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über persönliche Verhältnisse an ihn gerichtet hatte:Dem Muthigen gehört die Welt'. Behalten Sie Ihren Kopf oben, und wenn ein gutes Exempel im Vorangehen nöthig ist, so soll es Ihnen von Mir nicht fehlen." Im 25. Stadtbezirke hatte man, statt der Erleuchtung, 36 Thaler gesammelt, und solche einer sehr dürftigen Wittwe mit sieben Kindern, welche sich durch Nähen ernähren muß, verabreicht. Demungeachtet batten Viele ihre Fenster erleuchtet. Bis spät waren die Straßen lebhaft. Nirgends eine Spur von Excessen, am we­nigsten von Versuchen desbewaffneten Junkerthums," vor welchen die demokratische und Urwähler-Zeitung so pathetisch gewarnt hatten.

Flensburg, 5. Febr. Endlich hat das Schicksal auch denOstsee-Telegraphen" ereilt den unermüdlichen und wackeren Vorkämpfer für des Landes Rechte und Deutschlhum; der Eigenthümer und Redakteur dieses Blattes, Hr. Petersen, ist gezwungen worden, unsere Stadt zu verlassen. Innerhalb 12 Stunden müsse er sich aus Flensburg entfernen, und die Herausgabe desOstsee-Telegraphen" sei ferner verboten verkündet das bezügliche Edikt unseres mächtigen Trium­virats. (H- N,)

Kiel, 6. Febr. In der Landesversammlung molivirte gestern der Abg. Hirschfeld den von ihm gestellten Antrag, die Statthalterschaft zur Anordnung der Wahlen für die or­dentliche Landesversammlung aufzuforvern. Außer den bekann­ten Gründen berief er sich auf den im Volk lebenden Wunsch, von seinem Wahlrecht baldigst Gebrauch zu machen, und glaubte auch, ohne Prophet sein zu wollen, den baldigen Einmarsch unserer Truppen in Schleswig erwarten zu dürfen. Der Präsident verwahrte für den Fall, daß man den Antrag annehme, die Versammlung dagegen, als ob sie nur von der Hoffnung geleitet sei, daß die Statthalterschaft betreffs Schles­wig dann energischer handeln wolle, und erwartet über die Absich­ten der Regierung bei dem Bericht über den Büngcr'schen Antrag Bestimmtes zu erfahren. Es wird zur Abstimmung geschritten und der Antrag mit Dissens Einer Stimme ange­nommen.

Oldenburg, 4. Februar. Der sämmtlichen Hosdiencr- schaft, welche heute Vormittag eigens zu diesem Zweck im Schlosse versammelt war, wurde ein höchstes Reskript mitge­theilt, ähnlich dem in diesen Tagen vom Finanzministerium an die Oberbehörden erlassenen. Es wird ihnen ausdrücklich darin vorgestellt, sich an keinen politischen Bestrebungen, die gegen das Ministerium gerichtet sind, zu betheiligen, da sie im entgegengesetzten Falle sofort entlassen würden. (W.Z.)

Schwerin, 7. Febr. Bei der Wahl eines Abgeordneten für die nächste Kammer durch die zweite Klasse der allgemei­nen Wahlen hat der Kandidat der demokratischen Partei, Senator Pohle, über den Minister v. Lützow, den Kandidaten des Wahlvereins, mit circa 360 Stimmen die Oberhand behalten.

Dresden, 6. Februar. Erste Kammer. In der heuti­gen Sitzung brachte der Abg. Staatsanwalt Metzler die Braunsche Interpellation, rücksichtlich des Standes der deut­schen Verfassungsangelegenheit, auch in der ersten Kammer an das Ministerium des Aeußern. Die Metzler'schc Inter­pellation lautet:1) Ist es gegründet, daß die königl. säch­sische Regieruug mit den Königreichen Baiern, Württemberg und Hannover sowie beziehentlich mit der k. k. österreichischen Regierung in Bezug auf die Ordnung der teutschen Angele­genheiten Unterhandlungen angeknüpft habe? 2) Ist die königl. sächsische Regierung gemeint, trotz dieser Verhandlun­gen den mit der Krone Preußen unter dem 26. Mai 1849 abgeschlossenen Vertrag festzuhalten? und 3) befindet sich das königliche Ministerium in der Lage, hierüber allenthalben den Kammern eine vorläufige Mittheilung zu machen?" Hierauf beschäftigte sich die Kammer mit der Berathung und Beschluß­fassung über den Antrag des Abg. Ziesch. Bei der in Aus­sicht stehenden Justizrcorganisation möchten ,,a) dem Landge­richte Budissin mindestens zwei der wendischen Sprache voll­kommen mächtige Juristen beigegeben werden; b) bei allen übrigen bereits bestehenden oder künftig nc$ zu errichtenden

