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aus dem Entwürfe des Finanzgesetzes und dem, was sonst dem Reichstag über die Hilfsquellen des Staates mitgetheilt werden wird, ersehen. Durch die Gesetzentwürfe, die dem Reichstage werden vorgelegt werken, wird man finden, daß rin wichtiger Anfang damit gemacht worden, die verschiedenen bürgerlichen Verhältnisse mit dem Grundgesetze in Einklang zu bringen. Ich traue nun sicher aus Euch, treue dänische Männer, daß Ihr Eure Thätigkeit zu des Landes wahrem Wohle üben werdet. Gott stärke Euch Alle." Elatsrath Schouw ward zum Präsidenten des LandesthingS gewählt; derselbe lehnte aber seines Gesundheitszustandes wegen die Wahl ab, die dann mit einer gleichen Anzahl von Stimmen auf den Höchstengerichts-Assessor Bruun fiel. Zum Viceprä- sidenten des Landesthings wurde Justizrath Stampe mit 20 Stimmen erwählt.

Großbritannien.

London, 30. Januar. Heute gab Lord John Russell, als erster Lord des Schatzes, dem Beantraget und dem Un­terstützer der Antwort auf die Thronrede im Unterhaufe, Hrn. Villiers und Sir James Duke, ein politisches Gastmahl, wäh­rend der Marquis von Lansdowne als Präsident bcS Gchei- mcnraths ein Diner veranstaltete, woran außer einer Menge wighistischer Peers Graf Essex und Lord Methuen Theil nah­men, von denen ersterer im Oberhause die Antwort auf die königliche Rede beantragen und letzterer sie unterstützen wird. An demselben Abend versammelte sich die konservative Partei der Peers bei Lord Stanley zum Bankett.

Frankreich.

Paris, 1. Febr. Drei Angelegenheiten beschäftigen heut zumeist die Aufmerksamkeit der politischen Kreise und Zeitun­gen: die Blokabe - Erklärung der griechischen Küsten burch England, die jetzt Thatsache ist, das österreichisch-preußische Memorandum, worin, wie das Organ der Partei Odilon- Barrot versichert, die französische Regierung in den vorsich­tigsten und schmeichelhaftesten Ausdrücken ersucht wird, sich an den zwischen beiden Mächten gegen die Schweiz verabredeten Maßregeln zu betheiligen, und die Gerüchte von einer auf den 24. Februar festgesetzten abermaligen Schiloerbebung der Rothen. Der Constitutionnel selbst versichert, daß die Regie­rung von dieser beabsichtigten Schilberhebung in Kenntniß gesetzt sei. Die Nachrichten, welche die Regierung aus Lyon erhalten, sollen sehr ernst lauten, Alles bereite sich dort für den 24. Fe r. zu einem großen Aufstande vor. Der außer­ordentliche Regierungskommissär für Lyon und den sechsten Militärvivisionsbezirk, de Lacosse, ist selbst nach Paris gekom­men, um der Regierung Bericht zu erstatten und um militä­rische Verstärkung nachzusuchen.

Paris, 1. Februar. In der heutigen Sitzung der Na­tionalversammlung stand ein Vorschlag des Deputaten Cor­dier auf der Tagesordnung, welcher die parlamentarische Ini­tiative zur Vermeidung aller müssigen und ungehörigen De­batten beträchtlich einschränken wollte. Dieser Vorschlag wurde indessen mit 346 gegen 250 Stimmen abgelehnt, wie­wohl die rein konservative Partei sich desselben nachdi ücklich annahm. Hr. Piscatory interpcllirte kas Ministerium wegen der letzten Ereignisse in Griechenland. Der Minister des Auswärtigen bat aber um den Aufschub dieser Interpellation bis nach acht Tagen, da die Regierung über die Einzelheiten des Konfliktes keine zuverlässige Auskunft geben könne, weil das letzte Packetboot von Griechenland abgesegelt sei, als ge­rade Admiral Parker die Häfen dieses Landes in Blokabezu- stand erklärt habe. Die Diskussion in den Abtheilungen über das Erlöschen des Mandates der in Versailles verur- theilten Volksrepräsentanten hat die Stellung bezeichnet, welche die Montagne dieser Frage gegenüber einzunehmen gedenkt. Sie stimmt dieser Maßregel gegen die verurtheilten Deputir- ten im Ganzen bei, behauptet aber, daß dieselbe nach Art. 80 des Wahlgesetzes nicht auf Diejenigen anwendbar ist, welche in Kontumaciam zur Deportation verurteilt wurden. Dieses sind 20, unter welchen Lebru- Rollin, Considerant, Bouchot, Ratiier, Lanbolphe, Lopp, Pyat re. — Die Franzo- sen unter dem Obersten Canrobert, der mit keinem Korps

zwischen Menah und Chir stand, haben in Algerien wieder einen Kampf bestanden. Die Bewohner von Narab, die sich auf die feste Lage ihrer Stadt auf steilen Felsen verließen, wagten das französische Lager anzugreifen. Indessen gelang es den Franzosen, der Stadt Meister zu werden. Der Ver­lust der Kabylen wird als beträchtlich angegeben. Den Fran­zosen kostete der Sieg 8 Todte und 86 Verwundete. Unter den Todten befinden sich 2 Officiere.

