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Bestandtheil der Rcichsgesetzgcbung bilden, welche kein einzel­ner Staat aufzubeben oder zu beschränken das Recht habe.

(D. A. Z.)

Oesterreich.

Wien. Die Truppenzüge nach Böhmen und von Prag nach der Grenze Sachsens dauern fort. Jedoch sind die Transporte gering, mit der Nordbahn kamen das letzte Mal nur 60 Mann nach Brünn. Am 13. k. M. ging eine Batterie nach Prag ab. In dieser Stadt wird Erzherzog Johann zu einem Besuch beim Kaiser Ferdinand erwartet. Die Landesverfassung für Schlesien wird binnen kurzer Zeit publicirt werden. Man versichert, daß der betreffende Land­tag aus 31 Abgeordneten bestehen werde. Nach einem Bericht der konstitutionellen Blätter nimmt das Grunkent» lastungsgtschäft im Lande Mähren einen erfreulichen Fortgang.

Italien.

Turin, 11. Januar. Die Deputirtenkammer beschäf­tigte sich am 10. mit der Prüfung des ministeriellen Gesetzes, die neue Eintheilung der Wahlkollegien betreffend. Nach der Regierungsvorlage sollen in Zukunft die Wähler am Haupt- orte des Arrondissements stimmen können, ohne nöthig zu ha­ben, sich an den Hauptort des Wahldistrikts zu begeben. Die Opposition griff das Gesetz, da es mit dem vom 17. März durchaus im Widerspruch stehe, mit Heftigkeit an und Ra- tazzi beantragte, daß die Diskussion dieses Gesetzes bis auf eine andere Session hinausgeschoben werde. Die Tribüne gab ihren Beifall der Opposition auf eine solche Weise zu er­kennen, daß der Präsident sich genöthigt sah, sie räumen zu lassen. In der heutigen Sitzung nun ward Ratazzi's Antrag mit 80 gegen 50 Stimmen abgelehnt , dagegen der Negie­rungsantrag mit 87 gegen 45 Stimmen angenommen. Ein Verbrsserungsantrag, wonach die Arrondissements, deren Wäh­lerzahl sich nicht auf 40 beläuft, mit einem andern Wahlki- strikte vereinigt werden sollen, ging ebenfalls durch.

Dem Vernehmen nach wird in aller Kürze eine Zeitung: der Volks böte für Stadt und Land" im Verlag von H. Ho top erscheinen. Wir sind arm an eigentlichen Volksschriflcn und glauben das neue Unternehmen um so freundlicher begrüßen zu dürfen, als dessen Zukunft in jedem Falle gesichert zu sein scheint. Die Redaktion hat nur den Zweck möglichster Verbreitung vor Augen, deßhalb wird der Preis auch nur 2/2 Sgr. für den Monat betragen, wo­für wir (das Blatt soll mit Illustrationen versehen werden') auf etwas Vorzügliches rechnen zu glauben dürfen. Ueber die Tendenz werden sich die ersten Nummern genügend aus spre­chen, die schon im Februar erscheinen sollen und welchen wir mit den günstigsten Erwartungen cntgegensehcn können.

(K. A. Ztg.)

Zu Hanau sind am 19. in den 5 Bezirken der Urwäh- ler 3tcr Klasse zu Wahlmännern für den Reichstag gewählt worden die Herren Kaufmann Jos. Waltz, Konditor Pannt, Zimmermeister Deines, Gärtner Jung, Kunstgärtner Schultz.

Zeitungsschau.

Hr. Theobald aus Hanau ersucht in der Hornisse die Neue Hess. Ztg., ihm von ihrer Nr. 19, in welcher sein Aufruf zur Nichtwahl beleuchtet wurde, 500 Exemplare gratis abzulassen ; er wolle dasBlättchen", welches seinen Wählern unbekannt sei", unter denselben verbreiten. Das Ersuchen des treulichen Volksfreundes kam zu spät. Die fragliche Nummer wurde bereits auf vielseitiges Verlangen auch außer dem gewöhnlichen Leserkreis der N. Hess. Ztg. verbreitet, und es ist hierbei auf die Unwissenheit der TheobaldschenWähler" die gebührende Rücksicht genommen worden. Auch an sie ist eine Anzahl von Exemplaren, um Unterschlagungen vorzubcu- grn, durch sichere Hand abgegangen.

