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rcnd mißhandelt wird. Man nehme sich in Acht vor Bevor­zugung der Großen unter Hintansetzung der Kleinen! dieß ist ja Vie ganze Krankheit der Zeit, die ganze Quelle der Revo­lution von 1848. Das Rühmen der vorgekommencnen quasi­freiwilligen Verkoppelungen in Preußen bei einem Gesetze, welches nur den Antrag Eines Einzigen, sage Eines Einzigen verlangt, wollen wir ruhig zu den Akten legen, auch die Zurückvcrkoppclungen an der Weser auf Beschwerde in Berlin übergehen unb weiter fragen: Soll das durchgän­gig wahr sein, daß der arronbirte Lanvwirth in Wohlstand gerathen, tausend Aerger unv Schaben los wird, und nur mit Grausen sich an vorher erinnert? Wie, wenn nun, was in großen Gemarkungen gar nicht vermie­den werden kann, Jemand für seine guten Bröckchen einen großen aber schlechten Brocken bekäme? Meint man denn, es sei allenthalben paderbornische over münsterländische Bodenegalität? Bisher hatte fast jeder von mehreren Boven- artcn in Stellung; was auf heißem Grunde verbrannte, ge­wann er auf kaltem wieder, und umgekehrt bei nassen Jah­ren. Ja dafür ist die Landwirthschaftszeitung da, welche lehrt, wie man auf Straßenpflaster Gurken ziehen kann, wenn, wenn, wenn man die Erbe 2 Fuß hoch barauf fährt!

Weiter wird dann gesagt, baß, wie auch hohes Ministe­rium erkannt, der Walb, von lästigen Servituten befreit, an Holz und künstlichenPrivathuten ober Ackerland mehr tragen könne. Hier möchte man fragen, ob das etwa die künstlichen Privathuten wären, welche die Großen bekommen, wenn die Kleinen die ihrige los sind? und, ob denn auch die Huten ober anbere Theile bes Walves allenthalben zum Umrotten tauglich, überhaupt aber für jebcn Ort nahe genug gelegen sein werben? Sobann sollte man benken, wenn man wiederum für Den Gewinn des Huteterrains Waldboden zu Land eingeben unv Privathuten gestatten wolle, werve für den Holzertrag nichts gewonnen, unv cs könne bann auch lieber möglichst beim Alten bleiben, over etwa so eingerichtet werben, baß vie Forstbehörven nach Maßgabe des Kulturplans die Huten anweisen, so jedoch, baß sie Allen gleich verbliebe. Einmal willman absolut nur Stallfütterung, dann soll wiever Jever selbst mit seinem Viche sein eigen Lanv grasrein hüten, unv va bas boch wieder als zu lästig, und in Bezug auf Hutcfrevel, als noch gefährlicher als bis­her auffällt, sollen wieder Mehrere gemeinschaftlich hüten. Und was soll cs mit Der Schäferei und dem Pfirchwcsen geben? Die Großen haben gewonnen Spiel, aber wie stcbt's für die, welche zusammcnpfuchen müssen unv weit burchs Feld zu wechseln haben? währenb doch Keiner in des Ande­ren Revier hüten darf, Schafe aber ohne Huten (Grasen) im Felde und Felbwegen nicht burchgetrieben werden, auch auf einem kleinen Platze weder still gehalten werben können, noch Gesunbhcits halber gehalten werden Dürfen, sondern von einer Parcelle zur anderen ziehen müssen. Hier liegt aber­mals Der Nutzen Der Großen auf Kosten Der Kleinen vor Augen.

Das 5te Hauptstück von Den Vorurtheilen hat Der Herr Verfasser vergessen. Oder zählt er es etwa nicht zu den Vor­urtheilen? nämlich, das Verhältniß der Verkoppelung zum Hypotbekenwcscn? zu Zwangsverkäufen? re.

