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tiefem ersten Feuer aussetzen, sondern Lie Politik des großen Fabius beobachten mögen, der bekanntlichZaudern" für Hanteln" hielt. Platz ist zuletzt für Alle, und die Erfurter werten balt erkennen, taß die Zukunft ter Gegenwart opfern nicht die Sache der Weisen ist.

Köln Für Vie bevorstehende Fastenzeit hat der Erzbi­schof von Köln nach alter Sitte einen Hirtenbrief erlassen, der mit gewandter Feder die Gräuelseenen des verflossenen Jahrs schildert und als die Quellen desselben Irreligiosität, Hoch­muth und Eigendünkel bezeichnet. Auch die Kommunisten be­kommen ihren Theil. Von ihnen heißt cs: Es kamen die Verkündiger neuer Lehren. Sie predigten ein neues Armen- Evangelium, nicht zur Erlangung des Himmelreichs in Ge­duld und Entsagung, sondern zur Gemeinschaft und Theilung der Erde durch Raub und Plünderung. Sie wollten das verlorene Paradies dadurch wiedergewinnen, wodurch es ver­loren ging, durch Sinnenlust und Abfall von Gott.

Braunschweig, 12. Februar. (D. R.-Z.) Unserer Abgeordnetcnversammlung ist heute der mit Preußen abge­schlossene Vertrag über den Anschluß des braunschweigischen BundestruppewKonnngents an die preußische Armee vorgelegt.

Detmold, 12. Febr. Zum Abgeordneten für das Staa­tenhaus des Erfurter Reichstages hat der Landtag soeben den Geheimen Regierungsrath Piverit einstimmig erwählt.

Oesterreich.

Wien, 10. Februar. Die zwischen Oesterreich, Preu­ßen, Baiern und Sachsen zum Behufe der Erleichterung des Grenzverkehrs abgeschlossene Konvention ist durch Austausch der betreffenden Ministerialerklärungen am 27. Dccbr. v. I. zu München vollzogen worden und bereits am 7. v. M. in Wirksamkeit getreten. Die wesentlichsten. Bestimmungen derselben sind folgende: Rohes Leinengarn zur oder von Der Bleiche aus - oder eingeführt, ist sowohl bei der österreichi­schen, als der Vereinszolllinie abgabenfrei. Dasselbe gilt von der Einfuhr rohen Garns zum Verweben nach Oesterreich ; die fertige rohe Leinwand ist auch jenseits zollfrei. Den Zoll­ämtern ist aufgetragen, in Betreff der diesfaUigen Artikel ge­naue Kontrole zu pflegen. Zollfrei dürfen ferner eingeführt werden: Wirthschaftsvieh und Wirthschaftsgeräthe, die Aus­saat, Ackerbau- und Vichzuchterzeugnisse, welche von den Ei­genthümern nachweisbar nach gleichfalls ihnen zugehörigen Aufdewahrungsorten jenseits der Zollgränze gebracht werden; die Aussaat auf den Exportanten selbst gehörige, jenseits der Zollgränze liegende Felder, ferner Dungasche, gemeiner Bau­sand, Bäume, Sträucher, Bienenstöcke, Eier, Flachs und Hanf in Wurzeln, Getreide, Oelsamen, Hanf rc., einem hier nach­weislich bloß zum Vermahlen und Verkleinern ein- und aus- gesührt werden, um nachher wieder zurückgebracht zu werden, rc. rc., endlich alle Gegenstände, bei denen die Zollabgabe in Oesterreich 1 kr. CM. nicht übersteigt und im Zollvereine 6 Silberpfennige nicht erreicht.

Großbritannien.

London, 9. Febr. Zn Colchester wurde der Kandidat der Protektionisten, Lord John Manners, mit 622 Stimmen zum Parlamentsmitgliede erwählt. Der Kandidat der Free- traders, Hr. Wingrove Cooke erhielt 402 Stimmen. Für Windsor wurde der Generalprokurator von Irland, Hatchcll, gewählt.

Frankreich.

Paris, 10. Febr. Das Organ der Partei Odilon Barrot, lOrdrc", verficht heute entschieden eine Allianz Frankreichs mit Oesterreich im Gegensatze mit der bekannten Hinneigung L. Napoleons und des Ministeriums vom 31. Oktober zu einer preußischen Allianz. Er hebt dabei die Gemeinsamkeit der Interessen, die geographische Lage und denliberalen" Gcist des Ministeriums Schwarzenberg, der den Metternich- schen Absolutismus verdrängt habe, besonders hervor. Die Abgeordneten der National-Werkstätten protestiren öffentlich gegen die von ministeriellen Blättern ausgegangene Behaup­tung, daß sie auf L. Blanc's Anstiften beschäftigt seien, für den 24. Februar eine Kungebung der Arbeiter zu veranstalten. " ann übrigens sehr gespannt darauf, ob und wie die Re­

