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unter ten Augen des englischen Gesandten Hm. Wyse, der ganz ruhig seine Stelle in Athen fortbchält und mit Hessen Zustimmung ausgeführt worden ist. — Von allen Seiten sucht das Volk dem Könige und seiner Gcmalin Anhänglich­keit und Liebe zu beweisen. Wo sich die Herrschaften zeigen, werden sie mit Jubel empfangen, ja selbst auf die Gesandten Frankreichs und Rußlands erstreckt sich diese Demonstration des Hasses gegen England, indem man denselben ebenfalls vor ihren Hotels wegen des von ihnen eingelegten Protestes in zahlreichen Haufen Evvivas brachte. — In Triest herrscht eine gewaltige Konsternation über diesen in der Geschichte un­erhörten Bruch des Völkerrechts, und sieht man einem kaum mehr zu beseitigenden offenem Zerwürfnis; zwischen^ England und den beiden anderen Schutzmächten entgegen, (so berich­ten Wiener Nachrichten.)

ch Kassel, 6. Febr. In der heutigen Ständesstzung, welche erst nach geraumer Zeit wegen Mangels der gesetzlichen Mitgliederzahl eröffnet werden konnte, brachte Hr. Theobald die Befreiung der Postsendungen Seitens der Landtagsabge- ordneten vom Porto wieder zur Sprache, woran Hr. Hilde­brand den Wunsch knüpfte, daß von der Regierung auf eine allgemeine Ermäßigung des Bricfporto's Seitens der thurn- und taxisschen Post hingewirkt werden möge, nachdem in an­dern Ländern, namentlich in Preußen, ähnliche Maßregeln bereits getroffen worden seien. Ein Antrag des Abg. Lie­berknecht, das Volksschulwesen betreffend, wurde der Re­gierung zur geeigneten Berücksichtigung bei der Ausarbeitung des zu erwartenden Schulgesetzes mitgetheilt. Der Minister des Innern gab dabei die Zusicherung, daß die Vorlage des erwähnten Gesetzes so viel nur irgend thun lieh beschleunigt werden solle. Die Versammlung ging sodann zier weiteren Berathung des AnwaltsgesetzeS über.

Einige berichtigende Bemerkungen zu dem An­träge des Landtagsabgeordneten Herrn Kompe, die Um- und Fortbildung des Landeshospitals Haina re. betreffend

Vor kurzer Zeit kam mir der oben erwähnte Antrag des Herrn Kompe in die Hände. Ich gestehe, daß ich die Arbeit des gedachten Herrn K. nicht ohne Interesse gelesen habe, und so sehr mich sein Drängen nach dem Ziele selbst — Hebung der Irren-Anstalt zu Haina — angesprochen hat; so kann ich doch nicht umhin, den Herrn Antragsteller auf einige starke Jrrgängc in den Waldungen von Haina aufmerksam zu ma­chen, die er bei seinem Anträge tn der hohen Ständekammer hätte vermeiden müssen.

In diesen Waldungen, welche Herrn K. gleich den dun­kelen undurchdringlichen alten deutschen Bnchcnbainen vorzu- schwebcn scheinen, uns Grünröcken aber schon leider zu licht geworden sind, ist derselbe sein Ideal verfolgend, mehrfach auf Jrrkraut gerathen und hat von denselben ein Bild ent; worsen, nach welchem man in der Wirklichkeit vergeblich sucht.

Wenn Herr K. pag. 3 seines Antrages sagt: „wenn dasselbe (Hospital Haina) von einer der reichsten deutschen Waldungen, allein von 33,000 A. Buchenhochwald umgeben ist," so sage ich, daß diese Angabe etwas stark von dem Re­sultate der vor zehn Jahren durch verpflichtete Forstgeometer vollzogenen speciellen Vermessungen abweicht; nach diesen be­trägt der ganze Flächeninhalt der drei Hospitalsforste incl. Triften, Wege rc. nur 28,748 A. 121 QR.

Hierzu kommt noch, daß das Forstrevier Oberbolzhausen, 6977 A. 74 QR., gar nicht mehr im Stande ist, künftig Buchen zu ernähren, und daß da, wo einst Buchen standen, jetzt schon hat Nadelholz angebaut werden müssen. Wo jetzt noch Buchen in dem mageren Sandboden — in welchem Fuß hohe Heide und Heidelbeeren ganz trefflich gede hen — ihr dürftiges Dasein fristen, werden sie clvnwohl bald dem Na- delholze Platz machen müssen.

