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Krankheit wieder hergestellt. — Der Verwaltungsrath gedenkt, wie die Spen. Z. berichtet, vierzehn Tage vor dem Zusammentritte des Reichstages nach Erfurt zu übersiedeln. — Die Vossische Zeitung berechnet, daß der Kontinent etwa 20 Mill. Pfv. Sterling während der letzten Revolutionen nach England gerettet habe, von denen ein beträchtlicher Theil auch bei Privaten untergebracht sei.
Frankfurt, 16. Febr. Hr. v. Könneritz, welchen die sächsische Regierung zu ihrem Bevollmächtigten bei der Bun- dcsccntralkommission ernannt hat, ist in Frankfurt eingetroffen. Der Württembergische Bevollmächtigte, Hr. v. Reinhardt, wird in Len nächsten Tagen hier anlangen. (D. A. ZJ
Frankfurt, 16. Februar. Der von der gesetzgebenden Versammlung zur Berichterstattung des in ter deutschen Frage gestellten Antrags niedergesetzte Ausschuß wird sich seines Auftrags so rasch als möglich zu entledigen suchen, und möglichen Falls schon nächsten Mittwoch Bericht erstatten. Man glaubt es aber schon jetzt keinem Zweifel unterziehen zu dürfen, daß der Antrag der Mehrheit des Ausschusses auf sofortigen Beitritt Frankfurts zum Bündnisse vom 26. Mai lauten werde.
(D. 3 )
Frankfurt, 17. Febr. Se. königl. Hoheit der Prinz von Preußen beehrte gestern Abend mit seiner Gegenwart eine glänzende Abendgesellschaft beim fön. preuß. Konsul M. v. Bethmann. — Meycrbeer's „Prophet" wird am 25. d. M. auf hiesiger Bühne zur Aufführung kommen. (F. I.)
Darmstadt, 16. Febr. Das Justizministerium bat die ihm untergebenen Behörden angewiesen, „La in dem Namen „freie GcmcinLe" ein Anspruch liegt, welchen Lie evangelische Landeskirche nicht zuzugeben Ursache hat, vielmehr diese sich mit gutem Grunde weit mehr wahre Freiheit zuschreiben kann, als solche der Parteileidenschaft unterworfene Genossenschaften," in ihrem Verkehr mit solchen Gemeinden sich jenes von ihnen gewählten Namens zu enthalten und dafür lediglich einen die Sache einfach bezeichnenden, z. B. der religiöse Verein unter Leitung des N. N., zu gebrauchen.
In Heidelberg wurde bei der heutigen Ergänzungswahl für Len Stadtbezirk Staatsminister v. Dusch und Ge- meindcraih Schaaf und für die Aemter Wiesloch und Neckargemünd Geh. Referendar Junghanns in Karlsruhe gewählt. In Mannheim fanden ebenfalls zwei Ergänzungswahlen statt. Sie fielen auf den Staatsrath Bekk und auf Len Bürgermeister Reiß. Wie wir hören, hat Bassermann die Kreuznacher Wahl für Erfurt angenommen.
München, 15. Febr. Nach einer vierstündigen Abend- sitzung nahmen die Abgeordneten heute den Art. 1 des Preß- strafgesctzes in der vom Ausschuß vorgeschlagenen Fassung an: „Die strafrechtliche Verantwortlichkeit für den Inhalt einer Schrift tritt ein, sobald dieselbe veröffentlicht, ausgestellt oder sonst in Umlauf gesetzt ist. Die Strafbarkeit derjenigen Personen, welche zur Herstellung eines strafbaren Preßerzeugnisses oder zu dessen Veröffentlichung in einer oder der anderen obengenannten Weise mitgewirkt haben, wird nach den allgemeinen strafrechtlichen Vorschriften bemessen." Morgen Abend wird die Berathung fortgesetzt. Man spricht von Ler Möglichkeit, daß morgen das Judenemancipationsgesctz vom Ministerium zurückgezogen w^rde.
9Jiiineben, 15. Febr. Die Kammer der Reichsrätbe hielt heute Berathung über das Judenemancipationsgesctz bei dicht besetzten ZuhörerrÜumen, und gelangte dahin, daß die Debatte geschlossen und die Schlußäußerung des Referenten, wie die allcnfallsigen der Staatsminister auf morgen vertagt wurden. Soviel bis jetzt mit einiger Wahrscheinlichkeit entnommen werden kann, dürfte der Antrag Les Ausschusses — auf Verwerfung Les Gesetzentwurfes — Lie Majorität Ler- Kammer für sich erhalten.
Oesterreich.