Spanien.

N^adrid, 26. Jan. Die spanische Deputirtenkammer hat mit einer starken Majorität dem Ministerium die Geneh­migung ertheilt, die Steuern nach dem gegenwärtigen Fuße bis ans Ende dieses Jahres zu erheben.

Schweiz.

Zürich, 1. Febr. Heute waren sämmtliche hier ver­weilende Flüchtlinge in die Kaserne vorgeladen. Es wurden ihnen vom Chef des Gensbarmeriekorps folgende Fragen vor- gelegt: 1) In wie fern sie bei politischen Aufständen bethei- ligt gewesen seien? 2) Ob sie noch längere Zeit ihren Auf­enthalt hier zu nehmen beabsichtigten? 3) Ob sie von Sei­ten ihrer Heimathsbehörden gerichtlich verfolgt würden? Für den Fall eines längeren Aufenthalts wurde ihnen aufgegeben, von Hause die nöthigen Ausweisschriften zu besorgen und hierzu ein Monat Frist gegeben. (O.P.Z.)

Italien.

Nom, 22. Jan. Die acht Abgeordneten der französi­schen Kammer, die aus einem nicht in Erfahrung gebrachten Grunde hierher geschickt wurden, sind gestern Abenv abgrreist. Sie waren während ihres viertägigen Aufenthalts unter fort­währender Aufsicht und sollen von der Polizei zur Abreise aufgefordert worden sein.

Griechenland.

Athen, 18. Jan. Ein Schreiben im Journ. des De- bats erwähnt, baß am 16. Ver Minister für bie auswärtigen Angelegenheiten eine Note in bie Hände des englischen Ge- sanbten niedergelegt habe, worin der Vorschlag gemacht wird, in der streitigen Angelegenheit Frankreich und Rußland als schiedsrichterliche Mächte entscheiden zu lassen. Zu gleicher Zeit habe die griechische Regierung die Gesandten Frankreichs und Englands hiervon in Kenntniß gesetzt und sie gebeten, zu diesem Zwecke ihren Einfluß bei Hrn. Wyse geltend zu machen. In etne.r Nachschrift (vom 18.) heißt es sodann, baß bcr englische Admiral zu ernstlichen Maßregeln gegriffen unv alle griechischen Küsten gegen griechische Kriegsschiffe, und zwar gegen diese allein, abgefperrt habe; jedes Kriegsfahrzeug unter griechischer Flagge solle unverzüglich gekapert werden. Die Kammern hatten in einer Adresse von diesem Tage ihre Zustimmung zu dem von der Regierung in dieser Angelegen­heit beobachteten Verfahren erklärt.

Oesterreich kann kein reiner Nepräsentativstaat werden.

Wien, im Januar. Ein (schon von Kaiser Joseph an- geftrebtco) centralisirtes Oesterreich ist nur autokratifch zu be­herrschen. Die an Sitte, Bildung und Bedürfnissen so ver­schiedenen Völkerschaften, stets bereit zum Tigersprung gegen einander, harmoniren nur in der Armee, so lange der Stock, die Spießruthen oder Pulver und Blei ihnen drohen; in der Administration würde neben der babylonischen Regierung stets der angeborne Haß und die provinzielle Reibung zu unlös­baren Kämpfen führen. Eine parlamentarische Repräscntativ- regierung ist bei diesen feindlichen Gegensätzen unmöglich. Die Majorität der Reichsvcrsammlung wird so lange gegen das Kabinet stimmen, bis es sich burch Koncessionen an die ein­zelnen Stämme und Nationalitäten, in sofern sie ein Territo­rium inne haben — denn sonst sind sie beteutungslos — eine Partei in föderativem Sinne bildet. Wenn bas Kabinet Schwarzenberg ehrlich eine konstitutionelle Regierung, nach der legalen Majorität des Reichstags, in Absicht hätte, so wäre seine Dauer auf bie erste Sitzung Desselben beschränkt; die czechischen „Narodni Noviny", der polnische „Csas", Der kroa­tische „Slovenski Jug", der magyarische „Figyelmezö" deuten,