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gende Legitimation aufweiscn, auf der Landstraße ein, liefert sie als ihr Kontingent ab und erspart dadurch ihren Ge- mcindcglicdcrn die Erfüllung ihrer Militärpflicht. Die heutige österreichische Korrespondenz theilt in Bezug hierauf Folgendes mit, was zugleich als Muster des österreichischen Slyls gelten kann: „Bekanntlich erfloß im Sommer v. I. eine Verord­nung, wonach paßlose Individuen auf Rechnung des Rekru­tenkontingents jener Gemeinde, wo sie ergriffen wurden, as- sentirt werden können. Der Vagabouderie, die zuweilen selbst mit politischen Umtriebeleien sich befaßte, ward damit eine Schranke gesteckt, die sich im Ganzen so nützlich erwies, daß nunmehr die Verordnung auch auf Tyrol, Ungarn, Sieben­bürgen, Kroatien, Slavonien und die Wojwodschaft auszudeh­nen für gut befunden worden ist."

Wien, 15. Februar. Die Wiener Zeitung bringt heute das Gesetz zur Durchführung der Grunventlastung in Oester­reich ob der Ens. Diese Grundentlastung ist eine der weni­gen Leistungen, aber eine unschätzbare Wohlthat, welche dem ersten österreichischen Reichstage zu verdanken ist. Oesterreich verdankt den Triumph dieser Idee dem Abgeordneten Kudlich, der, wie beinahe Alle, welche sich gerechte Ansprüche an die Dankbarkeit des Volkes gewonnen haben, von dem gegenwär­tigen Ministerium verfolgt ist. Daß er in der bewegten Zeit des Oktobers 1848 sich wie tausend Andere zu unüberlegten Handlungen binrcißcn ließ, liefert den Vorwand, welcher gegen ihn geltend gemacht wird. Nach der Grunventlastung werden für die meisten Lasten den Berechtigten zwei Drittel des zwan­zigfachen jährlichen Werthes, ein Drittel von dem Verpflich­teten, ein Drittel vom Staate vergütet. — Die Landesver­fassungen der Grafschaft Goertz und Gradiska und der Mark­grafschaft Istrien werden durch das neueste Reichsgesetzblatt kundgemacht. — Bei Stuhlweißenburg ist ein Transport von 400 assentirten Honvcds echappirt und hat sich in die Wälder von Both und Neysa geworfen. Es sind mehrere Truppen- abtheilungen ausgeschickt worden, auf die Flüchtlinge — Jagd zu machen.

— Die auswärtigen Blätter erregen hier viel Verdruß. Sogar die unter kaiserl. russischer Censur erscheinende War­schauer Zeitung äußert sich in wenig schmeichelhafter Weise über die Verfolgungen gegen die sogenannte freie Presse, wie sie das Zeitalter Schwarzenberg in der Geschichte melden wird als eine Parallele zu den Hexenprocessen vergangener Jahrhun­derte. — Nachrichten aus Konstantinopel behaupten, die eng­lische Regierung habe unumstößliche Beweise in Händen, daß die Insurrektion auf den ionischen Inseln durch Hetärien her­beigeführt wurde, die mit der griechischen Regierung in Ver­bindung standen, und daß Rußland unter verschiedenen Ver­kleidungen Marineofficiere nach den griechischen Inseln geschickt habe, alle zum Dienste tauglichen Seeleute zu verzeichnen, Deren Anzahl soll 25,000 sein und Rußland in den Stand setzen, cs zur See gegen England aufzunehmen. (D. R.)

Wien, 16. Febr. Die Ankunft des Fürsten Windisch- grätz, die solenne Ankündigung derselben durch die halbosfi- cielle Wiener Abendzeitung, sowie dessen Absteigen bei dem Fürsten Schwarzenberg steigert das Interesse, welches sich an dessen Berufung knüpfte, auf das Höchste. Ueber den eigent­lichen Zweck seines Hierseins herrscht ein vollständiges Dun­kel, doch bringt man es allgemein mit dem Entwürfe des un­garischen Landesstatuis in Verbindung. Der Leitartikel der „Reichszeitung" von heute scheint von einer ähnlichen Kombi­nation auszugehen, welche aber der ganzen Fassung des Arti­kels nach einer Furcht viel ähnlicher sieht, als einer Hoffnung. Eine dunkle Nachricht über Demonstrationen in Triest, wovon aber auffallender Weise alle Blätter schweigen, welche am Fa­schingsdienstag Statt gefunden haben sollen und eine politische aber nicht sehr loyale Farbe trugen, haben auf die Börse beunruhigend gewirkt. (D. R.)

* Frankreich.