Aemtern , denen Gerichtsuntergebene wendischer Zunge zuge- wiesen werden, ein oder nach Befinden mehrere wendische Juristen angestellt werden." Der Ausschußbericht, zwar der Ansicht Raum gebend, daß von dem ungeschmälerten Erhal­ten eer durch die Grundrechte gewährleisteten Nationalität in der Ausdehnung, wie bei den Czechen in Böhmen und den Polen in Preußen, bei den sächsischen Wenden um so weni­ger die Rede sein könne, da ihre Zahl sich 1846 nur auf 44,000 belaufen habe, erkannte dennoch im Allgemeinen das in dem Anträge des Abg. Ziesch beregte Bedürfniß an und empfahl der Kammer folgende Fassung desselben:sie wolle gegen die Staatsregierung den Wunsch aussprechen,' daß so­bald thunlich und jedenfalls bei der bevorstehenden Gerichts­organisation durch Anstellnng der wendischen Sprache kundi­ger Juristen in denjenigen Gerichtsbezirken, welche viel wen­dische, der deutschen Sprache unkundige Angehörige zählen, sowie nach Befinden bei der Proceßgesetzgebung auf die Ver­hältnisse der in Sachsen lebenden Wenden thunlichste Rück­sicht genommen und die deßhalb erforderliche Einrichtung auf eine für die Wenden selbst mit keiner Kostenvermehrung ver­bundene Weise getroffen werden möge." Dieser Ausschuß­antrag, dessen specifischer Unterschied von dem Urantrage darin liegt, daß er die bisherigen Dolmetscherkosten in Wegfall bringt, wurde einstimmig angenommen.

Die zweite Kammer fuhr heute in der Berathung über den Gesetzentwurf, die Abänderung der Gewerbe- und Perso- nalsteuer betreffend, fort.

Stuttgart, 5. Februar. Das Regierungsblatt enthält die Bekanntmachung der Generaldirektion der Posten in Be­treff der Uebereinkunft vom 30. Nov. zwischen den Postver­waltungen Deutschlands und ter österreichischen Kronländer über die Behandlung und Spedition der Zeitschriften.

München, 3. Februar. Aus guter Quelle erfahre ich, daß mit Nächstem die baierische Armee wieder um 4 Jäger- bataillone vermehrt werden wird, wodurch das Heer nahezu auf die Höhe gebracht wird, welche Vie frankfurter National­versammlung in ihrem bekannten Beschlusse von den Einzel­regierungen verlangt hat. Ob diese neue Verstärkung eben- falls nothwendig ist zur Erhaltung der Ordnung und Ruhe im Lande, das schon lange nicht mehr genug Kasernen besitzt um alle Truppen zu beherbergen, oder ob diese Rüstung einen andern Zweck hat, etwa um den deutschen Großmächten ge­genüber zu imponiren, ist Geheimniß ter Diplomatie. Der Armeebefehl, wodurch die bisher vakanten, sowie die neuen OfficierösteUcn besetzt werden, soll noch im Laufe der nächsten Wochen erscheinen. Ob es möglich ist, bei dieser neuen Mehrausgabe für das Heer die angebahnten großen Reformen im Verwaltungswesen ins Werk zu setzen, wird die Zeit lehren.

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München, 4. Febr. Mit unseren Gewerbe- und Han­delskammern in Städten und größeren Bezirken ist eine neue Organisation getroffen worden. Sie sollen künftig drei selbst­ständige Abtheilungen unter ter Benennung: Gewerbe-, Fa­brik- und Hanvelsrath umfassen. Die Bildung derselben ge> schieht durch freie indirekte Wahl. Auch ihr Wirkungskreis ist ein erweiterter, wie das so eben ausgegebene Regierungs­blatt Nr. 8 kundgibt.

Schweiz.

Bern, 4. Februar. Es kann mit Bestimmtheit ver­sichert werden, taß dem BunteSrath weder ein Ultimatum von dem Gesantten einer Großmacht zugestellt worden ist, wie man behauptet hat, noch daß ihm in letzter Zeit von der Diplomatie irgendwelche Mittheilungen in der Flüchtlings­angelegenheit gemacht wurden. Wie die Flüchtlinge aus dem Thurgau bereits eine Protestation gegen den Beschluß der badischen Regierung, nach welchem sie des Staatbürgerrechts für verlustig erklärt werden, bei kompetenter Behörde eingelegt haben, so beabsichtigen die Flüchtlinge in den anderen Kan­tonen einen gleichen Schritt zu thun. Sie erklären wieder­holt die Maßregel des badischen Ministeriums für einen Akt der Willkür. Das eidgenössische Polizeidepartement macht bekannt, daß Feldmarschall Radetzky neuerdings auch den Ita-