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Neue Hessische Zeitung.

Organ -er konstitutionellen Partei.

Mittwoch, 16. Januar 1850. </W 26« Morgen - Ausgabe.

Diese Zeitung erscheint mit Ausnahme der Sonntage und Sonnabende täglich zwei Mal. Sonntags wird ein Unterhaltungsblatt beigegeben. Die Morgen-Attsgabe wird von 7,11 bis 12 Uhr, die Abend ' Ausgabe in Kassel von 5 bis 7 Uhr expedirt. Sonnabends erfolgt die Ausgabe nur' Abends, Sonntags nur Morgens. Man abonnirt bei allen löblichen Postämtern, in Kassel in der Luckkardt'schen und Dollmann'schen Buch - und Kunsthandlung. Der Abonnementspreis beträgt halbjährlich 3 Thlr., vierteljährlich 1 Thlr. 15 Sgr., wofür alle kurhessischcn Postämter das Blatt ohne Aufschlag liefern. Anzeigen werden mit 1 Sgr. für den Raum einer Petitzeile berechnet.

Deutschland.

Flensburg, 13. Januar. DerO.-T." berichtet von neuen Ausweisungen, dießmal aus Apenrade. Dieselben be­treffen den Dr. Mordhorst und den Amtssekretär Richardi; der Erstere hatte den schwedischen Lieutenant Krautmeier, der ihn handgreiflich beleidigt hatte, durch den Letztem fordern lassen. Hr. Krautmeier leugnete zuerst die Thatsache und verweigerte dann das Duell,weil er nicht Officier sei".

Kiel, 11. Januar. Heute erschien hier eine Deputation aus Angeln, von 32 Kirchspielen desselben hergesendet, bei der Statthalterschaft und später bei dem Präsidenten der Landesversammlung. Die Deputation schilderte in kräftig einfacher Weise den schauderhaften Zustand, welcher durch die Landesverwaltung in der Stadt Flensburg und in Nord­angeln eingetreten sei, wie die Exekutionen jetzt angedroht wären, wie noch das Zutrauen zu der allein rechtmäßigen Regierung, zur Statthalterschaft, bestehe, wie der Zustand aber nothwendig zur völligen Anarchie hinführen werde, wenn die Statthalterschaft nicht einrücken lassen werde, und die Ver­hältnisse sich nicht dahin änderten, daß die Statthalterschaft wieder in die Verwaltung eintrete. Zwar brauche man kein Militär, da Angeln stark, kräftig und einig und die Landes­verwaltung mit ihrem ganzen Anhänge binnen 24 Stunden tvegzujagen im Stande sei. Man habe aber zu diesen Mit­teln noch nicht schreiten wollen, weil man von Zeit zu Zeit gehofft, daß die Statthalterschaft helfen werde. Die Deputa­tion sei hicrhergekommcn, um dem Präsidenten die Lage des Landes und die Dringlichkeit der Verhältnisse mitzutbeilen, weil man vergebens in ihrer Versammlung in Süderbrarup Vertreter Angelns zu sehen gehofft habe, um diesen ihre Wünsche zur Berücksichtigung mitzutheilen. Sie hätten kein Vertrauen mehr zu ihnen. Der Präsident bemerkte, daß die Abgeordneten, wegen Geschäfte behindert, in diesem Augen­blicke in der Versammlung nicht zugegen seien, daß sie aber um Urlaub nachgesucht hätten. Uebrigens seien alle Abge­ordneten Vertreter des ganzen Landes. Die traurigen Zu­stände, die er soeben wieder erfahren, hätten ihn tief ergrif­fen. Auch er meine, daß die Sache entschieden werden müsse. Wenn die Statthalterschaft gezögert, so müßten Gründe vor­liegen, deren Gewicht er nicht zu bemessen im Stande sei. Die Versammlung habe aber, wenn auch in geheimen Sitzun­gen, in den letztem Zusammenkünften Beschlüsse gefaßt/die den Wünschen der Petenten entsprechen dürften, und es sei zu erwarten, daß sie baldigst in Erfüllung gehen würden. Die Statthalterschaft soll geäußert haben, daß'ganz Deutsch­land auf Schleswig-Holstein das Auge richte, daß die Peten­ten ausharren möchten und müßten, daß sie die Waffen nicht selbst ergreifen dürften und daß Schleswig die schwere Prü­fungszeit mit Mannesmuth ertragen müsse, die Verhältnisse sich aber für uns günstiger zu gestalten anfingen. (H. C.)

