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regten die hierbei von ihm gesprochenen Worte: „Meine Herren, ein kurzes, aber ein gutes Wort: den Dank des Va­terlandes aus dem Munde des Königs!" einen weithin hal­lenden Jubel. Der Präsident der ersten Kammer, R. v. Auerswald, erwiderte diesen Trinkspruch mit den Worten: „Den Dank des Volkes aus dem Munde seiner Vertreter." Außerordentlich freundlich unterhielt der König sich nach auf­gehobener Tafel mit sehr Vielen der Abgeordneten, wobei der Minister v. Manteuffel, der ihm immer unmittelbar zur Seite ging, die Vorstellungen bewirkte. Wir wollen nur eine der Aeußerungen hier aufzeichnen, die er zu einem Abgeordneten aus Ostpreußen that: „Für mein Leben gern möchte ich Ih­nen," sagte er, „eine Chaussee über Lyck bauen lassen, aber ich bin darüber mit meinen Ministern in ununterbrochenem Konflikt, und Sie wissen, ohne deren Zustimmung kann ich nichts; aber trösten Sie nur Ihre Landsleute, ich hoffe noch, daß ich schließlich mit meinen Ministern einig werde." Zu dem Vicepräsidenten Simson sagte er, nachdem er über per­sönliche Verhältnisse einige Fragen an ihn gerichtet: „Dem Muthigen gehört die Welt! Behalten Sie Ihren Kopf oben, und wenn ein gutes Exempel im Vorangehen nöthig ist, so soll es Ihnen von mir nicht fehlen." Eine Aeußerung, welche man mit dem Erfurter Tage in Verbindung gebracht hat. — Noch vor 4 Uhr war Alles beendet, und es rollten die zahl­reichen Wagen, freilich bunt gemengt mit den einfachen Fia­kern, wieder aus dem Schloßhof fort. — Daß der Prinz von Preußen trotz den bestimmten entgegengesetzten Erwartungen nicht hier eingetroffen ist, wird wahrscheinlich gleichfalls der officielle Bericht melden; wir fügen dem nur bei, daß von ihm ein vom 2. dalirter Brief aus Karlsruhe hier eingetrof­fen ist, in welchem er seine Abreise nach Freiburg meldet, wo seine Anwesenheit dringend nothwendig sei. Daß es natürlich nicht an allen möglichen Schlußfolgerungen in Folge dieses Ausbleibens fehlt, brauchen wir wohl kaum mehr hinzuzu- fügen.

Elberfeld, 7. Februar. Die hinterlistige und dennoch so plumpe Denkschrift des österreichischen Handelsministers gibt sich nicht einmal die Mühe, ihre böse Absicht zu verber­gen. Den Industriellen von Rheinland-Westphalen hält sie, die österreichische Denkschrift, mit maßloser Unverschämtheit vor, daß die königl. preußische Regierung ihre gerechten Be­schwerden und Forderungen hartnäckig abgewiesen habe; den Staaten an der Nordsee gibt sie es zu, daß eine Verschmel­zung ihrer besonderen Handclsintercsscn mit denjenigen von 27 Millionen Menschen des Zollvereins keinen genügenden Anreiz enthalten habe. Die Ersteren will sie von Erfurt ab-, von dem Selbstvertrauen auf die ihnen inwohnende deutsche Kraft ab-, von dem Vertrauen auf die preußische Regierung ablenken, und wohin? an die Centralkommission des Bundes in Frankfurt, die im Mai d. I. ihr mühsam erzwungenes Leben vertragsmäßig aushauchen soll, und welcher im Mai d. I. Oesterreich seinen Tarif verlegen will! Den Deut­schen des Stkurrvereins, den Hansestädten u. s. W. stellt die Denkschrift eine Einigung mit Oesterreichs Gesammtmonarchie in Aussicht, als welche einzig sie bewegen dürfe, ihre handels­politischen Interessen mit denjenigen eines binnenländischen Gebiets zu identificiren. Diese freche Zumuthung stellt die Denkschrift an jene Staaten, die dem Bündniß vom 26. Mai betgetreten sind, die ihre Abgeordneten nach Erfurt, gleich uns, gewählt haben. Und der kaiserliche Minister entblödet sich nicht, Hamburg, Bremen und Hannover auf den Vortheil einer Einigung mit Siebenbürgen, Kroatien, Gallizien, Un­garn, Dalmatien, Illyrien und den deutsch-österreichischen Landen zu verweisen, welcher in Betracht komme neben der Bedeutungslosigkeit einer Verbindung mit den Staaten des jetzigen Zollvereins: — die wurzelfressenven Slaven, welche vom Verbrauch von Kaffee und Zucker nur eine entfernte Ahnung haben, sollen der Köder sein, um Hamburg zu ge­winnen; — der Minister glaubt, man wisse nicht, daß auch Triest einen gewissen Anspruch habe an die Ein- und Aus­fuhr für den Süden Oesterreichs, — er glaubt, man wisse nicht, daß die österreichische Finanzverwaltung dem Gebiete

von Triest, in Betreff der Beschaffung der Bedürfnisse an steuerpflichtigen Gegenständen für das Binnenland, Vortheile biete , die man im Norden Deutschlands auch nur annähernd nicht kennt. — Genug. Die böse Absicht Oesterreichs wird zu Schanden werden, wenn die den Reichstag zu Erfurt be­schickenden Staaten die Einigung Deutschlands in der That und Wahrheit wollen. (Rh. Wstph. Ztg.)

