Einzelbild herunterladen
 

192

erst der zweiten Kammer vorgelegt." Er wird auf Den An­trag des Hrn. v. Kleist-Reetzow ausgesetzt. Ebenso Ler 8te Vorschlag (Bildung der ersten Kammer). (Schluß folgt.)

Berlin, 26. Jan. Die 1. Kammer beschäftigte sich heute mit dem Gesetzentwürfe über die Orts - und Distrikts- Polizei, welcher nach dem Anträge der Kommission von der Kammer, so wie ihn die Regierung vorgelegt hatte, genehmigt wurde.

* Berlin, 27. Jan. Die Deutsche Reform berichtet in ihrem heutigen Leiter das Resultat der Verhandlungen der 2. Kammer. Da auch die Berathungen der 1. Kammer unmit­telbar bevorstehen, so wünscht sie dem Lande Glück dazu, in wenigen Tagen eine endgültig abgeschlossene und von seinem Könige freudig beschworene Verfassung zu besitzen.

Braunschweig, 23. Januar. In der heutigen Sitzung der Abgeordneten ward die Gemeindeordnung in zweiter Le­sung zu Ende gebracht. Sie tritt mit dem 1. Juli 1850 in Wirksamkeit. Auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung steht das Bürgerwehrgesetz und die Advokatenordnung.

Heidelberg, 26. Januar. Gestern Abend wurde hier der ehemalige Bürgermeister, Buchhändler Winter, Vater, ver­haftet und in das Üntersuchungsgefängniß gebracht; der Grund ist, wie es heißt, eine Anklage auf Hochverrath. Seine Be­kannten sehen der Sache ruhig entgegen.

Nastatt, 24. Jan. Heute trifft General v. Scharnhorst als Gouverneur der Bundcsfestung hier ein, und ist also die mehrfach angeregte Frage entschieden, ob höhere Verhältnisse es gestatten werden, daß dem Großherzoge unter den jetzigen Verhältnissen die Ernennung eines Gouverneurs überlaßen bleibe. Die Hoffnung auf eine baldige Beendigung der Ar­beiten des hiesigen Kriegsgerichts ist in fernere Zeit gerückt, da theils von auswärts manche Aburtheilung hierher gewiesen wird, theils auch Unterofficiere vor das Kriegsgericht gestellt werden, die bisher auf freien Fuß gesetzt waren. Die Sol­daten , welche zur Zuchthausstrafe verurtheilt werden, sollen künftighin in den Kasematten dahier bis auf weitere Verfü­gung behalten werden. (Schw. M.)

Ernennungen rc.

Dem Oberstlieutenant v. Roques, provisorischem Vor­stände des Kriegsministeriums, so wie dem Oberstlieutenant Bödicker, Kommandeur der Division Kurfürst Husaren, wurde die erbetene Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des denselben von des Königs von Preußen Majestät verliehe­nen rothen Adler-Ordens dritter Klasse ertheilt.

Erwiderung.

Der Artikel in der Hornisse vom 22. Januar 1850 Nr. 18Homberg, den 20. Januar" enthält von Anfang bis zu Ende so arge Lügen und freche Verläumdungen, daß er wegen dieser Infamien, womit sich der Verfasser jenes Artikels nur selbst besudelt hat, einer Erwiderung nicht werth sein würde, wenn er nicht zugleich einen boshaften Angriff auf die Dienstehre des Unterzeichneten enthielte, der nach je­nem Artikel sich eine (Überschreitung seiner amtlichen Befug­nisse habe zu Schulden kommen lassen. Zur Abwehr dieses versuchten giftigen Hornissen-Stiebs nur wenige Worte.

Am 16. d. M. hatten die Mittelbesteuerten des Wahl­bezirks dahier zu wählen. Die Wählerzahl betrug nicht, wie jener Artikel angibt, circa 500, sondern überhaupt etwa 220 (58 aus der Stadt Homberg). Von dielen Wählern war ein großer Theil ungeachtet der ungünstigsten Witterung und der nicht geringen Entfernung der betheiligten Gemein­den erschienen. Die als Wahlmänner gewählten batten zum Theil über 8 0 Stimmen, viele andere Stimmen waren zersplittert. Die Quelle, woraus die Behauptung geflossen, daß bei 500 Wählern nur 2 9 gewählt hätten, ist sonach eine sehr trübe, d. h. ächt demokratische.

