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desanlagen und Kontributionen nicht an den vom Ministerium zur Entgegennahme Derselben bestallten Landeseinnehmer Koeve zu Rostock, sondern an Den sogenannten engern Ausschuß zu Neubrandenburg zur Abführung derselben an die landesherrlichen Kassen einzuzahlen. (H. C.)
Weimar, 3. Februar. Unserem Landtage steht sein Ende bevor. Durch großherzogl. Erlaß ist seine Lebensfrist noch bis zum 10. D. M. ausgedehnt. Bis dahin müsse er, heißt es darin, auseinandergehen , möge er mit seinem Revisionswerke fertig sein oder nicht. Da hat nun derselbe schnell ein Schullehrergesch beschlossen, welches folgende Bestimmungen enthält: 1) Trennung Der Schule von der Kirche und Wegfall der Beaufsichtigung der Geistlichen als solche; 2) die Lehrer sind Staatsdiener und werden aus Der Staatskasse besoldet; 3) die Entrichtung des Schulgeldes ist aufgehoben; 4) hinsichtlich Der Pensionirung haben die Schullehrer das Recht Der Staatsdicner.
München, 1. Febr. Die Kammer der Reichsräthe hielt heute wiederholte Berathung über das Jagdgesetz und vereinigte sich mit Der Kammer Der Abgeordneten in allen Punkten mit Ausnahme Der vom Hrn. Fürsten v. Wallerstein bezüglich der Treibjagden zu Art. 7 eingcbrachtcn und von der Abgeordnetenkammer angenommenen Zusätze, welche mit allen gegen 7 Stimmen verworfen wurden.
München, 2. Febr. Telegraphische Depesche der N. M. Ztg. aus Wien, 1. Febr. (6 Uhr Abends). „Die folgende telegraphische Nachricht ist aus Athen hier angelangt: Ein wichtiges Ereigniß hat in Athen Statt gefunden. Der englische Gesandte hat die griechische Regierung aufgefordert, binnen 24 Stunden alle Reklamationen zu erfüllen. Die englische Flotte unterstützt diesen Schritt. Die Intervention Der Minister von Frankreich und Rußland ist zurückgewiesen. Alle griechischen Kriegsschiffe sind gekapert. Wirksamere Maßregeln stehen unverzüglich bevor. König und Königin sind wohl. Athen ist ruhig. Die griechische Regierung hat protestirt."
München, 2. Febr. Die N. M. Ztg. hat Briese aus Athen bis zum 23. Jan. erhalten, welche Die Angaben vorstehender telegraphischen Depesche aus Wien bestätigen. Die englischen Reklamationen, am 17. Januar durch Den englischen Gesandten Hrn. Wyse und Admiral Parker im Verein gestellt, betrafen bloß Privatforderungen einiger englischen Unterthanen und Schutzbefohlenen, alten Datums; um so ausfallender erscheinen daher Die darauf gefolgten Gewaltakte gegen die griechische Marine, und um so klarer scheint daraus hervorzugehen, daß Grund und Zweck ganz ankere sind, als man anzugeben beliebt. Die beiden Kammern einstimmig wie das ganze Volk ohne Unterschied Der Parteien haben sich energisch für Die Regierung erklärt.
Oesterreich.
xlMen, 29. Januar. Wenn wir glauben konnten, daß Denunciationen und Verdächtigungen nun endlich aufgehört oper wenigstens im Abnehmen begriffen seien, so kann unS die neueste Purifikation der Hoftitularuren eines andern belehren. Sieben Personen, zum Theile aus dem Künstler-, zum Theile aus dem Gcwerbsstande, sind nicht in Dem Pur- gatorium bestanden und zu der Strafe verurtheilt worden, ihre betreffenden Dekrete in Die Hände des Magistrats auszuliefern. — Die Meldungen von RaubanfäUcn in Ungarn und den Nebenländern mehren sich auf eine grauenhafte Weise. Bezeichnend für den Zustand des Landes im Allgemeinen ist eine neuerliche Anordnung des Pesther Oberdistriktskommissärs an alle ihm unterstehenden Gemeinden, worin er ihnen befiehlt, alle in ihrem Weichbilke noch nicht beerdigten Opfer der letzten unglücklichen Epoche allsogleich zu begraben, damit durch die schädliche Ausdünstung sich keine gefährlichen Krankheiten entwickeln. Wenn man bedenkt, daß seit August v. I. die Kämpfe in der Umgebung Pesths ruhen, so klingt diese Mahnung in Bezug auf Die Bewohner und Die Behörden des Pesther Distrikts wirklich beispiellos, und man hört auf, die Angabe, daß die ungarischen Schweine noch nie so fett gewesen, wie in dem abgelaufenen Jahre, wo sie sich von Menlchknfleisch nährten, für eine Erfindung zu halten.