Wiesbaden, 8. Febr. Heute beginnen vor den Assi- sen die Verhandlungen über den sogenannten Idsteiner Lan­deskongreß vom 10. Juni v. I., und über den dort erwähl­ten Lanvesausschuß. Bei der bedeutenden Zahl von Ange­klagten und der Menge der zu verhörenden Zeugen (über 60) werden die Verhandlungen mindestens 4 Tage âusfüllen. Die Beschlüsse der Idsteiner Versammlung, welche den Gegenstand der Anklage bilden, gehen auf Anerkennung der Nationalver­sammlung und Unterwerfung unter die Verfügungen der Re­gentschaft. Außerdem soll ihnen zufolge die Regierung aufge­fordert werden, die Truppen aus Baden zurückzuziehrn, die in Schleswig-Holstein stehenden von den Preußen zu trennen und von Staatewegcn Waffen zur Volkswehr zu beschaffen. So­dann wird an die Regierung das Verlangen einer vollkom­menen Amnestie gestellt, sowie auch Auflösung der Kammer, da die Majorität das Vertraueu des Volks nicht besitze, und Neuwahlen nach dem Princip der direkten Wahl, ebenso Neu­wahlen für die in Stuttgart nicht erschienenen Abgeordneten der Nationalversammlung gefordert werden. Die Anklage des Staatsanwalts wird weiter begründet durch einen am 13. Juni erschienenen Aufruf an das nassauische Volk, in welchem nach Weigerung der Regierung, die Idsteiner Beschlüsse zu berücksichtigen, dieselbe des Ungehorsams gegen das Reich be­schuldigt wird, sowie auch die abermalige Vertagung der Kam­mer auf neun Wochen starken Tadel findet. Es werden in derselben mehrere Vorschläge gemacht: in der Treue gegen die Reichsgewalt zu beharren, die Kammer aufzuforvern, außer den bewilligten zwei Simpeln keine weiteren Steuern zu ver- willigen, die mit diesen Maßregeln nicht einverstandenen Mit­glieder der Kammer zu veranlassen, ihr Mandat niederzule- gcn, keiner der Reichsverfassung entgegenlaufenden Verfügung Folge zu leisten, und keine von der Kammer nicht bewilligte Steuer zu entrichten.

Karlsruhe, 6. Febr. Das Regierungsblatt enthält eine Verordnung des Ministeriums des Innern über die „Aus­gleichung der Kosten für die durch den Maiaufstand nöthig gewordene militärische Hülfe." Die Verordnung bestimmt die Natur des zur Entschädigung berechtigten Aufwandes und die Form der Erhebung von den Betheiligten, wobei gelegentlich bemerkt wird, daß für Freischärler Nichts vergütet werde. Das Geschäft wird durch die Gemeinden eingeleitet.

Stuttgart, 3. Febr. Ein im heutigen „Staats-An­zeiger" erschienener Artikel, „der deutsche Bundesstaat mit Preußen an der Spitze" welcher einen starken bundesstaatlichen Trieb und Charakter verräth und überhaupt weise einlenkt, wird nicht ermangeln, Anfsehen zu erregen, und zwar dieß Mal — ein angenehmes, beschwichtigendes Aufsehen. Der Artikel faßt „ohne Vorurtheil und vorgefaßte Meinung" eine Eventualität ins Auge, die bis daher in den Spalten des „Staats-Anzeigers als eine politische Ketzerei und als Landes^ verrath perhorrescirt worden war. Er beleuchtet die von Preußen angebotene Verfassung mit nüchternem Blicke und zeigt sich bemüht, dieselbe durch Ausmerzung mancher allzu einschneidenden Bestimmnngcn mundgerechter zu machen. In wie weit ihm dieses Bestreben gelungen oder nicht, lassen wir für jetzt ununtersucht; es genügt uns für heute, der unab­hängigeren und unbefangeneren Haltung dieses Artikels uusere Anerkennung zu zollen. (W. Z.)

München, 6. Jan. In der nächsten Sitzung wird der Abg. Paur Vortrag über das Preßstrafgesetz^ erstatten. Der Ausschuß hat den Entwurf wesentlich verbessert. Die subsi- diaire Haftbarkeit ist mit dem Art. 2 gefallen, eine Anklage­jury für alle Preßvergehen eingeführt, das Strafmaß in allen Fällen auf die Hälfte herabgesetzt rc.

Wien, 6. Februar. Das einzige politische Ereigniß