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als Die Stän.deHrsammlung aufgelöst worden, noch fortbestan- den hätten, und daß es demgemäß nothwendig geworden, in Gemäßheit der in dem Pündnisse vom 26. Mai festgestellten GrunâestimmUngen über die Abgedrdnetenwahleib jenen Snt# Wurf einstweilen als Norm zn verkünden. Der Inhalt ist Jo, mit bekannt: ans den kleinen Veränderungen, welche er erfah­ren, möchte cs nur von Interesse sein, Herauvzubeben, daß ausdrücklich der Fall vorgesehen ist, wo die Mitglieder eines Gemeindcrathes sich weigern sollten, an der in der Verord­nung ihnen zugewicffnen Bildung der Wahlkommission mit­zuwirken.

München, 30. Jan. Die gestrige Haltung des Minister­präsidenten , bezüglich der Eröffnungen über die sogenannten großdeutschen Verfassungspläne, wird wohl nun den Verstän­digen zum Fingerzeig über die Wahrheit und Tragweite dessen dienen," was in den letzten Tagen mit so viel antipreußischer Siegesfreude verkündet worden ist. Nichts desto weniger steht so viel allerdings fest, daß die anti-bundesstaatlichen diplo­matischen Wühlereien und Hetzereien im besten Flor sind, nur werden sie, das läßt sich jetzt schon abschen, nicht ihren Haupt­trägern, sondern Anderen die Wolle am guten Ende einbrin- gen. Unselig ist und bleibt die Politik, welche in unsern ern­sten Tagen ihr Leben und ihre Bedeutung nur mühsam von einem Tage zum andern durch geheime Zettelungen zu fristen vermag. (D. R.)

Oesterreich.

Wien, 28. Jan. Der gestern aus London hier einge­troffene Ministerialkoncipist Walter hat 18 Kisten, mit Gold und Silber gefüllt, im Gewichte von 4000 Mk., mitgebracht. — An das königliche Versatzamt in Pesth ist die Weisung gelangt, daß kein Gold- und Silbcrgclv mehr als Pfand an­genommen werde. Anderthalb Millionen in Gold- und Sil- bermünze, die dort schon als Pfänder hinterlegt sind, werden von ihren Eigenthümern ausgelöst werden müssen. — Den Militärbehörden ist bedeutet worden, daß von allen zu Mili- tärkascrnen und Spitälern gehörenden Gärten, so wie von den unter der Militär-Verwaltung flehenden nutzbaren Grund- oberflächen die Grundsteuer zu entrichten ist.

Wien, 28. Januar. Der hier weilende Herzog von Nassau ist bedenklich erkrankt. Er leidet an einem Herzübel.

In Ungarn mehren sich die Raub- und Plünderungszüge. Auch über die Zustände in der serbischen Woywodina lauten die Berichte sehr kläglich. Die Sicherheit des Lebens und Eigenthums ist daselbst gefährdet, Raub und Mord sind an der Tagesordnung, und der Nationalhaß der Serben gegen die Magyaren kann bei der obrigkeitlichen Gewalt, die jenen eingeräumt ist, ganz dem angeborenen Triebe folgen. — Seit gestern ist das Gerücht eines in Mailand erfolgten Aufstan­des verbreitet, der aus Anlaß des Cigarrenrauchens entstan­den sei; es hat sich als völlig unbegründet erwiesen. Aller­dings zeigt sich aber daselbst ein der Regierung sehr abge­neigter Geist, insbesondere unter der höheren Damenwelt, wie denn auch mehrere von dem Statthalter veranstaltete Bälle völlig unbesucht blieben, und ebenso das Theater Della Scala fortwährend verödet ist.

Wien, 30. Januar. Ich kann Ihnen die höchst wich­tige Nachricht mittheilen, daß sich der Papst mit den katholi­schen Mächten über die Verfassung des Kirchenstaats endlich geeinigt hat. Diesem Uebereinkommen zufolge bleibt das Motu proprio Pius IX. vom vor. I. die Grundlage dersel­ben. In der weiteren Ausführung soll der Kirchenstaat in 4 Legationen getheilt werden, deren jeder ein Cardinal als po­litischer Chef verstehen wird. Ebenso soll ein Mitglied des heiligen Kollegiums Präsident des Ministerrathes unter dem bisher üblichen Titel: Cardinalstaatssekretär sein, derselben Körperschaft werden auch der Präsident und Vicepräsident der Consulta di stato angehören. Das Verhältniß zwischen Laien und Priester in Betreff der übrigen Aemter ist jedoch noch nicht festgesetzt.