. Paris, 16. Februar. Die kernhafte Art, wie der rregsminister heute den Maßlosigkeiten der Linken begegnete

und die militärischen Maßregeln vertrat, machte einen tiefen Eindruck. Er erklärte, cs sei unmöglich, die Tribüne ärger zu mißbrauchen, als es von der Linken geschehen. Man möge doch bedenken, daß der geschmähte Präsident eben so allmäch­tig, als die Kammer, daß er soeben noch aus dem allgemei­nen Stimmrechte hervorgegangen sei. Was die Sache selbst betreffe, erklärte er, dem Vorredner nicht auf das Gebiet sei­ner seltsamen Hypothesen folgen zu können. Erkläre er sich deutlicher, so werde ich ihm Rede stehen. Die Regierung hat das Recht und die Pflicht, die Streitkräfte aufzustellen, wie es die öffentliche Sicherheit erfordert. Sie wird sie allerdings brauchen, brauchen gegen die Faktionen, welche die Freiheit bedrohen. Die Regierung ist es, welche die Freiheit schützen wird und sich zu diesem Ende gerüstet hat. Glaubt Ihr, die Regierung werde sich einschläfern lassen? diesen Gefallen wird sie Euch wahrlich nicht erzeigen. „Wir sind", schloß General d'Hautpoul, „wir sind bereit; Ihr könnet jetzt anfangen, wenn Ihr wollt." Es gab einen furchtbaren Lärm. Auf die Frage des Präsidenten, wen er meine, besteigt der Kriegsminister nochmals die Tribüne und erklärt: ich meine die Männer, welche am 15. Mai diese Versammlung stürmten, welche am 24. Juni ein Blutbad in diesen Straßen begannen, welche am 13. Juni die Majorität dieser Versammlung für vogelfrei erklärten. Donnernder Beifall folgte seiner Rede. Die Ta­gesordnung ward mit großer Mehrheit beschlossen.

Paris, 17. Februar. Der „Napoleon", das Lieblings­organ des Elysee, bringt Folgendes über die Schweizerfrage: „Was auch die Journale sagen mögen, die Unabhängigkeit der Schweiz ist nicht bedroht, und Frankreich wird erforder­lichen Falles ihr Achtung verschaffen, so lange die helvetische Republik selbst das Völkerrecht und die Verpflichtung, gute Nachbarschaft zu halten, achten wird." Der „Napoleon" be­richtet, daß der Kaffer von Rußland in seinem Schreiben den Kaiser Napoleon „theuerster Freund und Bruder", Lud­wig XVIII. und Karl X. „theuerster Bruder und Freund", Ludwig Philipp „durchlauchtigster, vortrefflichster und mächtig­ster Bruder" ohne weiteren Zusatz genannt habe. „Und jetzt", setzt das Blatt mit nicht geringer Eitelkeit hinzu, „schreibt der Czar an den Präsidenten der Republik: „unser großer und lieber Freund."

Paris, 17. Febr. Mazzini hat die Schweiz verlassen und ist auf französischem Boden eingetroffen, um nach Eng­land durchzureisen. — Die Montagne hat heute beschlossen, bei jeder Votirung einer konlre- revolutionären Maßregel von der Tribüne herab einen Protest zu verlesen. (Wes.-Z.)

Börsenberichte.

Frankfurt, 19. Febr. 5pEt. Met.: Papier 83'/,, Geld 83. 4%pSt. : Pap. 727/8, ®. 72%. Bankaktien: Papier 1280, G. 1175. 500 fl. Loose: Pap. 147, G. 146'/a. 250 fl. Lohse: Pap. 94'/2, G. 94. Bad. 35 fl. Loose: ^ap.32%, G. 32'/,. Hess. 40 Thlr. Loose: Pap. 32’/,, G. 32%. Großh. Hess. 50 fl. Loose: Pap. 72%, G. 72%. Poln. 500 fl. Loose: Pap. 80%, ®. 80%. Frdr.-Mlh.-Nordbl: Pap. 43%, Ä. 43%. Bexbach : Pap. 83, G. 82%. Köln - Minden : Pap. 95 , G. 94%. 3pCt. inländ. Span.: Pap. 29%, ßj. 29*/4. 4'/2p@t. Wnrt.: Pap. 95%, G. 95%. 5pEt. Bad.: Pap. 99%, G. 99'/,. 5pCt. Nass.: Pap. 103, G. 102%. 5pCt. Belg.: Pap. 97%, G. 97%.

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Jekanntmachungen.

[131] Für eine stille Familie wird in der Oberneustadt oder deren Nähe eine Wohnung (im Preise zu jährlich 60 bis 100 Thlr.) gesucht. Nähere Auskunft bei der Epp. d. Bl.

[132] Den gestern nach langem schwerem Leiden erfolgten Tod des Repositars August Selig zeigen theilnehmenden Verwandten und Freunden hierdurch an

Die Hinterbliebenen.

Kurfürstliches Hoftheater.

Donnerstag den 21. Febr. Die Zigeunerin. Oper mit Tanz in 3 Aufz., nach dem Englischen von J. Kupelwieser. Musik von M.

W. Balfe.

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.