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Projekten, sagt er, und halte sie auch trotz der Zuversichtlich­keit der Assemblee für reine Erdichtungen. — Radetzky hat 18 Kisten mit Waffen gesendet, die bei der Entwaffnung der Lombardei Dort Schweizern abgenommen wurden; sie kommen vorläufig ins zürcherische Zeughaus laut Verfügung des Bun­desraths.

Frankreich.

Paris, 4. Febr. L. Napoleon hat gestern unseren frü­heren Gesandten in London, Drouin de l'Huys, mit dem Auftrage dahin abgeschickt, auf die Beilegung des britischen Zerwürfnisses mit Griechenland zu dringen. — Seit heute Nachmittag herrscht im Stadttheile St. Martin große Aufre­gung. Die Polizei wollte einen Freiheitsbaum umbauen las­sen, das Volk aber widersetzte sich und verjagte die Polizei­agenten. Diese riefen Militär herbei, welches die Straße St. Martin besetzte und die Volksbaufen aus einander trieb, wo­bei mehrere Arbeiter Wunden davon trugen und einer angeb­lich gctövtct wurde. Es heißt, daß General Lamoricière von den Arbeitern übel behandelt worden sei und auf einem ihm geliehenen Pferde nur vermittelst eines großen Umweges in die Sitzung der Nationalversammlung sich habe begeben fön# nen. — In den Provinzen ist vielfach von einer allgemeinen Schilderhebung die Rede, welche von Lyon und den östlichen Departements ausgchen soll. Zu Lyon sind plötzlich 205 Personen verhaftet worden, welche sich auf verdächtige Weise umhertrieben, und der dortige Befehlshaber, General Gemeau, soll wiederholt um Verstärkung angehalten haben. — Nach dem „Courrier Francais" ist der Befehl zur Bildung einer neuen Armee an Der Schweizergrenze ertheilt worden., deren Oberbefehl dem General Schramm übertragen werden wird. Der „Courrier Francais" will wissen, 'L. Napoleon 'habe Du­four geschrieben, daß'unsere Regierung, falls der schweizerische Bundesrath den Rathschlägen Frankreichs nicht Gehör gebe, mit Preußen und Oesterreich gemeinsame Sache machen werde. Nach einer hiesigen Korrespondenz im „Journal des Bruxelles" hat Der hiesige russische Geschäftsträger an dem nämlichen Tage, wo die KoUcktivnote Oesterreichs und Preußens in Be­treff der Schweiz unserem Minister des Auswärtigen einge- hänvigt wurde, letzterer nicht amtlich, jedoch im Namen seines Hofes erklärt' dieser habe das betreffende Ultimatum Oester­reichs und Preußens empfangen, stimme demselben'völlig bei und werde dasselbe nöthigen Falles mit seinem ganzen Ein­flüsse und seiner ganzen Macht unterstützen.

. In Der heutigen Sitzung der Nationalversammlung wird der Gcsctzknlwurs der Regierung für Verlängerung deö von Der konstituirenden Versammlung auf die Güter der Familie Orleans gelegten Sequesters unter Verbot gerichtlicher Verfol­gung durch die Gläubiger bis zum 1. August 1850 mit gro­ßer Majorität angenommen. Es beginnt hierauf Die zweite Berathung des UnterrichtSgefetzeS. Die Diskussion wird jedoch unterbrochen durch eine Frage von Lagrange (vom Berge) an das Ministeriuiti über Unruhen dahier aus Veranlassung des Umhauens eines Freiheitsbaumes am Thore St. Martin, wo nach seiner Angabe bereits Blut gestossen ist. Der Justizmi­nister Roubcr beschränkt sich auf Die Erklärung, daß Die ge­eigneten Maßregeln zur Herstellung Der Ordnung getroffen seien. Lasteyrie (von der Majorität) tadelt Die herausfor­dernde Haltung des Polizcipräfckten in Der jüngsten Zeit und hofft, daß Die Regierung diesem Ucbelstandc Einhalt thun werde.

Spanien.

Madrid, 30. Januar. In der gestrigen Sitzung Der Deputirtenkammer kam eS zwischen Gonzales Bravo und RioS Rosas zu heftigen Persönlichkeiten, die heute ein Duell zur Folge hatten, worin ersterer durch eine Kugel in der rechten Seite der Brust verwundet ward. Man trug ihn nach Hause und versuchte, die Kugel heraus zu ziehen, was jedoch angeb­lich noch nicht gelungen ist. Die Debatte über das Ermäch- tigungsverlangen der Regierung in Betreff der Steuererhe­bung dauerte heute noch fort; ein dem Ministerium feinD*

lichcS Amendement wurde verworfen. Es hieß in der Kam­mer, daß das Ministerium eine Auflösung der Kortes beab­sichtigt.

