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Oesterreich.

Wien, 15. Januar. Die letzten Nachrichten aus den überschwemmten Gegenden in Galizien lauten höchst beunru- hiacnd. Nach so langer Dauer der Ueberschwemmung war noch nicht die geringste Aenderung in der Lage der unglück­lichsten Ortschaften eingetrctcn. Die Kommunikation mit den Bewohnern, von denen ein großer Theil seinen Tod in den Wellen gefunden hat und findet, und nicht Wenige vor Ver- schmachtung zu Grunde geben, ist noch immer durch die un­geheuern, kompakten Eismassen unmöglich, selbst Geschütze, welche angewendet werden sollten,' um diese Eisberge zu spren­gen, konnten nicht wirken, da sie nicht transportirt werden konnten. Die Weichsel scheint für immer sich ein neues Bett gegraben zu haben. Und da staatsverträglich die Weichsel daselbst die Grenze zwischen Oesterreich und Rußland bildet, so ist der Besitz Rußlands durch dieses Naturereigniß um eine ziemliche Strecke vergrößert worden. Zu den verschie­denen Deputationen, die gegenwärtig aus mehrereu Punkten der Monarchie hier weilen, ist nun eine ruthenische gekommen. Die Ruthenen sind es gewohnt, daß sie bas geneigteste Ent­gegenkommen beim Ministerium, selbst wenn ihre Wünsche ein wenig zu sehr das Princip der Gleichberechtigung auf Kosten ihrer Mitbewohner ausbeuten sollten, finden. Minder glück­lich dürfte eine armenische Deputation sein, die eine größere Superiorität des armenischen Elementes in der Bukowina er­reichen will.

Dänemark.

Kopenhagen, 20. Januar. DieB. Z." bringt aus London vom 17. datirt, den Text einer Cirkularnote der Landesverwaltung" dd. Flensburg , den 26. November, auf welche dec früher mehrerwähnte Tillisch'sche Bericht vom 24. November sich beziehe. Die Herren Eulenburg, Tillisch und Hodges legen auch hiernach das offene Bekenntniß ab, daß jeder der Landesverwaltung als Regierung zuständigen Auk- lorität Gefahr drohe, und daß eben so die Sicherheit des Lebens unb Eigenthums und die sociale Ordnung im Allge­meinen im ganzen Herzogthum Schleswig bedrobt sei. Eme systematische Opposition jeder Art, gestehen sie, habe sich ge­gen sie erhoben, und durch die erfolgte Vermehrung der preußi­schen Truppen sei ihre Stellung nicht erträglicher geworben.

Frankreich.

Paris, 20. Jan. Die heutige Nummer desNapoleon" enthält in ruhiger und ernster Sprache ein neues Manifest über bie Stellung bes Präsidenten ber Republik zur National Versammlung unv Verfassung. Der Präsident ber Republik will sich weder auf Personen noch Parteien, sondern auf bie Masse des Volkes stützen unb, im Unterschiebe von früheren Regierungen, die auf kleinliche Weise sich immer nur darum kümmerten, durch wen sie ihre Gewalt behaupten könnten, nur daran denken, durch was er regieren und die Wünsche des Volkes befriedigen soll. Er verschmäht es, zwischen den alten Parteien nur künstlich hindurch zu laviren, ca er burch seine Erwählung eine von allen Parteien unabhängige Macht be­sitzt; allein er verschmäht es nicht, alle diejenigen an sich zu ziehen, die ibn bei seiner Aufgabe aufrichtig unterstützen wol­len. Ueber bie Absichten Louis Bonaparte's gegen die Ver­fassung werden sehr genügende Erklärungen gegeben, die im Wesentlichen die früheren Protcstationen desselben wicverholcn unb sich auf sein gemäßigtes Benehmen seit einem ganzen Jahre berufen, in dessen Verlauf er drei Mal, am 10. Dec., am 29. Jan. und am 13. Juni bie günstigste Gelegenheit, eine Veränderung der Verfassung zu seinen Gunsten zu be­wirken , verschmäht habe. Sehr bitter drückt das Blatt sich über Den Beschluß des Ausschusses der Nationalversammlung in Betreff des vom Kriegsminister eingebrachten Vorschlags einer Gehaltsverbcsserung für die Unterofsiciere aus. Das Publikum und die Armee heißt es werben die Weis­heit eines Beschlusses bewundern, der bas Princip des Vor­schlages annimmt, Dabei aber eine ganz entgegengesetzte Maß­regel verlangt.

