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sie ihm das Steuer, die Segel, die Taue und behindert un- discixlinirt alle Bewegungen. Wenn das Schiff nicht in den Hafen gelangt und unter der unaufhörlichen Drohung des Schiffbruches hin und herschwankt, wessen Schuld ist dieß dann? Die des Kapitäns, der aller Mittel zum Handeln beraubt ist, oder die der Mannschaft, die gegen sich selbst kon- spirirt? Dieß ist das Bild des Volkes, das zu gleicher Zeit die Gewalt gibt und, ohne es zu wollen, deren Ausübung lähmt, Verbesserungen verlangt, die nur mit der Ruhe zu verwirklichen sind, und selbst die Instrumente der Unordnung schmiedet, ein neues Oberhaupt erwählt, das es verantwortlich will und ohnmächtig macht. Dieß ist die Gefahr, in die eine verlängerte Abirrung das Land mehr und mehr verstricken wird. Mögen daher die Wähler betenken: Wenn die Gesellschaft nur durch die Regierung gerettet werden kann (und durch wen könnte sie cs sonst?), so mögen sie dieselbe stärken, so mögen sie Repräsentanten ernennen, die entschlossen sind, dem Präsidenten der Republik in seinem festen und redlichen Gange zu folgen, und die gegen ihn weder die Uebertreibungen des Unmöglichen, noch die Sehnsucht nach dem Unwiederbringlichen aufregen." — In einem Artikel, worin die Umtriebe gewisser Journale zur Erschütterung der Eintracht zwischen dem Präsidenten der Republik und dem General Chan- garnier (die, wie erklärt wird, niemals gestört worden sei) scharf getadelt werden., heißt es sodann geradezu, daß die heftigsten Feinde des Präsidenten der Repubiik außer den Socialisten die exaltirten Legitimisten seien, welche letztere geradezu „weiße Anarchisten" genannt werden. — Weiter unten folgt eine Erklärung, die nicht verfehlen kann, großes Aussehen zu erregen: „Einige Journale haben kürzlich wie zur Warnung für die Regierung gesagt, KarlX. und Louis Philipp haben auch ein ergebenes Ministerium und Heer gehabt und seien doch gefallen. Dieß ist wahr. Allein Karl X. und Louis Philipp waren nicht durch die Nation erwählt worden und waren überdieß auch nicht, wie der Präsident der Republik, entschlossen, die Armee niemals im Stiche zu lassen und sich lieber in ihrer Mitte tödten zu lassen, als noch einmal das Exil anzunehmen." — In Bezug auf die Stellung des Präsidenten der Republik zu den fremden Mächten sagt der „Napoleon": „Seit einem Jahre hat die Regierung der Republik gegen die fremden Mächte die strengste Neutralität beobachtet. Ohne irgend Jemandem entgegen zu kommen, allein gegen Alle wohlwollend, hat sie durch diese würdevolle Unabhängigkeit, die einem Lande wie Frankreich geziemt, mehr Achtung und Ansehen gewonnen, als die vorige Regierung während ihrer ganzen Dauer. Rußland, das an Louis Napoleon die diplomatischen Notifikationen richtet, die es der Regierung Louis Philipp's verweigerte, welches das auf den Russen haftende Verbot, Frankreich zu bewohnen, aufhebt, und England, das in der griechischen Frage die Vermittelung der französischen Regie
rung annimmt, zeigen den Werth, den sie auf ein gutes Einvernehmen mit uns legen, und ihre ganze Ergebenheit gegen unsere Regierung." — Man liest ferner im „Napoleon": „Die vor einigen Tagen umlaufenden Gerüchte von einem Staatsstreiche haben die Repräsentanten der Bergpartei bestimmt, sich mit der Organisation der Steuerverweigerung zu beschäftigen für den Fall, wo sie noch einmal entscheiden würden, daß die Verfassung verletzt sei. Im Elsaß und in Burgund hat man bereits diese Organisation begonnen. Dort ist es besonders der straßburger Professor der Medicin Kuß, der sich damit befaßt hat. Man zählt viel dabei auf die Mitglieder der Solidarite Republicaine." — Die Wahl des Obersten Edgar Ney im Charente-Departement betrachtet der „Napoleon" als einen Beweis von der ungeschwächten Popularität des Präsidenten der Republik. Es sei eine Thatsache, fügt er hinzu, daß jedes Mal, wenn bei den Wahlen ein Kandidat auftrat, dessen Name mit dem Kaiserthum im Zusammenhänge stand, und dessen Ergebenheit für den Präsidenten der Republik nicht zweifelhast war, derselbe über seine Gegner mit einer großen Majorität gesiegt habe. — Der Unterrichtsminister hat nach dem „Napoleon" das Associationslokal der socialistischen Lehrer und Lehrerinnen schließen lassen, weil dieselben zu ihren Lehrkursen keine Ermächtigung von der Universität hatten. Diese seien auch nur von 19 Zöglingen, größtentheils Erwachsenen, besucht gewesen. (K. Z.)