Während Hr. Theobald in seinem Kasseler Organe die Unbekanntschaft seinerWähler" mit der N. Hess. Ztg. be­

klagt, läßt sich in der Hanauer Zeitung das Gegentheil ver­nehmen. Dort wird d. d. Hanau, 19. Jan., sich über die Existenz ter N. Hess. Ztg., als über ein nothwendiges Unglück getröstet:Ein jeder denkende Mensch", heißt cs dort,wirft steh wohl einmal die Frage auf: wozu es Schlangen, Skor­pionen, Molche und anderes Gistgewürm oder den Menschen lästige Jnchkten gebe? Kann der Fragex alsdann keine be­friedigende Antwort finden, so sagt er sich, solches Ungeziefer mütze zum großen Ganzen der Natur gehören und auch wohl irgend einen Nutzen daben. So mag denn auch die Neue Hessische Zeitung, ein Blatt, das in Kassel erscheint, ihren Nutzen haben, wäre es auch nur den, die von ihr vertretene Partei in ihrer ganzen Nacktheit und Verächtlichkeit zu zeigen. Ihr Panier flattert, wie der Wevelschwanz des getretenen Hunkes, für ten Mächtigsten des Augenblickes, und außerdem vertritt sie die Pestbeulen am Skaats'köiper, den Wucher mit dem Schweiße des Volkes, das Bajonnctrecht, die Sup­plikanten für die Fortdauer der Belagerungszustände, die Schmarotzer an den Tafeln der Großen und Reichen, die Muckerfrömmigkeit und den Pfaffenhochmuth, mit einem Worte, Alles, was volksverrätherisch ist re. " Die­ses Klaglied hat in Stimme und Manier eine auffallende Aehnlichkeit mit den Homilien des Hrn. Theobald in der Ständcversammlung. Wäre es nicht von Hanau datirt, ent- hiclte cs nicht eine höchst bedenkliche Lobrede auf den Hrn. Theobald und Genossen, welche förmlich angeredet werden, gleichsam als spräche ein Dritter zu ihnen, in folgenden Wor­ten : Mag auch kommen, was immer kommen kann, kaS Volk hält zu Euch, Ihr Männer, die Ihr fest und beharrlich seine Rechte wahrt, und um so hingehender, je mehr Ihr den Gift- bissen neuer hessischen Zeitungen ausgesetzt scyd , so möchte man fast glauben, Hr. Theobald habe den Artikel selbst ver­fertigt. Weshalb ist nun Hr. Theobald so erschrecklich böse auf uns? Es ist wahr, wir haben ibn nie für mehr gehalten als was er ist, und seinen Reden stets mit mehr Geduld als Bewunderung zugehört. Aber was können wir dafür, daß ihn die Natur nicht zum großen Manne geschaffen hat?

Handelsbericht.

Mainz, 18. Januar. 3m Laufe dieser Woche war der Handel in Getraide sehr unbedeutend, und ist die etimmuuß dafür sehr lustlos, sämmtliche Cerealien gingen im Preise zurück; am Meisten machte sich dieses bei Waisen bemerkbar, welcher Abschlag durch die in den jüngsten Tagen eingetroffenen cntmutbigendrn Berichte von England motivirt ist. Indessen trafest von dieser Fruchtgattung vom Lande ziemlich viel Zu­fuhren ein, welche zur Spekulation aufgcspcichcrt wurden. Unsere heuti­gen Notirungen sind: Waizen effektiv 774 bis ?73 fl., per März 774 bis 77. jL; Korn effektiv 5 fl., per März 5%2 bis 5% fl. per 100 Kilogr.; Gerste effektiv 37. fL, per März 4 fl.; Hafer effektiv 27. fl., per März 27, bis 3 fl. per Malter. Für Klecsamen ist wieder etwas mehr Frage aufgetaucht, was eine Besserung des Preises zur Folge hatte; besonders sind die guten Qualitäten coulant zu placiren. Zu notiren ist: deutscher 1846er 20 - 21 fl., 1848er 217, fl., 1849er 23 fl. Der Handel in Rübol beschränkt sich sortwährend fast lediglich auf den Konsumo. Aus Lieferung will sich trotz der anhaltenden und mitunter strengen Kälte kein Geschäft entwickeln, daher die Notirungen auf Termine nur nominell sind. Es gilt: Effektiv 46 Thlr. per 280 Pfd. 1. G. mit Faß, 47 Thlr. per 290 Psb. I. G. ohne Faß, per Mai 43 Thlr., per Okt. 407, Thlr. Leinöl 4072 Thlr. Mohnöl 28 fl. Reps 18y4 fl. Mohnsamen 167, fl. Repskuchen 50 fl. per 1000 Stück. Branntwein (50%) 207, st- P-Ohm.

Gerichtliche Entscheidungen.

Beim Obergerichte zu Kassel (vom 15. bis 19. Januar.)

a. Endöbe scheide:

GcblÄdcr Goldschmidt g. Heyer, w. Schuld.

Mehler g. v. Malsburg, w. Forderung.

Beste und Kons. g. Dittmar, w. Forderung.

Bondischer Syndikus g. v. Spiegel, W. Fordciung. Ellenberger g. Reimann, w. Darlehus.

b. Vorbescheid :

Zülch Ehefrau g. Nothnagel, W. mehrerer Forderungen, Gem. Heiscbcck g. Staatsanwalt, w. Laubberechtigung. Braun g. Stadt Hofgeismar, W. Beholzigungsgerechtsame. Hartig g. Normann, w. Vaterschaft.

c. Remissoria len:

Rabe z. S. Wiegand g. Steinbrecher, w. Vertragserfüllung (reform.). Beilstein g. Bcdenheim, w. Darlehnsforderung.