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war offenbar mit Dem ganzen Entwurf nicht ganz zufrieden, was feine Freunde beruhigte, seine Gegner etwas beunruhigte. Das Dresdner Journal schließt seine Betrachtungen über das Berfassnngsprojekt mit dein Ausruf: „Gehe denn bin, Deut? febco Volk, und opfere Weihrauch und Myrrhen!" Das deutsche Volk wird opfern! Es hat seit längeres Zeit an Opfer sich gewöhnt. Und in welchem Jahre war die Sorge um das „deutsche Volk" bei den Staatsmännern größer? — Die Elberfelder Zeitung schließt einen sehr konservativen Ar­tikel wie folgt: „Wenn man in Berlin offen, frei und selbstständig spricht in deutschem Sinn, dann find wir lieber vor fatalen Krisen! — sollte man die Wahrheit nicht zu sagen wagen, etwa wegen Oesterreich ? — wir glauben es nicht, Wabrheit allein schon — paralysirt Oesterreich!" (C. Z.)

Berlin, 8. Febr. Die Deutsche Reform bespricht heute die pariser Unruhen, welche zunächst mehr durch die Angst der Mittelklassen als durch die Erbitterung der unteren Klas­sen genährt worden seien. Doch könnten sich die Führer der revolutionären Verbindungen leicht crmuthigt sehen, eine journée populaire zu improvisiren, wie sie Venn überhaupt die erreg­bare Bevölkerung der Hauptstadt nicht aus dem Auge ver­lieren, wenn gleich ihre Hoffnungen vorzüglich auf den Pro­vinzen stünden. Die Arbeiter-Associationen hätten den Befehl, sich nicht zu rühren, aber auf Den ersten Wink bereit zu sein. Unzweifelhaft sei es, daß man das Frühjahr nicht vo>über­gehen lassen wolle, ohne eine Wiederholung der Uebcrraschung von 1848 zu versuchen. Die Nachrichten aus Lyon und der Umgegend lauten von Tag zu Tag bedeutsamer und deßhalb zeige sich auch die französische Regierung nicht abgeneigt, an ihrem Theile zur Vernichtung des Heerdes Der revolutionären Propaganda in der Schweiz mehr oder weniger thätig mitzu­wirken.

In Berlin, versichert die D. Res. „nach vielfachen Mit­theilungen", haben die pariser Nachrichten die demokratische Partei in nicht geringe Aufregung versetzt und in ihnen die Hoffnung auf einen neuen „Frühling" entzündet. Diese Auf­regung resp. Hoffnung sei größer als man glauben sollte. Wenn nun auch bei den befestigten Zuständen und nachdem Preußen seine Krise überstanden habe, zu ernster Besorgniß kein Raum sei, so müsse man doch, um Zwischenfällen zu be- begegnen, die Regierung und diejenigen Volksklaffen zur Wachsamkeit mahnen, welche sich nur zur leicht in eine falsche, indolente Sicherheit einwiegen lassen. (Auch der Minister des Innern erklärte in der heutigen Sitzung zweiter Kammer, Die ihm zugegangenen Nachrichten erlaubten nicht an eine Reduktion Der Schutzmannschaflen zu denken.)

(Wahlen.) Ferner ist zum Erfurter Volkshanse ge­wählt worden : in Gera: Ratb Alberti aus Hohenlauben.

Schwerin, 6. Februar. (H. C.) Wie vorauszusehen war, hat bei den gestern Statt gefundenen Wahlen für den zweiten Wahlkörper zur Abgeordnetenkammer die demokratische Partei fast überall den Sieg davon getragen. Fast sämmtliche Gewählte saßen in der vorjährigen Abgeordnetenkammer auf der äußersten Linken.

Darmstadt, 8. Februar. Das heutige Regierungsblatt bringt die Bekanntmachung über Die Bildung der Wahlkreise und Wahlbezirke. Es sind 9 Wahlkreise gebildet: Gießen, Alsfeld, Nidda, Offenbach, Darmstadt, Erbach, Heppenheim, Alzey und Mainz. Von Seiten des Neichswahlvereins ist eine Versammlung ausgeschrieben zur Bildung eines Vereins mit der Aufgabe, für Die politische Aufklärung des Volkes durch die Presse im Sinne der konstitutionellen Monarchie zu wirken. (D. Z.)