Portugal.

Eine in Madrid am 29. Januar angekommene telegra­phische Depesche aus Lissabon meldet, daß die portugiesische Deputirtenkammer mit 61 gegen 18 Stimmen erklärt hat, der Premierminister, Graf Thomar, verdiene das Vertrauen Der Krone.

Großbritannien.

London, 2. Febr. Das englische unter Parker stehende Geschwader besteht aus der Queen von 110,, der Caledonia von 120, dem Ganges von 84, Dem Powcr'ful von 84, Der Vengeance von 84, Dem Belleropbon von 78 Kanonen und 6 Dampffregatten. Einige dieser Schiffe liegen bei Salamis, andere im Piräus, andere kreuzen. Außer den bereits mit- getheilten Forderungen Englands Der griechischen Regierung gegenüber sind noch zu bemerken: Entschädigung für ein eng­lisches Schiff, welches an die griechische Küste geworfen und von den Einwohnern geplündert wurde; Genugthuung für die an einem jonischen Unterthanen in Patras verübte Gewalt­thätigkeit; Genugthuung für Die in Patras Der britischen Flagge in der Meridiangelegenheit zugefügte Beschimpfung; und Entschädigung für die im vergangenen Jahre von Stra- ßcnräubern geplünderten englischen Reisenden. Das Packet- boot Washington brachte die Nachricht, daß zwischen Dem Staatssekretär Der Vereinigten Staaten und Dem britischen Gesandten eine Verständigung in Betreff Der Nicaraguafrage zu Stande gekommen.

Rußland.

Petersburg, 26. Jan. Die hiesigen Blätter theilen jetzt Den vom 21. Dec. v. J. datirten Ukas des Kaisers mit, durch welchen „behufs Beendigung der Petersburg-Moskau- feben Eisenbahn" die Ncgociirung der (mittlerweile von Gebr. Baring übernommenen) neuen auswärtigen Anleihe von 5,500,000 L. befohlen wird. Der Ukas, welcher die Anord­nung Der Eröffnung Dieser Anleihe Dem Handelshause des Baron Stieglitz überträgt, enthält Die Bestimmungen über die Appoints, Die Verzinsung und die Amortisirung Der Anleihe, und verfügt schließlich, daß die Rechnung über die mittelst dieser cinlaufenden Summen (wie dieß auch mit den früheren Anleihen behufs des Baues der erwähnten Bahn geschehen) abgesondert von allen Einkünften und Ausgaben des Staates geführt werden solle.

Kekanntmachungen.

Wir ersuchen die resp. Mitglieder des Preßvereins in der Stadt Kassel, die Monatsbeiträge an den Expedienten des Vereins, Ferdinand Scheerer dahier, welcher allein zur Erhebung beauftragt ist, gefälligst auszahlen, und die ge­schehene Zahlung in das von diesem vorzulegende Buch ein­tragen zu wollen.

Kassel, 8. Februar 1850.

Der Ausschuß des Preßvereins.

^Imjefommcne Fremde vom 7. Februar.

Im Römischen Kaiser (Lang): Kflte. Helfer a. Köln, Grim­berg mit Frau a. Essen, Fuchs a. Frankfurt, Prosch a. Leipzig; Partik. Frank a. Fritzlar; Graf v. Lehrbach mit Dienerschaft a. Lehrbach; Gutsb. Meding a. Züchta.

Im König von Preußen (Schambeck) : Kammerherrv. Schach­ten mit Gemahlin a. Schachten; Kflte. Jcncrt a. Bielefeld, Appel auS Griesheim, Jäger a. Messina, Amsel a. Karlsruhe.

In rer Goldenen Krone (Schade): Kflte. Schloß a. Dettel- badb Grunewald a. Rothenburg, Schröder a. Munden ; Assessor Streye a. Schenklengsseld; Fabr. Warnholz a. Lenep; Dr. Biel a. Bremerhafen.

Im De urschen Hof (Ahlborn): Amtmann Albrecht a. Elmers- Hausen; Oekonomen Gebr. Möller a. Germcrode, Schmidt a. Laar; Kan­didat Rauh a. Homberg.

Verantwortlicher Herausgeber; Fr. Oetker. —

Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.