Wenn wir nun schließlich das Resultat unserer Betrach­tung zusammcnsassen, so dürfte sich wohl herausstellen, baß

1) das Projekt Der Zusammenlegung Der Grundstücke nur im Interesse Der Großbesitzer sehnlichst gewünscht werben kann, daher denn auch von diesen, jedoch mit Ausnahme von be­sonders uneigennützigen Temperamenten, auf bas Eifrigste dafür gefochten wirb;

2) baß Die Vortheile für Die Kleinbesitzer theils sehr un­wichtig, theils mit Den Haaren herbeigezogen sind, theils gar nicht vorhanvcn, sonbern sogar als Nachtheile sich Heraus­stellen ; daß also

3) Die Anpreisungen von Vortheilen für Die Kleinbesitzer

wesentlich nothwendig sind, um diese Leute möglichst gefügig zu machen;

4) daß ein Zwang durch Gesetz Der bequemste und wohl­feilste (vielleicht auch wohl einzige) Weg ist zu einer Zusam­menlegung des Großbesitzes durch Austausch der ärgerlichen Zwischenlieger; und daß man an den Eisenbahn-Aktionären gelernt hat, wie es klüger ist, das Unternehmen auf Aller Kosten ins Werk zu setzen, anstatt auf eigne;

5) vaß das, was sich später dann finven wird, einen jetzt noch nichts angeht; und

6) daß eine Entweihung des Begriffs von Der Heiligkeit des Eigenthums , welcher jetzt noch immer in dem Volke existirt, Den Großen zu seiner Zeit zur bittern Galle gereichen kann, so daß man, wenn einmal geschehene Dinge nicht mehr zu ändern sein werben, weiter nichts zu eigen behalten wird, als den Ruhm, mit Dem Hanswurst sagen zu können:das haben sie von mir gelernt."

Da ich recensirend geredet habe, erheischt es die Ehrlich­keit, mich zu unterzeichnen.

Grebenstein, am 27. Dec. 1849.

Gustav Deichmann.

Iekannimachungen.

Bei der heute Statt gefundenen Wahl der 3ten Wähler­klasse des Stadtgerichtsbezirks Kassel sind Behufs Wahl eines Abgeordneten zum Volkshause des nächsten Reichstags zu Wahl­männern gewählt worden:

a) im 1. Wahlbezirk:

1) Hr. Geh.Rth. Schwedes mit 151 Stimmen,

2) Hr. Schreinermeister Lüken sen. mit 140 St.;

b) im 2. Wahlbezirk:

1) Hr. Maurermeister Heinrich Seidler mit 109 St.,

2) Hr. Obergerichts-Anwalt Henkel mit 100 St.;

c) im 3. Wahlbezirk:

1) Hr. Bierbrauer Heinrich Eissengarthenmitl 14St.,

2) Hr. Fabrikant Gustav Vogt mit 99 St.;

d) im 4. Wahlbezirk:

1) Hr. Weißbinverm.istcr Jakob Grahn mit 95 St.,

2) Hr. Bäckermeister Johannes Schneider mit 95 St.;

e) im 5. Wahlbezirk:

1) Hr. Fabrikant Fehrenberg mit 118 St.,

2) Hr. Fabrikant Engelhard mit 115 St.

Der Vorschrift gemäß wird dieß hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

Kassel, am 16. Januar 1850.

Die Wahlkommissionen daselbst.

[39] Hartwig.

[38] Der Den Rösing'schcn Erben gehörige, in der Wil­helmshöher Allee neben Der ehemals Hessenstein'schen Besitzung gelegene Garten, nebst Wohnhaus unv Nebengebäude, ist auf Ostern zu vermiethen. Das Nähere Nr. 99 der Karlsstraße 2 Treppen hoch.

Kurfürstliches Hoftheater.

Donnerstag, 17. Jan. Hamlet, Prinz von Dänemark. Trauerspiel in 5 Akten nach Shakespeare, von Schlegel.

Börsenberichte.

Frankfurt, 15. Jan. 5pCt. Metall. 86%, 4'/,pCt. 76^, Bank-Aktien 1278 fl.; 500 fl. Loose 158%; 250 fl. Loose 99 'Z; Bab. 35 fl. Loose 32%; $c|s. 40 Thlr.Loose 32%; Gßh. Heg. 50fl. Loose 73'/^; Poln. 500 fl. Soose 81% ; Frvr.-Wilb.- 9?orDba^n 43%; Bexbach 86; Köln-Minben 95%; 3 pEt. inländ. Spanier 30%; 4'/2p®t. Würt. 95/8; 5 pEt. Bab. 99%; 5pCt. Nass. 102; Belg. 97%. (Alles Gelb).

Verantwortlicher Herausgeber: Fr. Oetker. Redaktion: Fr. Oetker und A. Pfaff. Druck von Friedr. Scheel in Kassel.