Wien, 12. Febr. (D. R.) Wer ein Urtheil über frie hiesige Stimmung gewinnen will, Ler hatte heute vollständige Gelegenheit dazu. Die rückständigen Posten haben uns die Nachricht von einer Erneute in Paris gebracht, man sah hierin nur den Vorläufer einer Revolution und erwartet,
morgen etwas Entscheidendes zu hören. Wir glauben übrigens, daß dieß Entscheidende mehr in unserer Nähe als in der Ferne zu suchen ist. Die Nachrichten aus den verschiedenen Theilen Ungarns sind so ungünstig, als sie bei Anwesenheit einer großen Armee sein können, und aus Italien folgen sich dringende Schreiben des gOömarfcbaUtt um Vermehrung der Truppen. Als eine ungünstige Thatsache muß auch der furchtbare Zudrang der Slaven zu dem Staatsdienst betrachtet werden. Schon vor dem März 1848 waren die weiften und höchsten Staatsämter durch Liese kriechende Race erschlichen, jetzt machen sie ihr zudringliches Sollicitantenwesen namentlich in Ungarn geltend, während die Magyaren noch immer jede Anstellung abiebnen und die Deutschen, welche schon angestellt sind, mit Sehnsucht wieder in die Heimath zurückblicken.
Aus Innsbruck wird von blutigen Streitigkeiten zwischen Len Soldaten verschiedener Regimenter geschrieben. Ein Ball soll der Anlaß gewesen und 30 Mann mehr oder weniger stark verwundet sein. Die Unzufriedenheit im Heere scheint übrigens um sich zu greifen. Ist es an und für sich schwer, große Truppenkörper müßig zufrieden zu erhalten, so sind die Elemente, welche aus Der ungarischen Revolution unserer Armee zugcflosscn sind, zur Befestigung ihrer Loyalität nichts weniger als günstig. Die Truppenmärsche, welche zur Bildung des böhmischen Armeekorps in der härtesten Jahreszeit Statt gefunden haben, kosteten viele Menschenleben und waren nicht geeignet, als Probe jener Fürsorge zu dienen, welche sonst so leicht die Dankbarkeit und Anhänglichkeit Der Soldaten erweckt.
Wien, 12. Febr. Die Wiener Ztg. bringt Die Ernennung des Dr. C. G. I. Jacobi aus Berlin zum außerordentlichen Professor Der Mathematik. Es ist dieß insofern eine Anerkennung Der politischen Grundsätze dieses Herrn, als sie der gegenwärtigen preußischen Regierung feindlich sind. Sein provisorischer Vorgänger Dr. Brettl, einer der tüchtigsten Männer dieses Faches, welcher freilich nur als Supplent an- gcstellt war, ist schon vor mehreren Monaten seiner freisinnigen deutschen Richtung wegen des Amtes entsetzt worden, und revigirt gegenwärtig Die Neue Salzburger Zeitung, ein Blatt, welches unter den liberalen Blättern zu den besten gezählt werden muß.
Wien, 14. Februar. Unter Den Veränderungen, welche das kaiserl. Patent im Strafgesetze einführt, ist noch bemer- kenswerth, daß Die Strafe Der öffentlichen Arbeit — politische Verbrecher konnte man in Olmütz mit Ketten die Straßen kehren sehen — abgeschafft ist, auch soll in Folge der Glaubensfreiheit das Prvselytcnmachen nicht mehr bestraft werden, nur Die Verleitung zum Unglauben gilt Hrn. v. Schmerling noch als strafwürdig, irgend ein Glauben muß bei guten Staatsbürgern erhalten werden. — Vom Kriegsgericht Arad bringt Die Wiener Zeitung abermals 17 Urtheile , worunter 8 zum Tode, welche Strafe jedoch im Wege der Haynau- schen Gnade auf 16 Jahre FestungSarrcst verwandelt worden ist. — Ein officieller Artikel in der Wiener Zeitung bemüht sich zu rechtfertigen, wie Der Handelsminister mit keinem Gesetze regieren könne, welches er nicht selbst mache, und wie Laber sein Benehmen bezüglich Der Handelskammer Recht und Pflicht sei. — Für den Maria-Theresia Orden — zu welchem sich Die Tapfersten selbst zu melden haben, sind 131 Bewerber vorgemcrkt. — Die Festung Ofen soll binnen Jahresfrist wieder aufgebaut werden. — Der Bischof von Großwardein hat im Namen der romanischen Nation eine Art Protest gegen Die Grenzen Der neuen Woywodschaft Serbien cingereicht, welche die in Oesterreich wohnenden Romanen noch mehr zersplittern. — Der „Union" wird geschrieben, daß Fürst Metternich Ende März auf seiner Herrschaft Pleß in Böhmen eintreffen werde. — Die Verfassung für Tyrol und Vorarlberg hat namentlich bei den Nichtdcutschcn große Unzufriedenheit erregt, um so mehr, als ihren Trennungsgclüstcn früher geschmeichelt wurde.
Dänemark.
Kopenhagen, 13. Febr. In Ler heutigen Sitzung