Nachschrift.

* Kassel, 24. Jan. Mittags. Der so eben erst vor Schluß des Blattes eingetroffene Eisenacher Zug hat keine Berliner Pakete gebracht. Es ist nicht das erste Mal, daß die Zeitungspakete, ober bie Briefpakete, oder auch wohl beides, durch Die Nachlässigkeit Der Postofficianten in Eisenach ober anderwärts liegen geblieben sind. Im gegenwärtigen Augenblicke aber, wo Jedermann mit der größten Spannung der Nachrichten harrt, an welche sich so wichtige Folgen und Interessen knüpfen, erscheint eine solche Verletzung des Publi­kums in Der That ganz unverantwortlich und es muß drin­gend gewünscht werden, daß Der Wiederkehr derselben auf ge­eignete Weise vorgebeugt werde.

Kekanntmachungen.

[66] Ediktalladung.

Nachdem Die Hinterbliebene Wittwe besam 16. December v. I. verlebten hiesigen Bürgers und Schreinermeisters Jo­hann Christoph Martin Büddenklepper, Anna Theresia Franziska, geb. Günther, auf den ge­setzlichen Beisaß an Dem Nachlasse ihres Mannes verzichtet, und als natürliche Vormünderin ihrer fünf noch minderjähri­gen Kinder für solche die Erbschaft deren ausgeschlagen hat, und da die übrigen hierzu berufenen Erben unbekannt sind, so ist ein Kurator bestellt unb die Errichtung eines Inventars verfügt worden.

Es werden daher alle Diejenigen, welche Ansprüche an den gedachten Nachlaß zu machen haben, aufgefordert, ihre Ansprüche in dem Termine, Den 1 8. Februar l. I., Vor­mittags 1 0 Uhr, dahier zum Zwecke Der Eintragung in das Inventar anzumelden, Da Der Anzeige nach Der Nachlaß überschuldet sein soll, eventuell auch zu einer gütlichen Eini­gung Vorschläge zu machen, ober vergleichen entgegen zu nehmen.

Zu Demselben Termine werven zugleich alle Diejenigen, welche Erbansprüche an obgevachten Nachlaß zu machen haben, hierdurch vorgelaven.

Hanau, 9. Januar 1850.

Kurhessisches Landgericht.

Geier.

vd. Molter.

(65) Bürger-Verein.

Dr. Lanvau hat auf Den mehrfach gegen ihn ausgesproche­nen Wunsch sich bereit erklärt, von Zeit zu Zeit Vorträge über hessische Geschichte, insbesonvere über Kulturgeschichte im Bürgervercine zu halten. Er wirv Damit

Freitag, Den 2 5. D. M. beginnen unD hat dazu eine Darstellung Der gegen Ende ves 16. unD Anfang des 17. Jahrhunderts gemachten Ver­suche zur Belebung Der hessischen Industrie genommen.

Auch wird über Die Wahlen berichtet werden.

[53] Ein heftiges Nervenfieber entriß uns gestern Abend unseren geliebten treuen Gatten, Bruder, Schwager und Freund, Den Kaufmann Friedrich Rathsam, im Alter von 32 Jahren, was wir tiefbetrübt hiermit anzeigen.

Eschwege, am 17. Januar 1850.

Die Hinterbliebenen.

[62] Frische Colchester Austern, geräucherten Rheinlachs unv Pommersche Gänsebrüste bei

Wilhelm Nitz, untere Königsstraße Nr. 21.

Für die Familie K v ch zu Iba ist ferner eingegangen: Von C. v. H.

5 Sgr., von E. S. 1 Thlr. ___

Frachtpreise.

Kassel. Vom 23. Januar.

Waizen d. Vrtl. von 5 Thlr. Sgr. Hlr. bis 5 Thlr. 5 Sgr.Hlr. Roggen K n » 3 M » " i " 6 n « Gerste 2 p 5 » » n 2 22 » 6

Hafer « « n 1 17 r » " 1 * 22 6 ^

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. Redaktion: Fr. Oetker und Dr. A. Pfaff. Druck von Friedr. Scheel in Kassel.