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chischen Waaren befrachtete Schiffe gar nicht mehr, und wenn sic fremde Ladung führen, nur dann auslaufen dürfen, wenn fHbè vor dem bekannten Prätlusivtermine erfolgte ; auf fremde Schiffe hingegen sollen die britischen Zwangsbestimmungen in seiner Hinsicht Anwendung finden. Diese Miltheilung ward unter anderen auch dem Gouverneur von Syra gemacht, und gelegentlich auch die Absicht ausgesprochen, diesen Blokadezu- stand so lange fortwähreu zu lassen, bis die griechische Negierung sich zu der geforderten Zahlung von 1,500,000 Drachmen hcrbcigelasscu haben werde. Aus dem PiräuS vernimmt man, daß kleinen offenen Fahrzeugen das Aus- und Einlaufen nicht verwehrt wird, wahrscheinlich bloß in der Absicht, der britischen Flotte selbst ihre Verproviantirung möglich zu machen. Die griechische Regierung weigert sich beharrlich, den Forderungen Englands zu willfahren. Sie hat drei militärische Chefs und mehrere Präfekten für die wichtigsten Punkte des Königreichs besignirt, um die öffentliche Ruhe und Ordnung thunlichst aufrecht zu erhalten. Trikupis ist am 26. v. M. als außerordentlicher Gesandter am Bord eines französischen Dampfers nach Paris abgegangcru Ueber Ansuchen der griechischen Regierung haben die Repräsentanten Oesterreichs und Rußlands ihre Kriegsschiffe, darunter auch etliche Dampfer, zur Unterhaltung der unterbrochenen Kommunikationen zur Disposition gestellt. So brachte die russilche Korvette Calypso den General Tzavcllas noch Nauplia, das österreichische Dampfboot Marianna den General Mamaris und den Nomarchcn Monastiriotti nach Stilis. General Gar- ditriotti ist zum Befehlshaber der bewaffneten Macht für bas Gebiet von Athen und Böotien ernannt worben. Seine Stelle als Marschall bes Palastes hat General Notaras, Ad- jutanl des Königs, zeitweilig übernommen. Die griechische Presse nimmt entschieden und einstimmig Partei für die Regierung ; ihr zur Seite stehen die Vertreter und die öffentliche Meinung des Landes. — Freiherr V. Werner ist zum Un- terstaatssekretär im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten ernannt worden.
Wien, 7. Febr. Der Kaiser war, wie der Lloyd sagt, von einer leichten Unpäßlichkeit befallen, befindet sich aber bereits auf dem Wege der Besserung. Ein Ball, welcher am Sonntag in einem ter angesehensten hiesigen Häuser abgchal- ten werden sollte, unterblieb aus diesem Anlasse. — In dem neuen Zollgcsctz der Schweiz, welches am 1. Febr. in Kraft tritt, sind, wie der Wanderer bemerkt, die österreichischen Rohstoffe, bereu für etwa 20 Millionen Gulden nach der Schweiz ausgesührt werben, theilweise gar nicht, theilweise mit unbedeutenden Jmportsätzen belastet. — Der legitimistische Kongreß, wo über den Friedensschluß beider Linien des Hauses Bourbon verhandelt werden soll, wirb, dem Wanderer zufolge, in Venedig Statt finden. — Am 1. Febr. sind in Ungarn vermöge Minister al-Verordnung 26 neue Postverbin- dungen ins Leben getreten, welche den Verkehr im Allgemeinen wesentlich erleichtern und befördern. — Die Publikation der Reichsvcrfassung vom 4. März geht nach Berichten aus tei Slovakei rasch vor sich; sie erfolgt gewöhnlich auf den Hauptplätzen durch kaiserliche Kommissäre unter großem Zu- brange des Volkes. — Die durch den Donaukaual überschwemmt gewesenen Theile der inneren Stadt und ter Vorstädte sind seit vorgestern Mittag vom Wasser gänzlich frei; doch ist die Wasserböbe in jenen Gegenden, welche der große Donauarm überflutete, noch immer nicht zurückgewieben. Gestern früh ist bas Wasser im Donaukanal wieder um l'/2 Fuß gesunken.
Großbritannien.