Hannover, 14. Januar. In heutiger Sitzung erster Kammer wurde lediglich das Protokoll Der!Vorigen Sitzung verlesen, und sodann beschlossen, die Petitionen, die deutsche Angelegenheit betr., zu den Akten zu nehmen.

In heutiger Sitzung der zweiten Kammer stellt Bueren zunächst einen Urantrag, wonach die Regierung ersucht wer­

den soll, die Stadt Emden einschließlich ihres Nesterlander Gebietes unter gleich günstigen Bedingungen, wie Harburg, zum Freihafen zu erklären. Es kam sodann zur Verhand­lung: das Ministerialschreiben vom 8. d. M., die außerordent­lichen Ausgaben der Kriegsverwaltung während der Periode vom 1. März 1848 bis 31. Oktober 1849 betr.; es wird auf Lehzens Antrag ohne Weiteres an die Finanzkommission verwiesen. Der Gesetzentwurf, das Disciplinarverfahren gegen Richter betreffend, wird gegen 6 Stimmen zum ersten Male angenommen. Der Gesetzentwurf über Einrichtung von An­waltskammern wird ebenfalls zum ersten Male angenommen.

Dresden, 12. Januar. Der Hauptmann v. Rohr­scheid, der am 4. Mai nach der Konvention zwischen der Kommunalgarde und der Besatzung des Zeughauses auf dem Rathhause erschien und dort einige unschuldige Worte sprach, ist zum Tode verurtheilt worden. Der ehemalige Prediger der hiesigen deutsch-katholischen Gemeinde, Dr. Evuin Bauer, der kürzlich, wie ein ihm nahestehendes sächs. Blatt berichtet, ein reuiges Glaubensbekenntniß in die Hände des Dr. Harleß niedergelegt hat, hat eine Hülfslehrerstelle am Gymnasium zu Zwickau erhalten.

München, 11. Januar. Der großh. badische Kriegs- Ministerialpräsident v. Roggenbach hat das Komthurkreuz des baierischen Verdienstordens vom heiligen Michael erhalten. Dem deutschen Postvertrage über die Zeitungen sind nun auch Baden und Luxemburg beigetreten.

München, 11. Jan. Nachdem die Bundes-Central­kommission ihre Konstituirung unserer Regierung angezeigt hat, hat nun diese, wie wir vernehmen, Herrn v. A'ylander bei derselben als ihren Bevollmächtigten beglaubigt. Herr v. Nylander war bekanntlich in gleicher Eigenschaft auch bei der früheren provisorischen Centralgewalt beglaubigt gewesen.

(N. M. Z.) Dänemark.

Kopenhagen, 9. Januar. (H. B.H.) Die berlingsche Zeitung erklärt heute in Bestätigung der Zweifel, welche sie gleich Anfangs bei der Nachricht von der Abweisung des Hrn. von Bülow als Bevollmächtigten für Holstein und Lauenburg bei der Bundeskommission geäußert, daß der Kammerherr von Bülow den allerzuvorkommendsten Empfang gefunden, und in seinen Geschäftsbeziehungen mit der vorbenannten Kommissiou auf denselben Fuß gestellt sei wie die übrigen in Frankfurt anwesenden Repräsentanten anderer Bundesmitglieder.

Großbritannien.

London, 12. Januar. Die protektionistischen Meetings nehmen ihren Fortgang in England, wie in Irland. In den letzten Tagen fanden drei solcher Meetings in den Grafschaf­ten Tyrone, Down und Tipperary Statt. In einem ande­ren, welches in Stafford gehalten wurde, sielen erhebliche Ruhestörungen vor. Mehrere Mitglieder der Versammlung, unter anderen auch Lord Talbot wurden von der Volksmenge ausgepfiffen, und das Haus, worin er abgestiegen war, ward beinahe demolirt. Auf dem Bahnhöfe wurden Pächter, welche von dem Meeting nach Hause zurückkehren wollten, von den Ruhestörern angefallen. Mehrere Personen wurden verwun­det. DerGlobe" erklärt das Gerücht, als beabsichtige