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gend herbei. Das österreichische Militär verläßt wirklich die Stadt und marschirt die Lantstraße hinab. Alles läuft zusammen ; tie Männer ergreifen den Spaten, und graben die tief versteckten Gewehre heraus; im Augenblicke flattert auch schon wieder tie verborgene Trikolore und erschallt das lange schon verhallte Elfen. Ehe das Volk sich vorsieht, sind aber die Kaiserlichen auch schon wieder da. Die List war gelungen. Der Kommandant erhaschte die vergrabenen Waffen, die der Szeklrr ihm trotz aller Aufforderungen nimmer ausgeliefert haben würde. — Die Gesammtstärke der kaiserlich russischen Armee, welche während des Feltzuges in Ungarn die österreichische Monarchie betrat, betrug 256,400 Mann und 90,000 Pferde (Kavallerie, Artillerie und Train).
Großbritannien.
London, 8. Februar. Die Verhandlungen im überhäufe von gestern waren ohne Bedeutung. Im Unterhause beantragte in einer längeren Rete Lord Dudley Stuart die Vorlage verschiedener Papiere, betreffend die Forderungen Oesterreichs und Rußlands in Bezug auf die Auslieferung der ungarischen Flüchtlinge, ferner den Krieg in Ungarn und die Okkupation der Donaufürstenthümer durch russische Truppen. Er bemühte sich, das Verfahren Oesterreichs Ungarn gegenüber in den schwärzesten Farben zu malen, und warnte vor der Vergrößerungslust der Russen, die jetzt, wie er in Erfahrung gebracht, mit 46,000 Mann an der Donau ständen. ' Lord Palmerston bemerkte, der Antrag begreife eine so große Masse von Korrespondenzen und Mittheilungen von so vertraulicher Natur, daß nach seiner Meinung es angebrachter sei, eine Auswahl von solchen Papieren zu treffen, welche den von der Regierung eingehaltcncn Weg hinlänglich ins Licht setzen würden. Was Ungarn anlange, so habe sich die öffentliche Meinung in England für dasselbe ausgesprochen; allein die Regierung habe nicht das Recht gehabt, sich direkt in die ungarische Frage einzumischen, und daher seien ihre Funktionen von sehr engen Grenzen umzogen gewesen. Zn Bezug auf die Donaufürstenthümer glaube er, daß Rußland den mit der Pforte geschlossenen Vertrag bald in Ausführung bringen und die Zahl seiner Truppen in jenen Provinzen bis auf 10,000 Mann reduciern werde. Ueber die Verhandlungen wegen der ungarischen und polnischen Flüchtlinge in der Türkei werde er gern Papiere vorlegen, die im Allgemeinen den Weg, den die Regierung eingeschlagen, bezeichnen würden. Zugleich bemerkte er, daß diese Flüchtlinge in diesem Augenblicke nicht in Haft, sondern nur unter einer temporären Ueberwachung sich befinden. Die Ausgleichung der Disse- renz zwischen Rußland und der Türkei schrieb Lord Palmerston dem guten Einvernehmen Großbritanniens und Frankreichs in dieser Frage zu, und erklärte sich schließlich gegen den Antrag, wie er von Lord D. Stuart gestellt sei. Dieser erklärte sich bereit, auf das Anerbieten Lord Palme'stons ein- zugehen, und deutete im Verlaufe seiner Rede darauf hin, daß eS wünschenswert!) sei, den Flüchtlingen besonderen Schutz angedeihen zu lassen, seitdem Personen mit österreichischen Pässen einen Anschlag auf Kossuth's Leben gewagt haben. (Eine Beschuldigung, welche von österreichischen Blättern bereits zurückgewiesen ist.) Lord Hamilton bezeichnete letztere Anklage als eine niederträchtige Verläumdung, welche der Vorredner nur auf den Antrieb von anderen Personen gegen Oesterreich erhoben habe. Dieser Ansicht trat d'Zsracli bei, welcher bin* zusetzte,-^daß, wenn Lord D. Stuart diese Anklage hätte beweisen können, er sie gleich in seiner Hauptrede und nicht in einem Epiloge angebracht haben würde. Nach einigen anderen Bemerkungen von Sir R. Inglis u. s. w. ward der Antrag zurückgezogen. — Hr. Anstey stellte seinen jährlichen Antrag auf Ausmerzung der im Statutenbuche noch enthaltenen veralteten Strafgesetze gegen Katholiken; derselbe warb jedoch mit 72 gegen 70 St. verworfen. — Hr. Hume kün- brgte auf den 21. eine Bill an für Erweiterung bes Wahl
rechts, dreijährige Parlamente und geheime Abstimmung bei den Wahlen.
