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Partei, welche sie als die konservative bezeichnet. Sie be­hauptet, Vie Konstitutionellen wollten deßhalb die Verfassung vom 28. Mai en bloc annehmen, weil Vieß das einzige Mittel sei, um den verderblichen Absichten des Interim und den Re- aktioneplänen vielleicht noch zuvorzukommen; die Konservativen dagegen forderten nur darum eine vorgängige gründliche Re­vision, weil der eine Theilnoch weiter mit dem Hinausrevi- Viren zu kommen hoffe, wie selbst in Berlin", unv ver andere sogarin dem Revidiren Die Gewißheit ves gänzlichen Schiff­bruchs sehe, den er hoffe unv wünsche". Von dieser letzten Seite wird dagegen jener Partei vorgeworfen, daß sie für Die Annahme Der Berfassung en bloc theils aus unbedachtem Leichtsinn stimme, theils in Der böswilligen Absicht, Die man­gelhaften Bestimmungen der Verfassung dazu zu benutzen, um diese selbst wieder zu zerstören und zum Radikalismus zurück- zukehren. Die Stellung Dieser Parteien und Die öffentlich in Programmen ausgesprochene Motivirung ihres Verhaltens wird von DerKölnischen Zeitung" in sehr ernste Erwägung gtzo­gen. Sie stellt sich auf den Standpunkt des monarchisch-kon­stitutionellen Bundesstaates und sieht als Feinde diesem gegenüber zuerst diejenigen Demokraten an, welche dem Rathe des Exrcichsrcgenten Vogt zu folgen gedenken. Derselbe fordert näm­lich in einer Broschüre seine Partei zur eifrigen Betheiligung an Der Wahl auf, weil nur dadurch die Gründung des Bun­desstaates verhindert werden könne, mit welcher, wenn sie durchgesetzt würde, Die besten Chancen der Revolution vielleicht für immer verloren gingen. Hr. Vogt räth seinen Demokraten, sich nöthigenfalls selbst mit den reaktionären Partikularisten zu verbinden Die alte Taktik wenn sie nur dadurch ihrer Opposition gegen den preußischen Bundesstaat mehr Er­folg verschaffen könnten. Interim u. dgl. feien nicht zu fürch­ten , da diese Anstalten doch lediglich bequeme Stufen zur neuen Revolution abgäben. Die Köln. Zlg. sicht sich ferner gegenüber Diedemokratisch Konstitutionellen" und Dieent­schiedenen Reaktionäre". Letztere, unter dem gefährlichen Füh­rer Graf Arnim - Boytzenburg, strebten ebenfalls nach Vereite­lung des Bundesstaates und werden unterstützt, theils von Partikularisten aus anderen deutschen Staaten, theils von ultramontanen Großdeutschen. Gegen alle diese habe man auf Der Hut zu sein. Sie wollten revidiren. Revidiren aber sei gleichbedeutend mit verzögern; und aus der Verzögerung könne leicht Die Vereitelung, die letzte Rettung der Revolution einer­seits, so wie des Juiikerthums und seiner Privilegien andrer­seits, hcrvorgchcn. Darum, ruft das Blatt, wählen wir Nie­manden , Der nicht für vorgängige einfache Annahme zu wir­ken zusagl! Für dieselbe Ansicht führt die Zeitung für Nord- dcutschlanv noch als Motiv an, daß,da der Bnndesvertrag der Regierungen nur bis zum Mai d. I. bindend sei, sich, wenn die Verfassung bis zu diesem Zeitraume nicht festgcstellt worden, für manche kleinere Regierung eine willkommene Ge­legenheit Herausstellen möchte, dem engeren Bundesstaate Lebe­wohl zu lagen." Andererseits wird Die vorgängige Revision auch als eine Hinterthür für Die größeren deutschen Staaten bezeichnet. So sagt Die Norkd. Ztg.:Wer aber dennoch ftsthält an Dem Verlangen einer Der Annahme voraufgehenden Revision Der Reichsverfassung, der gestehe doch lieber offen ein, daß er den Regierungen von Hannover und Sachsen ein Rechtsmittel geben wolle, mit dem sie allen cingegangenen Verbindlichkeiten sich entziehen können." Daß Hannover gegen­wärtig hierzu noch durchaus kein Recht habe, weist die We- lerzeitung in einem Leitartikel gründlich nach und fordert die hannoverschen Stände auf,den Rechtsanspruch des deutschen und des hannoverschen Volkes auf den Bundesstaat zu wah­ren und die Regierung zum mindesten wieder zu der von ihr früher ausgestellten Politik zu verpflichten: eine vorläufige Ei- uitzung allenfalls auch ohne Oesterreich abzuschließen." Aehn- lichcs verlangt das Dresdener Journal von der sächsischen und Die Weserzeitung von der Württembergischen Regierung. Der ersteren wird von Leipzig aus nachgewiesen, daß sich für Sachsen, wenn es Dem Bundesstaat widerstrebe, Österreich s^erleits gar keine bestimmte Aussicht eröffne; nicht einmal die auf die Verheirathung des Kaisers mit einer sächsischen

