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soll L. Napoleon im Namen Frankreichs für den Fall eines Konfliktes zwischen Preußen und Oesterreich schon im Voraus durch förmliche Zusicherungen für daS erstere Partei ergriffen haben. — Der Erzbischof von Bourges, Kardinal Dupont, hat sich in Begleitung seines Generalvikars am 3. zu Mar­seille auf der Dampffregatte „Vauban" nach Portici eingeschifft.

In der Nationalversammlung ward heute die zweite Be­rathung über das Unterrichtsgesey fortgesetzt. Der Abbe Ca- zales vertheidigte seinen Antrag auf Entfernung der Bischöfe aus dem obersten Unterrichtsrathe. Sein Vortrag, obschon der Abbe Cazales der streng katholischen Partei und der Ma­jorität angehört, wird wegen seines Geistes der Freiheit und der Versöhnlichkeit gegen die politischen Parteien von der Linken fortwährend mit Beifallsbezeugungen begleitet. Nach einigen Entgegnungen von de Vatimesnil, der die Gesellschaft wegen der Erziehung der Jugend als in wesentlicher Bezie­hung mit dem geistigen Heil der Menschheit stehend betrachtet wissen will, und von dem Unterrichtsminister de Parrieu wird zur namentlichen Abstimmung über den äußerst wichtigen Punkt der Theilnahme der Geistlichkeit an der obersten Beauf­sichtigung des Unterrichtswesens geschrilten. Das Ergebniß derselben ist: 396 Stimmen sür, 230 dagegen. — Nach Ver­werfung mehrerer Amendements, unter anderen eines von La­garde, der Mitglieder des Handels- und Gewerbestanves in den obersten Unterrichtsrath bringen will, werden die einzelnen Paragraphen des ersten und Hauptartikels des Unterrichtsge- sctzes fast ohne Diskussion in folgender Fassung angenommen: „Der oberste Unterrichtsrath besteht aus dem Unterrichtsmini­ster als Präsidenten, vier von ihren Kollegen gewählten Erz­bischöfen oder Bischöfen, einem Geistlichen der reformirten Kirche und einem Geistlichen der augsburger Konfession, beide von ihren Konsistorien gewählt, einem von seinen Kollegen gewählten Mitgliede des israelitischen Central-Konsistoriums, drei von ihren Kollegen gewählten StaatSräthen , drei von ihren Kollegen gewählten Mitgliedern des Kassalionshofes, drei in allgemeiner Versammlung gewählten Mitgliedern des Instituts von Frankreich, acht vom Präsidenten der Republik gewählten Mitgliedern der Universität (welche allein die per­manente Abtheilung des UnterrichtSratheS bilden) und drei vom Präsidenten der Republik gewählten Mitgliedern des un­abhängigen Unterrichts." — Der zweite Artikel, die Absetz­barkeit der (auf Lebenszeit ernannten und allein besoldeten) Mitglieder der permanenten Abtheilung durch den Präsidenten der Republik enthaltend; der dritte Artikel, wonach die übri­gen Mitglieder auf sechs Jahre ernannt werden, aber immer wieder wählbar sind, und der vierte Artikel, wodurch vier jährliche Sitzungen des UnterrichtSratheS vorgeschrieben werden, den der Unterrichtsminister auch außerordentlich berufen kann, werden ebenfalls angenommen. — Schluß der Sitzung 53/4 Uhr. Morgen Interpellationen über Griechenland.

Großbritannien.

London, 7. Febr. In der Sitzung des Oberhauses vom 5. Febr. trat der Bischof von London mit einem Gesetz­vorschlage in Betreff des Verfahrens gegen Geistlich. auf, die ketzerischer und falscher Lehren beschuldigt sind. Die Bill be­zweckt die Stiftung eines neuen AppelhofeS für dergleichen Fälle, indem sie die Jurisdiktion von dem richterlichen Komite des Geheimen Rathes auf den Bischof dcs Sprengels über­tragen wissen will. Nach einer Diskussion, an welcher der Erzbischof von Canterbury, Lord Brougham und der Lord­kanzler Theil nahmen, ward die Bill zum ersten Male ver­lesen. — Lord Monteagle verlangte darauf die Vorlegung verschiedener auf das Eisenbahnwesen bezüglicher Papiere und fragte, ob cs die Absicht der Regierung sei, eine Bill für die Kontrole der Eisenbahnrcchnungen cinzubringen. Der Graf v. Grandville antwortete, die Regierung werde mit einem solchen Gesetze hervortreten, wofern nicht die Direktoren der Haupteisenbahnen ein von ihnen entworfenes, ihrem Verspre­chen gemäß, vorlegten.

