Einzelbild herunterladen
 

259

feiner Gnade, die Vermehrung der Sterblichkeit aufzuhalten und der furchtbaren Pestilenz Einhalt zu thun. Ihre Maje­stät ist überzeugt, daß wir unsere Dankbarkeit durch wachsame Vorsicht gegen die mehr hervortrctenden Krankheitsursachen und durch eine einsichtsvolle Berücksichtigung derjenigen am Besten an den Tag legen werden, welche am meisten den Angriffen von Krankheiten ausgesetzt sind. Auf ihrem letzten Besuche in Irland gewährte Ihrer Maj. die Loyalität und die Anhänglichkeit, die alle Klassen ihrer Unterthanen ihr zu erkennen gaben, das höchste Vergnügen. Wiewohl die Wir­kungen früherer Jahre des Mangels in jenem Theile des vereinigten Königreichs schmerzlich empfunden werden, so werden sie doch durch den gegenwärtigen Ueberfluß an Le­bensmitteln und die herrschende Ruhe gemildert. Ihre Maj. beglückwünscht Sie mit großer Genugthuung wegen der ver­besserten Lage des Handels und der Fabriken. Mit Bedauern hat aber Ihre Majestät die Klagen vernommen, welche in vielen Theilen des Königreichs von Landeigenthümern und Inhabern ausgegangen. Ihre Maj. beklagt tief, wenn ein Theil ihrer Unterthanen unglücklich sein sollte. Aber es ge­währt Ihrer Maj. eine aufrichtige Freude, vermehrten Genuß der Bedürfnisse und Annehmlichkeiten des Lebens wahrzuneh- men, zu welchem Wohlfeilheit und Reichlichkeit die große Masse des Volkes in den Stand gesetzt hat. Gentlemen vom Hause Oir Gemeinen! Ihre Maj. hat befohlen, das Budget dieses Jahres Ihnen vorzulegen. Es ist mit strenger Beobachtung der Spar­samkeit ausgestellt, während doch auch auf die Wirksamkeit der verschiedenen Zweige des Staatsdienstes gehörig Bedacht ge­nommen worden ist. Ihre Majestät hat mit Befriedigung den gegenwärtigen Stand der Staatö-Revcnuen gesehen. Mylords und Gentlemen! Einige der am Ende der letzten Session we­gen der zu ihrer Berathung mangelnden Zeit aufgeschobenen Maßregeln werden Ihnen wieder vorgelegt werden. Zu den wichtigsten derselben gehört die, welche sich auf die bessere Verwaltung der australischen Koloniecn bezieht. Ihre Maj. hat verschiedene Maßregeln zur Verbesserung der Lage Irlands vorbereiten lassen. Die Ucbelstanve, welche aus Partei-Proces- sionen hervorgehen; die Mängel der die Verhältnisse der Land- wirthe und Pächter regulirenden Gesetze; der unvollkommene Zustand der Großen- Jury - Verhandlungen ; und die vermin­derte Anzahl der Wähler für die Parlamentsmitglieder wer­ten neben andern Materien ernster Bedeutung die Gegen­stände sein, in Betreff deren Ihrer Berathung Vorschläge un­terbreitet werden sollen. Ihre Maj. hat zu ihrer Zufrieden­heit erfahren, daß die zur Beförderung der Gesundheit des Volkes schon durchgegangenen Maßregeln allmählich in Aufnahme kommen; und Ihre Maj. hofft, daß Sie im Stande sein werden, sowohl in der Hauptstadt, als in den verschiedenen Theilen des vereinigten Königreichs fernere Fortschritte in der Entfernung von Uebeln zu thun, welche der Gesundheit und dem Wohlsein ihrer Unterthanen nachtheilig sind. Die Gunst der göttlichen Vorsehung hat bislang dieses Königreich vor den Kriegen und Kämpfen bewahrt, welche während der letz­ten zwei Jahre so viele kontinentale Staaten Europa's er­schütterten. Es ist Ihrer Maj. Hoffnung und Glaube, daß durch die Verbindung der Freiheit mit der Ordnung, durch Beibehaltung des Werthvollen und Verbesserung des Mangel­haften Sie das Gebäude unserer Institutionen als die Woh­nung und das Obdach eines freien und glücklichen Volks er­halten werden.

Griechenland.

