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suche ohne allgemeines Jnreresse berichtet hat, berichtet weiter Namens des Rechtspflegeausschusses der Abg. Oetker über eine Eingabe mehrerer israelitischer Lehrer um Berücksichtigung bei der Verlheilung der zur Verbesserung des Einkommens der Volksschullehrer verwilligten 38,000 Thlr. Der Ausschuß beantragt das Gesuch zunächst aus formellen Gründen, so­dann aber auch deßhalb zurückzuweisen, weil die Lehrer an den israelitischen Schulen nicht als Volksschullehrer zu be­trachten seien. Auf den Antrag des Abg. Gräfe wird der Druck des umfangreichen Berichtes und dessen Berathung in einer der nächsten Sitzungen beschlossen. Es wird zur Tages­ordnung, d. i. zunächst zur weiteren Berathung über tue zum Gesetzentwürfe über die Verwerthung der Forstnutzungen gestellten Verbesserungsanträge übergegangen. Auf den Bericht des Abg. Manns für den Budgetausschuß wird der in der vorigen Sitzung in Erwägung gezogene Antrag des Abg. Bayrhoffer zu dem Tarif für das in der ermäßigten Taxe abzugebeude Brennholz abgelehnt, Vieser Tarif vielmehr, wie er vom Ausschuß vorgeschlagen, als Anlage zu §. 3 des Ge­setzentwurfs , und dann auch der eben erwähnte Paragraph selbst angenommen. Aus Anlaß des zu §. 5 gestellten Ver- bcsserungsvorschlages des Abg. Theobald wird dieser Paragraph in der vom Ausschuß vorgeschlagenen Fassung angenommen: „Für das Brennholz, welches den Holzmagazinen in den Städten Kassel, Marburg, Fulda und Hanau aus den Staats- walvungcn verabreicht wird, soll zur Hälfte die gesetzliche, zur Hälfte die Lokaltaxe berechnet werden." Zu den §§. 19 und 20 (Ueberweisung des Holzes für die Glieder einer Ge­meinde an den Ortsvorstand und Erhebung des Forstgeldes durch denselben), deren Streichung bei der ersten Berathung beschlossen ist, beantragt der Ausschuß Wiederherstellung. Der Abg. Henkel macht dagegen einen Vermittlungsvorschlag, wonach die Ueberweisung des Holzes an den Ortsvorstand im Ganzen, die Erhebung des Forstgeldcs aber durch die Rente- reien von den einzelnen Holzempfängern geschehen soll. Dieser von den Abg. Bax, Hahndorf, Manns und Gund­lach unterstützte, von den Abg. Wolf, Bayrhoffer und Knobel bekämpfte Antrag wird in Erwägung gezogen und dem Bildgetausschuß überwiesen. Zu §§. 21. 22 (Verbot der Veräußerung rc. des zur ermäßigten Taxe empfangenen Holzes) werden auf den Antrag des Ausschusses die Verbcs- serungsvorschläge der Abg. Schneider (von Kassel) und Pfeiffer (von Rotenburg) abgelehnt und die Streichung der Paragraphen beschlossen. — Für den Budgetausschuß erstattet sodann der Abg. Bayrhoffer den vorläufigen Bericht über die Gesetz­entwürfe, betr. die Ablösung der Beholzigungsgerechtsame uns der Waldhuten mit dem Anträge, auf beide unter der Vor­aussetzung besonderer Rücksichtnahme auf die Interessen der kleinen Landwirthe und der Taglöhner an sich ein-, jedoch zur speciellen Berathung erst dann überzugehen, wenn ein Gesetzentwurf über die Ablösung der Feldhuten vorliege, und demgemäß die Staatsregierung um möglichst baldige Vorlage eines solchen zu ersuchen. Siaatsrath Eberhard: Ein enger Zusammenhang jener mit diesem Gesetzentwurf sei frü­her, namentlich auch im Landtagsabschiede vom 31. Ost. 1848, nicht angenommen; der hier für den Gesetzentwurf über Ab­lösung der Feldhuten vorgezeichnete Weg der Begutachtung durch die Bezirksräthe sei von der Staatsregierung einge­schlagen und die Sache bereits bedeutend vorgerückt, so daß man" beabsichtige, den Gesetzentwurf noch diesem Landtage vorzulegen. Wolle man aber die Berathung der zwei anderen Gesetzentwürfe von diesem abhängig machen, so beantrage er, auch die allgemeine Debatte bis zu dessen Eingänge auszu­setzen. Dieser Antrag wird zum Beschluß erhoben, und ebenso der dritte Gegenstand der Tagesordnung, die weitere Berathung des Anwaltgesetzes, einer weitern Sitzung Vorbehalten. Zum vierten Gegenstände der Tagesordnung, der Berathung des Antrages mehrerer Mitglieder in Betreff einer Veevoll- )ändigung der landständischen Geschäftsordnung zum Zwecke der Ausschließung einzelner Mitglieder, spricht zuerst der Abg.