gierung den 24. Februar feiern lassen wird. Für jetzt hat Paris ein ganz friedfertiges Ansehen. Die Verhöre haben ergeben, daß unter den am Montage Verhafteten nur 50 be­gnadigte Juni - Insurgenten sind. Der Orleanistenverein der Straße Taitbout hat ein anderes Lokal bezogen, weil ihm fein bisheriges von Der Besitzerin aus Furcht, daß es bei Volksunruhen zerstört werden möchte, gekündigt ward. Nächstens lassen Die Liquidatoren Ludwig Philipp's 50,000 Pfund Scherben von Spiegeln verkaufen, welche während Der Februartage in den königlichen Schlössern zertrümmert wur­den. Die socialistisch gesinnten Schullehrer werden fort­während in Massen abgesetzt. In einem Dorfe des Jura kam es bei diesem Anlasse zu einer Kundgebung für die rothe Republik.

Das Meininger Tageblatt hat vor einigen Tagen aus Paris Die telegraphische Depesche erhalten, daß Louis Na­poleon zum König der Franzosen ausgerufen worden sei.

(Dorfz.)

Paris, 10. Fcbr. DerNapoleon" tritt heute wieder viel entschiedener auf, als die beiden letzten Male. Wir ge­ben einen vollständigen Auszug der bemerkenswerthesten Artikel aus der eben erschienenen Nummer. Obenan steht ein Mani­fest an die Wähler, die am 10. März neue Volksvertreter zu ernennen haben. Es wird ihnen die Frage gestellt, ob sie wieder unter den erbitterten Feinden der Negierung ihre Repräsentanten suchen.Wenn das Volk damit den Aposteln einer antisocialen Religion eine neue Weihe zu ertheilen ge­denkt, so ist es deren Narr und wird ihr Opfer sein; wenn bas Volk der Regierung damit eine Kriegserklärung hinwerfen will, so ist es unvernünftig und toll, denn der Widerstand wird stärker sein, als der Angriff; cs ist besonders ungerecht; Denn was hat denn eigentlich diese Regierung gethan ? Wel­ches ist ihr Verbrechen? Durch die verderbliche Gewohnheit, Alles mit der Regierung in Verbindung zu bringen, macht man unaufhörlich das Staatsoberhaupt für das Uebel, das geschieht, und für das Gute, das nicht geschieht, verantwort­lich. Man thäte dieß mit Recht, wenn dasselbe einer unbe­dingten Freiheit im Handeln genösse. Allein was kann ohne die Nationalversammlung Der Präsident, dessen Einfluß nicht einmal so weit geht, daß er die Gesetzgebungsarbeiten be­schleunigen könnte, der Präsident, dessen Vorschläge von Der populärsten Nützlichkeit häufig in Den entgegengesetztesten Rei­hen auf Hindernisse stoßen? Wenn daher die nöthige Ein­tracht zur Vollbringung des Guten zwischen den beiden Staatsgewalten nicht geherrscht hat, ist es dann gerecht, der Regierung die Schuld aufzubürden? Von zwei Dingen eins: entweder verlangen Die Wähler nach einer neuen Revolution, und dann mögen sie Repräsentanten wie deren Vorgänger er­nennen Die Gesellschaft hat im Voraus ihre Maßregeln ergriffen; oder sie wünschen die versprochenen Verbesserungen und dann mögen sie die Unruhstifter verwerfen. Der Fort­schritt ist unverträglich mit der Unordnung. Die Regierung, die man um ihre eigene Stabilität besorgt macht, Die man in Den Gedanken an ihre eigene Vertheidigung hineindrängt, hat weder Zeit noch das Vermögen, die Leiden des Landes zu heilen und heilsame Reformen zu vollbringen. Sonderbarer Widerspruch! Dieselben Leute, die Louis Napoleon ernann­ten, haben in der Nationalversammlung seine erbittertsten Feinde geschickt. Nach dem 10. December, dieser imposanten Kundgebung, wo 6 Millionen Menschen sich verabredet zu haben schienen, um zum Neffen des Kaisers zu sagen:Ret­ten Sie Die Gesellschaft!" hat man es sich zur Aufgabe ge­macht, ihm die Mittel dazu zu -nehmen. Seine Gewalt, mo­ralisch so stark, war faktisch durch die Verfassung in die eng­sten Grenzen gebannt, und die Versammlung, wo zum min­desten ein Drittel der Mitglieder von feindseligen Interessen und Meinungen beseelt war, schien gegen ihn erwählt worden zu sein. Wie? Ein Schiff befindet sich auf offenem Meere, der Sturm erhebt sich, Die verschworenen Elemente sind ent­fesselt, inmitten des Unwetters ist der Kapitän verschwunden. Die Mannschaft übergibt Den Oberbefehl einem Menschen, von Dem sie ihr Heil erwartet; allein zu gleicher Zeit verweigert