Die von England gegen Griechenland erhobenen Reklama­tionen beziehen sich nicht allein auf die Zahlung der Rück­stände von der griechischen, von England, Rußland und Frank­reich garantirten Anleihe, sondern sie beziehen sich auch auf weit kleinlichere Dinge. Die englische Regierung fordert für einen unter ihrem Schutze stehenden portugiesischen Juden Pacifico, dessen Haus bei einem Auflaufe beschädigt warb, nicht weniger als 800,000 Drachmen und außerdem 500 Pfo. Sterling als persönliche Entschädigung. Sodann verlangt England für die jonischen Matrosen, welche eine Zeit lang auf Befehl der griechischen Behörde in Patras gefangen ge­

halten wurden, eine Entschädigung von je 20 Psd. Sterling. Endlich fordert cs die Abtretung zweier kleinen Inseln, welche von England als Dependenz der jonischen Inseln in Anspruch genommen werden, obgleich nach bestehenden Verträgen die an den Küsten des Peleponneses liegenden Inseln nach den Freiheitskriegen Griechenlands Eigenthum geworden sind. Der Unerheblichkeit dieser Forderungen gegenüber, dringt sich die Vermuthung auf, daß die britische Regierung dieselben nur als einen Vorwand gebraucht, um seine Flotte in den grie­chischen Gewässern stationiren zu lassen, und um dadurch den russischen Interessen in der Türkei entgegenzutreten. Die Art und Weise, wie Großbritannien gegen Griechenland in dieser Sache austrat, trägt den Stempel der größten Rücksichtslosig­keit. Schon am 11. Januar ging die englische Flotte, aus 13 großen Schiffen bestehend, in der Bucht vor Salamis vor Anker, aber erst nach 5 Tagen erhielt Hr. Lonbos durch den englischen Gesandten die Anzeige, daß Admiral Parker sich zu ihm begeben werde, um ihm im Namen seiner Regierung einige Mittheilungen zu machen. Die Unterredung sand Statt, und man stellte britischer SeitS die Anfrage, in wel­cher Weise Hr. LondoS die Ausführung der schon im Decem­ber 1848 von Großbritannien gestellten Forderungen bewirken wolle. Der englische Gesandte wünschte, daß die griechische Regierung binnen 24 Stunden eine befriedigende Antwort er­theile , widrigen Falls für Griechenland sehr ernste Ereignisse eintreten dürften. Die griechische Regierung wünschte nun die schwebende Frage dem schiedsrichterlichen Spruch? ter Vertreter der beiden Schutzmächte Frankreich und Rußland zu unterziehen ; allein der britische Gesandte verweigerte jede Vermittelung, und verließ am 19. mit dem gesummten Ge­sandtschafts - Personale Athen, und begab sich am Bork des englischen AdmiralschiffesQueen". Am Tage zuvor hatte Sir W. Parker der Regierung angezcigt, daß er keine Be­wegung unter den griechischen Kriegsschiffen im Piräeus dul­den werde. Da nichtsdestoweniger terOtto" mit Depeschen nach Syra absegcltc, so wurde dieß Fahrzeug und ein grie­chischer Kutter von den Engländern mit Beschlag belegt und nach Salamis gebracht. Am 21. erfuhr man, daß drei grie­chische Kaufmanns Barken, welche von Athen absegeln wollten, durch vier im Hafen liegende englische Kriegsschiffe daran ver­hindert seien. Was die griechische Regierung betrifft, so scheint sie sich in Passivität erhalten zu wollen, weil sie hofft, daß die beiden anderen Schutzmächte nachdrücklich gegen das Auf­treten der Engländer einschreiten werden. Uebrigens soll die griechische Regierung alle Forderungen der Engländer ent­schieden verneint haben.

Italien.

Turin, 28. Jan. Die heutige Concordia enthält einen Artikel, in welchem es unter Anderem heißt:der Herzog von Modena ist der künftige König der Lombardei. Diese Nachricht, die noch vor einem Jahre auf allgemeinen Unglau­ben gestoßen wäre, wird nun von Tag zu Tag minder para­dox. Briefe aus der Lombardei, die sich auf gute Quellen in Wien beziehen, stellen diese Thatsache als wahrschein­lich dar.

Dänemark.

Kopenhagen, 1. Februar. Im Volksthing siel die Präsidentenwahl auf Major Andrä mit 55 Stimmen. Zu Vicepräsidenten dcö Dolksthing wurden Otterström mit 88 und Spandct mit 50 Stimmen erwählt. Ein Anschlag im Avissalon (Zeilungshallk) will wissen, Lord Palmerston habe eine Verlängerung des Waffenstillstandes aus fernere sechs Monate vorgeschlagen und der Reichstag werde in Anleitung kessen in nächster Woche eine geheime Sitzung halten.

Landtag.

Sitzung vom 6. Februar. Am Ministertifche Ju- stizministcr v. Baumbach. Nach Verlesung des Protokolls und Verkündung der Eingänge verliest der Präsident ein Schreiben des Äbg. Pfarrer Wigand, worin dieser seine Un­abkömmlichkeit anzeigt und erklärt, daß, wenn ihm die Ver­sammlung nicht einen Stellvertreter verschaffen oder bis zum