Prinzessin; auch das scheine Oesterreich nurvorgeschwebt" zu haben. Diesem Nichts gegenüber gewinne Der erfurter Reichstag täglich an Bedeutung, wiewohl er erst berufen sei; daraus könne man auf Die Wirkung schließen, Die seine Thä­tigkeit erst ausüben werde:Die nächsten Wege, Die Sachsen gehen wird, sind noch dunkel; aber daß es schließlich beim Bundestag unternimm wird, kann kein Zweifel sein. Es wäre nur zu wünschen, daß uns Die Unsicherheit und Unbequemlichkeit des Zauderns erspart würde." Dem württembergischen Volke aber und feiner Regierung hält die Weserzeitung in dem Ar­tikelWollen oder Müssen?" ihren Mangel an deutschem Nationalgesühl, ihr Kleben an Sonverinteressen, ihre beschränk­ten Partelrücksichten vor, und Der Verfasser, ein Württember­ger, ruft seinen Landsleuten warnend zu:Nicht Dem, wel­chem wir wollen, sondern Dem, welchem wir müssen, werden wir, falls wir auf unserem jetzigen Standpunkte beharren, im nächsten besten Kriege Heerfvlge zu leisten haben, wie wir es in Der schmachvollen Zeit Napoleons gemußt!" Werfen wir schließlich einen Blick auf das Verhalten Oesterreichs zum erfurter Reichstage, so finden wir in DemHamburger Kor- responkenlen" aus zuverlässiger frankfurter Quelle Die Nach­richt , daß Die österreichische Negierung, um Den erfurter Reichstag zu paralysiern , bei Der Bundeskommission darauf hinwirke, daß auch in Frankfurt ein Staaten- und ein Volks­haus zur Berathung einer Deutschen Verfassung einberufen werken solle. Zugleich sollen alle konstituirenken Lanktage der Einzelstaaten bis zur Vollendung der Gesammtverfassung sistirt werden. Der Korresponvent versichert, daß man an die Durchsetzung dieses österreichisches Planes glaube; er aber ruft aus: Timeo Danaos et dona ferentes! Wenn sich in den österreichischen Blättern auch nicht eine direkte Bestätigung dieses Planes findet, so läßt doch ihre Stimmung gegen Den Erfurter Reichstag ihn wenigstens möglich erscheinen. So macht z. B. DerWanderer" mit einer Miene des Vorwurfes Die österreichische Regierung darauf aufmerksam, daß Preußen allein es versiebe, das Interim für seine Zwecke auSzubeuten, daß es ihm gelange, Die Sympathien, Die sich noch in einigen Theilen Deutschlands für Oesterreich fanden, zu vernichten. Preußen mache in den ihm bisher abgeneigten Theilen Deutsch­lands dadurch Propaganda, daß es Aussicht auf eine konsti­tutionelle Ordnung der Dinge eröffne; Oesterreich dagegen stelle sich bewaffnet an die Grenzen der Länder, deren Volks­vertretungen in friedlicher Berathung ihre verfassungsmäßigen Rechte üben, und drohe mit bewaffnetem Einschreiten. Eine derartige Parallele in vorwurfsvollem Tone ist eine indirekte Aufforderung zur Nachahmung. In anderer Weise bedroht Die (Brünner)Presse" Den deutschen Bundesstaat. Sie stellt Preußen als in einer sehr gefährlichen Lage begriffen dar, weil es jetztden Gegenwirkungen der deutschen Klein­unk Mittel-Staaterei" viel mehr bloßgestellt sei, als zur Zeit kes alten Bundestages,wo es noch hinter der österreichischen und Metternichschen Superiorität versteckt lag..... Preußen muß dieser neuen Stellung erliegen, wenn die Geschäfte deS Erfurter Reichstages schlecht gehen, oder wenn die Ausbildung des engeren Bundesstaats zu einem größeren und lebensfähi­gen Organismus mißlingt." Uebcrkieß stänken Preußen unk Oesterreich nicht mehr zu einander in einem rein staatsrecht­lichen Verhältnisse, sondern bereits auf dem qui vive der Er­eignisse und Thatsachen, da ihre gegenseitige Stellung eine doppelte geworden sei.In Frankfurt auf den alten staats­rechtlichen Verpflichtungen sich vereinigend, in Erfurt durch Die neu eingegangenen Verpflichtungen Preußens sich trennend, haben sie den SchickjalSwagen Deutschlands vorn und hinten mit zwei entgegengesetzt laufenden Rossen bespannt. Wenn der Wagen dabei nicht zerschmettert wird, so ist es mehr als jemals Gottes Wille, vaß Deutschland erhalten werde!"

Darmstadt 12. Jan. Die erste Kammer hat heute die Adresse nach vierstündiger Berathung in Dem vorgelegten Entwürfe angenommen und nur geringe Abänderungen im Einzelnen beliebt.

Bus Baden. In Freiburg trafen am 11. Januar wieder 21 entlassene Gefangene aus Rastatt ein, welche nach