In der Sitzung des Unterhauses vom 6. Februar erhielt

der Generalfiskal Erlaubniß, vier neue Bills vor das Haus zu bringen, welche sich sämmtlich auf irische Verhältnisse be­zogen. Eine derselben bezweckte Vereinfachung des Proceß- ganges bei den höheren irischen Gerichtshöfen für das gemeine Recht; eine andere dasselbe hinsichtlich des Kanzlei - Gerichts­hofes in Irland. Die Angelegenheiten Ceylon's komen hier­auf zur Sprache, indem Hr. Hawes, Unterstaatssekretär des Kolonialwesens, auf Wieverernennung eines Ausschusses zur Prüfung der Beschwerden der Insel antrug. Bei der Ab­stimmung ward der Antrag mit 140 gegen 68 Stimmen an­genommen.

Spanien.

Madrid, 31. Januar. Heute nahm die spanische De- putirtenkammer mit 172 gegen 82 Stimmen den Antrag an, wonach dem Ministerium die Erlaubniß ertheilt wird, die Steuern nach dem gegenwärtigen Fuße bis an das Ende die­ses Jahres fortzuerhcben. In derselben Sitzung zeigte die Regierung an, daß die Minister während einiger Tage nicht im Stande sein würden, den Kammersitzungen beizuwohnen. In Folge hiervon vertagte sich die Kammer, und man glaubt, daß sie nicht wieder zusammentreten, sondern aufgelöst werde, sobald der Senat die Diskussion über das die Steuern be­treffende Gesetz beendigt hat.

Börsenberichte.

Berlin, 9. Febr. Preuß. Freiw. Anl.: Brief 1073/4, ®db 107'/..

St. Schulb-Lch. : Brief 89'/, Geld 885/9. Seeh.-Präm. Sch.: Brief 104'/., Geld: 104'/.. Kurh.Pr.O. 40 Thlr.: Brief —, Geld —. Fr.- Wilh.Rordb. 44'/. '/. â '/, bez. u. G. Prior.Akt. 100 bez.

Wien, 7.Febr. Met. 5pm. 95'/8 95 94'/,. 4proc. 74’/„ 75. 4'/,proc.

84, 837/9. 2'/,proc. 50, 50'/..Anleihe 34: 168-169, 39: 108'/,, 108'/..

Ernennungen rc.

Der Generalmajor Schirmer, Kommandeur der 2ten Jnfanteriebrigade, ist von der Stelle eines ersten Komman­danten der Residenzstadt Kassel entbunden worden.

Kekanntmachungen.

[97] Zur Eröffnung des Testaments des Handelsmanns Levi Süßholz und dessen Ehefrau, Johanne, gebornen Moses dahier, vom 6. Mai 1841, ist Termin auf den 13. Februar v. I., Vormittags 10 Uhr, vor unterzeichnetes Gericht bestimmt worden, welches den Betheiligten zur Nach­richt dient.

Kassel, den 6. Februar 1850.

Kurfürstliches Stadtgericht. Gleim.

Ges. Schnackenberg.

[98] Kasseler Tonkünstler - Verein.

Mittwoch den 13. l. M., Abends 7 Uhr, ist im Gasthof zur Goldenen Krone, Martinistraße bei Hrn. Schade, die erste ordentliche Versammlung nach §. 8 der Statuten, worin die Einrichtung, namentlich auch Tag und Stunde, der allwöchentlichen Zusammenkünfte näher besprochen wer­den soll.

Angekommene Fremde vom 8. Februar.

Im Deutschen Hof (Ahlborn): Kauflte. Rodenberg a. Bingen, Erlangen aus Marburg, Löwenbach a. Iserlohn; Gutsb. Baron v. Mal;, bürg a. Hohenborn; Studenten Höbel, Pierbergen u. Böning a. Göttin- gen ; Ingenieurs Ruhl u. Tuldner a. Wabern.

Im Römischen Kaiser (Lang): Kauflte. Jungk a. Bielefeld, Ellinghaus a. Barmen, Gumpcrtz a. Berlin, Haagen aaBremen, Gröschel a. Elberfeld, ^Schleicher a. Stuttgart; Architekt Bischof a. Hannover; Student Roßmann a. Heidelberg.

Im Hotel de Russie (Klein): Amtmann Kehr a. Nentershausen; Kfltc. Krakowill a. Mainz u. Walter a. Brcnicn; Rentiers v. Behra a. Danzig u. Urloff a. Warschau; Negotiant Jolie a. Straßburg.

Im König von Preußen (Schambeck) : Licutn. v. Ranne aus Nordheim; Part. Ron er a. Elberfeld; Kfm. Brandes a. Magdeburg; Gutsb. Nolk a. Weimar; Baumstr. Ziegler a. Harzgerode.

In der Goldenen St rone (Schade) : Vergolder Göbel a. Bres- au; Kflte. Pretorius a. Mainz u. Schlechter a. BraunschweigDoktor Wagner a. Frankfurt.

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. — Druck vonFricdr. Scheel in Kassel.