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zu fassen haben. In der zweiten Kammer ist die Vorbrra- thung des zum Zwecke der Begutachtung der betreffenden Re- gierungsvorlage niedergeseßten Ausschusses gegenwärtig beendet. Die Majorität dieses Ausschuss hat sich zu solgendem Anträge vereinigt: „Die hohe Kammer wolle beschließen, ihre Zustimmung zur Einverleibung des noch nicht zu Deutschland gehörigen Theiles der Provinz Posen in den deutschen Bund unter der Bedingung zu ertheilen, daß vorher die Provinz Posen als ein Ganzes aufgelöset und ihre Bestandtheile den angrenzenden Provinzen Preußen, Brandenburg und Schlesien zugetheilt werden." Anträge zur Wahrung der besonderen Interessen der Stadt Posen und zu Gunsten der nationalen Interessen der polnischen Bevölkerung fanden keine ausreichende Befürwortung. Ein anderer auf Einverleibung ohne Zerstückelung gerichteter Antrag erhielt nur eine Stimme. — Mit dem Kommissionsgutachtkn werden einige interessante bisher noch nicht gedruckte Aktenstücke in die Oeffentlichkeit gelangen. Dahin gehört namentlich eine am 7. April 1815 zu Wien aufgenommene Verhandlung zwischen den damaligen Ministern v. Bülow und v. Boyen, dem Fürsten Radziwill und dem Oberpräsidenten Zerboni di Sposetti. Durch diese Urkunde soll dargethan werden, daß die Intentionen der preußischen Staatsmänner des Jahres 1815 nicht dahin gegangen seien, für das Großherzogthum eine im Verhältniß zu den übrigen Provinzen der Monarchie abweichende und eigenthümliche Stellung zu begründen. — Die Kommission der ersten Kammer für die deutschen Angelegenheiten hat über den Antrag des Abg. Freih. v. Arnim, die mecklenburgische Ver- fassungsangelegenheit betr., berichtet. Sie beantragt: „Die Kammer wolle beschließen: In der Erwartung, daß die königl. Regierung bei der vorbehaltenen Prüfung die Kompetenz der Bundes-Centralkommission, bezüglich der von einem Theile der mecklenburgischen Ritterschaft bei ihr eingereichten Beschwerde nicht begründet finden werde, zur Tagesordnung überzugehen." — Wie man vernimmt, schreibt die Spener- sche Zeitung, werden bereits im nächsten Monat diejenigen kleineren deutschen Staaten, welche mit Preußen eine Mili- tärkonvcntion eingegangen sind, ihre Kontingente dergestalt der preußischen Armee einreihen, daß sie ihre Truppen meist nach preußischen Orten verlegen, und dafür zur Besatzung preußisches Militär erhalten werden.
Berlin, 12. Febr. 2 Uhr Nachmittags. (Telegraphische Depesche der vereinigten Frankfurter Blätter.) Der Kriegsminister verlangt außerordentlichen Kredit. „Die Feinde der Ordnung", bemerkt er, „wie die auswärtigen Verhältnisse, erheischen Verstärkung der Militärmacht, vielleicht Mobilmachung des Heeres."
Schleswig-Holstein. Die „Hamb. Nachr." wiederholen ihre Mittheilung, daß die Rechte der Herzogthümcr eine sehr günstige Wendung zu nehmen beginnen, und zwar auf Grundlage von Thatsachen, welche sie noch nicht der Ocffent- lichkeit übergeben können.
Schleswig, 8. Febr. Am 28. v. M. hielten die sämmtlichen Geistlichen der Propst« Hadersleben eine Zusammenkunft in der Stadt Apenrade, um über die neuesten Eingriffe der „Landesverwaltung" in die Ordnung des kirchlichen Lebens unseres Herzogthums und die etwa dagegen vorzunch- menden Schritte sich zu berathen. Das Ergebniß dieser Berathung und Zusammenkunft war ein motivirter Protest, dessen Schluß dahin lautet: „Durch dieß maßlose Verfahren der Landesverwaltung, in welcher nur ein Mitglied dem Bekennt- nisse nach unserer Kirche angehört, sehen wir uns daher genöthigt, zu erklären: daß wir die Grenze, bis zu welcher wir nach unserer ersten Erklärung haben Folge leisten können, jetzt als erreicht ansehen, den kirchlichen Anordnungen der Landesverwaltung namentlich nicht durch Anerkennung des neu ernannten interimistischen Superintendenten und der neu eingesetzten Pröpste Folge geben werden, vielmehr vor Gott und unserm Gewissen uns verpflichtet erachten, gegen sie hiemittelst Protest einzulegen. Die Folgen dieses unsers letzten Schrittes der Nothwehr fallen auf die Häupter derer, die uns dazu gedrängt haben." (Die schleswiger Prediger Nielsen, Boysen,
Baumgarten, Hansen und Lüdemann veröffentlichen den vorerwähnten Protest im „A. M." und fügen hinzu: „In An- tchluß an das Ob^ge finden wir es angemessen, schon jetzt die Nachricht zu veröffentlichen, daß in den sämmtlichen südlichen Propsteien des Herzogthums eine Kundgebung über die neuesten wie über die sämmtlichen Gewaltmaßregeln der „Landesverwaltung" von Seiten der Geistlichkeit unterschrieben wird, die in Bezug auf den von Apenrade ausgegangenen Protest Gleiches ausspricht." (Auch aus der Propstei Hadersleben wird dasselbe gemeldet.) (H. N.)