Dänemark.
Kopenhagen, 6. Febr. (H. Bb.) Auf die kürzlich ein- gelausene Note Lord Palmerston's soll jetzt — einem im Avissalon angeschlagenen Bulletin zufolge — eine im Ministerium des Auswärtigen abgefaßte Antwort erfolgt sein. Es heißt, unsere Regierung sei nicht unbedingt aus die Vorschläge in Betreff der Verlängerung des Waffenstillstandes eingegangen, und Flyveposten glaubt versichern zu dürfen, daß die von der Regierung gestellten Bedingungen sich auf die Dauer der Verlängerung und auf die Forderung einer Garantie für die vollständige Ausführung des Waffenstillstandes beziehen.
Frankreich.
Paris, 9. Febr. In der heutigen Sitzung der gesetzgebenden Versammlung wird vie erste Berathung über den Antrag der Abgg. Gillon, Duprat ic. in Bezug auf die Leistungen in natura zur Erhaltung der Vicinalwege fortgesetzt.
Italien.
Nom, 30. Januar. Ein Bataillon des 68. Linienregi- ments ist nach Civitavecchia abgegangen, um sich daselbst nach Algerien einzuschiffen.
— Nach übereinstimmenden Nachrichten wird der Papst am 15. d. M. Portici verlassen und über Capua, Gaeta, Funvi, Terracina und Velletri nach Rom zurückkehren.
Börsenberichte.
Frankfurt, 11. Februar. 5pCt. Metall.: Papier 84’/4, Geld 84. 4'/2pSt. : Pap. 74'/., G. 74. Bankaktien: Papier 1201, G. 1196. 500 fl. Loose: Pap. 147'/., G. 147'/,. 250 sl. Loose: Pap. 95'/,, G. 94'/,. Bad. 35 fl. Loose: Pap. 33'/8, G. 327/„. Hess. 40 Tblr. Loose: Pap. 335/„, G. 333/„. Großb. Hess. 50 fl. Loose: Pap. 727/8, G. 72'/,. Poln. 500 fl. Loose: Pap. 81'/,, G. 81. Friedr.-Wilh. -Nordb.: Pap. 45*/4, G. 45. Bexbach: Pap. 83'/,, G. 82'/,. Köln-Minden: Pap. 96’/2, G. 96. 3pSt. inländ. Span.: Pap. 29'/,, G. 29'/,. 4'/2pßt. Wärt.: Pap. 95'/,, G. 94'/,. 5pCt. Bad.: Pap. 99'/,, G. 99'/,. 5pCt. Nass.: Pap. 103'/,, G. 102'/,. 5pCt. Belg.: Pap. 98'/,, G. 97'/,.
Jekanntmachungen.
[100] Bekanntmachung.
Nachstehender Vortrag der israelitischen Gemeinde zu Langenselbold:
„Die hiesige israelitische Gemeinde hat nach der in (2) in Abschrist übergebenen Schuld- und Pfandverschreibung dd. 30. August 1831 von dem Bäcker Adam Maurer, in Hanau, ein Darlehn von 350 fl. entliehen. Der Bäcker Adam Maurer ist gestorben , und ist die Hypothek bezahlt, wie die von dessen Witwe unter (2) ausgestellte Quittung daerhut. Die Löschung der Hypothek kann jedoch nicht erfolgen, da die Original-Hypothek abhanden gekommen. "
„Ich stelle daher den Antrag mit der Birte:
die Ediktalicn zu verfügen, hierauf die Mortifikation der Urkunde zu erkennen und die Löschung der Hypothek im Amts- und im Orts-Hypothekenbuche anzuordnen,"
wird hiermit unter der Aufforderung zur öffentlichen Kunde gebracht, etwaige aus der in Rede stehenden Schuld- und Pfandverschreibung noch herzuleitende Ansprüche unter Vorlage der Original-Ausfertigung derselben, binnen 6 Wochen a dato längstens im Termine den 22. März v. I., Morgens 9 Uhr, bei Meivung des Rechtsnachtheils : der Verwirklichnug der beantragten Mortificirung und Löschung — auf Antrag des betreibenden Theils —, dahier geltend zu machen.
Langenselbold, den 29. Januar 1850.
Kurfürstlich hessisches Justizamt.
M e n z.
vt. Scherer.
Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.