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Kriege- hat an sämmtliche Regiments- und Bataillonskom- mando'S die Verfügung erlassen: „es sei mit großem Mißfallen wahrgenommen worden, daß in verschiedenen Regimentern UntenNficiere sich mit Lesen demokratischer Blätter und Schriften, so wie damit beschäftigen, die so cingrsogenen schlimmen Grundsätze unter vie Soldaten zu verbreiten. Sämmtliche Ofßciere werden bei Ebre und Pflicht aufgcfor- dert, dieses Treiben strengstens zu überwachen, und zu versuchen, die dergleichen Umtrieben sich hingebenken Untermficiere auf gütlichem Wege hievon abzubringen. Jene Untcrofsiciere, welche auf solchen Irrwegen betroffen werden, müssen verzeichnet und vürfen nicht befördert, auch nicht zur Beförderung vorgeschlagen werden." (A. Allg. Z.)
Großbritannien.
London, 22. Jan. Der Globe sagt: Wir haben Grund zu glauben, daß das bedeutungsvolle Ereigniß, welches wahrscheinlich die Zahl der Mitglieder der königlichen Familie vermehren wird, etwa in der Mitte des nächsten April ein- treten dürfte.
— Das Dampfschiff Cambria bringt Nachrichten aus den vereinigten Staaten, die bis zum 8. Jan. reichen. Die politischen Nachrichten sind unerheblich. Der Senat beschäftigte sich mit Der Diskussion über den Antrag, die Abbrechung veö diplomatischen Verkehrs der Regierung in Washington mit Oesterreich betreffend.
— Ein Protektionisten - Meeting ward auch in Reading gehalten. Es ward eine Adresse an die Königin beschlossen, worin diese um Abhülfe der liebelst einte des Landes oder um eine Auflösung des Parlaments gebeten wird. Bei diesem Meeting ging es eben so stürmisch her, wie bei dem in Stafford gehaltenen. Die Pächter wurden vom Pöbel angegriffen, wobei es blutige Köpfe gab. Der Bürgermeister wollte Frieden stiften, warb aber dabei zu Boden gestürzt und mit Koth beworfen.
Spanien.
Man schreibt aus Barcelona: Die seit einiges Zeit tobenden Stürme sind Die Ursache, daß der Rest der spanischen Truppen aus Italien noch nicht zurückgekcbrt ist. — Don Miguel, so sagt man, will in England sich nach Portugal kinschiffen und sich hier an die Spitze seiner Anhänger zum Umsturz der bestehenden Regierung stellen. Die spanische Regierung soll sich mit der portugiesischen zur Abwehr eines solchen Vorhabens verbunden haben.
Italien.
Nom, 15. Jan. Papst Pius IX. hielt am 7. d. im k. Palast zu Porrici ein geheimes Konsistorium. Er promovirte in demselben 10 Prälaten.
Rußland.
St. Petersburg, 18. Januar. Ein Manifest kcs Kaisers vom 14. d. M. verkündigt die Geburt eines Sohnes der Großfürstin Maria Alexandrowna, Gemahlin des Großfürsten Thronfolgers. Der Prinz hat Den Namen Alexis und den Titel Kaiserliche Hoheit erhalten.
Ueber den Antrag des Abg. Hildebrand, auf Aufhebung der oberen Finanzbchördeu.
(Fortsetzung.)
In dem vreuß. Finanzetate von 1847 folgen sodann:
III. die Einnahmen aus den Bergwerken, Hütten und Salinen, welche im Hauptbeirage, einschließlich der Berg- werkSgefälle: 1,707,078 Tblr., die Veiwaltungskosten derselben aber mit Einschluß Der Gencralverwaltung dieses Zweigs: 607,078 Thlr. betragen. Unter letzteren ist jedoch ein Ausgabeposten für Bcrgschulenrc. von 19,205 Tblr. enthalten, für den wir einen entsprechenden überhaupt nicht haben. Zum Zwecke unserer Vergleichung haben wir daher obigen Betrag der preußischen Verwaltungskosten noch um 19,205 Thlr. zu verminvern, wodurch sich derselbe auf 588,873 Thlr., d. b. auf 344/10 pCt. der Einnahme feststellt. Wir bemerken indessen, daß Die Revenüen und Kosten des preußischen Salz- debits hierbei nicht mitgerechnet sind. Diese kommen unter dem besondern Titel des preußischen Etats: „Einnahmen vom Salzmonopol" vor, und betragen: Einnahme 7,753,818 Thlr-,
vie Ausgaben: 2,761,618 Thlr. Unter letzteren sind wieder 2,452,754 Thlr. Betriebskosten, für Verpackung, Transport rc. des Salzes enthalten, die in Einnahme und Ausgabe durchlaufen. Diese in beiden ausgeschieden, beträgt Die Einnahme vom Salzmonopol 5,301,064 Tblr., dazu die Einnahme von Bergwerken, Hütten u. s. w. 1,707,074 Tblr., überhaupt: 7,008,142 Thlr. Die Verwaltungskvsten der Bergwerke, Hütten rc. betragen 587,873 Thlr., dazu die des Salzdebits (ohne Die Betriebskosten): 308,864 Thlr. So stellen sich überhaupt Die preußischen Verwaltungskosten auf 896,739 Thlr. oder 1279/l00 pCl. der Einnahme.
