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tic Höhe ehrcu, in welcher er, über alle Angriffe erhaben, thront, weil wer kein Unrecht thun kann, auch keinerlei Ver­antwortung verfallen darf.

Die Const. Ztg. schließt mit dem Wunsche, daß alle Par­teien, welche es mit dem Vaterlande redlich meinen, in ihrem Herzen der Verfassung den Eid der Treue ohne Gewissens- Vorbehalt leisten, wie ihre Partei zu thun fest entschlossen sei. Dann werde das konstitutionelle System in Preußen eine Wahrheit, und die preußische Verfassung der Grundstein der deutschen Macht und der deutschen Freiheit werden.

Die Nationalzeitung sucht sich mit einer höchst dürftigen Ausflucht aus der Situation zu ziehen. Weil die deutsche Verfassung noch Modifikationen herbeiführen könne und weil die Botschaft vom 31. Januar wegen der Fideikommisse von künftigen Gesetzesvorlagen rede, so meint sie, die Revision der Verfassung sei eigentlich noch nicht vollendet und schließt mit der Angesichts der gegenwärtigen Sachlage sehr nichts­sagenden Frage: Wozu kenn aber Gesetze und Eide, wenn doch alles nach dem Sinn der Regierung gehen, der Sinn der Regierung über Alles gehen soll?

Frankfurt, 30- Jan. Ueber den Ursprung aller Ge­rüchte von dem vereinbarten Verfassungs-Entwurf unter den vier königlichen Regierungen und mit Oesterreich sind hier sehr interessante Gespräche im Gange, die wohl geeignet sein könnten, aus der „großdcutschen" Verfassungspotenz die Wur­zel zu ziehen. Es soll nämlich nicht, wie es Anfangs hieß, die k. baierische Regierung Anlaß zu allen jenen Gerüchten gegeben haben, sondern — die Versammlung deutsch-gesinnter Männer in Plochingen. Ueber die Berathung der Letzteren gerieth man, wie erzählt wird, an einem gewissen Hofe so sehr in Unmuth und Verlegenheit, daß eine kleine Diversion durch Aussprengung unwichtiger Dinge erlaubt und angemessen schien. Man will hier sogar genau wissen, wer den „Vcrfas- sungsentwurf" in aller Eile erfunden, die „Einigung" hinzu- gedichtet und auf solche Weise die Leute mit „Steinen und Windeiern" wieder nach Hause zu treiben verstanden habe. Nur soll das Manöver doch mit Verdrießlichkeiten verbunden gewesen sein und deren noch mehrere in Aussicht stellen. Wie die Sage geht, konnte nämlich nicht verhindert werden, daß die unschuldige Lüge außer Landes wanderte. Als aber die hastig ausgesprengten Gerüchte von dem, worüber die vier königl. Regierungen einig sein sollten, an den einen und anderen beteiligten Hof und so auch an den baierischen ge­langten, war man dort ganz erstaunt, und wußte, da der Schlüssel zum Räthsel fehlte, nicht wie die Sache aufznehmen sei. Was nun in den ersten Augenblicken der Ucberraschung, an den Königshöfen, besonders zu München, geäußert wor­den: „Wie man leider noch gar weit von solchem Ziele ent­fernt — wie kaum noch daran zu denken sei" u. s. w. — das ist es, was man sich jetzt hier wieder erzählt, nur eben nicht mit der Unbefangenheit, die höheren Ortes wohl ge­wünscht wird, da unsere Politiker die Entdeckung gemacht ha­ben wollen, daß man doch ganz kolossal getäuscht sei. (K. Z.)

* Weimar, 28. Januar. Unser Landtag schreitet mit seiner Revision des Staatsgrundgesetzes schnell vorwärts. Nach Beschließung des Suspensiv - Leto's kam gestern der Ausschußantrag wegen Wegfalls „von Gottes Gnaden" an die Reihe. Allein c§ erhielt dieser Antrag ebensowenig die Zustimmung des Landtages, wie der vom Abg. Schubert ge­stellte, nach welchem es heißen sollte: Wir ic. von Gottes Gnaden, konstitutioneller Großhcrzog u. s. w. Man be­hielt die Regierungsvorlage bei, welche gar keine Bestimmung für diese Formel ausspricht. Dagegen wurden folgende Aus­schußanträge angenommen: Verfassungs-Veränderungen sind nur gültig, wenn mindestens % der Mitglieder des Landtags anwesend sind und von diesen % dafür gestimmt haben. Jeder Staatsbürger ist auf die Verfassung zu vereidigen; Militärpersonen und Beamten ist dieser Eid bei ihrem Dienst­eintritte nochmals einzuschärsen. Ferner: „Der Großherzog gelobt bei seinem Regierungsantritte vor dem Landtage mit

fürstlichem Wort und Ehren die Verfassung aufrecht zu erhal­ten und in ihrem Sinne zu regieren." Die Huldigung findet erst nach abgelegtem Gelöbniß und zwar zuerst von dem ver­sammelten Landtage Statt.

