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ten hat gewählt. Unsere Stadt möchte gern Hrn. V. Nado- witz als Deputaten wählen, welchem auch der wcstphälifche Wahlkreis Arnsberg diese Ehre zugedacht hat. In den 8 thüringer Staaten sind nun die Wahlen sämmtlich vollzogen. Es sind meistens Minoritätöwahlen, welche freilich der Thcil- nahmlosigleit der Demokratie, aber auch noch vielen andern Ursachen, wie namentlich der Witterung zuzuschreiben sind. Die Wahlbezirke sind bei uns oft aus vielen zerstreut liegenden Dörfern gebildet. In Meiningen hat sich die Demokratie über Erwartung bei den Wahlen bctheiligt; es wurden aber eoch konstitutionelle Männer, wie Minister von Speßhard, Prof. Bernhard u. f. w. gewählt. Ersterer ist auch schon als Abgeordneter für Erfurt bestimmt.
Hamburg, 28. Jan. (Wes. Z.) Wir erfahren heute, daß die Oberalten auf Grundlage der lübecker Institutionen dem Senate einen neuen hamburgischen Verfassungsentwurf eingereicht und die Absicht haben, denselben demnächst auch der Oeffentlichkeit zu übergeben.
Oesterreich.
Wien, 25. Jan. Von den französischen Legitimisten ist hier unter vertrauten Gleichgesinnten eine Art von symbolischen Erkennungszeichen vertheilt worden. Dasselbe stellt eine Lilie mit einem Vergißmeinnicht verschlungen dar; in der Krone der Lilie befindet sich die französische Königskrone, innerhalb derselben die Worte: Henri, roi de France, unten zwischen den Blättern der Blume der Wahlspruch: on ne nous ou- blie pas (man vergißt uns nicht). Dieses Bundeszeichen, das theils als Medaillon, theils als Zeichnung verbreitet wurde, soll zuerst von einem hohen geistlichen Würdenträger angenommen und durch ihn weiter vcrlheilt worden sein. — Das hier erscheinende Fremvenblatt zeigt seit drei Monaten fast täglich die Ankunft altabliger Familien aus Frankreich an, die sämmtlich nach Frohnsdorf wandern. (C. Bl.)
Ofen, 21. Ian. Heute wurde wieder einem der Haupt- theilnehmer am Morde Lambergs, dem berüchtigten Kolosy, das Todesurtheil publicirt. An eine Milderung desselben ist keincnfalls zu denken. — In einigen Bezirken Ungarns, besonders dem Pesther Komitat und der sogenannten Baczka, ist die Einquartirungslast an Kavallerie und Pferden derart angewachsen, daß das Land die nöthige Fourage für dieselben gar nicht mehr erschwingen zu können sich erklärte, und die Verpflegung aus den kaiserlichen Magazinen wird geleistet werden, um den Landmann zu schonen. Auch sollen dem Vernehmen nach Truppenabtheilungen ins flache Land und in die Gebirgsgegenden verlegt werden, um den häufigen Räu- bereien einen Damm zu setzen. (C. Bl.)
Pefth, 22. Januar. Magyar Hirlap meldet, daß aus den Gefängnissen des Zomborer Komitals die meisten serbischen Sträflinge entlassen worden seien, um für Staatsgefangene Platz zu machen. In neuerer Zeit sei der Herr Kommissar noch weiter gegangen, indem er den provisorischen Vicegespan beauftragte, 2 Sträflinge, welche des entsetzlichen Verbrechens angeklagt sind, in Üngarischkanffa einer ungari- ichcn Frau das Kind aus dem Mutterleibe geschnitten zu haben, aus dem Gefängnisse zu entlassen und auf freien Fuß zu setzen. Als der Vicegespan einen schriftlichen Befehl verlangte, >ei ihm dieser verweigert und die Sträflinge durch den Gerichtsdiener des Komitats in Freiheit gesetzt worden. Nach solchen Vorgängen hätten die Bewohner von Theresiopel höheren Orts bittere Beschwerde geführt. (Wand.)
Frankreich.
^aris, 29. Jan. Auch die heutige Sitzung war ohne Interesse; von politischen Nachrichten ist nur eine einzige hcr- vorzuheben. Die „Patrie" meldet nämlich, daß die englische Flotte Befehl erhalten habe, nach dem Piräus zu segeln, um die griechische Regierung zu zwingen, die rückständigen Zinsen des russich-englisch-französischcn Darlehns an England auszuzahlen. Man erinnert sich, daß England schon vor zwei Jahren diese Zahlung mit Härte forderte, und daß damals der Philhellene Eynarv Griechenland zu Hülfe kam. — Viel Aufsehen machen die täglichen Truppenzüge innerhalb und außerhalb der Stadt. Heute hielt General Changarnier wieder im
Tuilerienhofe eine Revue über ein beträchtliches Korps ab. Auch zu Toulon fällt der starke Truppenwechsel auf. Viele Regimenter kommen aus Afrika zurück und andere ziehen hinüber. Das Expeditionskorps in Italien beträgt kaum mehr als 18 — 20,000 Mann. Im Kirchenstaate soll den letzten Berichten nach eine sehr schlechte Stimmung herrschen und nur die Okkupation durch fremde Truppen hält einen neuen Ausbruch zurück.