Die Einladung der hiesigen Wahlmänner zu allen drei Wahlen ist, wie jeder wahrheitsliebende Einwohner

Hombergs bezeugen kann, ganz in gesetzlicher Weise ohne die geringste Strafandrohung geschehen; die auswärtigen Wähler aber sind durch die Wahlkommissionen ihrer Orte eingeladen worden.

Die weitere Behauptung in jenem Artikel:

daß der Bürgermeister aber nun noch am 18. Januar den verzweifelten Versuch machte, dasLumpenpack" zu forciren und jeden Wähler n o ch m als bei 1 0 Thaler Strafe zu einem neuen Wahltermin einla­den ließ rc." charakterisirt sich durch die einfache Bemerkung, daß am 18. Januar schon alle Wahlen dahier vollendet waren, als eine boshafte Verläumdung, womit sich der nur selbst geschändet hat, von dem sie ausgegangen.

Homberg, am 25. Januar 1850.

Der Bürgermeister Mohr.

Aekanntmachungen.

[74] Nachdem der Amtsadvokat Wessel am 3. Oktbr. v. J. dahier mit Tove abgegangen ist, ohne daß sich bis jetzt Erben desselben gemeldet haben, so werden auf den An­trag des über den ruhenden Nachlaß gerichtlich ^bestellten Ku­rators die etwaigen Erben desselben hierdurch öffentlich auf­gefordert, in dem auf den 27. Februar d. J. anberaumten Termine ihre Ansprüche geltend zu machen und zu bescheini­gen, widrigenfalls der gedachte Nachlaß konkursmäßig behan­delt und der nach Befriedigung der Gläubiger etwa verblei­bende (Überschuß dem Fiskus überwiesen werden wird.

Zugleich haben in dem bereiten Termine etwaige Gläu­biger ihre Forderungen zum Zwecke deren Aufnahme in das Inventar anzumelden und zu begründen, widrigenfalls solche bei einer demnächftigen Vertheilung der Masse unberücksichtigt bleiben.

Rodenberg, am 23. Januar 1850.

Kurfürst!. Hessisches Justizamt. Heydenreich.

vt. Straube.

[75] Das unterzeichnete Konnte hat auf Donnerstag den 7. Februar, Mittags 1 Uhr, im Gasthause zum Deutschen Hof (Ahlborn) in Kassel eine Versammlung anberaumt.

Tagesordnung: 1) Eröffnung der Versammlung durch das provisorische Konnte.

2) Rechenschaftsbericht über die Wirksamkeit des Komite's seit der Versammlung zu Wilhelmsthal.

3) Definitive Konstituirung dcs Vereins durch Vorlesen und Unterzeichnen der Statuten.

4) Wahl des Vorstandes und des Stellvertreters, des Sekretärs, der Ausschußmitglieder.

5) Präsentation der Deputirten der Verwaltungsamtsvereine.

6) Berathung über die Verwendung der Geldbeiträge der Vereinsmitglieder.

7) Anträge auf Unterstützung landwirthschaftlicher Zwecke.

8) Bestimmung von Tag und Ort der nächsten Versamm­lung und Der Tagesordnung.

"Kassel, am 27. Januar 1850.

Das Komitè des provisorisch gegründeten landwirthschaftlichen Vereins in dem oberen Verwaltungsbezirk Kassel.

Theater.

DinSi.gr den 29. Jan. Die unterbrochene Töhistpartie, oder: Dec Strohmann, Lustspiel in 2 Akten von Karl Schall. Emilie: Frl. Friederike Meyer vom Stadttbcatcr zu Breslau als Gast. Hierauf: DaS war ich! Ländliche Scene von Hutt. Base: Frl. Friedr. Meyer. ,

Berantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. Druck von Friedr. Scheel in Kassel.