In Kurhessen sind die Einnahmen aus Den Bergwerken, Hütten und Salinen des Staats vom Jahre 1847: 308,000 Thlr.; Die gesummten Verwaltungsausgaben: 39,151 Thaler oDcr _127,/1OO pCt. der Einnahme. Auch dieser Betriebszweig des StaatS steht daher in den Verwaltungskosten nicht so hoch im Verhältniß zur Einnahme, als Derselbe in Preußen.
IV. Direkte Steuern.
Diese betragen in Preußen, wo dieselben drei Gattungen, wie bei uns eingeführt sind, nach Dem Etate von 1847 überhaupt: 20,312,335 Thlr. Die Bevölkerung Preußens betrug (nach v. Lengerke preuß. Agrikultur-Statistik) am Ende des Jahres 1843: 15,401,933 Seelen; angenommen dieselbe sei in 4 Jahren, also bis Ende 1847, auf 15’/, Million gewachsen, so berechnen sich 1 Thlr. 93/10 Sgr. auf den Kopf der Bevölkerung. Die Elementar - Erhebung- - und Verwal- tungskosten dieser Steuern betragen nach demselben Etate: 992,369 Thlr. Die Besoldungen und Geschäftsbedürfnisse Der bei den Provinzial-Regierungen angestellten Beamten dieses Ver-wallungszweigs berechnen sich wie folgt:
Es sinv bei Den fraglichen Behörden überhaupt 365 Beamte der direkten Steuerverwaltung etat-mäßig. Davon sind jedoch 164 gleichzeitig noch in andern Branchen, z. B. Domänen-, Forst-, indirekten Steuer-, Salzdebit-Veiwaltung beschäftigt. Wir nehmen also für diese 164 Beamten nur die Hälfte mit 82, und stellt sich dann die betreffende Beamten- zahl auf 283 heraus. Diese erfordern nach Verhältniß des grsanimtcn Personal-Etats der Ober-Präsidien und Provinzial- Regierungen, einschließlich Der Geschäftsbedürfnisse: 289,900 Thlr., Der Antheil für diese Verwaltung an Den Kosten Der Ober-Präsidien würde 29,937 Thlr., Der Antheil für die Centralverwaltung der Steuern und Generalkasse (mit 171,201 Thlr.) zu einem Drittbeil: 57,093 Tblr., überhaupt: 376,930 Thlr. betragen; dazu Die Elemenlarkosten: 993,369 Thlr., beträgt die Hauplsumme der VerwaltungSkosten: 1,369,299 Thlr. oder 6710 P^t. Der Einnahme.
Die Einnahme aus direkten Steuern beträgt in Kurbessen für das Jahr 1847: 640,480 Tblr. oder bei einer Bevölkerung von 755,122 Seelen für jenes Jahr: 254/]O Sgr. auf Den Kopf. Bei Der Angabe der Verwaltungskosten hat Herr Antragsteller Denjenigen Betrag des außerordentlichen Etats, welcher für Vermessungs- und Katastrirungskosten bestimmt ist, mit 31,500Thlr. mitgereebnet. Diese gehören jedoch nicht zu den Verwaltungskosten der direkten Steuern, da Dieselben mit der Verwaltung Derselben nicht in solcher Verbindung stehen, sondern einen vorübergehenden Aufwand bilden, zu einem Zwecke, der für eine wenigstens 100jährige Periode berechnet ist. Sie müssen daher hier um so mehr ans Der vergleichenden Berechnung ausgeschieden werden, als ein solcher, oder für ähnliche Zwecke bestimmter Kostenbetrag im preußischen Etate gar nicht enthalten ist. Es würden sich hiernach Die Verwaltungskosten der direkten Steuern bei uns auf 74,704 Thlr. nach dem Etate stellen. Allein auch dieser Kostenaufwand ist nicht Der wirkliche. Die Beamten der direkten Steuerverwaltung, welche die Katasterführung zu besorgen haben, beziehen nämlich einen großen Theil ihres Einkommens, welches der Etat in Den Positionen 1 b und 3 des Titels enthält, in Gebühren, welche dieselben bis zum August 1838 von den Bctheiligten für Auszüge aus Den Steuerbüchern rc. bezahlt erhielten, während Der Staat diese Gebühren seitdem, in Folge Gesetzes vom 20. Juli 1838 in Stempel verwandelt, selbst erhebt, und dafür die