Italien.
Nom, 20. Jau. Zwischen Velletri und den ponlinischen Sümpfen wurde ter von Neapel über Tcrracina kommende Postwagen von Bewaffneten angehalten, welche sich der an die Kardinalskommission und die verschiedenen Gesandtschaften gerichteten Briefe und Depeschen bemächtigten, ohne etwas den Reisenden gehöriges zu nehmen. Es soll hier ein Protest gegen jede päpstliche Anleihe angelangt sein. Derselbe rührt her von Mazzini, dem angeblichen Haupte der römischen Republik in partibus. Ueberhaupt soll Mazzini's Korrespondenz mit seinen Anhängern sehr lebhaft und dennoch bis jetzt den Nachforschungen der Polizei entgangen sein. Die Jesuiten haben ihren Unterricht im Kollegio Romano zu Rom wieder eröffnet.
Amerika.
Newyork, 9. Jan. Im Senate zu Washington vebat- tirt man gegenwärtig über den Antrag des Generals Eaß, allen diplomatischen Verkehr mit Oesterreich zu unterbrechen. General Caß unterstützte seinen Antrag durch eine donnernde Rede gegen die „Henker Ungarns"; er behauptete, mit einer Macht, welche auf so scheußliche Weise der Menschheit Hohn spreche, könne das Volk Amerika's keinerlei Gemeinschaft haben. Hr. Hale warnte das Haus, über diesen Antrag nicht voreilig zu beschließen, und die Debatte ist daher vertagt worden.
L a n d t a g.
Sitzung vom 1. Februar. Am Tische der Regierungs- kommiffare Staatörath Eberhard und Oberforstmeister von Lorenz. Nach Verlesung des Protokolls der vorigen Sitzung und Verkündung der Eingänge begründet der Abg. Weinzierl seine in voriger Sitzung angezeigten Anträge, zunächst den: die StaatSregierung zu ersuchen, einen Gesetzentwurf vorzulegen, wodurch bestimmt werde, daß die Versetzung der Staatsdiener in den Ruhestand wegen körperlicher Gebrechen nur auf 1 Jahr und so fort von Jahr zu Jahr auf den Grund einer jedesmal zu erneuernden Untersuchung des Gesundheitszustandes derselben Statt finde. Der Antrag wird vom Lanvtagskommissar bekämpft, aber in Erwägung gezogen und dem Buvgetausschussc überwiesen; ein dazu gestellter weiterer Antrag des Abg. Knobel, den Ausschuß zu beauftragen, in Erwägung zu ziehen, ob eS nicht rathsam sei, das ganze Staatsdienstgesetz einer Revision zu unterwerfen, wird auf Anregung des Präsidenten vom Antragsteller zurückgenommen, um demnächst als selbstständiger Antrag wieder eingebracht zu werden. — Der Abg. Weinzierl begründet ferner den Antrag, die StaatSregierung zu ersuchen, nach Maßgabe des §. 40 des Staatsdienstgcfctzes eine Untersuchung des Gesundheitszustandes derjenigen Staatsdiener vornehmen zu lassen, welche wegen körperlicher Gebrechen in den Ruhestand versetzt seien und noch nicht das 50. Dienstjahr zurückgelegt hätten. Auch dieser Antrag wird in Erwägung gezogen und dem Budgetaueschussc überwiesen. Für den Eingaben ausschuß berichtet sodann der Abg. E i sse ng a rth e n über ein Gesuch des Gewerbevereins in Fulda, auf alsbaldigen Erlaß eines allgemeinen Gewerbegesetzes auf der Grundlage der Beschlüsse des in Frankfurt versammelt geweftnen Gewerbe- kongresseS hinzuwirken. Auf den Antrag des Ausschußes beschließt die Versammlung, unter Mittheilung der Eingabe die Staatsregicrung um baldige Ausführung der §§. 1, 2 der Verordnung vom 22. December 1848 (die Niedersetzung einer Kommission und Bildung von LanveSvereinen für Laudwirth- schaft, Gewerbe und Handel betr.) und Ausarbeitung des Entwurfes einer Gewerbeordnung zu ersuchen. — Nachdem für den BudgetauSschuß der Abg. Brenner über zwei Ge-