Frankfurt, 5. Febr. Man spricht hier jetzt viel von kühnen Plänen der Demokratie, deren einzelne Häupter und bekannte Agenten auch Frankfurt und dessen nähere Umgegend wieder in aller Stille zu ihrem Tummelplatz gemacht haben. Die Aufmerksamkeit der Behörden ist bereits auf dieses Trei- ben gerichtet. Wie es heißt, kennt man die ganze Kette der Verbindungen, die sowohl die norddeutschen Staaten, als auch Kurhkssen, Nassau, Hessen-Darmstadt berührt und sich bis nach Frankreich hinüberzieht. Auch scheint so viel außer Zweifel zu

sein, daß sich in Frankreich Dinge vorbcreiicn, die einen ge­waltigen Rückschlag (?) auf die bezeichneten Gegenden Deutsch­lands wohl besorgen lassen. Anderes, was man hier aus dem Süd-Osten erfährt, ist ebenfalls wenig geeignet, große Zuver­sicht zu erwecken, wicwobl es mit Recht der Öcffentlichkeit noch entzogen bleibt. — Die nächste Sorge für Frankfurt brachte gestern der Uebertritt des Maines; das Wasser ist jedoch wieder im Sinken. — Graf R Ventlow, der in Ange­legenheiten der Herzogthümer Schleswig-Holstein hier war, und den Dank der Statthalterschaft für die Intentionen und bereits gefaßten Beschlüsse der Bundeskommission übe: brachte, ist jetzt wieder abgereist. (W. Ztg.)

Dresden, 9. Febr. Die Antwort, welche in der heu­tigen Sitzung 2. Kammer Der Minister des Auswärtigen auf Die Interpellation des Abg. Dr. Braun riicksichtlich der deut­schen Verfassungsangelegenheit gab, ging dahin, daß die säch­sische Staatsregierung in Dem Dekrete vom 28. Dec. v. J. und den dazu gehörigen Beilagen ihr bisheriges Verfahren in Der deutschen Verfassungsfrage ausführlich dargelegt und den Standpunkt bezeichnet habe, welchen sie rücksichtlich der aller­seits erstrebten Einheit Deutschlands festzuhalten gedenke, sowie sie darin auch zugleich auf die Nothwendigkeit hingedeutet habe, durch Anknüpfung anderweiter Unterhandlungen in die­sem Sinne zu wirken. Bei der Berathung des Berichts über die Regierungsvorlagen, das deutsche Verfassungswerk betref­fend, werde das Ministerium vielleicht Gelegenheit finden, weitere Mittheilungen zu machen. Uebrigens werde aber wohl der Hr. Interpellant selbst am besten wissen, daß sich Die Re­gierung rücksichtlich einer noch obschwebenden Sache nicht in der Lage befinden könne, ausführlichere Eröffnungen zu machen. Nur in Betreff eines Punktes der Interpellation wolle er Die Berichtigung geben, daß die in Rede stehenden Verhandlungen keineswegs Den Abschluß eines Bündnisses, ähnlich demjenigen vom 26. Mai 1849, zum Gegenstände gehabt hätten. Der Abg. Dr. Braun bemerkte hierauf, daß die erhaltene Antwort in keiner Hinsicht den Erwartungen entsprochen habe, die man davon zu hegen berechtigt gewesen, und daß er sich weitere, dadurch gewissermaßen provocirte Anträge für die Berathung des Berichts über Die hier einschlägigen Regierungsvorlagen Vorbehalte. — Mit Der Berathung und Beschlußfnssuiig über den Gesetzentwurf, die Ergänzung und Abänderung der Ge­werbe- und Personalsteuer betreffend, womit sich die Kammer in dem weitern Verlauf der Sitzung beschäftigte, ist man heute nicht ohne sichtbare Ermüdung Der Kammer zu Ende gekommen. Bei der Schlußabstimmung wurde Der ganze Ge­setzentwurf gegen nur 3 Stimmen Der rechten Seite des Hau­ses angenommen.

Dresden. Nach Der Dresdener Zeitung ist Der Forst- akademist Bräunlich, ein junger Mann von 19 Jahren, Sohn des Arztes Dr. Bräunlich in KoSwig, seit dem Mai in Mo­ritzburg in Haft, wegen seiner Betheiligung an den Mai­unruhen des vorigen Jahres in erster Instanz zum Tode verurtheilt.

Luxemburg, 1. Febr. Die Kammer ist bis zum 19. Februar vertagt worden.

Oesterreich.

Wickle 5. Februar. Der heute veröffentlichten Landes­verfassung für Die gefürstete Grafschaft Görz und Die Mark­grafschaft Istrien, entlehnen wir: „Der Landtag besteht aus acht und dreißig Abgeordneten, nämlich: aus zwölf der Höchstbestcuerten, aus dreizehn der in der Wahlordnung be­zeichneten Städte, Märkte und Jndustrialorte, und aus drei­zehn der übrigen Gemeinden. Die Abgeordneten zum Land­tage werden durch direkte Wahl berufen. Der Landtag ver­sammelt sich in Görz, kann aber vom Kaiser auch an einen anderen Ort innerhalb der gefürsteten Grafscyaft Görz und Gradiska und der Markgrafschaft Istrien berufen werden. Der Landceausschuß besteht aus fünf Mitgliedern."

Das Unterrichtsministerium hält Berathungen über Den Entwurf eines neuen Schulplancs für Ungarn. In' Ungarn schreitet man in dieser Beziehung rasch vorwärts. In eini­gen Städten, namentlich in Oedenburg, wurde der Gehalt