Wien, 1. Februar. Fürst Metternich soll mit kommendem Frühjahre nach Helgoland reisen, um Dort das Seebad zu gebrauchen. Derselbe befindet sich übrigens, ungeachtet seines hohen Alters, in sehr guten Gesundheitsumstänven, und soll besonders jetzt sehr heiter und fröhlich sein. (!)
— Das unter Dem Befehle des Erzherzogs Albrecht stehende Armeekorps in Böhmen, welches im September aus 50,000 Mann bestand, ist durch Die fortwährenden Zuzüge aus allen Richtungen Der Monarchie seit dieser Zeit um 30,000 Mann verstärkt worden und besteht daher gegenwärtig aus 80,000 Mann, meist Kerntruppen der österr. Armee.
Wien, 2. Febr. Die „Wiener Ztg." vom heutigen Tage bringt Die Landesverfassung für Die gefürstete Grafschaft Tyrol mit dem Lande Vorarlberg. — Die Kaiserin Mutter wird zu Anfang dieses Monats zum Besuche ihrer Verwandten nach München abreisen und dort längere Zeit verweilen. — Der Gesandte in Berlin, Hr. v. Prokesch, hat die Ge- heimcralhswürke erhalten.
Frankreich.
Paris, 1. Febr. Das Ordre kommt heute auf die in der Schweizer Angelegenheit an Frankreich gerichtete Note Oesterreichs und Preußens zurück und bemerkt, dieselbe sei in sehr vorsichtigen und gewinnenden Ausdrücken gefaßt. Es sei darin gesagt, Die erhaltende und wiederberstellende Regierung Frankreichs werde sich nicht in einer Angelegenheit absondern wollen, welche Die Sicherheit des gesummten Europa's berühre. — Der Constitutionnel hebt heute hervor, daß Lyon noch in steter revolutionärer Gährung ist und Deutet darauf hin, daß diese Aufregung von der Schweiz aus genährt werde. — Schon vor einigen Tagen hatte man erfahren, daß Die eigentlichen „Konservativen" Der parlamentarischen Mehrheit einen von den Legitimisten abgesonderten Rep.äsentanten- Vcrein zu gründen beabsichtigten. Das Ordre, welches zuerst diese Nachricht bestätigte und Die Zabl Der Mitglieder auf 200 angab, erklärt heute, daß Die Gründung dieses Vereins keine Spaltung innerhalb Der konservativen Partei begründe, da auch Die Legitimisten ihren Separat-Klub in der Rivoli- St»aße haben. Ucbrigens wird Der neue konservative Verein namentlich Die Freunde Der Herren Broglie und Odilon Barrot, v. h. Die eifrigeren und ruhigeren Orleanisten umfassen. — Ludwig Bonaparte erntet mit seinen zahlreichen Amnestien wenig Dank. Einige kaum entlassene Insurgenten ergingen sich in den heftigsten Ausfällen gegen den Präsidenten und seine Minister. „Ehe drei Monate vergehen", sagte Einer derselben, „sollen diese Kanaillen von uns zu hören bekommen."
Schweiz.
Bern, 2. Febr. Das eidgenössische Polizeidepartement macht bekannt, daß FeldmarschaU Radetzky neuerdings auch den Italienern Amnestie ertheilt habe, welche Den frühern Termin zur Rückebr (30. September 1849) versäumt haben. Dieselben haben sich mit einem Gesuch um Passe durch Die Polizeibehörden des Kantons, in Dem sie sich befinden, an das eidgenössische Polizeidepartement zu wenden, das an den österreichischen Gesandten in Der Schweiz zu Händen des Feld- marschaUs gelangen soll.
Griechenland.
Mit Der amtlichen Depesche sind gleichzeitig Briefe aus dem Pyräus in Triest eingegangen, welche Die englischen Reklamationen näher bezeichnen. Außer Den rückständigen Binsen für den englischen Theil der Anleihe figuriren in denselben eine Masse von Entschädigungen für englische Unterthanen, unter welchen jonische Contrebandiers und Leute, die sich förmlich in Griechenland niedergelassen und angekauft haben, unter Andern ein Major Fiulcy obenan stehen. Man hat durch englische Dampfer Die Magazine in Poros leeren und alles Material nach dem Pyräus bringen lassen. Die Qua- rantaine- und ZoUanstalten sind aufgehoben und unter englische Verwaltung die Letztern gestellt. Auch in den Häfen von Syra und Patras glaubt" man, daß ein gleiches Raub- und Plünderungs - System Statt fand, als es ohne alle frühere Einschreitung gegen Die Regierung des Königs Otto und selbst