Förster in einer langen Rede, auf die wir zurückkommen werden. Er hebt hervor, daß sein bekanntes Rundschreiben nicht von ihm öffentlich verbreitet sei, und daß die Verhält­nisse zwischen ihm und den Empfängern des Schreibens einen Dritten nicht angingen. Wegen der im Verlaufe seiner Rede vorkommenden Aeußerung: „Was ist ein Stück Verfassung, welche ich zerrissen und deren Lappen ich an die schwarz­weiße Fahne angebunden habe, unter der ich in die Festung einzuziehen gedenke? wird er auf Antrag des Landtagskom- miffars vom Vicepräsidenten, der inzwischen den Platz des zu einer öffentlichen Vertheidigung sich entfernenden Präsidenten eingenommen hatte, zur Ordnung gerufen. Der Abg. Wein­zierl erklärt sich gegen den gestellten Antrag; ebenso aber auch gegen den einstimmigen Antrag des Ausschusses auf Ucbergang zur Tagesordnung, weil die Mehrzahl der Aus­schußmitglieder zu den Antragstellern gehören *). Er ersucht diese, ihren Antrag förmlich zurückzunehmen; der Abg. Theo­bald glaubt, der Antrag sei gestellt, um der Ständever­sammlung den Puls zu fühlen, wie weit man gehen könne; er erklärt sich gegen denselben, findet aber den Ausschußantrag zweckmäßig. Der Abg. C öfter findet im Ausschußvorschlage eine Bestätigung seiner früher ausgesprochenen Ansicht, daß der Antrag eine Verletzung der öffentlichen Moral enthalte. E" schließt sich dem Abg. Weinzierl an. Der Vicepräsi­dent: Kein Mitglied dürfe ein anderes eines Verstoßes gegen die öffentliche Moral beschuldigen. Der Antrag des Aus­schusses wird genehmigt. — Der Landtagskommissar überreicht das von der Ständeversammlung gewünschte Ver- zeichniß der Pensionäre für die Departements des Aeußeren und der Finanzen, mit dem Hinzufügen, daß er die für die übrigen Departements baldthunlich nachliefern wolle; ferner Namens des Kriegsministcriums einen Etat über die zur Aus­rüstung des Armeekorps und zu sonstigen nöthigen Anschaffun­gen erforderlichen Fonds mit dem Ersuchen um Verwilligung auf Berechnung. Beide Mittheilungen werden dem Budgetausschusse überwiesen und alsdann die Sitzung geschlossen. Nächste Sitzung Mittwoch, den 6. Februar.

*) Von den neun Mitgliedern des Ausschusses befanden sich vier unter den Antragstellern. Dieß zur Würdigung der Wahrheitsliebe des Hrn. Weinzierl. D. R.

Ernennungen re.

Dem ordentlichen Professor der Theologie Dr- Thiersch zu Marburg wurde die nachgesuchte Dienstentlassung ertheilt.

Ängekommene Fremde bom 1. Februar.

In der Goldenen Krone (Schade): Kflte. Zicrschncr a. Schmalkalden, Süßkind a. Ballenstedt, Philippsohn a. Hamburg u. Gott­schalk a. Osnabrück; Oekonom Schwage a. Rüblsdorf.

Im König von Preußen (Schambcck) : Kondit. Moli m. Fam. a. Leipzig; Rent. Maul a. Halberstadt; Gutsbcs. Rieloff a. Sachsen­burg, ^Ossel m. Fam. a. Brandenburg; Part. Rose a. München und Kfm. Sauer a. Neuenburg.

Im Römischen Kaiser (Lang): Kflte. Drey a. Frankfurt, Saucrbeck a. Mannheim, Bang a. Leipzig u. Franke a. Köln; Ingen. Maag a. Zürich u. Part. Gellerz a. Fulda.

Im Deutschen Hof (Ahlborn): Oekon. Backhaus u. Zieck a. Giflitz; Mdme. Lappe a. Ziegenhain u. ©beringen. SmeierS a. Belgien.

Im Hotel de R u s s i e (Klein) : Stud. jur. Pflugk u. Etzler a. Leipzig, v. Windheim u. Ubbelode a. Göttingen, Lenthe, Ambach u. Bie­litz a. Jena; Stud. med. Sänger a. Göttingen; Kflte. Dern a. Luxem­burg, Sattler a. Hamburg u. Hilston a. Paris.

T h e a t e r.

Sonnabend den 2. Febr. Die weiße Frau. Oper in 3 Aufz. nach dem Französischen. Musik von Boieldieu.

Börsenberichte.

Berlin, 31. Jan. Preuß. Freiw.Anl.: Brief 107'/,, Geld 106*/,.

St. Schuld-Sch.: Brief — Geld 88’/,. Seeh.-Präm.Sch.: Bries 104'4, Geld: 104. Kurh. Pr.O. 40 Thlr.: Brief —, Geld 33'/„. Fr.- Wilh. Nordb. 46 453/4 a 46’4 bez. u. G. Prior.Akt. 100 B.

Wien, 28. Jan. Met. 5proc. 95'4 34- 4proc. 843/v '/a. 4'/2proc. 84*4, ‘4. 2’4proc. 50'4 , 51, 5034. Anleihe 34: 174'/. - 175. 39: 10834, 109.

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. — Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.