— Nur sehr wenig Städte der Kronländer sollen sich für ^mcbtumj von Lokal - Handelskammern ausgesprochen baden, und es ist alfo zu erwarten, daß mit Ausnahme Böhmens,

Ungarns und der Lombardei in jedem Kronlande nur eine einzige Handelskammer mit mehreren Gewerbsvereinen gebil­det werden dürfte.

Pesth, 28. Jan. Der Primas von Ungarn bat alle Bischöfe angewiesen, dem Kaiser die Huldigung darzubringen, und für die bei der Revolution betheiligt gewesene Geistlich­keit um Gnade zu bitten, falls letztere nicht freiwillig dem Aufstande gefolgt sei.

Krakau, 27. Januar. Das Gebiet des gewesenen Frei- staates Krakau ist seit einiger Zeit der Schauplatz von Raub und Mord. Die Umgegend des Marktfleckens Chrzanow und namentlich die daselbst wohnenden Juden werden vorzüglich von diesem Uebel heimgesucht. Sieben Personen wurden be­reits ermordet. Es ist offenbar, daß hier eine Bande Räu­ber ihr Unwesen treibt. Die ganze Gegend ist in Schrecken gesetzt. Die Regierung hat das Standrecht publicirt und eine Kompagnie Soldaten nach Chrzanow verlegt.

Nach der Kronstädter Zeitung wären die Differenzen zwi­schen Rußland und der Pforte nur unter der Bedingung bei» gelegt worden, daß die russische Okkupationsarmee in den Do- naufürstenthümern bis zur vollkommenen Herstellung der Ruhe und Ordnung vermehrt werde. In der Wallachei soll der Stand der Truppen auf 40,000 Mann erhöht werden und Bukarest eine Garnison von 12,000 Mann russischer Truppen erhalten. (L. N. B.)

Frankreich.

Paris, 31, Januar. In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung verlas zuvörderst der Präsident ein Schreiben des Justizministers, worin der Versammlung das Urtheil des Nativnalgerichtshoss von Versailles mitgetheilt und daraus angetrageu wird, daß die von demselben getroffe­nen Repräsentanten ihres Mandats verlustig erklärt werden. Der Antrag wird an einen Ausschuß zur Prüfung verwiesen. Bei Abgang der Post war die Versammlung mit der Bera­thung über einen neuen Handels- und Schifffahrtsvertrag mit Belgien beschäftigt, der, ohne das bestehende Zollsystem zu be­rühren, eine fast vollständige Gleichheit für die Flaggen Frank­reichs und Belgiens und die Handeltreibenden beider Länder kinführt. — Die vom Polizeipräfekten angeordnete Niederrei- ßung der Freiheitsbäume geht überall ungehindert von Stät­ten. Heute wurde namentlich der gleich nach dem 24. Febr. gepflanzte Pappelbaum auf dem Eintrachtsplatze nievergehaueu. Die zahlreich umherstehenden Gruppen äußerten kein Gefühl der Theilnahme, als reine Neugierde. (D. Z.)

Italien.

Turin, 26. Januar. Die Deputirtenkammer hat heule die Ausgabe von 4 Millionen Renten mit 113 gegen 31 Stimmen angenommen.

Aus der Romagna wird ein kecker Räuberstreich be­richtet. Eine Schaar von 100 Mann , zum Theil als Mili­tärs verkleidet und mit Jagdflinten bewaffnet, erschien in der Stadt Costignala, drang in die Kaffeehäuser und andere öffentliche Orte und verhaftete alle Personen, welche sich dort vorfanden. Dann mußten ihnen die Wohlhabenden ihre Häu­ser zeigen, wo sie Alles ausplünderten. Zuletzt begaben sie sich in die Kaserne und nahmen die Karabiniers gefangen, die sie fesselten, um ungehindert das Stadthaus ausräumen zu können, was ihnen auch gelang.

Bericht des Verfassungs-Ausschusses über den selbst­ständigen Antrag der Abgeordneten N eint eke Pfei f- ser, Schneider und Genossen, die Vervollständi­gung der landständischen Geschäftsordnung betr.

Hohe Ständevcrsammlung! In der Sitzung vom 22. l. M. ist von den Abgeordneten Reinicke, Pfeiffer, Schneider re. folgender Antrag eingebracht, und, nachdem die allgemeine Berathung Statt gehabt hatte, dem Verfassungs - Ausschüsse überwiesen. (Folgt der Antrag cf. Nr. 37 dieser Blätter.) Der Verfassungs-Ausschuß hat mir die Berichterstattung aus­getragen. Man sicht dem Anträge wohl an, daß er "aus ei­ner eigenthümlichen Stimmung hervorging; auch ist als Ver­anlassung angegeben: „daß nach öffentlichen Blättern ein Mit-