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sten empfohlen wird, daß man sie uns von dorther anträgt, wo der Bundesstaat noch keine Freunde zählt. (D. R.)

Frankfurt, 3. Februar. Hr. v. Radowitz sieht seinen Geburtstag durch die Beschwörung der preußischen Berfassung gefeiert; vielleicht, wie man hier annimmt, nach dem beson­deren Willen des Königs, zum bleibenden Gedächtniß seiner Mitwirkung an dem nun formell abgeschlossenen Werke. Auf seine Rückkehr wird um so mehr mit Verlangen gewartet, als die österreichische Denkschrift über die Handelseinigung in der Bundeskommission zur Verhandlung vorliegt, und bei dieser Frage wohl vorzugsweise zu wünschen ist, daß jeder Schritt aufs reiflichste erwogen und zu weit reichenden, für den Bun­desstaat präjudicirlichen Forderungen das strengste Festhalten an einer maßvollen Politik entgegengesetzt werde.

Frankfurt, 6. Febr. Hr. v. Radowitz wird bis zum 9. d. hier wieder eintreffen.

Berlin, 7. Febr. (Pr. St. Anz.) Zu dem gestrigen Bericht über die Feier der Beeidigung der Verfassung ist Fol­gendes nachzutragen: Nachdem die erschienenen Mitglieder der ersten und zweiten Kammer vor Sr. Majestät dem Kö­nige den verfassungsmäßigen Eid sämmtlich geleistet hatten, trat der Präsident der ersten Kammer, v. Auerswald, vor den Thron und sprach Sr. Majestät dem Könige den Dank des Landes im Namen beider Kammern mit folgenden Worten aus: Es ist die Stimme des Landes, welche durch den Mund seiner Vertreter zu Ew. Königl. Majestät spricht. Nicht oft gedenkt die Geschichte solcher Tage, wo freie Entschließung dem würdigen, naturnothwendigen Streben nach dem Maße der Freiheit begegnet, welches, während es den Menschen er­hebt, ihn in Gesetz und Ordnung die wahre Freiheit erkennen lehrt. Und doch erscheint der Glanz der Krone nie strahlen­der, die Macht der Könige nie selbstbewußter, fester, als wenn sie, frei auch von dem Scheine des Zwanges, die höhere Nothwendigkeit erkennend, nur der Gewalt des Geistes folgt. Im Hinblick auf die Unheil drohenden Wolken, welche in einer nicht lange vergangenen Zeit an dem sternenreichen Him­mel Preußens hingen, ist es ein großes Gefühl, das heute va­terländische Herzen erfüllt. Ja, Dank der Vorsehung, daß die Liebe und der Stolz des Landes, Preußens König, heute seinem Volke sagen konnte: Eure Wünsche sind die Meinen. Einigkeit gibt Macht! Der Inhalt dieses Dankes an eine höhere Macht, welche die Herzen der Könige, wie die Geschicke der Völker lenkt, bezeichnet den Umfang des Dankes und der Empfindungen, welche das Land heute Ew. königlichen Maje­stät darbringt. Nicht fernere Worte, unsere Treue wird ihnen Ausdruck geben! — Als hierauf Sc. Majestät der König sich mit huldreicher Begrüßung der Versammlung vom Throne er­hoben, brachte der Präsident der zweiten Kammer, Graf von Schwerin, mit dem Rufe: „Gott segne und erhalte Se. Ma­jestät den König!" ein Hoch aus, in welches die ganze Ver­sammlung unter dreimaliger Wiederholung mit Begeisterung einstimmte. Die Tafel wurde im weißen Saale und in der anstoßenden Gallerte gehalten. Außer den Prinzen des Kö­niglichen Hauses und dem Königlichen Gefolge waren die Mit­glieder des Siaatsininistcriums, die Präsidenten und alle übri­gen Mitglieder der beiden Kammern eingeladen. Gegen Ende der Tafel erhoben Sich des Königs Majestät und brachten folgenden Toast auf die versammelten Mitglieder der Kammern aus: Meine Herren! Ein kurzes Wort, aber ein gutes Wort! Den Dank des Landes aus dem Munde des Königs!" Es wurde von den, Sr. Majestät dem Könige gegenübersitzen­den Präsidenten beider Kammern nicht schicklich befunden, den Gefühlen, welche durch diesen Toast bei der Versammlung her­vorgerufen wurden, unmittelbar nachher Worte zu geben, wo­gegen nach aufgehobener Tafel, während Se. Majestät Sich mit der im Rittersaale versammelten Gesellschaft huldvoll un­terhielten, der Präsident der ersten Kammer ein Hoch auf Se. Majestät ausbrachte, in welches die Versammlung mit freudi­ger Begeisterung einstimmte.