Börsenberichte.
Frankfurt, 13. Februar. 5pCt. Mett: Papier 84, Geld 83'/.. 4%pSt. : Pap. 73%, G. 73'/,. Bankaktien: Papier 1200, G. . 500fl. Loose: Pap. 147'/., G. 146%. 250 fl. Loose: Pap. 94, G. 93'/,. Bad. 35 fl. Loose: Pap. 32%, G. 32%. Hess. 40 Thlr. Loose: Pap. 33*/4, G. 33. Großh.Heff. 50 fl. Loose: ^ap. 72%, ®. 72%. Poln. 500 fl. Loose: Pap. 81, G. 807«. Friedr.-Wilh.-Nordb.: Pap. 44'/,, G. 44'/.. Berbach: Pap. 837«, G. 83'/.. Köln-Minden: Pap. 96%, G. 96. 3pCt. inländ. Span.: ^np. 29%, ®. 29%. 4%pGt. Würt.: Pap. 95'/., G. 95%. 5pCt. Bad.: Pap. 99%, G. 99. 5pCt. Nass.: Pap. 103, ®. 102%. 5pGL Belg.: Pap. 97%, G. 97%.
Dekanntlnachungen.
[118] Nachdem in Gemäßheit des Gesetzes vom 10. December 1849, betreffend die Wahlen der Abgeordneten zum Volkshause des nächsten Reichstages, am heutigen Tage von den Wahlmännern des Wahlkreises Eschwege
Herr Oberpostmeister N e b e l t h a u zu Kassel mit 54 von 91 Stimmen zum Abgeordneten des Volkshauscs gewählt worden ist, so wird dieses hierdurch bekannt gemacht. Eschwege, am 14. Februar 1850.
Der Bezirks-Vorstand
Volmar.
vdt. Bücking.
Die Industrie-Ausstellung in Leipzig während der Ostermesse 1850 betreffend.
Mit dem Jahre 1850 ist wieder ein Zeitraum von fünf Jahren seit der letzten sächsischen JnvustrieAusstel- lung verflossen; es ist daher im Jahr 1850 abermals eine solche zu veranstalten.
Da während der Leipziger Messen fast alle einer solchen Ausstellung günstigen Umstände zusammentreffen und gerade während der bevorstehenden Ostermesse die neuerbaute, zu diesem Zwecke besonders geeignete Central Hal le des Herrn Stadtrath Lurgenstein zur Verfügung steht, so bat sich das K. S. Ministerium des Innern entschlossen, die Industrie- Ausstellung des Jahres 18 5 0 in Leipzig Statt finden zu lassen, auch ist demselben dafür die kräftige Mitwirkung der städtischen Behörden zugesagl worden. Die besondere Geräumigkeit des zu Gebote stehenden Lokals, die für solchen Zweck äußerst günstige Lage Leipzigs und der nicht minder vortheilhafte Zeitpunkt der Messe machen es aber möglich, diese Ausstellung auch den Producenten aller andern deutschen Staaten
zu öffnen. Die unterzeichnete Kommission hofft daher, daß ein zahlreiches Einsinden der Produkte der gesummten deutschen Industrie die Herstellung eines möglichst vollständigen Bildes derselben ermöglichen werde.
Die näheren Bestimmungen über diese Industrie-Ausstellung werden nunmehr in Folgendem zur allgemeinen Kenntniß gebracht.
i) Die Ausstellung selbst findet vom 1. April 1850 ab acht Wochen lang zu Leipzig in der daselbst neuerbauten „Centralhalle" Statt.
2) Zulässig zu dieser Ausstellung ist jedes deutsche Industrie-Erzcugniß, sobald es nach Qualität und Preis geeignet ist, den dermaliqen Standpunkt des betreffenden Produktionszweigs iu bezeichnen.
3) Ausgeschlossen sind': s 3 s
a) Erzeugnisse der schönen Kunst im engern Sinne.