Dresden, 9. Febr. Der frühere Gesandte in Paris, Herr v. Könneritz, ist zum Bevollmächtigten bei der Bundes- Ccntralkommission ernannt.
Dresden, 11. Febr. Mehrere namhafte und angesehene Mitglieder der deutsch-katholischen Gemeinde hierselbst sind, wie man sagt, zur reformirten Kirche übergetreten. Die im Schoße der Erstern neuerlich Statt gefundenen Vorgänge scheinen hierauf Einfluß gehabt zu haben. Die Bildung einer freien Gemeinde ist hier ins Stocken gerathen, wenigstens hat man in den beiden letzten Wochen nichts mehr davon gehört.
Darmstadt, 11. Febr. DaS heutige Regierungsblatt bringt die Bekanntmachung über den Beitritt zu dem Bündnisse vom 26. Mai 1849, insbesondere das Bundesschiedsgericht betreffend.
Stuttgart, 11. Febr. Auf heute ist der größere ständische Ausschuß einberufen.
Oesterreich.
Wien, 8. Febr. Aus den Provinzen nichts als Klagen über Krankheiten und Wassersnoth. Dazu kommen neue Aushebungen für die Armee, die als sehr drückend betrachtet werden. — Nach der „Kronstädter Zeitung" sind am 16. Jan. die magyarischen Flüchtlinge von Schumla nach Klein-Asien transportirt worden.
BZien, 9. Febr. Wir vernehmen, daß Baron Andriani, der Verfasser von Oesterreichs Zukunft, als Civilkommissär nach Triest ernannt ist. Andererseits vernimmt man aus Mailand, daß Graf Montecuculi von dort abgehen werde.
Triest, 7. Febr. Alle Kriegsschiffe haben die Weisung erhalten, sich zur Fahrt nach Pola zu bereiten, und die Fregatte „Vcncrc" hat uns bereits heute verlassen. Man sprach auch davon, daß ein Kriegsschiff nach dem Piräus abgehen werde. (Wand.)
Großbritannien.
London, 9. Februar. Lord John Russell erhielt im Unterhause die Ermächtigung zur Vorlage eines Gesetzentwurfes für eine bessere Kolonialverwaltung.
Frankreich.
Paris, 10. Februar. Briefe aus Rom vom 1. d. M. bestätigen nochmals die baldige Rückkehr des Papstes. Derselbe wird den 15. d. M. Portici verlassen und den Weg über Capua, Mola di Gaeta, Funvi, Terracina und Velletri verfolgen. General Cordova wird mit drei spanischen Eskadronen die Eskorte bilden.
Paris, 10. Febr. Der Moniteur bringt heute das Dekret, welches die Wahlkollegien in 16 Departements auf den 10. März zur Wahl von 31 neuen Volksvertretern zusam- mcnruft, 30 als Ersatzmänner für die durch den National- gerichtshof verurtheilten Theilnehmer an den Ereignissen vom 13. Juni und 1 als Ersatzmann für einen verstorbenen Volksvertreter. — Die Befürchtungen, daß namentlich in Lyon ein blutiger Ausbruch nahe bevorstehe, häufen sich: die Lyoner Zeitungen selbst sprechen dieselben offen aus. Es ist gestern, ausschließlich auf Anlaß der von dorther eingegangenen Nachrichten, ein Ministerrath gehalten und soll unter andern die sofortige Entsetzung von sechs Präfekten beschlossen sein, welche die Regierung für nicht energisch oder nicht für zuverlässig genug halten zu müssen glaubt. Der Militärkommandant General Gcmeau trifft täglich neue außerordentliche Vorsichtsmaßregeln. — Das Organ der Partei Odilon-Barrot bringt beute einen Artikel, der sich, im Gegensatz der Hinneigung des gegenwärtigen Ministeriums zur preußischen Allianz, sehr entschieden für ein Bündniß mit Oesterreich ausspricht.