Die beiden Forste Dodenhausen und Löhlbach haben zwar

Berantwortlichcr Herausgeber: Fr. ©etter. — Redaktion: Fr.

noch ausgezeichnete dunkele Buchen^Hochwaldbestände; allein wie sich Herr K. dieselben im Geiste zu malen scheint, sind sie doch nicht, denn wir haben auch schlechte Bestände aufzu- weisen, und sollte die dort anzulegende Kolonie, von welcher Herr K., pag. 24, bei dem „überaus üppigen Waldboden" phantasirt, wirklich in das Leben treten, so würde ganz gewiß jeder Ortskundige die armen Kolonisten beklagen, welche in diesen Gebirgen nicht allein in den Wintermonaten mit sehr tiefem Schnee und furchtbarer Kälte zu kämpfen haben (wo­von sich gerade jetzt Jeder überzeugen kann), sondern auch genöthigt wären, um das spärliche tägliche Brod dem Boden abzugewinnen, den Dünger, welchen die umliegenden Ort­schaften dem früher üppigen Waldboden entzogen haben, dem­selben wieder zu geben.

Schließlich bemerke ich noch, daß die Holzabgabe von 19 Klaftern mit Reisig, pag. 17 4 c. falsch ist, so wie, daß der pag. 23 erwähnte Inspektor zugleich Geldrentmeister ist, und auch nur als solcher Gehalt bezieht.

Dodenhausen, am 1'3. Januar 1850.

Möller, Revierförster.

Delranntmachungen.

[76] Bekanntmachung.

Nachdem der über den einzigen Erben des am 2. v. M. dahier verstorbenen ApothekeeS FriedrichHordt — Louis Hordt — gerichtlich bestellte Vormund die Erklärung abge­geben bat, nur mit der Rechtswohlthat des Inventars Vie Erbschaft des genannten Apothekers Hordt, Namens seines Kurandcn antreten zu wollen, so werden alle diejenigen, welche Forderungen an den verstorbenen Apotheker Hordt dabier zu haben glauben, aufgeforvert, ihre Ansprüche im Termine den 22. k. M. Morgens 9 Uhr bei unterzeichnetem Gerichte ent­weder in Person oder durch Bevollmächtigte anzumelden und zu begründen, widrigen Falls auf sie bei Errichtung des In­ventars keine Rücksicht genommen werden wird.

Veckerhagen, am 22. Januar 1850.

Kurfürstliches Justizamt.

Fonvy.

vt. Stern.

Photographische Portraits sowohl auf Metall wie auf Papier werden täglich in unserem Atelier, am Ständeplatz Nr. 293, von 9 Uhr bis 2 Uhr Nach­mittags nach Tags vorher geschehener Anmeldung angefertigt. Probebilder sind ebendaselbst zur Ansicht ausgestellt.

L. Neunpagëe, Photograph.

[32] F. Kluth, Portraitmaler.

[89] Frische Colchester Austern und Kabeljau bei Wilhelm R i tz, untere Königsstraße 21.

Angekommene Fremde vom 5. Februar.

In der Goldenen Krone (Schade): Kaufite. Heine a. Berlin, , Eckstein u. An schütz a. Mehlis; Einnehmer Blasenholz a. Diepholz; Forst- mann Raspe a. Klausthal ; Ingen. Gockeck a. Grifte.

jm Den: s ch c n Ho f (Ahlborn) : Kfm. Markheim a. Gudensberg; ; ©es. Schulze a. Rappenbausen; Insp. Pfannkuchen a. Bieselrode; Bau- - meister AbrcnS a. Hofgeismar; Kfm. Stein a. Nordhausen.

Im 9i ö m i f d) c n Kaiser (Lang): Kauslte. Schraidt^ a. Koburg, Göhring u. v. Seutier a. Leipzig, Hirsch a. Halberstadt, SchrcUer aus Duren, HirckS a. Frankfurt, Katzenmepcr m. Fam. a. Königsberg; Gutsb. Baron v. Horst a. Pommern.

Im König von Preuße n (Schambeck) : Hofrath Eigel a. Braun- - schweig; Kfite. Hiller a. Gotha, Mann a. Eisenach; Reut. Bauer auS Eisleben.

Börsenberichte.

Berlin, 4. Februar. Preuß. Freiw. Anl. : Brief —, Geld 107.

St. Schuld-Sch.: Brief 897« Geld 8874. Seeh.-Präm.Sch.: Brief W474, Geld: —. Kurh.Pr.O. 40 Thlr.: Brief 333/4, Geld 33 y4. Fr.. Wilh. Nordb. 467< a 453/4 bez. Prior. Akt. 100 B.

W i e n, 1. Febr. Met. Spree. 95y4 3/,. 4pri'C. 74 72, 75 . 4'/?proc. 847I6/ 7s- 2 72proc. - Anleihe 34: 172 - 172'/-, 39:108, 108'/,.

©etter und Dr. A. Pfaff. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.