. Berlin, 7. Februar. Leider ist der gestrige Tag nicht frei von Excessen gewesen, einige Unruhstifter wurden verhaf­tet. Die gesetzliche Bestimmung von „Buben, die durch Pfei­

fen rc.," dürfte auf dieselben Anwendung finden. Ungeach­tet des RegenwetterS strömte Abends eine große Menge in hei­terer Stimmung durch die Straßen der Stadt. Die Fric- vrichsstadt oberhalb der Linden war am Besten beleuchtet, na­mentlich die Behrenstraße, Französische Straße, Jägerstraße, Tauben - und Mohrenstraße, sowie die Gebäude am Gendar­menmarkt. Unter den Linden zeichneten sich die großen Ho­tels (mit Ausnahme des Hotel de St. Petersbourg), sowie Minister- und Gesandtschaflsgebäude, der Pariser Platz und die Wilhelmsstraße (Berlins Faubourg St. Germain) durch principielle Dunkelheit aus. Dagegen bemerkte man allgemein mit großer Freude die hellstrahlende Beleuchtung des Palais Sr. k. H. des Prinzen von Preußen. Die wahrhaft feenhafte Beleuchtung des geschmackvollen Gersonschen Hauses auf dem Werderplatze hatte eine ungeheure Menschenmenge vor diesem elegantesten Magazine Berlins und Deutschlands versammelt. In den fashionablen Stadttheilen sah man häufig das Par­terre und die oberen Etagen, ja selbst Kellerwohnungen, illu- minirt, während die aristokratischen ersten Etagen in Dunkel gehüllt geblieben sind. Jenseits der Spree machte man die entgegengesetzte Beobachtung und in den gewerblichen Stadt­vierteln wohnt der Konstitutionalismus im ersten Stock, wäh­rend drüber die unerleuchtete Demokratie ihr Logis ausgeschla­gen. Da es keine „officielle" d. h. keine von Obrigkeits we­gen veranstaltete Illumination ist, so sind auch die öffentlichen Gebäude (mit Ausnahme der städtischen) unbeleuchtet, woher wohl auch die oben erwähnte Dunkelheit der Ministerhotels rührt, von deren jetzigen Bewohnern nicht anzunehmen ist, daß sie sich des glücklichen Verfassuugsabschiusseö nicht aufrichtig freuen. — Der Magistrat befand sich gestern Morgen zufolge Kollegtalbeschltisses um 9 Uhr in Amtstracht in der Nikolai­kirche zum Gottesdienst versammelt. Die ihm untergebenen Kommunalbeamten hatte er ebenfalls auffordern lassen, ihre Kirchen zu besuchen. Zum Mittag hatten sich mehrere Mit­glieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung zu einem Mittagsessen geeinigt. — Die Stadtverordneten ha­ben vorgestern (Dienstag) in geheimer Sitzung den Antrag auf Verleihung des Ehrenbürgerrechts der Stadt Berlin an die Minister Graf v. Brandenburg und v. Manteuffel ange­nommen. Die Minorität, etwa 30 Mitglieder, versuchte die Versammlung beschlußunfähig zu machen, indem sie sich vor der Abstimmung entfernte. Es blieb jedoch die beschlußfähige Anzahl zurück, und wurde hierauf der mitgetheilte Beschluß gefaßt. Diejenigen Mitglieder, welche für die Verleihung ge­stimmt haben, vereinigten sieh gestern zu einem Festmahle. —

( W ahlc n zum Erfurter V o l k s h a u s e. ) Es wurden gewählt in dem Kreise Sensburg und Johannisburg: Geh. R. R. Professor Schubert aus Königsberg; im thorn- tu Im er Wahlkreise: Lehrer Dr. Barntrup zu Kulm.

(Erfurt, 4 Februar. Die Arbeiten am Parlaments­gebäude sind nun schon so weit vorgerückt, daß ein Theil der Arbeiter wieder entlassen werden kann. Den Baumeistern ist aufgegeben, bis zum 15. März das Haus fertig zu haben. — Außer den bereits erwähnten Schauspielern aus Weimar und Gotha, welche hier während des Reichstages zu gastiren ge­denken, sind noch von 2 anderen Theatern gleichfalls dahin zielende Meldungen eingelaufen. — Die kürzlich gemiethete Wohnung des Verwaltungsrathes befindet sich im Hause des Buchhändlers Winkler.

Natzeburg , 2. Febr. Die hiesige Landesversammlung hat gegen die Verfügung der Jnterimskvmmission, durch welche die Publikation der von jener ausgehenden Gesetzent­würfe inhibirt wird, und gegen die Zumulhung sich zu ver­tagen, als gegen aus irrigen Ansichten über die lauenburgi- schen Verhältnisse hervorgehende Maßnahmen protestirt. (W.Z.)

Mecklenburg. Der Rostocker Vorstand des mecklen­burgischen Handelsvereins hat in einer längeren Denkschrift an das schweriner Kabinet den Antrag begründet, daß dasselbe dem Lande eine Garantie dafür geben möge: daß die Zoll­einigung mit rem übrigen Deutschland so lange der freien Entschließung Mecklenburgs Vorbehalten bleibe, als res zu er­richtende Bundesstaat nicht das gestimmte Deutschland mit