Karlsruhe, 30. Jan. Nach einer Verfügung des groß- Herzoglichen Ministeriums des Innern vom Gestrigen sind alle Wahlkommissäre angewiesen worden, die Abgeordnetenwahlen zum nächsten Landtage den 16. Febr. vorzunehmen und die Wahlprotokolle schleunigst vorzulegen. Es dürfte demnach die Einberufung der Deputirten vor dem 1. März noch möglich werden. (N. Fr. Z.)

München, 31. Januar. Während von allen Seiten mitgetheilt wird, daß die Pläne des baierischen Ministerpräsi­denten in Wien wie in Berlin gleichen Widerstand finden, scheint sich Hr. v. d. Psordten noch immer den süßesten Hoff­nungen hinzugeben, wie wenigstens ein in den Neuesten Nachrichten enthaltener halbofficieller Artikel glauben läßt. „Nun rückt endlich die Zeit heran", so schreibt nämlich der HalbofficieUe, „wo es heller wird am deutschen Horizont. Trügen uns die Anzeichen nicht, so ist der Moment da, wo die Redlichkeit des baierischen Kabinets und dessen Sicherheit in der Beurtheilung der deutschen Zustände in Wien volle Würdigung fand. Nun transpirirt von allen Seiten das Zustandekommen eines Bündnisses zwischen Oesterreich und den vier Königreichen. Wir wollen den Tag nicht vor dem Abend loben, aber wenn wir durch die zwar noch schwebenden Unterhandlungen in Berlin zum Ziele gelangen, so wird Deutschland mächtiger, als es je war; (da diese letzte Zeile gesperrt gedruckt ist, so soll dieß wohl auf den Beitritt von Gesammtösterreich hindeuten); die Fürsten Klein­deutschlands sowie das Volk werden ihre gesetzmäßige (!) Ver­tretung haben, und der Deutsche wird dann endlich mit Stolz sagen können: Groß und stark ist mein Vaterland!" Dem­nach lebt Hr. v. d. Pfordten in der süßen Meinung, das österreichische Kabinrt stimme ihm bei: ich fürchte aber, es geht ihm wie jenen Schattenbildern, die da glaubten, sie gin­gen im Frühlings-Sonnenschein auf der Elbbrücke spazieren und machten schönen Dämchen den Hof, während sie in der wohlversiegelten Spiritusflasche des Zauberers verwahrt wa­ren, wie uns Hoffmann in seinen CaUotschcn Phantasiebildern erzählt. (D. Z.)

Frankreich

Paris, 3L Jan. General Pepe, der sich seit Kurzem in Paris befindet, beschäftigt sich mit der Niederschreibung seiner Notizen über die letzten revolutionären Ereignisse in Italien. Venedig, Neapel und Sardinien bilden darin den Hintergrund. Seine persönlichen Unterhandlungen mit Karl Albert und dem König von Neapel sollen darin berührt wer­den. Der hier lebende Schriftsteller Friedrich Saß wird die deutsche Ucbersktzung liefern. — General Fabvier hat heute in Bezug auf die polvtcchnische Schule einen Antrag gestellt, in welchem Unentgeltlichkeit des Unterrichts, Aufhören der Kasernirung der Schule und Sergentsrang für jeden Zögling gefordert wird.

(Birnen mutficu rc.

Der Amtswundarzt, praktische Arzt und Geburtshelfer Dr. Heinrich Gröll zu Amöneburg wurde zum Physikus und Aintswundarzl für das Amt Amöneburg, mit vorläufiger Beibehaltung der AmtswuNdarztstelle für das Amt -Kirchhain, bestellt.

Kurfürstliches Hoftheater.

Dinstag den 5. Febr. Martha, obcrj Der Markt zu Rich- ittoiib. Oper in 4 Abtheil, nach toaint - Georges von Wilhelm Friedrich. Musik von Friedrich v. Flvtow.

Für die hiesigen Abgebrannten ist dis zum 31. v. M. ferner dahier cingcgangkn: 1) Von Hrn. Makler Haas in Homberg 5 Thlr. 2) Bon Hrn. Rentmeister Schüler in Hanau 2 Thlr. 3) Von der Ge­meinde Schönborn 9'/2 Mtzn. Korn, 9'/2 Mtzn. Gerste, 15 Geb. Heu, 51 Geb. Stroh. Zimmcrsrodc, 1. Februar. 1850.

Das Hülfskomitè : Lins, Pfarrer, Vorstand.

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.