Loudon, 4. Februar. (Die Presse über die Feind- seligfetten gegen Griechenland.) Der „Globe", Palmerfton's eifriger Bewunderer, schweigt noch, dagegen hat der edle Lenker des auswärtigen Amtes zwei Vertheidiger da gefunden wo man sie am wenigsten erwartete, in den Reihen der Tory- Prcsse. „Morning Post" und „Morning Herald" treten ent- schieden für die gegen König Otto ergriffenen Maßregeln in ^ Schranken. Die hochtorystische „Post" sagt: „Der Sachverhalt ist vielfach entstellt worden. Der Bruch erfolgte
keineswegs so abrupt, wie man gesagt hat. Die britische Flotte lief unter den üblichen Achtungs- und Freundschafts- bezeugungen in den Piräus ein. Dieß war um die Mitte des Monats. Später verfügte sich Sir Thomas Wvke mit Admiral Parker zu Hrn. Lonoos, dem griechischen Minister bcs Auswärtigen, um ihm mündlich mitzutheilen, daß die englische Regierung ihre wiederholt erhobenen Ansprüche an Griechenland niebi länger hin stehen lassen könnte, daß sie in# beß eine möglichst freundschaftliche Erledigung derselben wünsche, daher eine schriftliche Reklamation noch nicht erfolge. Der britische Admiral werde bis zur Erfüllung der Ansprüche im Piräus bleiben. Am folgenden Tage kam eine mündliche Antwort des Herrn Londos; sie lautete abschlägig. Nun wiederholte Sir Th. Wyse seine Forderung in Form einer amtlichen Note, und am nächsten Tage erhielt er eine formelle Weigerung des griechischen Kabinets zur Antwort. Abrupt war also das Verfahren keinesfalls. Die Forderungen selbst haben mit der von England, Frankreich unb Rußland verbürgten Anleihe nichts zu schaffen. In dieser Angelegenheit würde England schwerlich einen Schritt gethan haben ohne vorgängige Mittheilung an die übrigen Mächte. Vielmehr beziehen sich die Entschädigungssordcrungen lediglich auf die Unbilde, welche britische und jonische Unterthanen in Griechenland erfahren haben. Zu ersteren gehört Hr. Finlay, welchem sein Grundstück unweit Athen gewaltsam genommen wurde, als vor 12 oder 13 Jahren König Otto seinen Palast bauen ließ. Für diesen Raub verweigert die griechische Regierung jede Entschädigung. Die „Post" erwähnt noch mehrere ähnliche Civilansprüche britischer Unterthanen an die griechische Regierung und außerdem eines Falles, wo zwei Ionier ohne Ursache in Patras verhaftet und der Tortur unterworfen wurden (man schrob ihre Daumen zusammen). Die angebotene Vermittelung des russischen und des französischen Gesandten lehnte Sir Th. Wyse höflich ab, indem er denselben vorstcllte, daß die Beschwerden zu klar feien, um noch Weiterungen zuzulassen und daß seine Vcrhaltungsbefeble ganz bestimmt lauteten. Die beiden Gesandten entfernten sich hierauf ohne Protest und Gegenvorstellung. Sir Thomas aber begab sich mit dem Generalkonsul am Bord des Admi- ralschiffes. Ein griechisches Dampfschiff ist bis jetzt nicht aufgebracht, sondern lediglich zurückgewicsen worden, als es den Piräus verlassen wollte. Das „Portofoglio Maltese" vom 26. Januar meldet aus Smyrna, daß die französische Flotte nach Athen unter Segel sei.
Der „Herald" baut seine Vertheidigung auf eine breitere Basis. „Vielleicht", sagt er, „würden wir trotz unserer gc- gerechten Ansprüche niemals die besten aller GerichtsvoUstrlcker, britische Vierundsiebenziger, gegen Griechenland abgcschickt haben, wäre nicht Griechenland seit einiger Zeit der Heerd aus- läntiicher Intriguen, Intriguen, welche nicht allein gegen die jonischen Inseln gerichtet sind, sondern auch gegen unsere See- herrschaft und gegen jene konstitutionellen Grundsätze (ein Tory spricht), in welchen wir unsere Sicherheit und unsere Stärke, unsern Ruhm und unser Glück daheim, unsere Unbesiegbarkeit nach Außen finden. Seit anderthalb Jahrhunderten ist Griechenland das klassische Land russischer Intriguen gewesen. Griechenland besitzt in seinen unternehmenden und geschickten Seeleuten den Keim zu einer Marine, in seinen Klephten und Palikaren den Stoff zu einer kühnen Soldateska. Solcher Leute bedarf Rußland, schon um einen erfolgreichen Schlag gegen Konstantinopel wagen zu können. Der „Herald" führt nun weiter ans, wie russischer Einfluß im Jahre 1836 „den trefflichen Grafen Armannsperg" stürzte, im J. 1837 eine „philoorthodoxe Pattei" begründete, im J. 1840 die Partei der „Napiten", die beide den Zweck hatten, Griechenland unter moskowitische Hoheit zu bringen, wie im I. 1843 Herr Katakazi, russischer Gesandter in Athen, beinahe offen gegen König Otto konspirirte und erklärte, daß der König von Griechenland sich zur griechischen Kirche bekennen müsse. Die Folge dieser „diabolischen Intrigue" war die Septemberrevolution, russische Kreaturen, wie Kalcrgis," Grivas und Metaxas gelangten durch dieselbe zur Gewalt.