehen lassen und worin er die Veranstaltung von Feierlichkeiten für den Jahrestag anempfiehlt. Von Obrigkeitswegen wird derselbe gerade so, wie voriges Jahr, bloß durch einen Trauergottesdienst für die Gefallenen gefeiert werden. Auch der Berg will denselben bloß ganz unter sich durch ein Abend-Bankett begehen. Man spricht dagegen schon von einer großartigen Feier des 4. Mai, des Jahrestages der Prokia- mirung der Republik durch die Nationalversammlung. Der ganze Eintrachtsplatz soll in ein großes Amphitheater umgewandelt werden, welches 100,000 Personen zu fassen vermag und in dessen Innern» man römische Spiele veranstalten wird. Am Abend soll durch ein prächtiges Feuerwerk auf den Hohen von Chaillvt der Uebergang Bonapane's über den St. Bernhard dargestcllt werden.
Italien.
Turin, 14. Feb. Heute bringt die officiclle Piemontcser Zeitung den in französischer Sprache abgefaßten Friedcnsvcr- trag mit Oesterreich. __________________________________
"Hrsenberite.
Berlin, 19. Febr. Preuß. Freiw. Ant.: Brief 105^, Geld--.
St. Schuld-Sch.: Brief 88 Geld 87'/,. Seeh.-Prnm. Sch.: Brief 10374, Gelb: 103'/4. Kurl). Pr. O. 40 Thlr.: Brief —, Geld —. Fr.. Wilh.Nerdb. 423/4 a 43 be;. Pribr.Akt. 99'/2 B.
W i e n, 17. Febr. Met. Spree. 951/,, '/,„ 95. 4'/,prec. 84'/,, '/,„ 84.
Deknnntmachungen.
(133) Bürgervercin.
Freitag den 22. d. M. wird Herr Direktor Philippi über die Zunahme Der Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten, namentlich in Deutschland, sprechen.
[134] Eine in der neuen Wilhelmshöher Allee wohnende Familie wünscht junge Mädchen in Pension zu nehmen. Dieselben können in französisch, englisch, deutsch, Klavierspielen und Handarbeit, wie auch im Kochen, Unterricht erhalten, oder im Anschluß an hiesige Schulen Beaufsichtigung finden. Anfragen bittet man unter Adresse A. A. an die Exp. d. Bl. zu richten.
Bckâwortlicher Hcrauögrberr Fr. Oetker. — Sebastian: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.